Cover-Bild Sieben Jahre
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36,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hoffmann und Campe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 848
  • Ersterscheinung: 14.10.2025
  • ISBN: 9783455020984
Tanja Kinkel

Sieben Jahre

Roman

Ein atemberaubender Roman über Krieg und Liebe, Macht und Verrat

1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht – bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen.  Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht  ausgerechnet der rechtelose schwarze  Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2025

Eine dysfunktionale Familie

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Der Titel des Buches umfasst die sieben Jahre zwischen 1756 und 1763, die Zeit des Siebenjährigen Krieges Friedrichs des Großen gegen Österreich, Frankreich, Russland, Schweden, also große Teile Europas.

Friedrich ...

Der Titel des Buches umfasst die sieben Jahre zwischen 1756 und 1763, die Zeit des Siebenjährigen Krieges Friedrichs des Großen gegen Österreich, Frankreich, Russland, Schweden, also große Teile Europas.

Friedrich II. hatte kurz nach seinem Machtantritt Schlesien überfallen, seine Kontrahentin Maria Theresia in Österreich konnte sich mit diesem Verlust nie abfinden und schmiedete in den Folgejahren Allianzen mit den großen Mächten Europas, um Schlesien zurückzugewinnen.

Das Buch ist mitnichten eine Wiederholung dessen, was man im Geschichtsunterricht gelernt hat oder zwischenzeitlich in Sachbüchern, Biografien oder Romanen gelesen hat. Der Ansatzpunkt ist ein anderer, denn es steht nicht Friedrich im Vordergrund, sondern sein jüngerer Bruder Heinrich.

Die Kinder sind geprägt von der unglücklichen Ehe der Eltern, des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und der Prinzessin aus Hannover Sophie Dorothea. Der Soldatenkönig war ein Choleriker, der von seinen Kindern absoluten Gehorsam forderte, zwei seiner Kinder leiden ein Leben lang darunter, dass sie vom Vater zu Dingen gezwungen wurden, die sie ablehnten. Dennoch wiederholt sich dieses Muster, auch Friedrich wird später als Vormund seiner Geschwister diesen Gehorsam einfordern, auch wenn er selbst als Ältester am meisten unter seinem Vater leiden musste.

Entlang der Geschehnisse des Siebenjährigen Krieges begleiten wir den König und drei, manchmal auch vier seiner Geschwister in Berlin und Magdeburg, auf den Schlachtfeldern und in den eroberten Städten.

Heinrich war 14 Jahre jünger als Friedrich, Sein ältester Bruder wurde nach dem Tod des Vaters sein Vormund. Ihr Verhältnis zueinander war schwierig. Während Friedrich vor allem ein inniges Verhältnis zu der nur leicht jüngeren Wilhelmine hatte, so hatten sich die jüngeren Geschwister ebenfalls zusammengetan. Heinrich hatte sich eng an Wilhelm, den Thronfolger angeschlossen, später ergab sich auch ein enges Verhältnis mit der Schwester Amalie.

Während des Krieges wurde von den Preußenprinzen Engagement für ihr Land gefordert und Heinrich lag der Beruf des Soldaten. Ganz anders Wilhelm, er wurde beim Militär nicht glücklich und nach einem Misserfolg vom König, seinem Bruder mit Schimpf und Schande entlassen.

Der König forderte Unterwerfung und eine Entschuldigung, die Wilhelm nicht zu geben bereit war, Heinrich stand lange zwischen beiden, aber eine Versöhnung der beiden Brüder gelang ihm nicht. Wilhelm starb 1758, ohne den König noch einmal wiedergesehen zu haben.

Heinrich wird, anders als Friedrich, als ein General mit Gewissen dargestellt. Es belastete ihn, dass dieser lange Krieg so viele Opfer forderte. Seine Soldaten liebten ihn dafür, dass er sich für sie einsetzte, dass er die Verwundeten im Lazarett besuchte und dass er eher einer Schlacht aus dem Weg ging und dem Gegner auswich, als weitere Tote und Verletzte zu riskieren. Friedrich schien oft genug eifersüchtig auf den jüngeren Bruder zu sein, im Endeffekt mussten sie aber aufeinander zugehen und Kompromisse schließen.

