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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Tragisch schön

Der Fährmann
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Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und ...

Das Buch ist gespickt mit kleinen Zwischenkapiteln die immer mit „Anderswo“ betitelt sind und eben mit einem solchen beginnt das Buch. Man wird sofort mit einem sich anbahnenden Unglück konfrontiert und somit auch mit der Struktur des Romans, immer damit rechnen zu müssen, dass dieser seltene schöne Moment, diese idyllische Ruhe, das friedlich geführte Gespräch in etwas mündet, das nicht gut endet.

Am Anfang lernen wir die vier Hauptprotagonisten kennen und mit ihnen gefühlt auch das halbe Dorf bzw. die halben Dörfer, denn es dreht sich schließlich um zwei, die direkt an der Grenze von Österreich und Deutschland liegen, getrennt durch die Salzach, einzig verbunden durch die Fähre. Man wird als Leser schnell mit den gesellschaftlichen Normen und Gepflogenheiten konfrontiert & eben auch mit der Ungerechtigkeit die daraus hervorgeht.

Das Buch ist nicht zimperlich mit dem Leser, kaum schöpft man etwas Hoffnung, das die Brutalität endet und man sich der romantischen Vorstellung hingeben könnte, wird der Moment in die Realität zurückgeholt. Trotzdem liest man weiter, so wie man vielleicht an das Gute in jedem Menschen glaubt, will man das Gute in dem Buch erreichen, das versöhnliche Ende, das doch kommen muss, bei all der Grausamkeit und dem Leid, was die Leute erleben. Ob es dies gibt, muss jeder selbst erfahren bzw entscheiden, ob es ein Ende ohne Schrecken oder doch ein Schrecken ohne Ende ist oder Beides ist, sein kann.

Das Setting an der Salzach fand ich wundervoll gewählt, tatsächlich hatte ich mehr als einmal das Gefühl, das der Fluss sinnbildlich für Mehr steht, für die Gesellschaft, die ebenfalls nicht ausbrechen kann, wie der Fluss es nicht aus seinem Flussbett schafft, wie es in den Menschen brodelt, so wie auch die Strömungen unter der Oberfläche sprudeln. Vielleicht kann mir Regina Denk beantworten ob dieser Eindruck ein bißchen wahr ist?

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Veröffentlicht am 21.03.2026

„Einen schlechten Tag noch“ – Kap. 15 S. 157

Eine Frage der Chemie
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… wird kein Mensch haben der dieses Buch liest. Ein Buch über Elizabeth Zott, Chemikerin, TV Köchin, ihre kleine Tochter, ihr absolutes Mini-Me und den Familienhund, der schlauer zu sein scheint als einige ...

… wird kein Mensch haben der dieses Buch liest. Ein Buch über Elizabeth Zott, Chemikerin, TV Köchin, ihre kleine Tochter, ihr absolutes Mini-Me und den Familienhund, der schlauer zu sein scheint als einige Menchen es sind.

Ich spare mir die Zeit ausführlich über den Inhalt des Buches zu berichten, den sich jeder selbst erlesen sollte und weil ich es selbst nicht mag, Dinge zu lesen, die weit über den Klappentext hinausgehen.

Was ich mir nicht spare, eine Lobeshymne auf Bonnie Garmus für die Erschaffung des Romans und somit auch der Figur Elizabeth Zott. Mit ihr wurde eine Protagonistin geschaffen, die einem nur in ihrem Bann ziehen kann. Sie ist rational ehrlich, auf eine Weise, an der sich viele ein Beispiel nehmen könnten. Sie hinterfragt nicht ob, es sich gehört gewisse Dinge auszusprechen, sie formuliert Tatsachen, enthüllt damit gesellschaftliche Widersprüche und das in einer Zeit, wo Frauen einem bestimmten Rollenbild entsprechen sollten. Ihre Andersheit sorgt ungewollt für einige Schmunzler über doch Recht ernste Themen und trifft damit genau den Geist des Lesers.

Übersetzt von: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann
(ohne sie wäre das Buch für viele nicht lesbar, was fast eine Tragödie wäre, danke dafür)

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Fünf Fremde? = Ein Highlight!

Fünf Fremde
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Romy Fölck hat mir mit diesem Buch das erste Lesehighlight des Jahres beschert. Vielen Dank dafür.

Wie sie das geschafft hat? Ganz einfach tatsächlich.
Es gibt Dinge, die mich bei einem Buch sehr ansprechen ...

Romy Fölck hat mir mit diesem Buch das erste Lesehighlight des Jahres beschert. Vielen Dank dafür.

Wie sie das geschafft hat? Ganz einfach tatsächlich.
Es gibt Dinge, die mich bei einem Buch sehr ansprechen und wenn richtig umgesetzt, leserisch einfach begeistern …

… das Setting
Am besten ein Ort an dem ich schon einmal war, einmal hinmöchte oder ein Déjà-vu in mir auslöst. Das sind vor allem Orte mit Bezug zu Wasser. Mit Neuwerk als norddeutsche Insel, ist die Auswahl hier natürlich perfekt. Klein, friedlich, abgelegen und wenn wir ehrlich sind, fragt sich doch jeder was es für Geheimnisse auf so einer Insel gibt.

