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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Nicht ganz einfach

Im Leben nebenan 
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Wie wäre es, einen Blick in ein Paralleluniversum zu werfen, in dem man als die Version existiert, die eine lebensverändernde Entscheidung anders getroffen hat: Kind ja oder Kind nein? Ein Gedankenspiel, ...

Wie wäre es, einen Blick in ein Paralleluniversum zu werfen, in dem man als die Version existiert, die eine lebensverändernde Entscheidung anders getroffen hat: Kind ja oder Kind nein? Ein Gedankenspiel, das Anne Sauer in eine berührende, atmosphärische Geschichte verpackt hat, in der es um die junge Frau Toni geht. Eines Tages erwacht sie in einer Wohnung, die nicht die ihre zu sein scheint mit einem Baby, das nicht ihres sein kann. Oder doch? Beides ist wahr.

Das Buch behandelt sehr sensible Themen, die Betroffene aufwühlen können. Gerade im Bereich Mutterschaft bzw. Kinderwunsch gibt es schmerzhafte Emotionen, die aufkommen können. Da war mir Anne Sauers Schreibstil manchmal zu platt, brutal und zu kurz gedacht, obwohl er mich insgesamt gut abholen konnte, da er direkt, ehrlich und schnörkellos ist. Das ist vermutlich individuell, basierend auf den eigenen Lebenserfahrungen.

Die Perspektiven der „beiden“ Frauen sind authentisch beschrieben und vor allem im Hörbuch von Sprecherin Chantal Busse realistisch und spannend performed. Ich kann mir vorstellen, dass „Im Leben nebenan“ sehr provokativ und polarisierend wirken kann. Definitiv regt es zum Nachdenken an und eignet sich nicht als seichte Lektüre für zwischendurch. Die Stimme von Chantal finde ich perfekt gewählt. Sie hat eine tolle Betonung und ich hätte ihr noch ewig zuhören können.

Veröffentlicht am 04.12.2025

Zwischen Machtlosigkeit und Hoffnung

Dein Leuchten in mir
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Journalistin Katharina führt nach außen hin das perfekte Leben mit Ehemann, Haus und Kind. In Wirklichkeit ist die kleine Familie alles andere als glücklich, denn Ehemann Andrew ist kalt, kontrollierend ...

Journalistin Katharina führt nach außen hin das perfekte Leben mit Ehemann, Haus und Kind. In Wirklichkeit ist die kleine Familie alles andere als glücklich, denn Ehemann Andrew ist kalt, kontrollierend und berechnend. Katharina muss sich eingestehen, dass sich ihr Leben in die falsche Richtung entwickelt hat, doch erst als sie Jonas begegnet, ändert sich alles …

Jessica Koch hat mit „Dein Leuchten in mir“ einen berührenden Roman über verborgene Gewalt und tiefen emotionalen Schmerz geschrieben. Ihr Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und transportiert gut die Emotionen, auch wenn ich mit den Figuren nicht ganz warm wurde. Katharina erschien mir immer wieder etwas naiv und infantil. Vielleicht ihrer schwierigen Situation wegen.

Aus der Ich-Perspektive gelesen, war es spannend zu erfahren, wie sich die junge Mutter aus ihrer Situation zu befreien und neuen Mut zu schöpfen versucht. Allerdings habe ich manches als zu gestellt und eher unglaubwürdig empfunden, als müssten Situationen künstlich konzipiert werden, um den gewünschten Fortgang der Geschichte zu ermöglichen. Hier hätte ich mir mehr Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit gewünscht. Insgesamt eine nette Lektüre für zwischendurch.

Veröffentlicht am 19.11.2025

Atmosphärisch, aber Potenzial nicht ausgeschöpft

In the Shadows we wait
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Nachdem ihre Eltern Xara eröffnet haben, dass sie nicht ihre leibliche Tochter ist, macht sie sich auf den Weg nach Surnova im tiefsten Rumänien. Ihre Geburtsstadt. Seltsame Dinge geschehen in dem kleinen ...

Nachdem ihre Eltern Xara eröffnet haben, dass sie nicht ihre leibliche Tochter ist, macht sie sich auf den Weg nach Surnova im tiefsten Rumänien. Ihre Geburtsstadt. Seltsame Dinge geschehen in dem kleinen Örtchen und Xara stößt auf mysteriöse Umstände, die ihre Herkunft in ein ganz neues Licht rücken. Und dann sind da noch der attraktive Juraj und der geheimnisvolle Dorian, die Unglaubliches behaupten …

Bei „In the Shadows we wait“ handelt es sich um eine atmosphärische Vampir-Romantasy, die uns in eine düstere Welt entführt. Ich kam dank des flüssigen, eingängigen Schreibstils problemlos in die Geschichte hinein und konnte auch Xaras Wunsch nach Klarheit über ihre Wurzeln absolut nachvollziehen. Leider hat mich die Geschichte irgendwo in der Mitte etwas verloren, weil nicht wirklich ein Fortschritt zu erkennen war. Einiges kam mir zudem unrealistisch und unausgereift vor.

