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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2025

Katz und Maus

Safe Space
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Wer auf psychologische Thriller voller Fallstricke und absurd überraschender Wendungen steht, der ist hier genau richtig. Hier ist eigentlich nichts, wie es zu sein scheint, auch wenn die POVs dem Leser ...

Wer auf psychologische Thriller voller Fallstricke und absurd überraschender Wendungen steht, der ist hier genau richtig. Hier ist eigentlich nichts, wie es zu sein scheint, auch wenn die POVs dem Leser zwar einen Hinweis geben, wonach wir hier die Augen offenhalten müssen, hat mich die Auflösung absolut kalt erwischt. Passiert mir nicht so häufig, daher bin ich schon allein deswegen ein bisschen begeistert

Die Prämisse der Geschichte fand ich total spannend und auch die Erzählweise, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt, ist sehr passend gewählt und erzeugt eine gute Grundstimmung. Ich mag, dass die Bedrohung eher unterschwellig ist, man eigentlich weiß, wie der Ausgang dieser Geschichte sein muss, es sich aber so vorsichtig und hinterhältig anbahnt, dass man trotzdem überrascht ist.

Das Setting der JAV fand ich als Schlachtfeld erstaunlich gut gewählt und hier wird viel mit Stimmung, Misstrauen und Verdachtsmomenten gearbeitet. Alles sehr subtil und so angelegt, dass die Protagonistin beginnt an sich selbst zu zweifeln. Das war wirklich gelungen umgesetzt. Die Handlung ist schon relativ dicht und emotional aufgeladen. Und genau das sorgt dafür, dass Rationalität und Professionalität hier zunehmend ausgehebelt werden und Protagonistin Anna zu entgleiten droht.

Ich weiß gar nicht so genau, was mich mehr mitgenommen hat: Sinas Schicksals und Annas unermüdliche Suche nach Antworten, egal wie schmerzlich diese ausfallen könnten.
Vom Tempo her ging mir die Geschichte fast ein bisschen zu schnell, um eine echte Sogwirkung zu erzeugen. Neue Erkenntnisse kann man als Leser kaum sacken lassen, weil die Geschichte so schnell voranschreitet und eigentlich durchweg irgendwas passiert, das die Handlung vorantreibt. Trotzdem, oder vielleicht auch genau deswegen, liest sich das Buch toll weg, ist stark geplottet und durchweg spannend, wenn auch auf eher dezente Art.

Mir hats gut gefallen.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Den Spuren folgen

Die Chemie des Verbrechens - Die Fährte
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Ich fand den Erzählstil eher ruhig, wenig temporeich und tatsächlich auch eher mäßig spannend. Neben dem Hauptfall gibt es auch viel Hintergrundrauschen, bei dem nicht ganz klar ist, ob es überhaupt irgendeine ...

Ich fand den Erzählstil eher ruhig, wenig temporeich und tatsächlich auch eher mäßig spannend. Neben dem Hauptfall gibt es auch viel Hintergrundrauschen, bei dem nicht ganz klar ist, ob es überhaupt irgendeine Relevanz hat.

Die Kapitel sind kurz und wechseln schnell dir Perspektive, sodass es auch einige einmalige Exkurse gibt. Das fand ich eher unübersichtlich und es wird auch ohne diese Elemente klar, dass hier irgendwas im argen liegt. Am meisten Stimmung wird durch die Rückblenden ins Jahr des Mordes aufgebaut

Die wissenschaftliche Seite der Ermittlung fand ich tatsächlich richtig interessant und auch den Schrecken des Themas an sich nicht grade klein, sodass die Handlung schon eine gewisse Brisanz und Perfidität besitzt.
Warum ich trotzdem nicht so 100% gecatcht war lag vermutlich daran wie egoistisch, gierig, geradezu falsch und unsympathisch die Figuren wirken.

Ich fands insgesamt angenehm zu lesen und trotz wissenschaftlicher Komponenten war es leicht zu folgen. Die Struktur des Falls wirkte logisch aufgebaut und die Auflösung war schlüssig und lässt keine Fragen offen. Sehr solider Krimi

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Magische Familiengeheimnisse

The Blackgate Invitation
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Die Idee hinter der Geschichte war eigentlich ziemlich cool, obwohl oder gerade weil sie recht simpel war: ein Mord, ein Rätsel und ein magisches Erbe. Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Partie ...

