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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Wunderschön illustriert

Katzentage
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Als die Bahn streikt, stranden die Kollegen Paula und Peter in einer fremden Stadt. Seit längerer Zeit gibt es eine Anziehungskraft zwischen ihnen, nun wird sich zeigen, ob diese bei der unfreiwilligen ...

Als die Bahn streikt, stranden die Kollegen Paula und Peter in einer fremden Stadt. Seit längerer Zeit gibt es eine Anziehungskraft zwischen ihnen, nun wird sich zeigen, ob diese bei der unfreiwilligen Auszeit weiterhin Bestand haben wird.

»Es prickelte, so zu tun, als seien sie ein Paar. Als hätten sie gemeinsame Rituale. Auf der einen Seite sich darüber lustig zu machen und auf der anderen Seite auszuprobieren, wie es sich anfühlte. Mit dir, Paula. Mit dir, Peter.« (Seite 25)

Ich muss zugeben, ich bin ein wenig enttäuscht von der Geschichte, die überwiegend ein fast schon peinlicher Balz-Tanz zwei erwachsener Menschen voller Selbstzweifel ist. Sie möchte am liebsten die Devise von Harald Juhnke umsetzen, der einst sagte: »Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen«. Er hingegen nach einer miteinander verbrachten Nacht das Eheversprechen erhalten. Es gibt zwar einige vielversprechende Ansätze, die aber letztendlich nicht umgesetzt werden. Die Illustrationen von Florian Bayer hingegen sind eine Augenweide und der Grund dafür, dass meine Bewertung nicht ins bodenlose fällt. Die wunderschönen Bilder ergänzen die Erzählung und bereichern diese. Insgesamt eine nette Kurzgeschichte für zwischendurch, passend und perfekt bebildert.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Solide Unterhaltung

Das Internat
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Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten ...

Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten Gesicht. Schnell ist klar, dass es sich um eine Schülerin des in der Nähe befindlichen Privatinternats handelt. Detective Ben Chase wird mit den Ermittlungen betraut, obwohl seine Tochter das Internat besucht, in dem seine Ex-Frau arbeitet, nicht ahnend, welche Verstrickungen es in diesem Zusammenhang gibt.

»Zögernd lässt sie den Blick den Körper entlang nach oben wandern, auf der Suche nach einem Gesicht, doch da ist keins, da sind nur blau verfärbte Lippen, leicht geöffnet wie zu einem letzten Atemzug, darüber schimmerndes, schwarzes Gefieder, ein krummer Schnabel, der im Morgenlicht matt glänzt.« (Seite 17)

Ich habe das neue Buch von Hannah Richell sehnsüchtig erwartet, ihr letzter Thriller »Das Wochenende« ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Nach einem gruseligen Prolog sprang die Story direkt zum Abend des Verbrechens und dann ging es direkt auch schon los. Der Schreibstil der Autorin war hier sehr bildhaft, um nicht zu sagen ausschweifend, was zu Lasten der Geschichte ging, denn von einem Thriller erwarte ich nicht so viele Nebensächlichkeiten, wie mir hier präsentiert wurden. Die Spannung wurde hier regelrecht totgeredet, oft auch totgedacht, wenn einzelne Figuren sich gedanklich im Kreis drehten, was mich an mancher Stelle schier wahnsinnig machte. Dies ist schade, denn interessant genug war er ja der Plot. Insgesamt ein solider Spannungsroman, der mich auf den letzten Metern fast verloren hat. Für Fans ruhiger Bücher sicherlich die richtige Lektüre.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Was von uns bleibt

Heute kein Abschied
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Als Oskar plötzlich und unerwartet auf dem Flughafen zusammenbricht und stirbt, nehmen seine drei erwachsenen Kinder dies unterschiedlich auf. Ohne Chance auf ein letztes Gespräch oder darauf, sich verabschieden ...

Als Oskar plötzlich und unerwartet auf dem Flughafen zusammenbricht und stirbt, nehmen seine drei erwachsenen Kinder dies unterschiedlich auf. Ohne Chance auf ein letztes Gespräch oder darauf, sich verabschieden zu können, müssen sie mit sich selbst ausmachen, warum ihre Beziehung zum Vater zerrüttet war. Bei der Vorbereitung der Beerdigung erinnern sie sich an manche Situationen, die rückwirkend zeigen, dass sie ihren Vater nie richtig kannten, er eigentlich ganz anders gewesen sein muss.

