Spannender Thriller mit unbehaglicher Atmosphäre
KnochenkälteZum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle ...
Zum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle sehr unfreundlich zu ihm und lassen es ihn deutlich spüren, dass er unerwünscht ist. Er kommt für eine Nacht in einem unheimlichen, heruntergekommenen Hotel unter. Als er auf der Suche nach einem Handysignal zufällig ein freigelegtes Skelett im Wald findet, möchte er die Polizei verständigen. Doch ein Unwetter hat das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten und Hunter muss derweil die Knochenreste so gut es geht absichern. Doch es bleibt nicht nur bei diesem einzigen grausigen Knochenfund...
Meine Leseerfahrung:
Nach "Die Verlorenen" habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit Dr. David Hunter gefreut. Er ist ein einzigartiger Charakter in der Thrillerwelt, hervorragend gezeichnet und hat interessante Ecken und Kanten. In diesem Band wirkt er etwas hilflos, was auch daran liegen mag, dass er ohne Equipment und ohne Strom und Internet in einen undurchsichtigen Fall hineinstolpert und auch sonst kaum Hilfspersonen oder Freunde an seiner Seite hat.
Der Einstieg in die Story ist bereits sehr spannend, doch dann läuft es etwas schleppend. Vor allem ist nach dem ersten Knochenfund erst einmal viel Herumirren im Schnee an der Tagesordnung, das sich ziemlich in die Länge zieht und stellenweise eher langatmig wird. Beckett schafft es durch die atmosphärische Erzählweise, dass man sich unmittelbar in die Situation hineinversetzt fühlt. Da ich aber kein Schnee-Fan bin, wurde es für mich persönlich etwas ermüdend und unangenehm.
Zudem sind einige Erklärungen zu den Todesfällen in der Vergangenheit bei der Auflösung des Falles nicht sehr überzeugend. Vielmehr wirkt die Geschichte eher stark konstruiert und nicht wirklich realitätsnah. Lediglich die spannenden Cliffhanger haben die Spannung des Buches mit viel Mühe aufrechterhalten. Und auch Wendungen am Ende des Buches haben die Story letztendlich gerettet.
Fazit:
Ein etwas ungewöhnlicher Dr. Hunter in einem Dorf voller Geheimnisse, dennoch ein guter solider Thriller für die Wintermonate und für all diejenigen, die den atmosphärischen Erzählstil bevorzugen.