Ich fand das Buch hochinteressant. Es war genial von der Autorin, die Position Heinrichs zum Ausgangspunkt ihres Romans zu machen. Zum einen rückte damit einer der weniger bekannten Brüder Friedrichs, der einen großen Anteil am letzendlichen Sieg hatte, in den Vordergrund, zum anderen erlaubte es aber auch, die komplizierten Familienverhältnisse unter den Hohenzollern näher unter die Lupe zu nehmen. Tanja Kinkel hat sehr gut dazu recherchiert, im Nachwort beschreibt sie ihre Faszination für die Familie und die vielen Quellen, die sie für das Buch zu Rate zog.

Der Schutzumschlag in Gelb oder Sepiabraun, der sich auch im Farbschnitt fortsetzt, weist auf ein historisches Buch hin. Ich musste allerdings näher hinschauen, um das zu erkennen. In der Buchhandlung wäre es mir nicht direkt ins Auge gefallen.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Geschichte zum Erleben

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Mit „Sieben Jahre“ gelingt Tanja Kinkel ein eindrucksvoller historischer Roman, der große Geschichte und menschliches Drama meisterhaft miteinander verbindet. Vor dem Panorama des Siebenjährigen Krieges ...

Mit „Sieben Jahre“ gelingt Tanja Kinkel ein eindrucksvoller historischer Roman, der große Geschichte und menschliches Drama meisterhaft miteinander verbindet. Vor dem Panorama des Siebenjährigen Krieges entfaltet sich ein vielschichtiges Epos über Macht und Verantwortung, Loyalität und Verrat, Liebe und Selbstbehauptung – dicht erzählt, klug recherchiert und emotional packend.

Im Zentrum steht das Jahr 1756, als Friedrich II. von Preußen auf dem Höhepunkt seiner Macht steht – und doch zunehmend in die Enge getrieben wird. Kinkel zeigt den „Alten Fritz“ nicht als unnahbare Ikone, sondern als widersprüchliche Figur: brillant, entschlossen, aber auch getrieben, einsam und von Zweifeln geplagt. Besonders stark ist dabei der Blick auf seine Familie, die unter dem politischen Druck zu zerbrechen droht.

Die Figurenzeichnung ist eine der großen Stärken des Romans. Wilhelm, der Thronfolger, zerbricht glaubwürdig an den Erwartungen und der Härte seiner Zeit. Heinrich, lange unterschätzt, wächst zum strategischen Kopf heran – zugleich scharfer Kritiker seines Bruders und unverzichtbare Stütze. Und Prinzessin Amalie überzeugt als mutige, eigenständige Frau, die sich den engen Grenzen ihrer Rolle widersetzt und ihren eigenen Weg sucht.

Eine besonders berührende Perspektive eröffnet die Figur des Hannibal, des rechtelosen schwarzen Pagen. Durch ihn weitet der Roman den Blick über höfische Intrigen und Schlachtfelder hinaus. Sein Kampf um Würde, Anerkennung und eine bessere Zukunft verleiht der Geschichte eine zusätzliche, zutiefst menschliche Ebene und macht deutlich, wie eng persönliche Schicksale mit den großen Umwälzungen der Geschichte verknüpft sind.

Tanja Kinkels Sprache ist kraftvoll, präzise und atmosphärisch. Schlachtszenen sind eindringlich, ohne sich in Brutalität zu verlieren, während die leisen Momente – Zweifel, Nähe, innere Konflikte – lange nachhallen. Historische Fakten werden souverän in die Handlung eingebettet, sodass der Roman gleichermaßen bildet und berührt.

"Sieben Jahre" ist ein großer historischer Roman, der den Siebenjährigen Krieg aus einer neuen, vielstimmigen Perspektive erzählt.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Friedrich der Große, ein mächtiger Herrscher seiner Zeit !

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Mit ihrem neuesten Werk „Sieben Jahre“ hat die bekannte Autorin historischer Romane wohl ihr Meisterwerk geschaffen. Mit seinen über 800 Seiten, die in einem beeindruckenden Hardcover mit wunderschönem ...

