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Veröffentlicht am 01.02.2018

Der Flug der Libellen

Der Flug der Libellen
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Andrea und Holger sind beste Freunde und in ihrer Schule Mobbingopfer bis eines Tages Martina, die Anführerin der Mobber, spurlos verschwindet. Zur selben Zeit werden vermehrt Prostituierte entführt und ...

Andrea und Holger sind beste Freunde und in ihrer Schule Mobbingopfer bis eines Tages Martina, die Anführerin der Mobber, spurlos verschwindet. Zur selben Zeit werden vermehrt Prostituierte entführt und ermordet. Bald stellt sich die Frage, ob die Fälle in Verbindung stehen, doch die Polizei tappt bezüglich des Täters im Dunkeln. Als die mittlerweile erwachsene Andrea Jahre später in ihre Heimatstadt zurückkehrt ermittelt die Polizei weiterhin in den Vermisstenfällen. Der Täter verkürzt mittlerweile die Abstände zwischen seinen Taten und ohne dass Andrea es weiß begibt sie sich in Lebensgefahr, da sie den Weg des Täters kreuzt.

H. C. Scherf ist es mit seinem bildlichen und fesselnden Schreibstil gelungen einen lesenswerten Thriller zu verfassen. Die Handlung ist gut durchdacht und wirklich logisch. Bereits der Prolog konnte mich fesseln. In den ersten Kapiteln geht es um Andreas schwierige Kindheit. Diese Kapitel wechseln sich mit Kapitel rund um den Täter ab. Dadurch kann der Autor schnell Spannung aufbauen und diese durch geschickt eingearbeitete Wendungen bis zum Ende aufrecht erhalten. Der flüssige Schreibstil ermöglicht es dem Leser sofort in die Handlung einzusteigen und dieser ohne Probleme bis zum Ende zu folgen. Leider wird dieses Mal eine wichtige offene Frage nicht geklärt, allerdings wird die Antwort angedeutet, so dass sich der Leser selbst Gedanken dazu machen kann.

Die einzelnen Kapitel sind eher kurz und logisch aufgebaut, wodurch unnötige Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Im Buch gibt es zwei Zeitsprünge. Diese werden allerdings deutlich dargestellt, wodurch der Lesefluss und das Verständnis in keinster Weise beeinträchtigt werden.

Die einzelnen Protagonisten sind äußerst authentisch und bildlich dargestellt. Viele Details und Einblicke in die Lebensgeschichte der einzelnen Charaktere lassen diese besonders authentisch erscheinen. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln.

Besonders gelungen fand ich zudem die Einbindung des Titels und des Covers in die Handlung.

Auch unter einem Pseudonym kann Harald Schmidt erneut überzeugen. Besonders gut gefällt mir, dass er auf blutige Details und ausführliche Beschreibungen der Morde verzichtet. Stattdessen stehen die Dialoge und Beziehungen sowie ihre psychischen Auswirkungen im Vordergrund.

„Der Flug der Libellen“ war mein zweites Buch des Autors. Er konnte mich erneut mit seiner fesselnden Schreibweise und der wirklich gut durchdachten und spannenden Handlung überzeugen. Ich freue mich bereits jetzt auf seinen nächsten Thriller.

FAZIT:

„Der Flug der Libellen“ ist ein äußerst gelungener Thriller. Auch wenn in den ersten Kapiteln Mobbing im Vordergrund steht kann der Autor bald Spannung aufbauen und diese bis zum Ende halten. Ich vergebe 5 Sterne!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Die Hölle im Kinderheim

Die Hölle im Kinderheim
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Dutz wuchs in den 50er Jahren in einem kirchlichen Kinderheim in Luxemburg auf und verbrachte dort seine gesamte Kindheit und einen Teil seiner Jugend. Die damalige Gesellschaft dachte, bzw. wollte denken, ...

