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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2025

Spannender Thriller mit unbehaglicher Atmosphäre

Knochenkälte
1

Zum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle ...

Zum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle sehr unfreundlich zu ihm und lassen es ihn deutlich spüren, dass er unerwünscht ist. Er kommt für eine Nacht in einem unheimlichen, heruntergekommenen Hotel unter. Als er auf der Suche nach einem Handysignal zufällig ein freigelegtes Skelett im Wald findet, möchte er die Polizei verständigen. Doch ein Unwetter hat das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten und Hunter muss derweil die Knochenreste so gut es geht absichern. Doch es bleibt nicht nur bei diesem einzigen grausigen Knochenfund...

Meine Leseerfahrung:
Nach "Die Verlorenen" habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit Dr. David Hunter gefreut. Er ist ein einzigartiger Charakter in der Thrillerwelt, hervorragend gezeichnet und hat interessante Ecken und Kanten. In diesem Band wirkt er etwas hilflos, was auch daran liegen mag, dass er ohne Equipment und ohne Strom und Internet in einen undurchsichtigen Fall hineinstolpert und auch sonst kaum Hilfspersonen oder Freunde an seiner Seite hat.

Der Einstieg in die Story ist bereits sehr spannend, doch dann läuft es etwas schleppend. Vor allem ist nach dem ersten Knochenfund erst einmal viel Herumirren im Schnee an der Tagesordnung, das sich ziemlich in die Länge zieht und stellenweise eher langatmig wird. Beckett schafft es durch die atmosphärische Erzählweise, dass man sich unmittelbar in die Situation hineinversetzt fühlt. Da ich aber kein Schnee-Fan bin, wurde es für mich persönlich etwas ermüdend und unangenehm.

Zudem sind einige Erklärungen zu den Todesfällen in der Vergangenheit bei der Auflösung des Falles nicht sehr überzeugend. Vielmehr wirkt die Geschichte eher stark konstruiert und nicht wirklich realitätsnah. Lediglich die spannenden Cliffhanger haben die Spannung des Buches mit viel Mühe aufrechterhalten. Und auch Wendungen am Ende des Buches haben die Story letztendlich gerettet.

Fazit:
Ein etwas ungewöhnlicher Dr. Hunter in einem Dorf voller Geheimnisse, dennoch ein guter solider Thriller für die Wintermonate und für all diejenigen, die den atmosphärischen Erzählstil bevorzugen.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Nette ruhige Geschichte

Ins hohe Gras
1

Zum Inhalt:
Ein kleiner Junge wagt sich mit seinem Teddy Walter hinaus ins hohe Gras weit jenseits des heimischen Gartens. Er trifft auf seltsame Gestalten, erlebt kleine Abenteuer und lernt Einiges über ...

Zum Inhalt:
Ein kleiner Junge wagt sich mit seinem Teddy Walter hinaus ins hohe Gras weit jenseits des heimischen Gartens. Er trifft auf seltsame Gestalten, erlebt kleine Abenteuer und lernt Einiges über Fantasie, Freundschaft und Entscheidungsfreiheit. Während Walter die Vernunft in ihm anspricht, möchte der Junge sich nur von den Regeln der Erwachsenen befreien.

Meine Leseerfahrung:
Trevor Noah ist für mich schon seit der Daily Show ein Begriff. Dass er Stand-Up macht, wusste ich, aber dass er auch Bücher schreibt, ist irgendwie an mir vorbeigezogen. Umso erstaunter war ich über dieses Kinderbuch von ihm.

Die Geschichte wird als eine Fabel für Groß und Klein angepriesen und eignet sich bestens zum Vorlesen.. Ein kleiner Junge, der mit seinem besten Freund, einem Teddybären, von zu Hause wegläuft, um die Welt draußen zu erkunden. Eigentlich lehnt er sich aber gegen seine Mutter auf und möchte sich von den Regeln, die sie tagtäglich aufstellt, befreien. Auf seiner kleinen Abenteuerreise begleitet ihn seine überaus lebhafte Fantasie. Er trifft auf einen Zwerg, auf sprechende Schnecken und Münzen und kämpft gegen ein "Laub-Ungeheuer".

