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Veröffentlicht am 22.11.2025

Manchmal ist weniger mehr

HULDA
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Die junge Polizistin Hulda bekommt einen Cold Case, in dem es seit so vielen Jahren wieder eine Spur gibt. Vor zwanzig Jahren ist ein Weihnachten ein kleines Kind verschwunden und von ihm fehlt jede Spur. ...

Die junge Polizistin Hulda bekommt einen Cold Case, in dem es seit so vielen Jahren wieder eine Spur gibt. Vor zwanzig Jahren ist ein Weihnachten ein kleines Kind verschwunden und von ihm fehlt jede Spur. Bis heute, denn sein Teddybär wurde in einer Jagdhütte gefunden. Hulda und ihre Kollegin machen sich auf den Weg und treffen dort auf viele Menschen, die von diesem Fall gehört haben und selbst nicht als Verdächtige ausgeschlossen werden können.

Ach, Ragnar, was hast du nur getan?! Manchmal ist weniger echt mehr und dieses Prequel zur großartigen Hulda-Reihe war echt nicht gut. Am schlimmsten war dabei Hulda selbst. Privatleben gehört eben dazu und ist in gesunden Maßen toll, denn das macht die Charaktere so lebendig. Wenn aber die Zweifel an der Zukunft der Ehe sich in den Vordergrund drängen und das in den unmöglichsten Momenten überhaupt, ist das ein Spannungstöter vom feinsten. Das Tempo an sich wird relativ hoch gehalten, aber die Spannung blieb für mich aus. Jedes Mal, wenn die Ermittlung vielleicht einen Wendepunkt erreicht haben, denkt Hulda daran, wie sie ihren Mann verlassen muss. What the... Wenn man sich wirklich auf die Gefühle der noch jungen Polizistin fokussieren wollte, die noch viel lernen muss, ist es total daneben gegangen. Der Fall bleibt oberflächlich, Huldas Gefühle ebenfalls. Das kann der Autor viel besser. Auch eine Leiche kann nicht dabei helfen, das Ganze noch zu retten.

Die Hulda-Trilogie war einfach großartig. "Frost" hat schon arg geschwächelt, aber auf dieses Buch hätte man wirklich verzichten können. Wenn eine Reihe toll war, ist es besser, es dabei zu belassen. Ich habe noch nie erlebt, dass Prequels oder Zusatzbände, die eine gute Zeit später erscheinen, es gerissen haben.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Band 1

A Discovery of Witches - Die Seelen der Nacht
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Diana Bishop liebt ihren Job als Historikerin! Eine ganz besondere Gabe schlummert in ihr, die ihr ab und an gegen den Strich spielt - sie ist eine Hexe. Diana sieht diese "Gabe" eher als Fluch und versucht, ...

Diana Bishop liebt ihren Job als Historikerin! Eine ganz besondere Gabe schlummert in ihr, die ihr ab und an gegen den Strich spielt - sie ist eine Hexe. Diana sieht diese "Gabe" eher als Fluch und versucht, sich vom all dem magischen Zeug fernzuhalten. Als sie eines Tages in einer Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript zufällig entdeckt, passiert so viel, was sie sich nicht erklären kann. Sie wird von anderen magischen Geschöpfen wie Dämonen, Vampire und andere Hexen genau beobachtet und verfolgt. Es kann nur am Manuskript liegen. Besonders verändert ihr Leben aber die Begegnung mit Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler und1500 Jahre alter Vampir. Die Beziehung zwischen einer Hexe und einem Vampir ist verboten.

Ja, ich muss zugeben - ich wurde zum Coveropfer. Mich hat dieses Buch total angesprochen und ich habe gehofft, dass die fantastischen Elemente einen wichtigeren Platz als das Liebesgedöns in der Geschichte bekommen werden. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Es wird eine sehr interessante Welt erschaffen, die so viele Wesen verbirgt. Wir treffen auf Hexen, Dämonen, Vampire und Menschen. Spannend fand ich die Zusammenhänge/Beziehungen zwischen den Wesen und zum Glück hat sich die Autorin die Zeit genommen, diese auch detailliert zu beschreiben. Mir hat Diana als Charakter auch sehr gut gefallen. Dann kam Matthew und man merkte, dass es zwischen den beiden relativ bald knistern wird. Er hat mich als Persönlichkeit auch sehr neugierig gemacht. Und dann passierte es - die Enttäuschung hat sich mit einem rasanten Tempo verbreitet.