Dutz wuchs in den 50er Jahren in einem kirchlichen Kinderheim in Luxemburg auf und verbrachte dort seine gesamte Kindheit und einen Teil seiner Jugend. Die damalige Gesellschaft dachte, bzw. wollte denken, dass die Kinder in den Heimen gut aufgehalten sind und eine gute Erziehung und Schulbildung genießen. Doch die Realität sah für die Kinder komplett anders aus. Schulbildung wurde verweigert, stattdessen standen körperliche Schwerstarbeiten an. Zusätzlich waren körperliche und psychische Misshandlungen, sexuelle Missbräuche und Foltern (wie Essensentzug, Isolation,…) an der Tagesordnung. Nicht selten kam es auch zu schweren körperlichen Verletzungen, Todesfällen und Suiziden der Kinder. Neben Dutz wird auch noch auf andere Kinder und ihre Zeit vor und im Kinderheim eingegangen.

Ich habe schon häufiger Berichte und Bücher zu diesem Thema gelesen, doch noch nie war die Geschichte und das Leiden der Opfer so ausführlich und bildlich beschrieben, wie in diesem Buch. „Die Hölle im Kinderheim“ ist das mit Abstand beste Buch, welches ich zu den Missbrauchsfällen in kirchlichen Heimen gelesen habe. Obwohl das Buch Missbrauchsfälle in einem Heim in Luxemburg beschreibt, ist es auch in anderen Ländern im deutschsprachigen Raum ähnlich abgelaufen.

Renee Wum hat einen flüssigen und bildlichen Schreibstil, dennoch musste ich das Buch häufig zur Seite legen. Die äußerst bildlichen Beschreibungen der Missbräuche und Misshandlungen sind keine leichte Kost und lagen mir oft schwer im Magen. Das Buch stimmt mich wirklich nachdenklich und ich werde mich noch lange mit dem Inhalt beschäftigen und zum Nachdenken angeregt.

Besonders gelungen fand ich, dass Renee nicht nur auf die Zeit der Kinder im Heim, sondern auch auf deren Vorgeschichte und die Zeit nach der Entlassung eingeht. Renee hat es geschafft die Langzeitfolgen und Belastungen der Opfer aufzuzeigen und ist auch auf die wirklich schockierende Reaktion der katholischen Kirche näher eingegangen.

Renee Wum macht bereits zu Beginn des Buches deutlich, dass es sich nicht um eine fiktive Geschichte handelt, sondern, dass sie die Erlebnisse eines ehemaligen Heimkindes niederschrieb. Als Leser merkt man sofort, dass sich Renee Wum sehr viele Gedanken zu diesem Thema gemacht und wirklich ausführlich recherchiert hat (auch zu der Reaktion der Kirche).

Ich danke Renee Wum für dieses äußerst gelungene Buch! Alles was im Buch steht hat Hand und Fuß und verdeutlicht das Leiden der Kinder während ihres Heimaufenthalts und im anschließenden Leben, da sie häufig nicht mehr in der Lage sind sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und bis heute an den Folgen der jahrelangen physischen, psychischen und sexuellen Folter leiden. Ich danke auch Dutz, der seine traumatische Geschichte für dieses Buch zur Verfügung gestellt hat und hoffe, dass sein Kampf für Gerechtigkeit endlich erfolgreich ist.

FAZIT:

„Die Hölle im Kinderheim“ ist alles andere als eine leichte Lektüre und ich werde noch lange darüber nachdenken. Dennoch ist es das mit Abstand beste Buch, welches ich zu diesem Thema jemals gelesen habe und ich empfehle jedem, der sich mit den Misshandlungen in Kinderheimen in der Nachkriegszeit beschäftigen möchte, dieses Buch zu kaufen!Ich vergebe 5 Sterne!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Der Nebelmann

Der Nebelmann
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In einem italienischen Bergdorf verschwindet ein sechzehn jähriges Mädchen spurlos. Angeblich will niemand im Dorf etwas von ihrem Verschwinden mitbekommen haben. Aus diesem Grund werden zwei italienische ...

In einem italienischen Bergdorf verschwindet ein sechzehn jähriges Mädchen spurlos. Angeblich will niemand im Dorf etwas von ihrem Verschwinden mitbekommen haben. Aus diesem Grund werden zwei italienische Ermittler beauftragt in das Bergdorf zu fahren und den Fall zu lösen. Die Ermittler finden zwar schnell viele Verdächtige, aber der endgültige Hinweis kann nicht gefunden werden. Da bereits dreißig Jahre zuvor Kinder verschwunden sind, vermuten die Dorfbewohner, dass der „Nebelmann“ zurück ist. Ein paar Wochen nach Ermittlungsbeginn wird einer der Ermittler blutverschmiert in einem Wald aufgegriffen und scheint eine Erinnerungslücke zu haben. Ein Psychiater soll im helfen seine Erinnerung wieder zu finden.

