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Veröffentlicht am 31.01.2026

Lesefreude

The Darlington - Ethan & Grace
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Im Februar erscheint der dritte und letzte Band der "the Darlington" Reihe und das war endlich genug um meine Procrastination Band zwei zu lesen zu überwinden.

Ich hatte ziemlich Sorge, dass ich enttäuscht ...

Im Februar erscheint der dritte und letzte Band der "the Darlington" Reihe und das war endlich genug um meine Procrastination Band zwei zu lesen zu überwinden.

Ich hatte ziemlich Sorge, dass ich enttäuscht sein würde, dass ich es unrealistisch finden könnte, dass sich ausgerechnet Kates Freundinnen jetzt in die anderen Darlington Brüder verlieben sollen. Band eins war so sensibel und gut mit dem Thema Obdachlosigkeit umgegangen, dass ich Sorge hatte danach wirkt alles platt.

Ja, was soll ich sagen, absolut unnötige Sorgen waren das. Schon sehr schnell hätte ich mir vor Wut in den Hintern beißen können, dass ich dieses Buch so lange vor mir her geschoben habe...

Band zwei ist einfach genauso gut wie Band eins und trotzdem ganz anders. Der crime-Aspekt passt perfekt. Er macht die Geschichte spannend und unterscheidet sie von Anfang an vom ersten Band. Ethan und Grace kennen wir ein bisschen natürlich schon, aber Grace bekommt durch die Trauer um ihre ermordete Schwester und ihren Ehrgeiz das aufzuklären Kontur und Ethan ist vielleicht auch nicht nur der Arsch, als den wir ihn bisher geschildert bekommen haben. Wieder schafft die Autorin es sensible Themen mit emotionaler Authentizität zu schreiben, die weder zu schwer noch verharmlosend wirkt. Auch die Mischung der Themen funktioniert super, Banter, Neckereien, gefühlvolle und spannende Situationen wechseln sich ab, wobei es auch einiges an (für unsere Charaktere) sehr befriedigendem Spice gibt.
Henry und Kate aus Band eins tauchen natürlich auch auf, sind aber sehr angenehm als Nebencharaktere gestaltet. Die Geschichte um Mr. Darlington scheint der (zeitliche) rote Faden der Reihe zu sein und mir gefällt sehr, wie bereichernd die verschiedenen - und neuen - Perspektiven darauf, hier durch Ethan's POV, sind.

Ich bin nach dem Überwinden des Buch-aufschlagens regelrecht durch die Geschichte geflogen, mit viel Freude, Genuss und Dauergrinsen.

Und was mir in Bezug auf den Trilogie Abschluss nicht wieder passieren wird? Genau, diese unnötigen Sorgen. Diese Autorin weiß, was sie tut!

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Eine emotionale Wucht zu einem sehr aktuellen Thema

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Dieses Buch hat beides, eine krasse emotionale Wucht und die absurd abenteuerliche Leichtigkeit des Teenager-seins.

Es geht um schwere Themen. Sherry ist das adoptierte Kind von YouTube vloggern. Im Buch ...

Dieses Buch hat beides, eine krasse emotionale Wucht und die absurd abenteuerliche Leichtigkeit des Teenager-seins.

Es geht um schwere Themen. Sherry ist das adoptierte Kind von YouTube vloggern. Im Buch geht es in Rückblenden um diese Vergangenheit und im hier und jetzt um dass Fallout und darum, ob und wie Sherry sich eine selbstbestimmte Zukunft aufbauen kann. Vielen Szenen, gerade in den Rückblenden, sind heftig. Und gleichzeitig nicht übertrieben oder überdramatisiert, im Gegenteil, ich habe oft gedacht, das hätte ganz realistisch noch viel schlimmer kommen können. Gleichzeitig bringt die Erzählung der Gegenwart so viel Teenager Quatsch mit rein, dass wir aufatmen und lachen können. Dass da Hoffnung ist! Realistische Hoffnung. Nicht weil es einfach ist, sondern weil Sherry es hier mit den Erwachsenen, die sie unterstützen nicht besser hätte treffen können. Unter anderem findet sich eine sehr schöne Darstellung von gelungener Therapie.

Ich mochte die Charaktere, die durch ihre Eigenheiten alle sehr lebendig wurden. Natürlich liegt der Fokus auf Sherrys Geschichte, aber wir bekommen immer wieder auch Einblicke in die Geschichten der anderen Teenager. Ich finde, das Buch zeigt sehr deutlich, dass viele straffällig gewordene Jugendliche eigentlich vor allem gesellschaftliche Unterstützung brauchen.

Der Sprachstil ist alltagsnah, ohne übertrieben oder aufgesetzt zu sein und liest sich gut. Für ein Jugendbuch auf jeden Fall sehr passend.

Mich hat das Buch zum Ende hin zum weinen gebracht und ich bin da bei Büchern meistens nicht so. Sherrys Gefühle sind so nachvollziehbar und authentisch, das haut manchmal echt rein. Ich war ohnehin schon kritisch was Family vloggin angeht, aber dieser Roman macht die Problematik sehr deutlich und greifbar.
Es ist ein aktuelles Buch, ein Buch unserer Zeit, dass diesem Thema mit so viel Feingefühl gerecht wird.

Klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Perfektes RomCom Feeling

The Penguin Paradox
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Witzige Dialoge, Anziehungskraft aus der Gefühle werden, cute Szenen und ein außergewöhnliches Setting, die Mischung passt.

Die Charaktere waren mir real genug um mitzufühlen und gleichzeitig nicht so ...

Witzige Dialoge, Anziehungskraft aus der Gefühle werden, cute Szenen und ein außergewöhnliches Setting, die Mischung passt.

