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Veröffentlicht am 20.06.2017

Elfenmacht

Elfenmacht
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Der Fantasy- Autor Bernhard Hennen hat mit seinem neusten Werk „Elfenmacht“ die Geschichte rund um die Drachenelfen weitergeführt. Dabei schlägt „Elfenmacht“ eine Brücke zwischen den Büchern rund um die ...

Der Fantasy- Autor Bernhard Hennen hat mit seinem neusten Werk „Elfenmacht“ die Geschichte rund um die Drachenelfen weitergeführt. Dabei schlägt „Elfenmacht“ eine Brücke zwischen den Büchern rund um die Drachenelfen und den Elfenbücher von Hennen, es fungiert als Bindeglied. Dennoch lässt sich dieses Fantasy- Buch auch durchaus ohne Vorkenntnisse lesen.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Wer wird künftig über das verwunschene Albenmark herrschen? Sind es die grausamen Drachen oder die raubeinigen Zwerge? Oder die geheimnisvollen Elfen, deren Kräfte bisher im Verborgenen geschlummert haben? Als die beiden Geschwister Emerelle und Meliander sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter machen, der legendären Drachenelfe Nandalee, ahnen sie nicht, dass ihre Reise das Schicksal aller Völker Albenmarks für immer verändern wird. Während Emerelle den Weg des Kampfes wählt, findet ihr stillerer Bruder eine junge, mysteriöse Elfe, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert. Doch es gibt Geheimnisse, an deren Wurzeln man nicht rühren sollte …

In dem Fantasy- Buch „Elfenmacht“ ist eine Karte enthalten, welche ich als hilfreich empfunden habe. Auch ein umfangreiches Personenregister und ein Glossar sind beigefügt wurden, welches besonders für Quereinsteiger von Wert sein dürfte.
Der Autor Bernhard Hennen hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Durch die bildhaften Beschreibungen sind mir sowohl die Charaktere als auch die besuchten Gegenden ans Herz gewachsen. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, es konnte mich in seinen Bann ziehen und die Welt um mich herum vergessen lassen. Auch die gezeichnete Welt ist sehr vielseitig. Man merkt, dass der Autor sich in seiner erschaffenen Welt auskennt und sich dort auch wohlfühlt. Gefallen hat mir auch die Vielseitigkeit der Völker, welche in dieser Welt wandeln. Es war interessant, mehr über die einzelnen Völker und dessen Besonderheiten zu erfahren. Wie sie zueinander stehen und welche Eigenarten diese jeweils haben. Mich konnte diese erschaffene Welt vollkommen überzeugen, zum einen durch seine Komplexität und zum anderen habe ich sie als gut durchdacht und ausgearbeitet wahrgenommen. Hennen schafft es auf verschiedene Weise Spannung aufzubauen. Allein der Plot verspricht schon einiges an Potential. Zwei relativ junge Elfen, die wohlbehütet und fernab der Zivilisation aufgewachsen sind, begeben sich auf die Suche ihrer Mutter, die bekannt und gefürchtet ist. Aber auch durch viele unerwartete Wendungen auf ihrer Reise wird Spannung aufgebaut. Allgemein ist das Buch recht handlungsreich und dicht verwebt. Das hat mir gut gefallen. Aber auch durch die unterschiedlichen Perspektiven wird zusätzliche Spannung aufgebaut. Hennen schafft es gekonnt, die Erzählperspektive an Scheidewegen zu wechseln, sodass man einfach zu gerne wissen möchte, wie es mit dem jeweiligen Protagonisten weitergeht. Auch die Zusammenführung dieser beiden Erzählperspektiven hat mir gut gefallen. Im Buch sind im Wesentlichen zwei Perspektiven enthalten, sodass man jeweils die Geschichte der Geschwister Emerelle und Meliander mitverfolgen kann. Beide erleben recht unterschiedliche Abenteuer auf ihrer Suche. Hierbei empfand ich beide als spannend und konnten mich gut unterhalten, auch haben sie mich durch ihre Vielseitigkeit überzeugen können. Besonders zu Beginn ihrer Reise merkt man, dass die Geschwister fernab jeder Zivilisation groß geworden sind, dass sie wohlbehütet aufgewachsen sind und wenig vom alltäglichen Leben wissen. Ihr Wissen basiert im Wesentlichen aus den Büchern, die sie auf dem Schiff zur Verfügung hatten. Mir hat es gefallen, die beiden Geschwister zu begleiten und ihre jeweiligen Erfahrungen und Erlebnisse mitverfolgen zu können.
Der Autor Hennen konnte mich auch mit seinen Charakteren überzeugen. Nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebencharaktere konnten eine gewisse Tiefe und Vielseitigkeit vorweisen. Emerelle ist eine starke junge Elfe, die oftmals unbedacht und impulsiv handelt. Sie wird getrieben durch die Suche nach ihrer Mutter, außerdem ist sie eine gute Kämpferin. Ihr Bruder Meliander hat eher einen bedachteren Charakter und fühlt sich in einer Bibliothek zwischen Büchern wohl. Die beiden haben nicht immer dieselben Ansichten und sind oftmals unterschiedlicher Meinung, dennoch haben sie eine enge Verbindung zueinander. Aber auch ihre Begleiter konnten mich begeistern. Besonders der Zwerg Frar oder der Elf Falrach konnten mich durch ihren Charakter von sich überzeugen.
Das Ende ist an sich recht offen gehalten, sodass man eventuell auf eine Weiterführung der Geschichte rund um die Geschwister hoffen kann. Allgemein konnte mich das Ende des Buches ebenfalls überzeugen, auch durch ein paar unvorhersehbare Wendungen.