Das Hörbuch ist sehr fesselnd und spannend. Beim Hören merkt man schnell, dass sich Carrisi ausführlich mit Kriminologie und Verhaltensforschung befasst hat. Besonders gelungen fand ich seine Darstellung der Medien und ihrer Macht. Zudem verdeutlicht der Autor sehr gelungen wie einzelne Indizien eine komplette Ermittlung in die falsche Richtung lenken kann. Das Hörbuch ist bis zum Ende spannend und überzeugt durch einen für mich unerwarteten Ausgang. Ich habe zwar die ganze Zeit mitgerätselt wer der Täter ist, war allerdings immer auf dem Holzweg.

Anfangs hatte ich Probleme dem Hörbuch zu folgen, da immer wieder Perspektivenwechsel und Zeitsprünge vorkommen. Allerdings ermöglichen diese dem Zuhörer einen besseren Überblick und zusätzliche Informationen. Zudem können dadurch Längen und Wiederholungen vermieden werden.

Die einzelnen Charaktere werden sehr authentisch beschrieben, wodurch der Hörer schnell Sympathie oder Antipathie entwickeln kann.

Uve Teschner als Sprecher ist die perfekte Besetzung! Im Hörbuch zum „Nebelmann“ beweist er erneut, dass er zu Recht den Titel „Sprechergott“ von audible erhalten hat. Er schafft es die einzelnen Szenen unglaublich lebendig wirken zu lassen und jedem Protagonisten seine eigene Note zu geben.

FAZIT:

Anfangs ist es etwas schwer in die Handlung zu kommen, dann ist es jedoch fesselnd und spannend bis zum Ende. Uve Teschner verkörpert die Charaktere sehr authentisch und macht aus dem „Nebelmann“ ein absolutes Hörbuchhighlight.

Veröffentlicht am 01.02.2018

Sie haben ihr Ziel erreicht

Sie haben ihr Ziel erreicht
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Drei ältere Herren, welche seit ihrer Schulzeit gute Freunde sind, beschließen eine erholsame Woche in einem Luxushotel zu verbringen. Da ihnen ein gravierender Fehler bei der Buchung unterlaufen ist ...

Drei ältere Herren, welche seit ihrer Schulzeit gute Freunde sind, beschließen eine erholsame Woche in einem Luxushotel zu verbringen. Da ihnen ein gravierender Fehler bei der Buchung unterlaufen ist sehen sich Justus, Erwin und Willi gezwungen ihren wohlverdienten Urlaub im Kurhotel Erika zu verbringen. Doch anstelle purer Erholung und Entspannung folgt ein Abenteuer dem nächsten. Justus, ein wahrer Frauenheld, lernt Iris kennen und wird bald mit seinen persönlichen Problemen konfrontiert. Willi bringt den Hausmeister des Hotels auf die Palme, indem er alle vermeintlichen Schäden im Hotel repariert, bzw. erst verursacht. Und Erwin entdeckt sein detektivisches Können und ermittelt in einem seiner Meinung nach gravierenden Kriminalfall.

Friedrich Kalpenstein kann auch mit einem Buch außerhalb der Herbert-Reihe absolut überzeugen! Der Autor schafft es erneut seinen lockeren Schreibstil mit einer Menge Humor zu verbinden und dadurch einen kurzweiligen und wirklich lesenswerten Roman zu verfassen. Dadurch bringt einen „Sie haben ihr Ziel erreicht“ nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch immer wieder zum Lachen. Die humorvollen Szenen beginnen bereits im Prolog und enden erst mit der letzten Seite. Das Buch konnte mich super unterhalten, nicht nur aufgrund der lustigen Dialoge (die drei Herren ziehen sich gerne gegenseitig auf) sondern auch wegen der bildlichen Beschreibungen der Missgeschicke (bei der Szene mit der Wassergymnastik musste ich Tränen lachen). Die Kapitel sind eher kurz und lassen sich flüssig lesen, da keine unnötigen Längen oder Wiederholungen vorkommen.