Die Charaktere waren mir real genug um mitzufühlen und gleichzeitig nicht so dunkel tiefgründig, dass es mir den Spaß der Gegenwart getrübt hätte. Der Erzählstil und die Perspektivwechsel, alles ist eher locker flockig unterhaltsam.

Ich habe beim Lesen fast durchgängig vor mich hin gegluckert und gelacht, gegrinst und fand nicht nur die Pinguine süß.

Insgesamt, Lesespaß: hoch!

Schön fand ich auch, dass durch das Setting Forschung als Wissenschaft und Karriere vorgestellt wurden. Und es einen gehörlosen Nebencharakter gab und Gebärdensprache fast selbstverständlich Teil der Erzählung war. Für Casual Rep nebenbei war das, fand ich, ganz gut umgesetzt.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Über den Wunsch nach dem eigenen Leben - auch mit Behinderung

Glück wächst im Blumentopf
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Wow, dieses Buch hat mich sehr berührt!

Es ist in einfacher Sprache geschrieben, worauf ich nicht angewiesen bin. Aber ich finde es gut, dass ein Buch, mit einer behinderten Hauptperson, die es wohl wäre, ...

Wow, dieses Buch hat mich sehr berührt!

Es ist in einfacher Sprache geschrieben, worauf ich nicht angewiesen bin. Aber ich finde es gut, dass ein Buch, mit einer behinderten Hauptperson, die es wohl wäre, auch so geschrieben ist, dass es zugänglich ist. Manchmal machen sich Menschen ja darüber lustig, wenn Texte in leichter Sprache geschrieben sind, ich finde dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, dass es dabei um Barriereabbau geht, nicht um inhaltliche Abstriche. Für mich war der Stil ungewohnt, aber ich bin genauso gut rein gekommen, wie in andere Bücher. Die Themen werden mutig und direkt, aber trotzdem emotional und respektvoll transportiert.

Annalena, oder nur Anna, war mir schnell sympathisch und ich konnte mich gut in sie einfühlen. Ihre Gefühle zu ihrer Arbeit in der Werkstatt und dem Blumenladen, zu ihrem Wunsch ein Leben zu haben, was ihr entspricht und in dem sie Freiräume hat, das war alles sehr nachvollziehbar. Mir hat die Veränderung über das Buch hinweg gefallen. Nur mit einer Sache am Ende hin ich mit der Lösung nicht ganz zufrieden (Spoiler! Ich hätte einen Außenarbeitsplatz im Blumenladen gut gefunden). Mir gefällt, dass aus Annas Perspektive erzählt und diese auch ernst genommen wird.

Ich kann das Buch sehr empfehlen und das auch Recht universell. Es ist keine "laute" aufregende Geschichte, aber trotzdem eine mit großem Selbstbewusstsein.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Beklemmend gute Auseinander mit deutscher Freikirche

Monstergott
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"Monstergott" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich bin sehr beeindruckt von dem authentischen Blick auf deutsche Freikirchen, den die Autorin hier bietet. Das Geschwisterpaar Esther und Ben bringt mit ...

"Monstergott" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich bin sehr beeindruckt von dem authentischen Blick auf deutsche Freikirchen, den die Autorin hier bietet. Das Geschwisterpaar Esther und Ben bringt mit chronischer Erkrankung, der Rolle der Frau und Queerness Kernthemen in die Auseinandersetzung ein.

Der Titel provoziert und der Text fordert heraus, dennoch schafft die Autorin es nuanciert zu schreiben und ringt dabei immer wieder mit den Ebenen von Glaube, Gemeinde und Gott. Was heißt es Christ zu sein, was muss es heißen und wer hat diese Deutungshoheit? Aus vorderster Front der Gemeinde tun sich im Text langsam die Abgründe der beiden Geschwister auf. Für mich las sich der Beginn dabei beklemmender als das Ende. Denn insbesondere Bens Perspektive ist enthusiastisch christlich. Sein Glaube, und seine Gemeinde, sind sein Leben. Mich darauf einzulassen fiel mir nicht leicht. Aber für den Bogen der Erzählung ist es unerlässlich. Esthers Erzählstrang fiel mir leichter, ihr Ausstieg war ein kühlerer Prozess, bei ihr ging es mehr um den Unterschied zwischen Gott und Gemeinde.

Wir bekommen klare Einblicke in die Gedanken der Geschwister und insbesondere im letzten Drittel fand ich die Sicht der beiden aufeinander sehr spannend. Der Schreibstil ist überraschend emotional, obwohl immer wieder Beschreibungen dominieren. Insbesondere in der Schilderung von Konversionstherapie hält die Autorin eine schwierige Balance, genug Details um zu verstehen was da passiert, aber gerade die Leerstellen kommunizieren relevante Inhalte zu Scham und die Kombination führt zu einer sehr eigenen, um sich greifenden Stimmung im Buch.

Einen Umgang finden müssen wir als Lesende auch mit den Bibelzitaten und ausführlichen Predigten des Pastors. Erst nach und nach und eher subtil treten uns dabei die Perspektiven von Esther und Ben zur Seite. Esthers Diskussionen mit dem Pastor bringen Dynamiken auf den Punkt, ich bewundere, wie die Autorin das oft mit wenigen Worten schafft. Über den Aufbau und die Struktur Inhalt vermittelt, dass kann sie meisterhaft! Ich habe gern Stellen und Motive im Buch markiert.

"Monstergott" ist kein leichtes Buch - und je nach persönlicher Situation würde ich den Lesezeitpunkt abwägen. Es ist genauso ein brilliant geschriebenes, berührendes, starkes Werk zu einem wichtigen Thema. Ich bin sehr froh um die Lektüre.

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