Cover-Bild Die Verlorene
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 27.08.2025
  • ISBN: 9783758700309
Miriam Georg

Die Verlorene

Der neue fesselnde Roman der Bestsellerautorin von Elbleuchten

Ein vergessener Gutshof, eine verhängnisvolle Liebe, eine junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln

Laura ist schwanger. Ein Wunschkind. Warum kann sie sich nicht freuen? Als ihre geliebte Großmutter Änne schwer erkrankt, merkt Laura, wie wenig sie über ihre eigene Familiengeschichte weiß. Auf der Suche nach Antworten fährt sie zum ehemaligen Gutshof ihrer Familie und taucht immer tiefer ein in die Vergangenheit. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Fragen nach dem Früher, sondern auch um Lauras eigenes Glück.

Über sieben Jahrzehnte zuvor: Die Dachkammer des Gutshofs ist Ännes ganze Welt. Frei bewegen kann sie sich nur nachts. Bis die Begegnung mit Karl ihr Leben und das ihrer Lieben ins Wanken bringt ...

»Eine berührende Familiengeschichte über mehrere Generationen, die von Frankfurt nach Schlesien führt und immer wieder die Frage aufwirft: Wie viel wissen wir eigentlich wirklich über unsere eigene Familie?« Katharina Mahrenholtz

Der große Familienroman von Bestsellerautorin Miriam Georg (»Elbleuchten«)

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2026

Als das Nichtwissen ein Segen war

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Das Leben zeigt es: Oft liegen Glück und Unglück ganz nah beieinander. Während Laura gerade erfährt, dass sie nach vielen Jahren des Hoffens endlich schwanger ist, landet ihre Großmutter Änne nach einem ...

Das Leben zeigt es: Oft liegen Glück und Unglück ganz nah beieinander. Während Laura gerade erfährt, dass sie nach vielen Jahren des Hoffens endlich schwanger ist, landet ihre Großmutter Änne nach einem tragischen Sturz im Koma.

Plötzlich müssen Laura und ihre Mutter Ellen sich um alles kümmern und alles regeln und stoßen dabei auf Ungereimtheiten, die sie sich nicht erklären können. Während Änne nicht mehr ansprechbar ist, kommen Fragen ans Tageslicht, die niemals gestellt wurden. So bricht Laura zu einer Reise auf. Nach Schlesien. In eine Vergangenheit, die niemals aufgedeckt werden sollte.

Das Zusammenspiel der Generationen von Frauen war faszinierend zu betrachten in all den feinen Nuancen und Spiegelungen. Überhaupt packte mich die Erzählung von Beginn an, denn es mag eine persönliche Geschichte sein, doch diese steht exemplarisch für ein kollektives Erleben ganz vieler. Letztendlich müssen wir alle uns doch die Frage stellen, was unsere Großeltern uns vielleicht nie erzählt haben und warum.

Zur tiefen Wirkung des Romans trägt dessen wunderbar kluger Aufbau bei. Die Autorin versteht es meisterhaft, Fragen aufzuwerfen und zum genau richtigen Zeitpunkt zu beantworten. Manche Motive wie zwei besondere Porzellanpferde ziehen sich durch die gesamte Erzählung und werden zum bedeutenden Symbol. Dazu wirken die Charaktere plastisch und authentisch. Ständige Perspektivwechsel ermöglichen uns, sich in wirklich jede Figur hineinzufühlen, ihre Gefühle und Motivationen vollständig zu erfassen. Dadurch konnte ich tief ins Geschehen eintauchen und wurde emotional dermaßen eingebunden, dass ich mitgelitten und es mich bei manchen Passagen beinahe innerlich zerrissen hätte.
Eine Geschichte über Wissen und Nichtwissen und die Frage, welche Geschichte erzählt werden soll. Vor allem aber ein wichtiges Stück Historie, das auf zutiefst emotionale und packende Weise vermittelt wird.

Ganz große Leseempfehlung für diesen wertvollen Roman.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Chronik eines Verrats

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Als Lauras Großmutter Änne nach einem Sturz bewusstlos im Krankenhaus liegt, fällt ihr auf, dass sie so gut wie nichts über Änne weiß, obwohl diese oft von ihrer Kindheit während der Kriegsjahre in Schlesien ...

Als Lauras Großmutter Änne nach einem Sturz bewusstlos im Krankenhaus liegt, fällt ihr auf, dass sie so gut wie nichts über Änne weiß, obwohl diese oft von ihrer Kindheit während der Kriegsjahre in Schlesien erzählt hat. Trotz Einwände ihrer Mutter fährt Laura nach Polen, um den ehemaligen Gutshof der Familie zu suchen und mehr über die Vergangenheit zu erfahren. Dabei findet sie Unglaubliches heraus.

