Manchmal ist weniger mehr
HULDADie junge Polizistin Hulda bekommt einen Cold Case, in dem es seit so vielen Jahren wieder eine Spur gibt. Vor zwanzig Jahren ist ein Weihnachten ein kleines Kind verschwunden und von ihm fehlt jede Spur. ...
Die junge Polizistin Hulda bekommt einen Cold Case, in dem es seit so vielen Jahren wieder eine Spur gibt. Vor zwanzig Jahren ist ein Weihnachten ein kleines Kind verschwunden und von ihm fehlt jede Spur. Bis heute, denn sein Teddybär wurde in einer Jagdhütte gefunden. Hulda und ihre Kollegin machen sich auf den Weg und treffen dort auf viele Menschen, die von diesem Fall gehört haben und selbst nicht als Verdächtige ausgeschlossen werden können.
Ach, Ragnar, was hast du nur getan?! Manchmal ist weniger echt mehr und dieses Prequel zur großartigen Hulda-Reihe war echt nicht gut. Am schlimmsten war dabei Hulda selbst. Privatleben gehört eben dazu und ist in gesunden Maßen toll, denn das macht die Charaktere so lebendig. Wenn aber die Zweifel an der Zukunft der Ehe sich in den Vordergrund drängen und das in den unmöglichsten Momenten überhaupt, ist das ein Spannungstöter vom feinsten. Das Tempo an sich wird relativ hoch gehalten, aber die Spannung blieb für mich aus. Jedes Mal, wenn die Ermittlung vielleicht einen Wendepunkt erreicht haben, denkt Hulda daran, wie sie ihren Mann verlassen muss. What the... Wenn man sich wirklich auf die Gefühle der noch jungen Polizistin fokussieren wollte, die noch viel lernen muss, ist es total daneben gegangen. Der Fall bleibt oberflächlich, Huldas Gefühle ebenfalls. Das kann der Autor viel besser. Auch eine Leiche kann nicht dabei helfen, das Ganze noch zu retten.
Die Hulda-Trilogie war einfach großartig. "Frost" hat schon arg geschwächelt, aber auf dieses Buch hätte man wirklich verzichten können. Wenn eine Reihe toll war, ist es besser, es dabei zu belassen. Ich habe noch nie erlebt, dass Prequels oder Zusatzbände, die eine gute Zeit später erscheinen, es gerissen haben.