Insgesamt hat mir das neue Fantasy- Werk „Elfenmacht“ von Bernhard Hennen gut gefallen. Es konnte mich in seinen Bann ziehen und auch die Geschichte und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Hierfür möchte ich 4,5 Sterne vergeben und eine Leseempfehlung für Leser von Fantasy- oder Elfenbüchern aussprechen.

Veröffentlicht am 05.05.2026

Der Sternenstaubdieb

Der Sternenstaubdieb
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Mit dem Fantasy- Buch „Der Sternenstaubdieb“ hat Chelsea Abdullah den Reihenauftakt rund um die Mitternachtshändler Loulie und ihrem engen Freund Qadir geschrieben. Dabei entführt sie die Leser in ein ...

Mit dem Fantasy- Buch „Der Sternenstaubdieb“ hat Chelsea Abdullah den Reihenauftakt rund um die Mitternachtshändler Loulie und ihrem engen Freund Qadir geschrieben. Dabei entführt sie die Leser in ein magisches Abenteuer mit orientalischem Flair. Da dies ein Reihenauftakt ist, kann man dieses Werk ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Loulie al-Nazari ist überall bekannt als die Mitternachtshändlerin. Sie jagt illegaler Magie der Dschinn hinterher, um sie auf dem Nachtmarkt teuer zu verkaufen. Eines Tages lässt der Sultan sie verhaften. Seit die Frau des Sultans von einem Dschinn getötet wurde, werden diese im gesamten Land erbittert gejagt. Für Loulie und ihren engen Freund, den Dschinn Qadir, ist der Handel mit deren Magie hoch gefährlich. Und nun müssen sie sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Lampe machen. Sie werden begleitet von Prinz Omar und dessen Gehilfin, der Diebin Aisha. Aber Loulie weiß nicht, dass Omar die Gestalt mit anderen Menschen tauschen kann. Nicht nur die Wüste birgt Gefahr, sondern auch manches Mitglied der Karawane.