… die Charaktere
Ich finde es wunderbar, wenn die Story zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her wechselt, wie ein andauernder literarischer Dialog, der zwischen den einzelnen Kapiteln abläuft. Hier lässt der Titel und Klappentext erahnen, dass es 5 Personen sind, die miteinander agieren.

… Zeitebenen
Manche mögen es anstrengend finden, wenn in einem Buch mehrere Zeitebenen parallel zueinander herlaufen und immer wieder der zeitliche Sprung erfolgt. Ich persönlich finde das sehr ansprechend, wie diese Ebenen sich immer weiter miteinander verknüpfen und verbinden.

… das Geheimnis
Natürlich muss es in einem Thriller einen ungeklärten Fall geben, der sich dann bis zum Finale immer weiter zuspitzt. Am besten finde ich, wie in diesem Buch, wenn es um einen jahrzehntealten Mord oder Verschwinden einer Person geht, wo man nie weiß, kommt die jetzt gleich um die Ecke gehuscht oder wäre das zu einfach.

… der Schreibstil
All das nützt natürlich alles Nichts, aber auch rein gar nichts, wenn es vom Autor oder wie hier der Autorin nicht gut umgesetzt wird. Romy Fölck hat für mich ein großartiges Werk abgeliefert, das alle Punkte harmonisch miteinander verbindet. Und natürlich ahnt man hier und da etwas, aber das ist ja der Reiz und natürlich stimmen nicht alle Vorahnungen und die Geschichte nimmt eine andere Wendung, schlägt einen Haken oder geht einfach geradlinig weiter, womit man auch nicht gerechnet hat.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Eine magische Surrealität

Mr. Saitos reisendes Kino
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Mr Saitos reisendes Kino ist, als hätte jemand die gesamte Farbpalette auf ein Buch mit leeren Seiten gegossen und die Farben haben ihre Intensität in bildreiche Wörter gemalt. Dieses Buch zu lesen war ...

Mr Saitos reisendes Kino ist, als hätte jemand die gesamte Farbpalette auf ein Buch mit leeren Seiten gegossen und die Farben haben ihre Intensität in bildreiche Wörter gemalt. Dieses Buch zu lesen war eintauchen in eine facettenreiche Welt, wie in einem Märchen für Erwachsene.

Lita gezeugt auf einer Tanzfläche muss mit ihrer Mutter fliehen und landet auf einer kleinen wundervollen Insel. Die Insel ist so einzigartig wie ihre Bewohner, man fragt sich, macht die Insel die Bewohner so besonders oder machen die Bewohner die Insel besonders oder ist es eine Symbiose aus beidem. Jeder Winkel und Mensch in diesem Buch ist so einzigartig beschrieben, man liest und fühlt sich, als wäre man mitten im Geschehen, als würde man Teil des ganzen sein. Es liest sich wie ein Märchen so real surreal ist alles und man wünscht sich das am Ende der Satz kommt und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute alle gemeinsam auf Upper Puffin.

Kurzum dieses Buch war eines meiner Jahreshighlights, jeder der in einem Buch versinken möchte, sollte dieses Buch lesen, auf sich wirken lassen und genießen.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Literarisch metaphorischer Meistertext

Lázár
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Lázár ist ein schriftliches Meisterwerk, es zeigt wozu man Sprache nutzen kann, wie vielfältig, wortgewaltig und bildhaft sie sein kann. Der Text fließt, trotz seiner Komplexität, einfach dahin, wie die ...

Lázár ist ein schriftliches Meisterwerk, es zeigt wozu man Sprache nutzen kann, wie vielfältig, wortgewaltig und bildhaft sie sein kann. Der Text fließt, trotz seiner Komplexität, einfach dahin, wie die Geschichte die darin erzählt wird.

Eine Geschichte über die Familie (von) Lázár oder zumindest ein Bruchstück dessen und zwar das Bruchstück ab der Geburt von Lajos. Eine Geschichte über eine Adelsfamilie in den Wirren und Unruhen des 20. Jahrhunderts. Eine Geschichte über Verlust, unerwiderter Liebe, Flucht, Identitätsfindung, Aushalten. Eine Geschichte über die Gegenwart und wie diese doch immer ein Stück weit von der Vergangenheit geprägt bleibt. Aber auch eine Geschichte über Generationenwechsel. Eine Geschichte die zeigt wie viel man besitzen kann, verlieren kann und das Leben doch voranschreitet, dass das Leben mit dem Verlust nicht endet, nur wenn man es gedanklich enden lässt.

Wäre der Inhalt dieses Buches von jemand anderen verfasst wurden, hätte ich es wohl nicht bis zu Ende gelesen. „Lázár“ lebt von dem Text den Biedermann erschaffen hat und eben diesen Text kann ich nur weiterempfehlen und hoffe, dass dieser mindestens so lange von Generationen gelesen wird, wie sie im Buch beschrieben werden, das der Text Generationen überdauert und Generationen begeistert.

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