»Sie war stur, manchmal so mürrisch, dass man nicht mehr mit ihr reden konnte, meistens aber auf ruhige Art fröhlich, sie lachte nie laut, sondern gluckste immer nur leise vor sich hin. Sie war gutmütig und freundlich, eine Großmutter wie alle Großmütter. Laura hatte ihr Früher nicht wahrgenommen.« (Seite 185)

Meine Großmutter lebte in Schlesien, weder als Kind, noch später als Erwachsene war mir klar, was das bedeutet. Auch verstand ich nicht, warum in ihrem Haus eine alte Frau wohnte, die von allen nur verächtlich »Niemka«, was auf Polnisch deutsche Frau heißt, geschimpft wurde und über die allerhand gruselige Geschichten erzählt wurden, die selbstverständlich alle erfunden waren, wie mir meine Oma dann irgendwann verriet. Daran erinnerte ich mich beim Lesen sowie insbesondere an ein schwarzweißes Foto, das meine Oma wie einen Schatz gehütet hat, auf dem ein junger Mann zu sehen war in einer Uniform. Es war nicht mein Großvater auf dem Bild und obwohl meine Oma mir nie verraten hat, was es mit dieser Fotografie auf sich hat, wusste ich trotzdem schon damals mit Bestimmtheit, dass sie ihn geliebt hat, diesen unbekannten Mann auf dem Bild. Auch im vorliegenden Buch fängt alles mit einem Foto an, das zu Spekulationen und Fragen führt sowie dazu, dass Laura sich auf den Weg macht, um mehr über die Geschichte ihrer Familie herauszufinden.

Mit diesem Buch habe ich mein erstes Jahreshighlight für dieses Jahr gefunden. Dieses Buch ist Drama, Tragödie, Bericht über Kriegstraumata, Familiengeschichte und eine Prise Krimi in einem. Auch wenn es zu Beginn wegen der Zeitsprünge sowie der vorgestellten Personen für mich ein bisschen verwirrend war, entfaltete es bald einen Sog, dem ich mich bis zuletzt nicht entziehen konnte. In kleinen Schritten verriet die Autorin, was damals geschehen ist, sie füllte die Seiten mit Fiktion, die so nah an der seinerzeitigen Realität lag, dass es wehtat, manche Stellen zu lesen. Auf oberflächliche Effekthascherei wurde genauso verzichtet wie auf unnötige Beschreibungen von Gräueltaten, allerdings machte die Andeutung dieser das Grauen der damaligen Zeit nicht minder klein. Früh hatte ich einen Verdacht, den die Autorin aber kurz darauf zerstreuen konnte, wobei sich dieser letztendlich als zutreffend erwies, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tat. Sogar auf den letzten Seiten konnte mich Miriam Georg mit Enthüllungen überraschen, ich klebte an den Seiten, wie eine Motte am Licht. Das sehr emotionale Finale ließ erneut die ein oder andere Träne fließen, und das Nachwort enthielt Informationen, die das Gelesene abgerundet haben. Große Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

wunderbare Familiengeschichte

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📖Lauras Mutter Ellen hatte zeitlebens nicht das beste Verhältnis zu ihrer Mutter Änne. Als diese nun stürzt, entdeckt die Enkelin in der Wohnung ihrer Großmutter einige Hinweise auf deren Vergangenheit ...

📖Lauras Mutter Ellen hatte zeitlebens nicht das beste Verhältnis zu ihrer Mutter Änne. Als diese nun stürzt, entdeckt die Enkelin in der Wohnung ihrer Großmutter einige Hinweise auf deren Vergangenheit und Kindheit in Schlesien. Laura, selbst schwanger, möchte mehr über ihre Familie erfahren und begibt sich schließlich selbst auf Entdeckungsreise nach Schlesien.

⭐Ich habe durch diesen Roman extrem viel über die politische Situation, die Lebensumstände während des Krieges und die Flucht aus Schlesien erfahren. Und über Schlesien überhaupt. Ich hatte mich mit diesem Gebiet noch nicht wirklich beschäftigt.
Miriam Georg (@miriam_georg) kann wunderbar erzählen. Sie verwebt die Gegenwartsperspektive mit Erlebnissen und authentischen Eindrücken aus den Kriegsjahren und schafft es, eine Nähe zu ihren Charakteren herzustellen, die mich beim Lesen vollkommen absorbiert hat.

⭐Das Verhältnis ihrer Figuren zueinander, die Familienstrukturen, der Umgang mit Emotionen: all das beleuchtet die Autorin feinfühlig, tiefgründig und detailliert, ohne dabei auszuufern oder abzuschweifen.