Bei diesem Fantasybuch hat mich das Setting neugierig gemacht. Ich hatte mal wieder Lust auf ein orientalisches Abenteuer im Stil von 1001 Nacht. Schon länger hatte ich kein Buch mehr gelesen, welches im Orient angesiedelt war. Ich wollte mal wieder mit Dschinns und Afarit die Wüste erkunden und dabei magische Erlebnisse bestreiten. Und dieses Werk hat mit genau solchen Abenteuern gelockt. Daher habe ich mich voller Vorfreude in dieses Fantasybuch gewagt und meiner Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Schon die Gestaltung des Buches ist ein wahrer Blickfang. Das Cover macht Lust auf ein orientalisches Abenteuer. Und ein erster Blick auf die Karte ist vielversprechend. Sowohl orientalische Städte spielen hier eine wesentliche Rolle, als auch die Wüste mit ihren Oasen. In der Karte ist eine Strecke eingezeichnet, welche den Weg unserer Protagonisten nachzeichnet. Ein hilfreiches Glossar mit arabischen Wörtern und Wendungen ist zum besseren Verständnis ebenfalls beigefügt.
Der Reihenauftakt lockt mit einem orientalischen Setting. Es hat märchenhafte Eigenschaften und lockt mit Abenteuern a la Tausendundeiner Nacht. Sehr gut haben mir hier die kleinen Zwischenspiele mit den Geschichtenerzählern gefallen. Allgemein fand ich diese Geschichten sehr ansprechend und sie haben für mich zum arabischen Raum dazugehört und haben zu einer noch intensiveren Atmosphäre beigetragen. Auch der Schreibstil ist bildhaft und wortgewandt. Packend wird hier ein magisches Abenteuer erzählt, welches der Leser zusammen mit den Charakteren bestreiten muss. Gekonnt schafft es Abdullah, eine dichte und authentische Atmosphäre zu erschaffen. Die Story an sich fand ich ebenfalls packend. Meiner Meinung nach schafft es die Autorin einen guten Mix zwischen actionreichen und ruhigeren Szenen zu schaffen. Neugier konnte mich auch das Worldbuilding machen. Die bisher skizzierte Welt hat Potential und mir haben die Orte, welche wir bisher kennen lernen durften, gefallen. Vor meinem geistigen Auge sind Bilder entstanden, sodass ich oftmals das Gefühl hatte, selbst mitten in der Wüste zu stehen. Ich hoffe, dass wir im Verlauf der Reihe die Welt noch besser kennen lernen. Die Welt konnte durch ihre Authentizität überzeugen, ohne zu aufgebläht zu wirken. Auch das Thema der Dschinns und deren Geschichte fand ich gekonnt umgesetzt. Gefallen hat mir hier auch der magische Aspekt. Hier ist die Magie an Gegenstände gebunden, oftmals haben diese nützliche Eigenschaften. Auch über die Entstehung dieser Magie wird im Verlauf des Buches näher eingegangen. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten, da dies einfach zu viel vorwegnehmen würde.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Abwechselnd wird aus der Sicht von Loulie, Mazen und Aisha erzählt. Dies führt dazu, dass der Leser einen vielseitigen Einblick in die Handlung bekommt und zeitgleich die Gedankengänge der jeweiligen handelnden Person besser nachvollziehen kann. Ich fand es recht interessant, diese Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel zu lesen, so konnte man die Beweggründe besser nachvollziehen. Auch fühlt man sich dadurch den Charakteren näher verbunden, kennt eher ihre Ängste und Emotionen, man baut eher eine Bindung zu diesen auf.
Zu Beginn wird man direkt in das Geschehen hineingeworfen und das Buch besticht nicht nur durch actionreiche Szenen. Gleich am Anfang lernt Loulie, die Mitternachtshändlerin kennen. An ihrer Seite ist ihr treuer Begleiter und Freund Qadir, welcher im Geheimen ein Dschinn ist. Loulie ist eine toughe, starke junge Frau, welche schon früh ihre Eltern verloren hat. Sie hatte keine leichte Kindheit und ist von dem Schicksalsschlag in ihrer Vergangenheit geprägt, sie möchte ihre Eltern rächen. Mich persönlich konnte auch Qadir sehr begeistern. Dieser Dschinn hat definitiv ein paar Geheimnisse, doch ich mochte seine Art und wie er auf Loulie aufgepasst hat. Ein weiterer starker weiblicher Part ist Aisha in dieser Geschichte. Im Verlauf der Geschichte hat man mehr über sie erfahren, was sie bewegt und welche Päckchen sie zu tragen hat. Mit jeder Facette hat sie sich etwas mehr in mein Leserherz geschlichen. Der männliche Gegenpart wird durch Prinzen bestritten. Prinz Mazen ist zu Beginn noch recht naiv, macht aber eine Charakterentwicklung durch, welche mir stellenweise etwas zu abrupt waren. Dennoch habe ich auch mit dem jüngsten Sohn des Sultans mitgefiebert. Omar, der älteste Sohn des Prinzen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie weitreichend diese ist, zeigt sich erst im späteren Verlauf – daher möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen.
Etwas schade fand ich, dass Hakim – ein weiterer Sohn des Sultans – hier nur eine Nebenrolle bekommt. Sein Charakter bietet einige interessante Aspekte, sodass ich hoffe, dass diese noch in den späteren Bänden eine wesentlichere Rolle spielen.

