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Veröffentlicht am 12.11.2025

absolut empfehlenswert

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Das Antiquariat am alten Friedhof ist der vierte Roman, der uns in das Graphische Viertel in Leipzig entführt. Für mich war es tatsächlich das erste Buch der Reihe. Da man sie aber unabhängig voneinander ...

Das Antiquariat am alten Friedhof ist der vierte Roman, der uns in das Graphische Viertel in Leipzig entführt. Für mich war es tatsächlich das erste Buch der Reihe. Da man sie aber unabhängig voneinander lesen kann, braucht es keinerlei Vorwissen. Ob einige der Charaktere bereits in den andern drei Büchern vorkommen, oder ob man sich ggf. Handlungsstränge spoilert, kann ich leider nicht beurteilen.

Kai Meyer ist einer meiner liebsten Autoren, weswegen ich große Erwartungen hatte und ich wurde nicht enttäuscht. Ich kam schnell in die Geschichte rein, es ist flüssig und sehr bildhaft geschrieben und trotz der Zeitsprünge zwischen 1930 und 1945 konnte ich der Geschichte gut folgen. Diese Sprünge haben das Buch sogar spannender gemacht, da oft mit einem Cliffhanger geendet wurde, wodurch ich nicht aufhören konnte zu lesen. Das sich die Geschichte schnell zu einer Art Krimi entwickelte, hat sein übriges getan.

Kleine Schwächen gibt es allerdings auch. Die Geschichte hat das gesamte Buch über ein angenehmes Tempo, nur auf den letzten ca. 100 Seiten wirkt es gehetzt. Zudem lernen wir eigentlich nur den Protagonisten Felix näher kennen, da die Geschehnisse die meiste Zeit aus seiner Sicht geschildert werden. Wirklich viel wissen wir dennoch nicht über ihn. Die übrigen Charaktere bleiben eher blass. Ich mochte dennoch viele von ihnen und auch ihre Beweggründe waren weitestgehend nachvollziehbar. Etwas mehr Charaktertiefe wäre wünschenswert gewesen.

Nichtsdestotrotz hatte ich viel Spaß beim Lesen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Das wird sicherlich nicht mein letzter Ausflug ins Graphische Viertel gewesen sein. Für mich eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Wählst du dein persönliches Glück, oder opferst du es für dein Land?

A Song to Drown Rivers
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Das Cover ist wunderschön und ich liebe das historisch, asiatische Setting. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig. Die Geschichte ist sehr schön, aber auch ...

Das Cover ist wunderschön und ich liebe das historisch, asiatische Setting. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig. Die Geschichte ist sehr schön, aber auch traurig und das Ende habe ich so nicht kommen sehen.

Die Länder Yue und Wu führen Krieg, den am Ende Wu gewinnt. Xishi lebt in Yue und hat ihre jüngere Schweser im Krieg verloren, getötet von den Soldaten aus Wu. Da sie von besonderer Schönheit ist, soll sie nach Wu reisen und dort die Konkubine des Königs werden, um alles für einen Umsturzt vorzubereiten.

