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Veröffentlicht am 16.11.2025

Was wissen wir eigentlich über unsere Familien?

Die Verlorene
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Ein Roman, der zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte anregt und einen Blick in eine fiktive Familie wirft, die aber doch so viel gemeinsam hat mit den Familien von heute.

Miriam Georgs Bücher ...

Ein Roman, der zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte anregt und einen Blick in eine fiktive Familie wirft, die aber doch so viel gemeinsam hat mit den Familien von heute.

Miriam Georgs Bücher waren für mich immer ein Abtauchen in eine andere Welt. Diesmal schildert sie den Roman nicht nur aus verschiedenen Perspektiven, sondern sie hat einen generationenübergreifenden Roman geschrieben, der auf zwei Zeitebenen spielt. Im Gegenwartsstrang haben wir die Großmutter Änne, die Mutter Ellen und Laura. Laura und ihre Mutter machen sich Sorgen um Änne, die alte Dame ist schwer gestürzt. Doch was hat sie bewogen, auf einen wackeligen Hocker zu steigen? Und was hat es mit dem Karton auf sich? Die beiden Frauen stehen vor einem Rätsel.

Im Vergangenheitsstrang ist Karl an der Front auf der Krim, und wir lernen Änne und Luise in Schlesien kennen. Wir tauchen ein in die Vergangenheit von Lauras Großmutter Änne.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich eine tiefere Beziehung zu Laura aufbauen konnte als zu Luise und Änne. Ich kann nicht genau beschreiben, woran das lag, aber die Figuren in der Vergangenheit haben mich nicht so berührt wie Lauras Schicksal. Meine Großmutter mütterlicherseits stammt ebenfalls aus Schlesien, daher war es für mich interessant, etwas über diesen Landstrich zu erfahren, aber es hat mich nicht so bewegt, wie ich im Vorhinein gedacht hatte.

Der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus sind in diesem Roman sehr präsent, ebenso Themen wie Heimatverlust, Identitätsfindung und die damit verbundenen Traumata. Krieg und Vertreibung haben bei vielen Menschen tiefe Wunden hinterlassen. Im Nachwort stellt die Autorin die berechtigte Frage, wie viel wir heute eigentlich über unsere Familien wissen und über was alles geschwiegen wurde. Zumindest in meiner Familie gibt es viel Unausgesprochenes, dessen bin ich mir sehr sicher. Leider sind meine Großeltern teilweise sehr früh gestorben, sodass ich mit ihnen nicht darüber reden konnte oder sie haben sich ein Leben lang geweigert, darüber zu sprechen.

Viele Traumata werden an die nächsten Generationen weitervererbt, und die Lücken in unseren Familien bleiben. Ein wichtiger Roman, der zum Nachdenken, aber auch zum Reden anregt. Sprechen wir über das Unausgesprochene.

Die Figurenzeichnung ist der Autorin vor allem in der Gegenwart sehr gut gelungen. Leider konnte ich gerade mit der jungen Änne nur sehr wenig anfangen, geschweige denn mich mit ihr identifizieren. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, allerdings gab es für mich ein paar Längen im Roman. Zudem empfand ich den Erzählfluss zwischen Gegenwart und Vergangenheit als unausgewogen, die Zeitebenen sind meines Erachtens nicht gleichgewichtig dargestellt.

Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Roman allen, die sich intensiver mit der Vergangenheit ihrer Familien auseinandersetzen möchten. Er ist ein wichtiges Zeugnis dafür, dass es oft noch eine andere Wahrheit in unseren Familien gibt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Die Tiere im Mittelpunkt der lustigen Geschichte

Der Doktor und der liebe Mord
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Ein äußerst humorvolles Buch, dessen Geschichte zum Lachen und Schmunzeln einlädt. Der junge Tierarzt Severin Herr steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist ein zurückhaltender Charakter, der eigentlich ...