Insgesamt konnte mich Chelsea Abdullah mit ihrem Reihenauftakt „Der Sternenstaubdieb“ gut unterhalten. Diese Fantasyreihe besticht durch actionreiche Szenen, welche das Tempo vorantreiben, aber auch durch ruhigere Sequenzen. Gefallen haben mir vor allem die Erzählungen rund um die Welt der Dschinn und die Entstehung der Magie. Nur zu gerne möchte ich mehr von Loulie und Qadir lesen. Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2026

Dornenhecke

Dornenhecke
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Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen ...

Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen Dornröschen, erzählt aber eine bisher eher unbekannte Version des Märchens.

Klappentext:
Es war einmal eine Prinzessin, die in einem Turm festsaß. Diese Geschichte handelt nicht von ihr. Kurz nach ihrer Geburt wird Krötling von den Feen entführt. So wächst sie zwar fern von ihrer Familie, doch geliebt und geborgen in den warmen Wassern des Feenlandes auf. Eines Tages wenden sich die Feen mit einer Bitte an sie: Sie soll in die Menschenwelt zurückkehren, um ein Neugeborenes mit einem schützenden Segensspruch zu bedenken. Klingt einfach, oder? Doch bei den Feen ist nichts jemals einfach. Jahrhunderte später nähert sich ein Ritter einer hohen Dornenhecke, deren Stacheln so scharf wie Schwerter und dick wie Unterarme sind. Wie er gehört hat, gibt es hier einen Fluch zu brechen – einen Fluch, den Krötling mit aller Macht aufrechterhalten will …

Bisher hatte ich schon ein paar Bücher aus der Feder von Kingfisher gelesen. Diese haben von dem Soldat Alex Easton gehandelt und waren im Bereich Horror und Nervenkitzel einzuordnen. Beide konnten mich auf ihre Art überzeugen und daher war ich sehr auf diese Neuinterpretation von Dornröschen und die Umsetzung hierzu gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich an dieses Büchlein gemacht und meine Erwartungen sind nicht enttäuscht worden.
Schon die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Dieser Roman ist mit thematisch passenden und ansprechenden Illustrationen versehen, welche den Leser auf den Inhalt einstimmen.
Und auch dieses Mal ist der Erzählstil wieder spannend und märchenhaft zugleich. Gekonnt wird hier eine dichte und unterschwellig düstere Atmosphäre erschaffen, welche wirklich richtig gut zu dieser Neuinterpretation von Dornröschen passt. Kingfisher spielt hier gekonnt mit ein paar Klischees der Märchen und setzt sie gut in Szene und verwandelt sie dabei meisterhaft in etwas ganz Anderes. Besonders gefällt mir hier auch der Mix zwischen dem Humor, welcher auf jeder Seite mitschwingt und der Prise Horror, welche gekonnt in der richtigen Dosis beigemischt wurde. Dies führt dazu, dass sich das Buch angenehm lesen lässt und die Seiten fliegen dank des flüssigen Schreibstil nur so dahin. Gelungen finde ich auch die Umsetzung der beiden Zeitstränge. Die Autorin Kingfisher weiß definitiv, wie man die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft und dabei Bilder beim Leser erzeugt und gleichzeitig eine dichte Handlung erschafft. Beide greifen gelungen ineinander. Dabei bekommt der Leser einen vielseitigen Eindruck in das bisherige Leben der Protagonisten.
In dieser Neuinterpretation des Märchens stehen eher die Nebencharaktere im Mittelpunkt. Die Protagonistin ist in „Dornenhecke“ die Fee Krötling, welche es bisher nicht immer leicht hatte. Immer besser lernen wir Krötling kennen, erfahren mehr über ihre Vergangenheit und auch über ihre Familie. Auch über die wichtige Aufgabe von Krötling bekommen wir Stück für Stück immer neue Informationen, sodass sich langsam ein Gesamtbild zusammensetzt. Von Seite zu Seite ist mir Krötling mehr ans Herz gewachsen. Ich mochte ihr gutes Herz und ihr Blick auf die Welt, aber auch wie verantwortungsvoll sie ihre Aufgabe umsetzt. Sie muss alleine diesen dornengeschützten Turm bewachen. So langsam fragt man sich als Leser, was wohl in diesem lauert und wer geschützt werden soll? Der Inhalt des Turmes vor der Außenwelt oder doch eher anders herum? Der männliche Gegenpart ist der Ritter Halim, welcher viel mehr zu bieten hat als eine rittertypische glänzende Rüstung. Auch er hat das Herz am richtigen Fleck und ich fand es sehr interessant, mehr über seine Geschichte zu erfahren, weil er einfach viel mehr zu bieten hat und so manche interessante Facette aufweisen kann. Ich persönlich mochte das Wechselspiel zwischen Krötling und Halim sehr gerne. Es hat mir Spaß gemacht, die Gespräche der beiden zu verfolgen und wie sie sich gegenseitig kennen gelernt haben, nur zu gerne habe ich diese Entwicklung gebannt gelesen.
Obwohl dieses Buch nur etwa 130 Seiten stark ist, hat es doch so einige wesentliche Themen zu bieten. Krötling muss sich in einer nicht immer freundlichen Welt behaupten, sie musste ihren Platz in der Welt finden und auch eine Familie ist für sie nicht selbstverständlich. Als ihr dann eine wichtige Aufgabe übertragen wird, meistert sie diese gewissenhaft und ist sich der Konsequenzen bewusst, falls sie versagen sollte. Aber auch Freundschaft und unterschiedliche Herkunft spielen eine wichtige Rolle, wie sie ein Wesen prägen können. In dieser Märchenadaption steckt so viel mehr, als man zunächst vermuten könnte.
Das Ende fand ich recht unterhaltsam, wenn auch teilweise etwas überstürzt. Hier hätten mir ein paar Seiten mehr und damit auch ein paar weitere Ausführungen gut gefallen. Mir persönlich war es etwas zu schnell geklärt.