Mit ihrem neuesten Werk „Sieben Jahre“ hat die bekannte Autorin historischer Romane wohl ihr Meisterwerk geschaffen. Mit seinen über 800 Seiten, die in einem beeindruckenden Hardcover mit wunderschönem Farbschnitt verpackt wurden, eignet es sich nicht direkt als leichte Bettlektüre, aber das will Tanja Kinkel ja auch nicht erreichen. Sie widmet diesen biografischen Roman Friedrich dem II. und dem Siebenjährigen Krieg. Auf wirklich beeindruckende Weise macht sie ihre Leserschaft mit dem preußischen Krieg aber auch Friedrichs Familie und der Dienerschaft bekannt. Das Buch vermischt historische Fakten mit fiktiven Elementen, um ein Panorama von Krieg, Politik, Liebe und Verrat zu zeichnen.

Der junge Friedrich und seine Geschwister sind geprägt durch die strenge, ja oft gnadenlose Erziehung ihres Vaters, dem Soldatenkönig, und tun sich manchmal schwer damit, Nähe zu zeigen oder gar Schwächen einzugestehen. Doch Friedrichs Zorn richtig sich nicht nur gegen den Vater, sondern vor allem auch gegen seine Erzfeindin Maria Theresia von Österreich, gegen die er einen erbitternden Krieg führt. Wie immer, kann es auch in diesem Krieg nicht nur Gewinner geben …

Gut gefallen haben mir bei diesem Roman, dass man als Leser die Möglichkeit bekommt, das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu dürfen. Hier kommen die Geschwister, mal mehr und mal weniger zu Wort aber auch dem Dienstpersonal wird eine Stimme gegeben.

Vor Jahren habe ich die modernere Dokumentation "Friedrich – Ein deutscher König", in der Anna und Katharina Thalbach die Hauptrollen spielen, gesehen und schnell war mir beim Lesen dieses Buchs viel wieder präsent. Ich hatte Bilder im Kopf und das Kopfkino wollte gar nicht mehr aufhören! Wer die Dokumentation noch nicht kennt, dem sei hiermit vor oder nach dem Genuss des Romans ans Herz gelegt!

Mit einer Authentizität, die wohl ihresgleichen sucht, schaffte Tanja Kinkel bei mir trotz der Opulenz ihres Werks eine Nähe und sogar Wärme zu den verschiedenen Charakteren, an die ich so gar nicht geglaubt hatte. Die Recherchearbeiten zu „Sieben Jahre“ müssen immens gewesen sein und hierfür spreche ich gerne meine Bewunderung aus. Dennoch möchte ich anmerken, dass man schon ein gewisser Geschichtsfan sein sollte, um dieses Buch genießen zu können.

Trotz ein paar Längen, die wohl bei diesem Umfang fast unumgänglich sind, hat mich dieses Buch berührt und beeindruckt, wofür ich gerne strahlende vier von fünf Sternen vergeben möchte. Traut euch ran an diesen prachtvollen Wälzer und taucht ein in die Geschichte, die bei mir viele Wissenslücken schließen konnte.

Veröffentlicht am 16.11.2025

Gut, aber ein Tick zu lang

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„Sieben Jahre“ von Tanja Kinkel hat mich mit gemischten Eindrücken zurückgelassen. Einerseits beeindruckt der Roman durch seine enorme historische Dichte: politische Intrigen, wechselnde Bündnisse und ...

„Sieben Jahre“ von Tanja Kinkel hat mich mit gemischten Eindrücken zurückgelassen. Einerseits beeindruckt der Roman durch seine enorme historische Dichte: politische Intrigen, wechselnde Bündnisse und die bedrückende Atmosphäre eines Krieges, der Europa prägt und dennoch sinnlos erscheint. Andererseits fiel es mir schwer, in die Handlung hineinzufinden. Der Einstieg ist komplex, voller Figuren und Perspektivwechsel, und insgesamt wirkte die Geschichte für meinen Geschmack stellenweise recht langatmig.

Trotzdem liest sich das Buch gut, sobald man sich orientiert hat. Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung der zerrütteten Familie Friedrichs II. – die brutale Erziehung durch den Soldatenkönig, die lebenslangen Verletzungen der Geschwister und die daraus erwachsenden Rivalitäten. Friedrich und Heinrich sind faszinierende, aber emotional schwer zugängliche Figuren; Kinkel zeigt viel Kopf, wenig Herz.