Mir gefiel sehr gut die Zerissenheit von Xishi, unserer Protagonistin. Obwohl sie Wu und dessen König hasst, muss sie feststellen, dass er nicht so grausam ist, wie sie gedacht hat. Leider wird diesen Gefühlen etwas wenig Raum gegeben und sie hinterfragt auch viel zu wenig die gesamte Mission. Für sie sind die Menschen, Soldaten und der König von Wu Monster, als eine Bedienstete dasselbe über Yue sagt, ist sie verwirrt, aber es wird gar nicht weiter thematisiert. Ich glaube, hier hätte man mehr Fokus drauf legen können, dass Xishi hin und hergerissen ist, dass es nicht die eine Gute und Böse Seite gibt im Krieg. Das wurde aber leider versäumt. Zudem habe ich irgendwie gedacht, Xishi hätte noch irgendwelche besonderen Fähigkeiten, da sie nicht nur unbeschreiblich schön ist sondern auch sehr starke (Alb)Träume hat, die sich zum Teil nach Botschaften anfühlten, aber wohl keine waren. All das wird aber nicht weiter ausgeführt, oder in irgendeinen Zusammenhang gebracht. Alles für sich scheint eher unwichtig zu sein und tut nichts für die Geschichte. Ihre Schönheit scheint im Verlauf der Geschichte soar an Bedeutung zu verlieren. Am Anfang muss sie sich in ihrem Dorf z.B. noch das Gesicht verhüllen, weil es zu gefährlich ist, es zu zeigen, danach läuft sie unverhüllt rum und alle finden sie ganz hübsch, aber das wars auch schon. Auch hier hat die Geschichte ihr Potential nicht wirklich ausgeschöpft. Leider bleiben die Charaktere auch recht flach. Wir erfahren von allen einige Hintergründe, da wäre aber auch Luft nach oben gewesen, um sie und ihre Handlungen greifbarer zu machen.

Trotz all dieser Punkte hat mich die Geschichte gut unterhalten und zum Ende gab es auch noch einige Plot Twists und ein Ende, dass ich nicht erwartet hatte. Ich habe richtig mitgefiebert und war selber hin und hergerissen, was die beiden männlichen Love Interests angeht. Das Ende selbst hat mich ehrlicherweise etwas überfordert, aber ich finde es gut gewählt. Alles andere hätte das doch recht düstere Setting kaputt gemacht. Ich kann aber verstehen, dass nicht alle damit zufrieden sein werden.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Fanatische Fankultur

Idol in Flammen
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Ich bin selbst großer Fan asiatischer Popkultur, setze mich mit den Themen auseinander und kenne daher auch die Schattenseiten der Industrie. Es ist erschreckend, wie tief einige Fans in ihren Fandoms ...

Ich bin selbst großer Fan asiatischer Popkultur, setze mich mit den Themen auseinander und kenne daher auch die Schattenseiten der Industrie. Es ist erschreckend, wie tief einige Fans in ihren Fandoms abrutschen und was das nicht nur mit ihrem Leben macht, sondern auch mit dem ihrer Idole. Ich finde, dass diese Themen ganz gut in diesem Roman dargestellt wurden, allerdings nicht in dem Extrem, wie ich es von dem Klappentext erwartet hatte. Akari, die Protagonistin, himmelt zwar ihr Idol Masaki an, verliert sich in seinem Leben und konsumiert einfach alles, was mit ihm zu tun hat, was auch ihr Geldbeutel zu spüren bekommt, allerdings hatte ich irgendwie eine andere Reaktion auf den Skandal ihres Idols erwartet, dass dieser auf sie eine ganz andere Auswikrung haben würde. Da wir auch viel aus ihrem privaten und familiären Leben mitbekommen, wird schnell klar, dass Akari scheinbar auch an irgendwelchen psychischen Erkrankungen leidet, die allerdings nicht näher benannt werden, ihr aber ein "normales" Leben erschweren. Ich hatte beim Lesen daher meistens das Gefühl, dass es eher darum geht, wie sie ihr Leben meistert und das Fandasein nur ein Mittel ist, um es in gewisser Weise zu strukturieren.

Das Buch hat sich gut gelesen, es war kurzweilig mit nur 125 Seiten und hat einige gute Ansätze. Für mich ist allerdings viel Potenzial ungenutzt geblieben. Da hätte man auf jeden Fall mehr draus machen können, daher nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

interessante Idee, schwache Umsetzung

Der Weg des ewigen Winters
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Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde vorab lesen. Der Anfang hat mir direkt gefallen, weil man mitten in die Handlung geschmissen wird und dann auch noch in eine Verfolgungsjagd um das mysteriöse ...