Zu Beginn dachte ich noch, was für eine wundervoll verpackte Geschichte über Mut, Freundschaft und Abenteuerlust. Ich fand die einzelnen Erlebnisse des Jungen dann allerdings recht unspektakulär und wenig einfallsreich, auch wenn sie einzelne Messages beinhalten, die wichtig sind. Meine Erwartungen waren vielleicht viel zu hoch, aber ich hätte mir zumindest eine stärker ausgeprägte und tiefgehende Moral gewünscht, die auch noch nach Beenden des Buches nachhallt.
Ob Kinder den Sinn der Story hier begreifen können, finde ich persönlich eher fraglich. Vielleicht müsste man das Buch oft genug lesen bzw. vorlesen. Meine Jungs (7 und 10) waren jedenfalls nur semi-begeistert, die Illustrationen haben sie dagegen sehr angesprochen.

Fazit:
Eine nette unspektakuläre Geschichte zum Vorlesen, stets bemüht tiefgehende Weisheiten zu säen, aber beschränkt in der Einfachheit.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Cosy Fantasy

Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste
1

Zum Inhalt:
Sera Swan gehörte mal zu den mächtigsten Hexen des Landes, bis sie einen gefährlichen Auferstehungszauber für ihre Großtante ausführt und zur Strafe ihre Magie verliert. Ohne magische Fähigkeiten ...

Zum Inhalt:
Sera Swan gehörte mal zu den mächtigsten Hexen des Landes, bis sie einen gefährlichen Auferstehungszauber für ihre Großtante ausführt und zur Strafe ihre Magie verliert. Ohne magische Fähigkeiten leitet sie nun eine kleine Pension für Gäste, die speziell sind. Die Pension wird nämlich nur von verwirrten Personen angezogen, die dort eine Zuflucht suchen. Für Andere bleibt sie verborgen. So strandet irgendwann auch der abweisende Historiker Luke mit seiner Schwester dort, immer dazu bereit, wieder abzureisen. Doch zu seiner Überraschung bleibt er in der Pension hängen, schließt mit Sera Freundschaft und hilft ihr sogar, einen Plan zur Wiedererlangung ihrer magischen Kräfte durchzuziehen. Ein gefährliches Unterfangen, bei der die beiden mürrischen Freunde sich näher kommen...


Meine Leseerfahrung:
Den ersten Roman der Autorin mit der Figur Miss Moon fand ich bereits sehr cosy, romantisch und gefühlvoll. Lediglich die zu detaillierten spicy Szenen fand ich deplatziert, weil es einen Umbruch im Erzählstil gab. Das hat Sangu Mandanna diesmal viel eleganter gelöst. Die Geschichte um Sera Swan ist genauso romantisch und emotional, die Lovestory jedoch ist um einiges abgemildert. Der Fokus liegt hier vorrangig bei den Machenschaften in der Hexengilde, aus der Sera wegen des unverzeihlichen Zaubers ausgeschlossen wurde.

Fünfzehn Jahre vergehen, ohne dass Sera ihre Kräfte wiedererlangt. Minimale Zauber kann sie noch wirken, um Pflanzen gedeihen zu lassen beispielsweise. Aber die große Magie bleibt weiterhin verborgen.

Die Geschichte kommt so gut ohne Extreme aus, ein richtiges Wohlfühlbuch, das ein grandioses Bild über Freundschaft, Familie und Loyalität vermittelt. Mir haben ganz besonders die verschiedenen Charaktere, die sich in der Pension eingefunden haben, gefallen. Jeder trägt sein eigenes Päckchen, doch gemeinsam meistern sie alle Umstände. Luke fand ich zunächst ein wenig unscheinbar, doch die Art, wie er sich um seine autistische Schwester kümmert, ist so herzerwärmend, dass man über seine Macken hinweg sieht.