Dies ist ein Buch über eine zerrüttete Familie und über Trauer, vorrangig darüber, wie unterschiedlich jeder trauert und was diese Trauer bei den Hinterbliebenen anrichten kann. Ich mochte keine der Figuren, weder Oskar, noch seine Kinder, die Ex-Frau Elise blieb mir zudem bis zuletzt fremd. Die Kinder waren jedes auf seine Art lebensunfähig, einzig die älteste Tochter war einigermaßen gefestigt, aber auch ihr Leben schien wie in einer Schwebe, irgendwie unfertig, die Zukunft unklar. Es war ein sehr anspruchsvoller Roman, der mich nicht durchgehend überzeugen konnte, lediglich die Konversationen fand ich amüsant, weil lebensnah. Insgesamt ein Buch, auf das man sich thematisch einlassen muss. Ich hatte mir mehr von erwartet, aber leider blieb es weit hinter meinen Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Bunt und wild

Der Traum des Jaguars
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Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela ...

Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela werden wird. Seine große Liebe Ana Maria macht ebenfalls eine Karriere als Ärztin, die gemeinsame Tochter Venezuela, geboren während der Revolution, macht ihr Glück perfekt. Diese wählt jedoch, anders als ihre Eltern, einen anderen Weg, um glücklich zu sein.

Als bunt, mitreißend und magisch wurde die Geschichte mir gegenüber angepriesen, und das war sie auch. In vier Abschnitten wurde nicht nur das Leben und Schaffen von Ana Maria und Antonio sowie deren Tochter und Enkel beleuchtet, sondern auch die historische Geschichte von Venezuela eingeflochten und eindrucksvoll erzählt. Dies führte jedoch dazu, dass die Figuren bis zuletzt blass blieben und ich keinerlei Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Zu viel Drumherum passierte, zu viele Personen, Orte und Ereignisse mussten in dem schmalen Band untergebracht werden, sodass zu wenig Raum für große Gefühle blieb. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, danach die historischen Fakten recherchiert und dazugelernt über eine faszinierende Zeit, die für mich neu gewesen ist. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ohne große Überraschungen

Die Rache des Uhrmachers
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Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist ...

Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist Rhyme zusammen mit Sachs damit beschäftigt, einen Attentäter zu finden, der es auf Baukräne abgesehen hat. Eine politische Gruppe hat sich zum ersten Anschlag bekannt und weitere angekündigt.

Bereits zum sechzehnten Mal ermittelt der geniale Forensiker Lincoln Rhyme zusammen mit seiner Ehefrau Amelia Sachs sowie weiteren Beteiligten und für mich persönlich scheint nun die Luft raus zu sein aus dieser langjährigen, bisweilen sehr aufregenden und spannenden Reihe. Die Fälle werden kontinuierlich unspektakulärer, die Ermittlungen folgen dem immer gleichen Schema und die permanenten Wiederholungen einfachster Tatsachen lassen mich wie einen Grundschüler fühlen, dem etwas beigebracht werden soll, das dieser vielleicht nicht richtig verstanden hat. So die Annahme des Autors, der anscheinend deswegen immer wieder darauf rumkaut. Die Verbrecher sind dumm, fast niemand stirbt, weil Rhyme nicht nur um die Ecke denkt, sondern zehn Schritte im Voraus mindestens. Dies ist so vorhersehbar wie langweilig gleichermaßen, Wendungen sind Fehlanzeige und wenn etwas Spektakuläres passiert, dann weiß jeder Bescheid, lediglich mir als Leserin wurde vergessen, dies rechtzeitig zu erklären. Wahrscheinlich ist das notwendig, um ein wenig Spannung zu erzeugen, allerdings beleidigt dies auch meine Intelligenz.

Ich bedanke mich bei Jeffery Deaver für viele großartigen Bücher mit Geschichten von und über Lincoln Rhyme und seinen genialen Verstand. Es war eine aufregende Reise voller Nervenkitzel und Abenteuer, die nun leider zu Ende geht. Milder ist der Autor geworden, zurückhaltender und soft. Dafür bin ich noch nicht bereit und sage leise Tschüss. Toll war es!

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