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde vorab lesen. Der Anfang hat mir direkt gefallen, weil man mitten in die Handlung geschmissen wird und dann auch noch in eine Verfolgungsjagd um das mysteriöse Mädchen Halla. Das Tempo war gut und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und was es mit Halla auf sich hat. Warum haben es so viele verschiedene Personen und Gruppen auf sie abgesehen und was hat sie mit dem ewigen Winter zu tun? Schnell bildet sich eine bunte Reisegruppe, die aus verschiedenen Gründen versucht Halla zu beschützen.

Obwohl die Gruppe immer in Bewegung ist, sind wir in der Handlung wenig vorangekommen. Leider bekommen wir in Band 1 auch keine Antworten, es kommen im Verlauf nur immer mehr unbeantwortete Fragen hinzu. Das hat es für mich wirklich schwer gemacht, die Welt und auch die Charaktere kennenzulernen und zu verstehen. Ich habe zu fast niemanden eine richtige Bindung aufbauen können. Auch die fantastischen/magischen Elemente musste ich irgendwie hinnehmen, weil diese nicht erklärt, oder in irgendeinen Kontext zur Welt und deren Regeln gebracht wurden.

Die Geschichte spielt in unserer Welt, im Jahr 1007. Es kommen auch einige historische Persönlichkeiten vor, die allerdings eher frei interpretiert und historisch nicht korrekt dargestellt werden. Tatsächlich gibt es in diesem Band keine Hinweise, dass das gewählte Setting für die Handlung relevant wäre, weshalb mir persönlich eine komplett fiktive Welt sowie Charaktere besser gefallen hätten.

Insgesamt ist der Ansatz wirklich interessant und es gibt auch immer wieder spannende Szenen und Gegebenheiten, über die ich gerne mehr erfahren möchte. Mich hat Band 1 allerdings nicht vollends überzeugen können. Die Welt und Charaktere sind mir noch zu flach und auch das Tempo ist stellenweise seltsam. Wenig Handlung auf viel Buch. Ich werde wohl spontan entscheiden, ob ich weiterlese, sobald Band 2 erscheint.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

asiatische Urban Fantasy mit starker Idee, aber schwacher Umsetzung

Der chinesische Kompass
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Der Klappentext hat mir wirklich gefallen, weswegen ich mir viel von der Geschichte versprochen habe. Die Idee ist super und bietet wahnsinnig viel Potential, die Umsetzung wirkt allerdings noch etwas ...

Der Klappentext hat mir wirklich gefallen, weswegen ich mir viel von der Geschichte versprochen habe. Die Idee ist super und bietet wahnsinnig viel Potential, die Umsetzung wirkt allerdings noch etwas unausgereift.

Leider hat es knapp 1/3 des Buches gebraucht, bis ich so richtig in der Geschichte angekommen bin. Anfangs wird kaum etwas erklärt, wir erfahren wenig über die Charaktere und die immer wieder zeitlichen, oder inhaltliche Sprünge haben mich oft aus dem Lesefluss gerissen. Ab Kapitel 9 war der Erzähstil angenehmer und flüssiger, ab da konnte ich der Geschichte auch gut folgen. Die fantastische Welt, die ab diesem Zeitpunkt näher beschrieben wird und in der wir uns mehr und mehr bewegen hat mir richtig gut gefallen und war auch sehr spannend. Auch die Geschichte nimmt fahrt auf und wird zunehmends interessanter.

Leider bin ich am Ende mit vielen Fragen zurückgeblieben. Insgesamt hätten der Geschichte mehr Seiten mit Beschreibungen zur Handlung und den Charakteren gut getan, auch um einige Situationen etwas auszudehen, damit sie nicht so gehetzt wirken. Ich bin nicht sicher, ob es einen zweiten Band geben wird, in dem alle offenen Fragen beantwortet werden, falls ja, hätte ich mir eher einen umfangreicheren Einzelband gewünscht.

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