Berührende Geschichte, die drei Frauenschicksale miteinander verbindet
LebensbandeCover: Das Cover hat mir gleich gut gefallen, man merkt sofort, dass es sich hier um einen historischen Roman handelt und das vorallem Frauen eine große Rolle im Buch spielen. Das Cover hat mich ...
Cover: Das Cover hat mir gleich gut gefallen, man merkt sofort, dass es sich hier um einen historischen Roman handelt und das vorallem Frauen eine große Rolle im Buch spielen. Das Cover hat mich auf jeden Fall direkt neugierig auf die Handlung gemacht.
Inhalt: Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert.
Meine Meinung: Der Schreibstil war von Anfang an gut und einfach zu lesen, dennoch habe ich ein wenig gebraucht um in die Geschichte reinzufinden. Das Buch wird kapitelweise wechselnd 1941 aus Sicht von Lene erzählt und 1993 erzählt die alte Nora in Briefform von ihrem Leben damals. Dies ist ungewöhnlich und hat mich anfangs etwas irritiert, aber nach kurzer Zeit hatte ich mich dann an diesen Zeiten- und Formwechsel gewöhnt. Vorallem Lene ist mir mit der Zeit ans Herz gewachsen, bei Nora hat das länger gebraucht, da ich das Gefühl hatte, durch die Briefform blieb mir Nora etwas fremd und fern als Protagonistin. Erst gegen Mitte des Buches konnte ich dann immer mehr mit ihr mitfiebern. Lottes Sicht kommt in diesem Buch nicht vor, man erfährt nur in den Briefen von Nora von ihr, daher ist auch sie etwas blass geblieben. Die Geschichte an sich wird sehr berührend erzählt und ist sehr gelungen, aber leider blieb der Inhalt auch etwas oberflächlich erzählt. Dies kann an der Briefform gelegen haben, ich bin lieber direkt im Geschehen dabei, wenn es um historische Romane geht. Alles in allem ein tolles Buch, das berührt, aber teilweise auch etwas oberflächlich erzählt wurde. Dennoch auf jeden Fall sehr zu empfehlen!