Warum? Warum? Warum? Diese Frage habe ich beim Lesen noch nie so oft gestellt, wie bei dieser Geschichte. Warum haben wir wieder eine Hexe, die so viel kann wie keiner sonst und das ist natürlich eine Rarität. Also steht sie sehr stark im Fokus und alle Bösewichte wollen sie für sich haben - gäääääääääääääääähn. Dann entsteht da eine so große Liebe zwischen den beiden, dass die kaum ohne einander leben können. Gääääääähn. Dann liest man in 60% dieses doch recht dicken Buches darüber, wie Diana schlafen muss, essen muss, baden muss. Und das, weil Matthew ihr sagt, dass sie es tun soll. Also macht sie es auch, wie man es von einer braven Ehefrau erwarten würde. Gäääähn... kotz. Für mich eine toxische Beziehung und ich werde nie verstehen, warum das so von allen gemocht wird. In einer Welt, wo man um die Sichtbarkeit von Frauen noch stärker kämpft als früher, hört man doch gerne von einem Mann "du gehörst mir".

In Kurz - eigentlich hat es toll angefangen und dann wurde es kaputt gemacht. Und ich habe mich durchgebissen, denn ich habe bis zum Ende gehofft, dass mich die Geschichte wieder so packen wird, wie es am Anfang tat. Leider kam es nicht dazu. Auch wenn das Ende so gewählt ist, dass eine gewisse Neugier geweckt wird, werde ich die Reihe nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Der Todlose

The Deathless One
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Eine mysteriöse Seuche ist ausgebrochen und die Infektionen steigen unaufhaltsam. Für Jessamine und ihre Mutter bleibt nichts anderes übrig - die Prinzessin muss heiraten in der Hoffnung, dass ihr zukünftiger ...

Eine mysteriöse Seuche ist ausgebrochen und die Infektionen steigen unaufhaltsam. Für Jessamine und ihre Mutter bleibt nichts anderes übrig - die Prinzessin muss heiraten in der Hoffnung, dass ihr zukünftiger Mann bei der Seuchenbekämpfung helfen kann. Doch kaum stehen sie vor dem Altar und Jessamine wird kaltblütig ermordet. Jedoch stirbt sie nicht und befindet sich in einer Zwischenwelt. Sie will aber nur eins und das ist Rache.

Ja, ich wurde von diesem wunderschönen Cover verzaubert - wirklich große Klasse! Der Klappentext hat mich auch überzeugt und somit konnte das Abenteuer starten. Die Idee finde ich großartig und schon ganz besonders (zumindest fällt mir kein Buch mit einem ähnlichen Plot ein). Ich war überrascht, dass es direkt zur Sache ging und Jessamines Ermordung so... brutal war. Auch die Zeit danach kann man sich nicht schön reden. Aber das passt super zum aktuellen Zustand des Reiches. Als Jessamine auf den Todlosen trifft und beschließt, sich an ihrem "Ehemann" zu rächen, habe ich ein steiniger Weg für die Prinzessin erwartet, aber mit einem riesigen Entwicklungspotenzial. Sie müsste ja so viel lernen. Der Todlose als Figur war etwas bedeckt und ich hoffte, dass man nach und nach mehr über ihn erfahren wird. Dann kam noch Sybil - die Hexe, die Jessamine aufnimmt und bei ihrem Vorhaben unterstützen sollte (weiß man noch nicht so richtig, was genau passieren soll). Eigentlich hört es doch nach einer spannenden Story, oder?

Leider konnten meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt werden. Der Anfang war für mich sehr gut und danach nahm die Spannung immer weiter ab. Es blieb nur der Traum von der Jessamines Entwicklung. Sybil bleibt auch nur eine transparente Hülle. Der Todlose als Gott war für mich auch nicht greifbar. Das Ganze hat sich gezogen wie Gummi und das i-Tüpfelchen war eine schlechte Romanze. Vieles, was schon wichtig gewesen wäre, ist angeblich im Hintergrund passiert. Total unlogisch. Natürlich durfte nicht der (für mich so was von unnötige) Spice nicht fehlen, denn ich liebend gerne übersprungen habe. Da es mich definitiv nicht überzeugen konnte, werde ich die weiteren Bände nicht lesen.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Oberflächlich

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Nina wird bald 50 und wenn sie auf ihren Ex-Mann, der sich eine junge Influencerin geschnappt hat, schaut, wird ihr klar, dass es in ihrem Leben nicht so spannend ist. Dann trifft sie einen deutlich jüngeren ...