Die Protagonisten sind äußerst authentisch beschrieben. Vor allem Willi, Justus und Erwin sind sehr liebenswert und können mit Witz und Charme überzeugen. Die Fettnäpfchen, in welche sie treten, sind perfekt gewählt und sehr bildlich beschrieben. Obwohl den drei Herren einige Missgeschicke im Buch passieren, wirkt dies nicht übertrieben und macht wirklich Spaß beim Lesen.

Mit „Sie haben ihr Ziel erreicht“ kann Friedrich Kalpenstein erneut beweisen, dass er absolut zu Recht der #1 Kindle Humor Autor ist.

Ich bin ein großer Fan der Herbert-Reihe und hoffe nach „Sie haben ihr Ziel erreicht“ auch auf weitere Bücher rund um Justus, Erwin und Willi!

FAZIT:

„Sie haben ihr Ziel erreicht“ steht den Bänden der Herbert-Reihe in nichts nach und kann mit Humor und liebenswerten Charakteren überzeugen. Daher vergebe ich wirklich verdiente 5 Sterne!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Auf dich wartet der Tod

Auf Dich wartet der Tod
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Die Ermittlerin Eva Sturm erhält einen Anruf einer jungen Frau, welche angibt entführt und nach einer Woche wieder freigelassen worden zu sein. Eva nimmt den Fall an und versucht die Entführung aufzuklären. ...

Die Ermittlerin Eva Sturm erhält einen Anruf einer jungen Frau, welche angibt entführt und nach einer Woche wieder freigelassen worden zu sein. Eva nimmt den Fall an und versucht die Entführung aufzuklären. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen stellen beide Frauen fest, dass sie gemeinsam in einer Pflegefamilie aufgewachsen sind. Tags darauf wird die Frau ermordet aufgefunden. Als weitere Personen umgebracht werden, welche mit Eva die Vergangenheit geteilt haben, erhärtet sich der Verdacht, dass auch Eva ein potenzielles Opfer ist. Bei ihren Ermittlungen begibt sie sich in große Lebensgefahr.

Moa Graven ist es mit einem fesselnden Schreibstil und einer gut durchdachten und logischen Handlung gelungen einen wirklich lesenswerten Kriminalroman zu verfassen. Die Autorin schafft es die Spannung schnell aufzubauen und durch geschickt eingearbeitete Wendungen bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Zudem beantwortet sie spätestens zum Ende des Buches alle offenen Fragen.

Die einzelnen Kapitel sind eher kurz und logisch aufgebaut, wodurch unnötigen Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Der einfache aber fesselnde Schreibstil ermöglicht zusätzlich ein schnelles Lesen des Buches.

Besonders gut gefallen hat mir, dass sich zum Ende des Buches ein Rezept findet, welches Jürgen für Eva in der Geschichte kocht.

„Auf dich wartet der Tod“ ist bereits der siebte Teil rund um die Ermittlerin Eva Sturm und ihren Helfer Jürgen. Auch ohne die vorherigen Teile zu kennen kann der Leser sofort in die Handlung einsteigen und dieser problemlos bis zum Ende folgen.

Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben, was zur Folge hat, dass sie einem schnell mal mehr mal weniger sympathisch werden und der Leser mit ihnen mitzufiebern beginnt. Vor allem Eva und Jürgen können überzeugen.

Das Buch behandelt Evas Zeit in einer Pflegefamilie. Obwohl auf die Missstände nicht in der Tiefe eingegangen wird, werden sie ausreichend aufgezeigt. Der Leser bekommt schnell ein Bild über die traumatischen Erlebnisse vieler betroffener Kinder. Dennoch stehen Evas Ermittlungen im Vordergrund, wodurch der Spanungsbogen durchgehend gehalten werden kann. Es fiel mir wirklich schwer das Buch wegzulegen!

FAZIT:

„Auf dich wartet der Tod“ ist ein kurzweiliger und äußerst gelungener Kriminalroman, der es wirklich Wert ist gelesen zu werden! Moa Graven konnte mich überzeugen und ich werde auch weiterhin gerne zu ihren Büchern greifen. Daher vergebe ich 5 Sterne!