Wirklich lebendig wurde der Roman für mich durch Figuren wie Prinzessin Amalie und vor allem durch Hannibal, den jungen afrikanischen Pagen. Seine Perspektive bringt Wärme und Menschlichkeit in eine Erzählung, die oft von Strategie, Machtkalkül und familiärer Kälte geprägt ist. Hier wünschte ich mir mehr Raum.

Trotz einiger Längen und eines für mich holprigen Einstiegs hat sich die Lektüre gelohnt. „Sieben Jahre“ ist ein akribisch recherchierter, atmosphärisch dichter Roman, der die Epoche Friedrichs des Großen eindrucksvoll greifbar macht – auch wenn er emotional nicht immer ganz nahekommt. Aufgrund dieser Aspekte vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Umfangreicher interessanter Geschichtswälzer

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Friedrich der Große machte sich nicht nur halb Europa zum Feind, sondern auch in der eigenen Familie war die Stimmung zumeist angespannt. Besonders schwierig war sein Verhältnis zum Vater, das am Ende ...

Friedrich der Große machte sich nicht nur halb Europa zum Feind, sondern auch in der eigenen Familie war die Stimmung zumeist angespannt. Besonders schwierig war sein Verhältnis zum Vater, das am Ende eskaliert und ihn für sein ganzes Leben zeichnet. Kaum ist Friedrich an der Macht müssen sich ihm alle unterordnen, das gelingt mal besser, mal schlechter. Sein größter Zorn konzentriert sich letztlich auf seine Erzfeindin, Maria Theresia von Österreich und eskaliert in einem erbitterten Krieg.

Tanja Kinkel ist eine ganz wunderbare Autorin für historische Bücher und eine Meisterin darin, sich tief in die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten einzufühlen. Mit ihrem Roman „Sieben Jahre“, taucht sie tief in die Epoche preußischer Geschichte ein und konzentriert sich dabei besonders auf die konfliktreichen Jahre zwischen 1756 und 1763. Dabei betrachtet man das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven, mit viel persönlichen Esprit und Anspruch. Besonders im Mittelpunkt dabei stehen auch Friedrichs Geschwister und deren Beziehungen zueinander. Mit dem Mohren Hannibal bekommt aber auch das Dienstpersonal eine Stimme und es bieten sich interessante Einblicke. Die Lektüre ist, was ihre unzähligen Charaktere betrifft, zwar eine Herausforderung, jedoch eine hochinteressante wie ich finde. Neben den vielen Kriegsschauplätzen, liegt der Focus im Roman besonders auf einem Geflecht aus Liebschaften, Vorlieben und menschlichen Gefühlen. Das heißt, es ist eine außergewöhnliche Mischung, die uns hier auf 830 Seiten präsentiert wird. Mit absolut authentischem sprachlichen Ausdruck und Umgang findet man sich in einer anderen Zeit wieder, das ist der Autorin wieder ganz besonders gut gelungen.
Bislang wusste ich nicht wirklich viel über Friedrich den Großen, durch den Roman konnte man sich seine Welt aber sehr gut vorstellen. Bei meinem kürzlichen Berlin Besuch nach Beendigung der Lektüre habe ich die Stadt mit ganz anderen Augen betrachten können. Es ist mir ins Auge gestochen, wie stark Friedrich die Stadt geprägt und wie viele Spuren er hinterlassen hat. Mir wurde durch Kinkels Roman aber auch die menschliche Seite von ihm und seiner Familie offenbart, denn es wird oft sehr persönlich. Durch die glänzende Recherche, wirkt dabei alles sehr authentisch und menschlich, wahrlich eine Glanzleistung die hier geleistet wurde.
Die Optik das Buchs ist eine Erscheinung, mit dem attraktiven Cover und seinem auffällig goldenen Buchschnitt bietet sich ein nobler einladender Anblick, der zum Lesen einlädt.

Mein Fazit:
Ein sehr intensives Zeitporträt, das tief hinter die Kulissen der Mächtigen blicken lässt und mir trotz ein paar Längen gut gefallen hat. Besondere Empfehlung für Liebhaber von historischen Geschichten, gewappnet mit der Ausdauer von über 800 Seiten. Es ist schon ein wenig Lesemarathon zu leisten, aber es lohnt sich.

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