Insgesamt konnte mich T. Kingfisher mit „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ gut unterhalten. Ich fand die Neuinterpretation des Märchens ansprechend. Positiv fand ich sowohl die Charaktere, als auch der humoristische Erzählstil mit der düsteren Atmosphäre. Bloß die Auflösung fand ich etwas zu schnell abgehandelt. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben und ich bin schon auf das nächste Werk aus der Feder von Kingfisher gespannt.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Junge im Taxi

Der Junge im Taxi
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Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse ...

Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Wer ist dieser M., über den die Familie nicht reden will? Auf der Beerdigung seines Großvaters erfährt Simon von dessen verleugnetem Sohn. Am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gezeugt und zurückgelassen, ist M. nicht mehr als eine Leerstelle, eine vage Erinnerung. Simon, selbst mit dem Ende seiner Beziehung konfrontiert, lässt der Gedanke an diesen deutschen Jungen nicht los. Was für ein Leben hat er gelebt, war er einsam, verlassen, frei? Ist er es noch? Die Suche treibt Simon von Südfrankreich an den Bodensee, wo sich vergessene Spuren mit den seinen kreuzen und ein neues Bild ergeben.

Nur durch Zufall bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich persönlich hatte mich gefragt, was hinter dem Titel wohl stecken könnte und habe mir mit dieser Frage im Hinterkopf den Klappentext näher angeschaut. Dieser hat mich neugierig gemacht, wie dieser das Thema der Besatzungskinder aufgreift und umsetzt.
Zu Beginn des Romans gibt es im Prolog eine kurze Rückblende zum damaligen Geschehen. Der Leser ist dabei, als ein französischer Soldat auf einem Hof in Deutschland beherbergt wird. Wir erfahren auch, wie eine junge Frau auf einem Fest von eben jenen Soldaten zum Tanz aufgefordert wird und wie sich daraus eine kurze heftige Affäre mit Folgen entwickelt. Im nächsten Kapitel sind wir auf einer Beerdigung. Bei dieser hat die Geschichte aus dem Prolog Wellen geschlagen. Simon, der Enkel von diesem französischen Soldaten, hat erfahren, dass sein Großvater damals in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, welcher aber in der Familie verleugnet wird. Nach der Besatzungszeit hat er die junge Frau und auch sein ungeborenes Kind zurückgelassen und nie anerkannt. Auch durfte in der Familie nicht darüber geredet werden. Und auch auf der Beerdigung des Großvaters darf über dieses Thema nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen werden. Simon ist von dieser Tatsache schockiert und möchte den verleugneten Sohn ausfindig machen. Lediglich sein Onkel redet über dieses sensible Thema. Aber auch nur im Flüsterton, er erzählt eher im Geheimen von diesem vergangenen Kapitel. Während der Suche kommen neue Informationen ans Licht und es hat Spaß gemacht, der Suche nach