Ein äußerst humorvolles Buch, dessen Geschichte zum Lachen und Schmunzeln einlädt. Der junge Tierarzt Severin Herr steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist ein zurückhaltender Charakter, der eigentlich nur das Wohl der Tiere im Blick hat. Dabei ist er jedoch leicht beeinflussbar und glaubt an das Gute im Menschen. Dieses Vertrauen steht ihm allerdings bei seiner eigentlichen Arbeit oft im Weg.

Sehr skurril sind die einzelnen Protagonisten der Handlung: Tristan, der etwas „sonderbare“ Tierarzthelfer, pendelt charakterlich ständig zwischen seiner harten Schale und einem äußerst weichen Kern. Oder die Reinigungshilfe Jedna, die ihre Gefühle irgendwo in ihrem alten Leben abgestellt zu haben scheint. Die Handlung lebt von ihrer Skurrilität und Morbidität. Beim Lesen spürt man deutlich die Liebe des Autors zu den Tieren. Er beschreibt sehr detailliert die verschiedenen Krankheitsbilder und Verhaltensweisen der Tiere, sodass man einiges über unterschiedliche Tierarten lernt.

Es handelt sich weniger um einen klassischen Krimi, sondern eher um eine Art Cozy Mystery, bei dem das Morbide und Skurrile im Vordergrund steht. Der Autor erzählt die Geschichte unterhaltsam und flüssig, der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Viel Humor und die liebevolle Beschreibung der Tiere und ihrer Eigenheiten sorgen für ein besonderes Lesevergnügen.

Einzig die etwas fahrig agierende Polizei war mir persönlich etwas zu unstrukturiert dargestellt. Insgesamt jedoch habe ich beim Lesen oft gelacht, und mir hat vor allem die einfühlsame Darstellung eines Arztes gefallen, der Tiere eindeutig mehr mag als Menschen

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein Start Up und die Kirche

Salute - Das letzte Gebet
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Ein Krimi, der nicht nur die Kirche, sondern auch das Geschäftsgebaren in Bardolino dieses Mal in den Fokus rückt. Was hat ein junges Start-up mit der Kirche zu tun? Oder gibt es in der Bardolinoer High ...

Ein Krimi, der nicht nur die Kirche, sondern auch das Geschäftsgebaren in Bardolino dieses Mal in den Fokus rückt. Was hat ein junges Start-up mit der Kirche zu tun? Oder gibt es in der Bardolinoer High Society ein Leck? Besonders gut gefallen hat mir die Verzweigung der Story auf verschiedene Persönlichkeiten und Konstellationen, die diesem Krimi eine angenehme Abwechslung in der Erzählung verleiht.

Commissario Lanza ist ein sehr prinzipientreuer Kriminalist, der aber durchaus auch seine menschliche Seite zu zeigen weiß. An seiner Seite steht immer wieder der ehemalige deutsche Kommissar Zeitler, der nun ganz entspannt sein Café „Monaco“ in Bardolino betreibt. Zeitler ist ein humorvoller Geselle, der trotz seines beruflichen Ausstiegs aus dem deutschen Polizeidienst nie ganz von seiner Kriminalspürnase lassen kann. So unterstützt er Lanza immer wieder ungezwungen – was dieser mal mehr, mal weniger bereitwillig akzeptiert.

In diesem Krimi hat Zeitler nicht ganz so viel Anteil an den Ermittlungen wie in den vorherigen Bänden, was mir jedoch durchaus plausibel erscheint. Besonders interessant fand ich die Nebengeschichte rund um ein Start-up, die mich zu einigen Spekulationen verleitet hat. Auf den Täter oder die Täterin bin ich auch dieses Mal nicht gekommen.

