Profilbild von Whisky

Whisky

Lesejury Profi
offline

Whisky ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Whisky über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Empflenswert für Kunst- und Fantasie-Liebhaber

Zwei in einem Bild
0

Ein aussergewöhnlicher, poetisch erzählter Roman, der mit einer fantasievollen Grundidee fesselt: Jean ist in einem Gemälde von Henri Matisse gefangen, bis Claire ihm den Zugang zu einer ganz neuen Realität ...

Ein aussergewöhnlicher, poetisch erzählter Roman, der mit einer fantasievollen Grundidee fesselt: Jean ist in einem Gemälde von Henri Matisse gefangen, bis Claire ihm den Zugang zu einer ganz neuen Realität eröffnet.

Die Handlung wirkt wie ein Traum, der sich durch ein lebendig gewordenes Museum entfaltet. Im Mittelpunkt stehen Farben, Bewegung und Emotionen, die eine eindrucksvolle, fast schwebende Atmosphäre schaffen. Beim Lesen entsteht das Gefühl, selbst durch die Kunstwerke zu wandern und Teil dieser surrealen Welt zu werden.

Die Beziehung zwischen Jean und Claire bleibt bewusst zurückhaltend und symbolisch. Sie wirkt eher wie ein poetisches Sinnbild als eine tief psychologisch ausgearbeitete Liebesgeschichte. Leserinnen und Leser, die eine komplexe Handlung oder starke Charakterentwicklung erwarten, könnten sich hier mehr Tiefe wünschen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2026

Ideal für leichte Unterhaltung, ohne grosse Überraschungen.

Not My Type
0

„Not My Type“ ist eine romantische Komödie von Lucy Score, die mit einer turbulenten Hochzeit und vielen humorvollen Momenten startet. Frankie, eine engagierte Brautjungfer, versucht das Chaos zu bewältigen, ...

„Not My Type“ ist eine romantische Komödie von Lucy Score, die mit einer turbulenten Hochzeit und vielen humorvollen Momenten startet. Frankie, eine engagierte Brautjungfer, versucht das Chaos zu bewältigen, als der Bräutigam plötzlich entführt wird und die Hochzeitsgesellschaft zunehmend aus dem Ruder läuft. Mitten in diesem Durcheinander steht Aiden Kilbourn – selbstbewusst, attraktiv und nicht unbedingt der hilfreichste Begleiter.

Die Geschichte lebt vor allem von den Schlagabtäuschen zwischen Frankie und Aiden. Ihre Dialoge sind oft witzig und sorgen für einige unterhaltsame Momente. Besonders Frankies direkte Art bringt Dynamik in die Handlung und sorgt dafür, dass die Beziehung der beiden Hauptfiguren sich nicht zu vorhersehbar entwickelt.

Allerdings bleibt die Handlung insgesamt recht klassisch für das Genre. Einige Wendungen wirken vorhersehbar, und manche Szenen ziehen sich im Hörbuch etwas in die Länge. Trotz der lebhaften Figuren fehlt stellenweise etwas Tiefe, sodass die Geschichte eher leicht und kurzweilig als wirklich mitreissend wirkt.

Als Hörbuch funktioniert die Geschichte dennoch gut für zwischendurch: Das Tempo ist angenehm, und die humorvollen Dialoge kommen gut zur Geltung. Wer romantische Komödien mit viel Wortwitz mag, wird hier solide Unterhaltung finden, auch wenn das Hörbuch nicht unbedingt lange im Gedächtnis bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Matcha mit mildem Nachgeschmack: Ein Roman ohne grosse Überraschungen

Matcha-Tee am Montag
0

Matcha Tee am Montag ist ein Roman, der mit einer einladenden Atmosphäre und einer charmanten Grundidee punktet: Ein kleines Café, das nur an jedem ersten Montag im Monat öffnet, dient als Zufluchtsort ...

Matcha Tee am Montag ist ein Roman, der mit einer einladenden Atmosphäre und einer charmanten Grundidee punktet: Ein kleines Café, das nur an jedem ersten Montag im Monat öffnet, dient als Zufluchtsort für Menschen in persönlichen Krisen. Doch so ansprechend diese Prämisse auch ist, die Autorin schöpft ihr erzählerisches Potenzial nicht immer konsequent aus.

Der Roman setzt stark auf Wohlfühlmomente und symbolische Gesten, was einerseits warmherzig wirkt, andererseits aber zu einer gewissen Vorhersehbarkeit führt. Die Figuren, eine unglückliche Geschäftsfrau, eine Ladenbesitzerin mit Vergangenheit, eine Grossmutter im Streit mit ihrer Enkelin , sind zwar sympathisch gezeichnet, bleiben jedoch häufig in bekannten Rollenmustern gefangen. Ihre inneren Konflikte werden eher angerissen als wirklich vertieft, was manche Wendungen konstruiert erscheinen lässt.