dieser Person mitzuverfolgen. Es hat sich wie ein Puzzle angefühlt, auf jeder Seite ergibt sich ein neues Stück und man kommt der Lösung dabei immer näher. Als Leser wird man sofort mitten in die Handlung reingeworfen und Stück für Stück setzt sich die Geschichte zusammen, man erkennt immer neue Fragmente, sowohl zur Vergangenheit als auch zur Gegenwart. „Der Junge im Taxi“ wird aus der Ich- Perspektive von Simon erzählt, dadurch kann man gut seine Gedankengänge nachvollziehen, was ich persönlich sehr gekonnt umgesetzt fand. Simon selbst befindet sich gerade in Trennung und abwechselnd kümmern sie sich um die beiden gemeinsamen Jungs. Ich fand die Gedankengänge und Gefühle von Simon hier sehr eindringlich. Er selbst macht sich viele Gedanken, auch weil er selbst Vater ist und gleichzeitig in der Situation ist, dass er ein Sohn von seinem Vater ist. Er kann beide Seiten verstehen, aber er kann nicht verstehen, warum in seiner Familie nie darüber geredet wird. Für ihn ist es nicht begreiflich, dass ein Familienmitglied komplett ignoriert und verleugnet wird. Er möchte diesen verleugneten Sohn ausfindig machen und bezieht auch seine eigenen Söhne in die Suche mit ein. Interessant ist hier auch, dass die Ex- Partnerin hier nur mit A abgekürzt wird. Dadurch entsteht eine gewisse Distanziertheit und der Charakter bleibt eher blass. Anders bei dem verleugneten Sohn, welcher nur mit M abgekürzt wird. Dies hat auf mich eher geheimnisvoll gewirkt und hat diese ominöse Person noch sagenumwobener gemacht, hat eher meine Neugier gesteigert.
Positiv konnte mich auch der Schreibstil überzeugen. Dieser ist auf der einen Seite sehr eindringlich, findet direkte Worte. Auf der anderen Seite ist dieser poetisch und feinfühlig. Gekonnt werden hier Gefühle beschrieben und eine dichte Atmosphäre erschaffen. Der Stil ist lebendig und schafft es, dass eine Sogwirkung entsteht. Dabei habe ich den poetischen Stil sehr genossen und habe mich von den Emotionen tragen lassen.
Thematisch fand ich „Der Junge im Taxi“ auch gekonnt umgesetzt. Das Thema der Besatzungskinder finde ich hier interessant umgesetzt. Es gibt viele Kinder, welche am Ende des zweiten Weltkrieges zurückgelassen worden und nicht oft wird über diese geredet. Dies ist ein Roman, welcher den Leser melancholisch zurücklässt und nachklingt. Man beschäftigt sich mit diesem Thema und es hat mich so schnell nicht losgelassen. Ich fand die Botschaft von diesem Roman wichtig, mich hat dies berührt.

Insgesamt hat der Autor Sylvain Prudhomme mit seinem Roman „Der Junge im Taxi“ gekonnt ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt. Mich hat dieses nachdenklich zurückgelassen. Gefallen hat mir hier der Erzählstil und auch die Geschichte an sich konnte mich überzeugen. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 02.12.2025

With you and the Rain

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Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge ...

Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge Frau zufällig ein einsames Tier, das ganz vielleicht ein Hund sein könnte, in einer kleinen Box. Völlig durchnässt und der Kälte ausgeliefert, bittet das kleine Wesen um Unterschlupf. Ein Ding der Unmöglichkeit, da zu widerstehen! Und so nimmt die schicksalhafte Begegnung zwischen einer jungen Frau und einem Tanuki, der ganz vielleicht ein Hund ist, ihren Lauf.

Bei diesem Manga habe ich mich mal aus meiner Komfortzone herausgewagt, lese ich doch sonst eher Bücher. Aber hier hat mich einfach dieser total niedliche Tanuki interessiert. Ich wollte einfach wissen, was es mit ihm auf sich hat – hatte ich bisher mit Mangas noch nicht allzu viele Berührungspunkte gehabt. Voller Vorfreude habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt und habe mich auf die Geschichte rund um den kleinen Tanuki gefreut.
Zunächst einmal möchte ich den wunderbaren Zeichenstil hervorheben. Dieser hat mir wirklich gut gefallen. Man merkt diesem Manga an, dass es mit viel Liebe gezeichnet wurde. Liebevolle Details dominieren den Stil und man kann sich richtig in den Zeichnungen fallen lassen, entdeckt immer wieder neue Details. Und dabei sind die Zeichnungen total niedlich und einfach etwas fürs Herz. Mir hat es Spaß gemacht, in diesem Manga zu blättern, habe ich mich sehr an den Zeichnungen erfreut. Der Manga selbst in recht kurze Episoden unterteilt, welche aber aufeinander aufbauen. Wir haben hier Anteil am Alltag von den beiden und erleben mit ihnen zusammen recht gewöhnliche Situationen, welche eine cozy Atmosphäre ausstrahlen.
Die Handlung selbst ist schnell zusammengefasst. An einem regnerischen Tag findet eine junge Frau ein Tier in einem Pappkarton. Sie nimmt dieses Tier auf und ist der Meinung, dass sie einen Hund gefunden hat. Sie möchte für ihn sorgen und zwischen den beiden entsteht eine liebevolle Beziehung. Es ist eine wunderschöne cozy Geschichte, bei der man den Alltag um sich herum vergessen kann.
Die junge Frau ist eher eine Einzelgängerin und meidet große Gesellschaften. Sie ist eher alleine und geht auch nicht sooft aus den Haus. Verwunderlich fand ich es, dass man über die komplette Länge des ersten Bandes nicht ihren Namen erfährt. Durch die Gesellschaft ihres neuen Gefährten traut sie sich mehr, geht öfters raus und begibt sich in neue Situationen. Sie wird offener und geht auch mal aus ihrer Komfortzone heraus. Dies gefällt mir, sie wächst durch diese neuen Situationen. Die Gesellschaft von dem Tanuki tut ihr gut und ich finde, dass die beiden ein gutes Team abgeben.
Der kleine Tanuki ist ein cleveres Kerlchen, welches weiß, was es möchte. Es kann für sich einstehen und auch mitteilen, was es möchte. Dennoch strahlt es viel Charme aus und ist sehr liebevoll. Ich mochte die gerissene Art und wie es sich durchsetzen kann. Dabei lässt es die junge Frau denken, dass es ein Hund ist. Dies hat mir das ein oder andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht gerufen. Mit seinem Blatt auf den Kopf ist es total niedlich und es hat mir Freude bereitet, zu erfahren, wie es sich bei dieser jungen Frau heimisch fühlt. Die Beziehung zwischen den beiden hat mir wahrlich gefallen. Interessant fand ich auch das Miteinander von dem Tanuki und dem Vater der jungen Frau. Dies hat meiner Meinung nach den Manga bereichert und für einige humorvolle Szenen gesorgt.
Allgemein würde ich mir jedoch noch ein paar mehr inhaltliche Informationen und Details wünschen. Einfach mehr über das Leben der jungen Frau erfahren und auch das Zwischenspiel zwischen den beiden ist interessant und ich bin schon auf weitere Episoden mit den beiden gespannt, sie haben gut miteinander harmonisiert.

Insgesamt konnte mich Ko Nikaido mit „With you and the rain“ gut unterhalten und mir hat dieser cozy Manga gut gefallen. Der Zeichenstil ist wirklich schön anzusehen und es war ein richtiger Wohlfühlmanga. Von mir gibt es 4 Sterne.