Der Schreibstil des Autors ist locker und humorvoll, und ich konnte der Geschichte sehr gut folgen. Die Spannung wird stetig aufgebaut und mündet in einem gelungenen Finale. Ein Krimi aus Bardolino, der sich von den beiden Vorgängern etwas unterscheidet, aber mit einer spannenden Handlung und interessanten Nebenfiguren zu überzeugen weiß.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Urlaubs-Vibes beim Lesen

If You Fly Too Far
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Diesmal entführt uns Tine Nell nach Fuerteventura. Urlaubs-Vibes sind also garantiert. Elana lässt ihr Leben in Deutschland hinter sich. Nicht nur, dass ihr Freund die Beziehung beendet, nein, er ist auch ...

Diesmal entführt uns Tine Nell nach Fuerteventura. Urlaubs-Vibes sind also garantiert. Elana lässt ihr Leben in Deutschland hinter sich. Nicht nur, dass ihr Freund die Beziehung beendet, nein, er ist auch noch ihr Chef, und somit ist sie auch ihren Job los. Zudem zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung aus, und für sie steht fest: Ein Neuanfang muss her.

Da kommt die Stellenanzeige des Pureza Resorts gerade recht, denn dort wird ein Personal Trainer gesucht. Fuerteventura ist weit genug entfernt, um in Berlin alle Brücken abzubrechen. Doch schon auf der Überfahrt gibt es Probleme: Die gebuchte Kabine auf der Fähre ist doppelt vergeben worden. Ein smarter Spanier schnappt ihr die Kabine vor der Nase weg. Doch genau dieser Spanier wird ihr Leben auf den Kopf stellen.

Die Autorin schafft es erneut, eine Sehnsuchtskulisse lebendig werden zu lassen. Es macht Spaß, im Luxus zu schwelgen und Elana als Personal Trainerin über die Schulter zu schauen. Schnell gewinnt die Protagonistin Freunde in Sunny und Dario. Ein wunderbarer Liebesroman, der auch Themen wie Freundschaft, Verlässlichkeit und Hotellerie aufgreift. Zudem entführt uns die Autorin an besondere Orte der Insel. Eine Forbidden Love, ein Spiel mit dem Feuer und der Gefahr, jederzeit aufzufliegen.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und angenehm zu lesen. Für mich ein Roman zum Wegträumen, perfekt für die kleine Auszeit zwischendurch.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Touristenproblematik von Lissabon

Portugiesisches Schweigen
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Ein Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines ...

Ein Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines Antiquariats, Henrik Falkner, wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Die beiden Charaktere sind sehr unterschiedlich, was die These „Gegensätze ziehen sich an“ deutlich unterstreicht.

Helena Gomes ist temperamentvoll und wird manchmal von ihren Gefühlen überwältigt. In ihr schlummert eine unterschwellige Aggressivität, was für eine Frau eher ungewöhnlich ist. Im Gegensatz dazu ist Henrik Falkner ein ruhiger Geselle. Er leidet unter Angststörungen und ist oft in sich gekehrt. Doch mit seiner besonderen Art sorgt er dafür, dass Helena, die sich manchmal etwas verloren fühlt, ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit bekommt. Beide Charaktere ergänzen sich sehr gut, auch wenn sie immer wieder an die Grenzen ihrer Belastung stoßen.

Die Handlung ist mit einem guten Erzähltempo versehen, und man kann ihr gut folgen. Das Thema ist sehr aktuell und zeigt Probleme auf, die Lissabon sicher mit anderen beliebten Weltmetropolen teilt.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen, gut erzählend und sprachlich ansprechend. Die Spannung bleibt konstant hoch, und man ist versucht, selbst mitzurätseln, wer die oder der Verdächtige sein könnte. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Beschreibungen der Orte in Lissabon.

Ich hoffe, dass ich bald einmal diese besondere Stadt bereisen darf, um mir selbst ein Bild von ihr zu machen. Ein guter Krimi aus Lissabon, der Lust aufs Reisen macht, auch wenn das Reisen hier für einige im Roman nicht so schön war, wie man es sich wünschen würde.

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