Wir schlüpfen neben Xara auch in die Ich-Perspektiven von Juraj und Dorian. Dennoch wurde ich mit den Figuren nicht wirklich warm, obwohl ich die Charaktere im Kern durchaus sympathisch und interessant fand. Das Love-Triangle hatte für mich allerdings zu wenig Emotionen und zu wenig Entwicklung, Slow Burn in allen Ehren. Auch das ländliche Setting hätte mehr Worldbuilding und Plastizität vertragen können. Für mein Empfinden wurde hier das Potenzial nicht ausreichend ausgeschöpft, auch wenn ich mich zeitweise wirklich gut unterhalten gefühlt habe.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Zerbrechliche Geheimnisse

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Wandas Leidenschaft gilt der Malerei, doch ein großes Unglück hat sich über ihre Inspiration gelegt wie ein dunkler Schleier. Eines Tages probiert sie sich dennoch an einem neuen Bild und löst etwas Unglaubliches ...

Wandas Leidenschaft gilt der Malerei, doch ein großes Unglück hat sich über ihre Inspiration gelegt wie ein dunkler Schleier. Eines Tages probiert sie sich dennoch an einem neuen Bild und löst etwas Unglaubliches aus: Neo, ihre Muse, materialisiert sich aus dem Nichts. Doch sein Auftauchen verheißt nicht nur Gutes, denn die beiden geraten aufgrund einer mysteriösen Verbundenheit in eine abenteuerliche Suche nach einem gefährlichen magischen Gegenstand …

„Musenrausch“ bildet den Auftakt der „Nektar und Ambrosia“- Reihe und warf mich geradewegs in Wandas Geschichte. Die ersten Seiten haben mich richtig gepackt, denn das künstlerische Setting, in Hamburg verortet, ist erfrischend und anders. Leider verlor ich den Fokus dann wieder, denn das Worldbuilding ist zwar bunt und wortgewaltig, war für mich aber nicht immer greif- und vorstellbar. Die Szenen wechseln rasch, die Beschreibungen sind flüchtig. Dadurch fühlte sich die Handlung für mich teilweise verwirrend und zäh an.

Wobei mir Malou Bichons flüssiger, emotionaler Schreibstil durchaus gefällt. Immer wieder waren da Szenen, die mich berührten und klare, lebhafte Bilder lieferten. Neo ist ein sehr geheimnisvoller Charakter, aber auch voller Gefühl, Leid, Fürsorglichkeit. Wanda ist sympathisch, ihre Traurigkeit real, und doch bleibt sie mir fremd. Das Buch strotzt vor Fantasie, vor verschiedensten Formen der Kunst und erzählt eine besondere Geschichte, aber mir fehlte insgesamt der Zugang, sowohl zu den Charakteren als auch zu der mystischen Welt, die Malou Bichon mithilfe der griechischen Mythologie geschaffen hat

Veröffentlicht am 28.10.2025

Gefangen zwischen Lüge und Liebe

Deceit
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Um die Hochzeit ihres Ex-Freundes auszublenden, reist die amerikanische Milliardärin Addison Price nach England. Ihre Familie besitzt dort ein Grundstück, das veräußert werden soll. In dem kleinen Ort ...

Um die Hochzeit ihres Ex-Freundes auszublenden, reist die amerikanische Milliardärin Addison Price nach England. Ihre Familie besitzt dort ein Grundstück, das veräußert werden soll. In dem kleinen Ort trifft sie auf Oliver, einen attraktiven Earl, der ihr zeigt, wie es sich anfühlt zu leben und nicht nur zu existieren. Sie verbringen eine intensive Zeit miteinander, Gefühle branden auf, doch Oliver hat Geheimnisse, die alles zerstören können …


„Deceit“ ist der erste Band der „Price Family“ von Ava Harrison und das Hörbuch wird von Magda Liebermann (Addison) und Peter Glock (Oliver) gelesen. Sie sind die Protagonisten, die abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen. Beide Sprecher machen einen guten Job, auch die Stimmen passen, aber so richtig abholen konnten sie mich trotzdem nicht. Der Funke sprang einfach nicht über.


Die Handlung ist durchdacht und interessant, aber auch etwas vorhersehbar. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, die Dialoge authentisch. Ein bisschen hat mich gestört, dass Oliver wie ein Muttersöhnchen wirkt und seine Art ist mir zu machohaft. Addison fand ich wiederum sehr sympathisch. Ich mag die Entwicklung, die sie durchmacht. Sie ist eine starke Frau, die lernt, auf ihr Herz zu hören. Insgesamt eine unterhaltsame, aber keine überraschende Geschichte, eher seichte Romance mit sanftem Spice und gut als Snack für zwischendurch. Daher solide drei Sterne.