Die Idee hinter der Geschichte war eigentlich ziemlich cool, obwohl oder gerade weil sie recht simpel war: ein Mord, ein Rätsel und ein magisches Erbe. Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Partie Cluedo- ein Mord, Hinweise suchen, eine Verdächtigung aussprechen, sie widerlegen, Repeat. Eigentlich ein ziemlich simples, aber cooles Konzept.

Das Setting des magischen Anwesens fand ich total cool, allerdings wurde das kaum ausgenutzt. Generell wird fast schon sparsam mit Magie umgegangen, dafür dass es sich um so mächtige Hexenlinien handelt, die Versuchen ein gewaltiges Erbe anzutreten. Da hätte ich eigentlich mit mehr Intrigen und generell mehr Hexerei gerechnet. Der Plot entwickelt sich zwar kontinuierlich, aber eher gemächlich.

Am Ende wird es dagegen ganz wunderbar düster, unheimlich und ein bisschen makaber. Habs total geliebt die Kräfte der Hexenlinien im Einsatz erleben. Schade eigentlich, dass es so lange gedauert hat all das zu entfesseln.

Es geht überraschend viel um Aufrichtigkeit, Moral, familiäre Band und Freundschaft. Das gibt der Geschichte einfach eine angenehme Grundstimmung, die die Schreckmomente ausgleicht. Ich fands sehr angenehm zu lesen, auch wenn es für mich gerne düsterer hätte sein dürfen. Die Grundlage. Dafür waren schließlich vorhanden.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Obsessiv

No Way Home
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T.C. Boyle schreibt Bücher, die unter die Haus gehen und dort gären, bis das ganze Elend und die Tragik hervorbricht.
Das beziehungskontrukt, dass hier im Zentrum steht und frei Menschen auf obsessive ...

T.C. Boyle schreibt Bücher, die unter die Haus gehen und dort gären, bis das ganze Elend und die Tragik hervorbricht.
Das beziehungskontrukt, dass hier im Zentrum steht und frei Menschen auf obsessive und destruktive Art verbinden ist fragil, toxisch und furchtbar fesselnd.

Als Leser fühlt man sich als Voyeur im Leben der drei zentralen Figuren aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die Geschichte entwickelt eine fast schon obszöne Sogwirkung, bekommt beinahe Telenovela-Charakter und schlittert unaufhörlich auf den Abgrund zu.

Bethany ist unbestritten die zentrale Figur, um die sich der Fokus der beiden Männer dreht. Für sie ist sie Lichtgestalt, gleichwohl fragt man sich als Leser unwillkürlich woran das eigentlich liegt. Denn Bethany ist wankelmütig, fast schon dreist und trotzdem unbeholfen.

Der Autor kann einfach erzählen, ich wollte unaufhörlich wissen wie es weitergeht; was als nächstes kommt. Die Geschichte entwickelt eine fast schon unangenehme Sogwirkung und bekommt einen voyeuristischen Charakter, der den Leser in seinen Bann schlägt. Ich hab selten bei einem Roman so mitgefiebert.

Das Ende lässt mich zwar ein bisschen unschlüssig zurück, passt aber eigentlich auch zur Geschichte. Ich fands super.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Ok wow, wahnsinnig unerwartet

Body Number One
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Ich mag diese Reihe von Helen Fields super gern, nicht zuletzt weil Connie Woolworth so eine faszinierende Persönlichkeit ist und ich ihre unkonventionell Arbeitsweise super interessant finde. Diese neue ...

Ich mag diese Reihe von Helen Fields super gern, nicht zuletzt weil Connie Woolworth so eine faszinierende Persönlichkeit ist und ich ihre unkonventionell Arbeitsweise super interessant finde. Diese neue Fall ist sehr Temporeich, aber über weite Strecken glaubte ich mich in sicherer Gewissheit, was hier vor sich geht, nur um dann völlig aus den Socken gehauen zu werden.

Ich fand den Fall durchaus sehr interessant, gleichzeitig aber auch ein bisschen
Distanziert. Es passiert generell richtig viel innerhalb der Handlung, was rückblickend wie eine Verwirrtaktik wirkt.

Der Fall selbst geht eigentlich runter wie Öl und auch wenn die Polizei lange im Dunkeln tappt, so entwickelt sich die Geschichte doch kontinuierlich weiter. Ich fands wahnsinnig gut gemacht, wie hier mit Wahrnehmungen gearbeitet und so der Leser beeinflusst wird.

Hat mir wieder richtig gut gefallen und war auf jeden Fall vielschichtig angelegt. Hätte gerne mehr Einsatz von Connie selbst sein dürfen, aber da dürfen wir uns vllt im nächsten Band drauf freuen

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