⭐Ich habe wirklich jedes Kapitel dieses Buches geliebt, mochte die Charaktere, die fließende Erzählweise und auch die Auseinandersetzung mit einem Thema, mit dem ich bisher noch keine echten Berührungspunkte hatte.

Ein großartig erzählter, generationenübergreifender Roman, der bis zur letzten Seite immer wieder überrascht. Auch das Ende ist absolut gelungen. Love it!

🗨️ „ […] der Moment, in dem ihr klarwurde, […] dass man seine Heimat verlieren konnte und damit einen Teil seiner selbst.““

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Familiengeheimnisse

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Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei ...

Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei Handlungsstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen sowie einen Roman über Frauen und ihre Schicksale.

Der erste Handlungsstrang spielt im Jahr 2019 in Frankfurt. Laura stößt auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis und macht sich daran, dessen Ursprung auf die Spur zukommen. Nach anfänglicher Skepsis lässt sich auch ihre Mutter Ellen auf diese Suche ein - ein Prozess, der für beide weitreichende Folgen hat.

Die zweite Zeitebene führt zurück ins Jahr 1943 nach Schlesien, auf den Pappelhof. Dort wachsen die Zwillingsschwestern Änne und Luise auf einem Pferdehof auf und erleben trotz der Kriegswirren zunächst eine behütete Kindheit und Jugend. Doch eine Krankheit zwingt Änne plötzlich dazu, im Verborgenen leben zu müssen. Ihr einziger Halt ist Luise - während sich für diese das Leben weiterdreht. Als schließlich der Kriegsgefangene Karl auf den Hof kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf ...

Ich mochte beide Handlungsstränge sehr gerne. Normalerweise fesselt mich vorallem die Vergangenheit, doch hier war ich ebenso gespannt auf die Entwicklung in der Gegenwart. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung vererbte Traumata und zu beobachten, wie sich die zunächst kühle Ellen Schritt für Schritt öffnet.
In der historischen Ebene geschieht naturgemäß mehr, und mit beiden der Schwestern konnte ich intensiv mitfühlen.
'Die Verlorene ' ist ein Roman, der vieles vereint: Enteignung, Kriegstraumata, (Geschwister-)Liebe, Verlust und Mutterschaft - getragen von starken Frauenfiguren und sehr bildhaften Beschreibungen. Ich habe das Buch gelesen als auch gehört und konnte der Sprecherin Tanja Fornaro ausgesprochen gut lauschen.

Ein rundum gelungener Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. 📚✨️

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Veröffentlicht am 23.11.2025

vergangenes belastet auch nachfolgende Generationen

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Änne hat zeitlebens ihre Familiengeschichte vor ihrer Tochter Ellen verschwiegen. Und nun ist es für Fragen zu spät, ganz plötzlich ist sie verstorben. Laura, Ellens Tochter, will Klarheit über die Vergangenheit ...

Änne hat zeitlebens ihre Familiengeschichte vor ihrer Tochter Ellen verschwiegen. Und nun ist es für Fragen zu spät, ganz plötzlich ist sie verstorben. Laura, Ellens Tochter, will Klarheit über die Vergangenheit erhalten, besonders seit sie ein Foto von Änne mit einer exakt gleich aussehenden jungen Frau im Nachlass findet. Änne hatte eine eineiige Zwillingsschwester, von der sie nichts wussten. Laura fährt nach Schlesien und sucht den Pappelhof um Antworten zu finden. Parallel zur Spurensuche im Jahr 2019 erleben wir die Zeit zwischen 1941 und 1946 in der Änne mit ihrer Familie den Pappelhof bewirtschaften. Die Männer sind eingezogen worden und als Ausgleich haben sie Zwangsarbeiter zur Hilfe auf dem Hof. Darunter ist auch Karl, in den sich Ännes Schwester Luise verliebt. Änne lebt in dieser Zeit versteckt in einem kleinen Zimmer, um einer Deportation zu entgehen, da sie unter epileptischen Anfällen leidet. Ihre enge Bindung zu Luise ist das einzige, das sie aufrecht hält.
Wir erleben, welche Auswirkungen der zweite Weltkrieg für die Menschen in Schlesien hatte, Höfe, bei denen die Männer für die Feldarbeit fehlten, der Umgang mit Zwangsarbeitern, die Flucht oder Enteignung der Heimat. Das Verschweigen dieser Erfahrungen führt zu einer Sprachlosigkeit in der Gegenwart und belastet auch nachfolgende Generationen. Sprachlich ein überzeugender Roman, ganz besonders ist die historische Aufarbeitung über das Leben in Schlesien.

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