Die zarte Liebesgeschichte, die sich allmählich entwickelt, drängt sich zu keiner Zeit in den Vordergrund, so dass man nicht "nur" einen Liebesroman zu lesen glaubt. Es ist in erster Linie ein märchenhaft erzählter Hexenroman, der perfekt zu der herbstlichen Jahreszeit passt. Für alle, die sich mit einem heißen Kakao und Kuscheldecke auf dem Sofa gemütlich machen und die beginnende herbstliche Stimmung einläuten wollen.

Fazit:
"Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste" von Sangu Mandanna ist eine supercosy Fantasygeschichte über Hexen, Magie, Freundschaft und Liebe. Perfekt für die kuschelige Herbstzeit!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ungewöhnliche Jenseitsgeschichte

For Whom the Belle Tolls
1

Zum Inhalt:
Nach einer Krebserkrankung stirbt Lily recht jung und findet sich im Jenseits wieder, wo sie ganz bürokratisch dem Himmel zugeteilt wird. Neugier und Langeweile treiben sie dazu, auch die anderen ...

Zum Inhalt:
Nach einer Krebserkrankung stirbt Lily recht jung und findet sich im Jenseits wieder, wo sie ganz bürokratisch dem Himmel zugeteilt wird. Neugier und Langeweile treiben sie dazu, auch die anderen Ebenen zu erkunden, so dass sie auch mal in der Hölle vorbeischaut. Dort sieht sie, wie Dämonen bei der Einteilung der Seelen an der Pforte am Verzweifeln sind. Lilly beschließt aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen im Kundendienst dort an einem "Hellp-Desk" auszuhelfen und wird innerhalb kurzer Zeit zum Liebling aller Mitarbeiter. Auch Bel, der General der Höllenarmee, schließt sie sofort ins Herz. Aus Freundschaft wird mehr, doch Bel weiß auch, dass Lilly ihn irgendwann verlassen muss, um wiedergeboren zu werden. Dann bricht ein plötzlicher Krieg zwischen den Dimensionen aus, der viele Opfer fordert; und beiden wird klar, was am Ende wirklich zählt...

Meine Leseerfahrung:
Das ist wieder eines der Bücher, von denen ich inhaltlich keinen Schimmer habe, den Hype darum aber verstehen möchte und mich blindlings in eine Story stürze, die mich womöglich heftig aus meiner Komfortzone reißen könnte.

"For Whom the Belle Tolls" hat genau dies geschafft. In erster Linie ist es ein Fantasybuch, klar. Aber das Leben im Jenseits, wie es Jaysea Lynn es für sich gestaltet hat, dürfte sicherlich auch einen leicht blasphemischen Charakter haben und die Gemüter erhitzen. Dabei ist die Storyline sehr klug gewählt, um wichtige Aspekte wie Familie, Empathie und Selbstheilung in eine phantastische Handlung zu packen, die sich im Himmel bzw. in der Hölle abspielt.

Am Ende des Buches gibt es eine Triggerwarnung, die man durchaus ernst nehmen sollte. Überhaupt sollte man psychisch stabil genug sein, um sich auf dieses Abenteuer einlassen zu können. Meines Erachtens ist das Buch eher was ab 18 Jahren, da auch jede Menge explizite Szenen darin vorkommen. Ich kann behaupten, dass ich kein anderes Buch mit soviel Spice gelesen habe. In dieser Hinsicht war ich nie weiter aus meiner Komfortzone als jetzt. Wer sich auf Themen wie Suizid, sexueller Missbrauch, Krebserkrankung, oder gar Liebe zu einem Dämon und detailliert geschilderte Sexszenen einlassen kann, könnte mit diesem Buch eine Achterbahnfahrt an Emotionen erleben.

Persönlich fand ich den Spice ab einem bestimmten Punkt zuviel des Guten und hätte mir mehr Action in Sachen Höllenkrieg oder zumindest einen spannenden Handlungsstrang gewünscht. Doch die Story dümpelt eher vor sich hin und entwickelt sich ein wenig zu einer Cozy Romance, wobei der Fokus auf Seelenheil und Charakterentwicklung gelegt wird. Auch hätte ich mir mehr Szenen am Hellp-Desk erhofft, weil ich es sehr amüsant und zutiefst befriedigend fand, wenn böse Seelen auf Lillys ganz besondere Art bestraft wurden. Vielleicht überrascht uns die Autorin diesbezüglich in einem weiteren Band.

Fazit:
Jaysea Lynn zeigt mit "For Whom the Belle Tolls", wie das Leben nach dem Tod aussehen könnte, und präsentiert eine heiße Lovestory, die Grenzen sprengt. Große Emotionen und Wortwitz gepaart mit jeder Menge Spice!

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Gänsehaut-Momente garantiert

Gruselige Weihnacht überall. Klassische Horror- und Geistergeschichten
1

Zum Inhalt:
Im viktorianischen England war es wohl üblich, sich zu Weihnachten Schauergeschichten vor dem Kamin zu erzählen. Zu diesem Anlass haben seiner Zeit viele Autoren gruselige Kurzgeschichten ...

Zum Inhalt:
Im viktorianischen England war es wohl üblich, sich zu Weihnachten Schauergeschichten vor dem Kamin zu erzählen. Zu diesem Anlass haben seiner Zeit viele Autoren gruselige Kurzgeschichten verfasst. Im Anaconda Verlag erschien letztes Jahr das Band "Schaurige Weihnachten", um diesen alten Brauch wieder aufzugreifen. Dieses Jahr sind in dem Band "Gruselige Weihnacht überall" sogar mehr Horror- und Gruselgeschichten, zum Teil von bekannten Autoren wie Dickens oder Lovecraft, enthalten.

Meine Leseerfahrung:
Geistergeschichten habe ich schon als Kind geliebt und sicherlich die meisten sogar schon in jungen Jahren gelesen. Daher war ich so glücklich über die Ausgabe vom letzten Jahr. Umso mehr freue mich, dass der Anaconda Verlag die Reihe fortführt und dieses Jahr sogar einige Kurzgeschichten mehr in die diesjährige Ausgabe aufgenommen hat.

Tatsächlich kannte ich außer Dickens und Lovecraft keine der anderen aufgelisteten Autoren und Autorinnen. Das heißt aber nicht, dass ihre Geschichten weniger schaurig sind. Schon die erste Geschichte "Der falsche Mönch" von Louisa Baldwin ist eine klassische Geistergeschichte, wie man es als Fan des Genres erwartet. Ein langsamer Spannungsaufbau und eine unheilvolle Atmosphäre, die auf einem unerwarteten Höhepunkt gipfeln, zeigen deutlich, dass Baldwin das Handwerk beherrscht.

Am meisten hat mich hier jedoch "Der Bahnwärter" von Charles Dickens gepackt. Das mag aber auch an seiner meisterhaften Erzählweise liegen. Kein Wunder, dass diese Kurzgeschichte zu den häufig erzählten Weihnachts-Gruselgeschichten in England zählt, und das, obwohl sie so gar nichts mit Weihnachten zu tun hat.

Nicht jede Kurzgeschichte entspricht hier meinem Geschmack. Aber die Atmosphäre, die das Buch so mit sich bringt, genügt mir persönlich schon. Man muss nicht unbedingt auf Weihnachten warten, das Buch eignet sich auch perfekt für die Halloweenzeit im Oktober und auch für die Vorweihnachtszeit.

Fazit:
Auch der zweite Band der Weihnachtsgrusel-Reihe "Gruselige Weihnacht Überall" aus dem Anaconda Verlag ist die ideale Kurzgeschichtensammlung, um sich auf eine schaurige Weihnachtszeit einzustimmen. Klassischer Horror für zwischendurch mit garantierten Gänsehaut-Momenten!

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