Nina wird bald 50 und wenn sie auf ihren Ex-Mann, der sich eine junge Influencerin geschnappt hat, schaut, wird ihr klar, dass es in ihrem Leben nicht so spannend ist. Dann trifft sie einen deutlich jüngeren Mann (30), der ihr langweiliges Dasein auf den Kopf stellt. Und wir kennen es alle - sobald ein großer Altersunterschied da ist, häufen sich die Meinungen. Auch die ungefragten.

Mich hat der Titel angesprochen und der Klappentext versprach ein interessantes Thema. Es passiert relativ schnell, dass Nina und David sich treffen und ich fand Ninas Gedanken sehr amüsant. Das Wirrwarr aus Gedanken und Gefühlen verfolgt einen auch bis zum Ende, allerdings ist das nicht im Vordergrund. Die Geschichte wurde mit immer mehr Themen zugeballert, die an sich alle schon wichtig sind, aber in dieser Kombination einfach zu oberflächlich behandelt werden. Aus dem Age-Gap-Roman, der auch vom Klappentext versprochen wird, bleibt relativ schnell kaum was übrig. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich die nächste 0815 deutsche Komödie gucke... ähm lese. Nachdem ich das Buch fertig gelesen habe, habe ich erfahren, dass Anika Decker Drehbuchautorin ist (unter Anderem von Filmen, die ich genau dieser Gruppe 0815 blabla zuordnen würde).

Für meinen Geschmack verlor die Geschichten ihren Charme sehr schnell. In den Vordergrund drängten sich Familienprobleme, Freundschaftszeug, sexuelle Belästigung bei Frauen und am Ende musste natürlich noch das Thema Homosexualität angekratzt werden. Als hätte die Autorin eine Checkliste, die sie unbedingt abarbeiten wollte. Wie oben schon erwähnt - das sind alles Themen, die wichtig sind und in Büchern auch immer einen Platz finden werden. Aber manchmal ist weniger mehr und es hätte dem Ganzen gut getan, wenn man sich nur auf zwei Richtungen fokussiert hätte und diese dafür ausführlicher dargestellt.

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Veröffentlicht am 20.04.2024

Nervige Charaktere

Wolfsgier
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Maggie und Simon haben sich ein Wohnmobil ausgeliehen und möchten die Natur genießen. Als sie aber auf einer einsamen Straße ein Tier überfahren und den Verdacht haben, dass es sich um einen Wolf handelt, ...

Maggie und Simon haben sich ein Wohnmobil ausgeliehen und möchten die Natur genießen. Als sie aber auf einer einsamen Straße ein Tier überfahren und den Verdacht haben, dass es sich um einen Wolf handelt, melden sie den Wildunfall der örtlichen Polizei. Doch als Simon den Polizisten das tote Tier zeigen möchte, entdecken sie an dessen Stelle eine tote Frau. Ab diesem Moment wird der entspannte Urlaub im Bayrischen Wald zu einem Alptraum.

Den Anfang fand ich vielversprechend. Mir hat der Schreibstil ganz gut gefallen und die ersten Seiten waren sehr spannend dargestellt. Die düstere Atmosphäre; die tote Frau, die plötzlich da war; Maggie, die auf total seltsame Menschen in der Ortschaft trifft. Formulieren wir es mal so - es hatte Potential. Und dann, als wäre ein Schalter umgelegt worden, wurde die Geschichte immer verwirrender und abstruser, sodass ich nur noch mit den Augen rollen musste und eigentlich die Lust auf das Lesen verloren habe.

Maggie und Simon sind als Charaktere auch relativ blass und nicht gerade sympathisch. Simon scheint nicht die hellste Kerze zu sein und ich habe mich oft gefragt, wie blöd man sich anstellen kann und damit so erfolgreich am Leben bleibt. Dieser Protagonist ist einfach ein riesiger Minuspunkt. Bei Maggie spüre ich nur eine Leere - was war eigentlich mit ihr?! Das Dorf, das einem anfangs total mysteriös vorkam, wurde auch immer nerviger. Mir ging der bayrische Akzent, der reichlich vorhanden war, irgendwann nur noch auf die Nerven. Das Gleiche gilt für die Bewohner, die immer mehr zu Charakteren aus einem schlechten Gangsterfilm wurden.

Es ist leider ein Buch, das hätte gut werden können, sich aber plötzlich in eine ganz seltsame Richtung entwickelt hat, die mich nicht abholen konnte.

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