Auch der „Master“ des Cafés, der als ruhender Pol und emotionaler Fixpunkt fungiert, wirkt gelegentlich fast über idealisiert. Sein unerschütterliches Verständnis ist rührend, aber dramaturgisch wenig überraschend. Dadurch verliert das Café Marble etwas von der Ambivalenz, die dieser Art von heilendem Rückzugsort zusätzliche Spannung verleihen könnte.

Aoyamas ruhiger Stil erzeugt zwar eine friedliche, teils meditative Stimmung, doch zugleich nimmt er der Erzählung Dynamik. Leser*innen, die mehr narrative Schärfe, psychologische Tiefe oder echte Reibung erwarten, könnten das Buch als zu sanft, zu glatt oder zu formelhaft empfinden.

Am Ende bleibt Matcha Tee am Montag ein gefälliges, aber nicht durchgehend überzeugendes Wohlfühlbuch: angenehm zu lesen, atmosphärisch stimmig , jedoch ohne jene überraschenden Perspektiven oder emotionalen Brüche, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen würden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2025

Ein Hörbuch voller Herz, das wunderschöne, intime Augenblicke schenkt, aber auch Geduld verlangt.

Die Bibliothek meines Großvaters
0

Die Bibliothek meines Grossvaters“ ist ein Hörbuch, das mich zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite berührt die Beziehung zwischen Kaede und ihrem Grossvater tief. Ihre gemeinsamen Momente ...

Die Bibliothek meines Grossvaters“ ist ein Hörbuch, das mich zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite berührt die Beziehung zwischen Kaede und ihrem Grossvater tief. Ihre gemeinsamen Momente voller Erinnerung, Verlust und leiser Hoffnung tragen eine Wärme in sich, die man nicht so schnell vergisst. Gerade die Szenen, in denen Kaede versucht, ihren Grossvater trotz seiner Demenz wieder in die Welt der Bücher zurückzuholen, treffen einen mitten ins Herz.

Doch gleichzeitig bleibt genau dieser emotionale Kern oft von einer sehr gemächlichen Erzählweise überlagert. Das Hörbuch baut eine melancholische, poetische Stimmung auf, aber die Handlung wirkt häufig zu langsam, fast so, als würde sie sich im Kreis drehen. Die Spannung, die sich hinter den mysteriösen Zeitungsausschnitten verbirgt, flackert zwar immer wieder auf – aber sie entfaltet sich nie so kraftvoll, wie man es sich wünschen würde.

Auch der später auftauchende bedrohliche „Schatten“ lässt einen emotional eher ratlos zurück. Zwar soll er Gefahr und Dringlichkeit in die Geschichte bringen, doch seine Einführung kommt spät und wirkt erzählerisch etwas erzwungen. Man spürt, dass viel Gefühl in dieser Geschichte steckt, aber nicht alle Fäden greifen sauber ineinander.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2025

Sommer ohne Plan – nett erzählt, hat mich aber nicht überzeugt.

Sommer ohne Plan
0

Sommer ohne Plan hat mich leider nicht wirklich abgeholt. Die Ausgangslage klingt zwar sympathisch: eine überarbeitete, perfektionistische Frau, die nach einem Burnout ihr altes Leben hinter sich lässt ...

Sommer ohne Plan hat mich leider nicht wirklich abgeholt. Die Ausgangslage klingt zwar sympathisch: eine überarbeitete, perfektionistische Frau, die nach einem Burnout ihr altes Leben hinter sich lässt und in einer Waldhütte neu anfangen will. Auch das Missverständnis, dass sie im Dorf für eine Selbsthilfe Guru gehalten wird, verspricht eigentlich Humor. In der Umsetzung bleibt das Ganze für meinen Geschmack jedoch zu harmlos und vorhersehbar.

Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, kommt aber erzählerisch nicht richtig in Fahrt. Viele Szenen wirken etwas langgezogen, und die Handlung dreht sich öfter im Kreis. Anstatt an Tiefe zu gewinnen, wiederholen sich ähnliche Situationen, wodurch die anfängliche Idee relativ schnell an Reiz verliert. Der Humor ist nett gemeint, hat bei mir aber nur selten ein echtes Schmunzeln ausgelöst.

Auch die Hauptfigur Cassi konnte mich nicht vollständig überzeugen. Ihre innere Entwicklung bleibt eher oberflächlich, und gewisse Entscheidungen wirken mehr der Handlung zuliebe als wirklich glaubwürdig. Die Dorfbewohner sind zwar skurril angelegt, bleiben aber oft Klischees, die wenig Überraschung bieten.

Für mich persönlich war Sommer ohne Plan jedoch eher nett als packend und damit schlicht nicht mein Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere