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Veröffentlicht am 15.12.2025

Bis an die Grenze

Wolfskälte
7

Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. ...

Die DI´s Richard and Georgina fahren zu einem möglichen Mordfall nach Eilean Eadan, um der Staatsanwalt zu genügen. Diese Insel liegt irgendwo vor der Küste Schottlands und beherbergt ca. 200 Menschen. Der Tote wurde unterhalb des Leuchtturms gefunden und alles spricht für Selbstmord. Das typische für diese Insel ist das schlechte Wetter und damit werden die beiden DI ´s umgehend konfrontiert. Ansonsten werden sie von Kathy der Postmeisterin der Insel umsorgt mit allem, was notwendig ist für ihre Ermittlungen, die ca. eine Woche dauern sollen. Sie bekommen eine Kate in der sie schlafen und sich besprechen können. Ansonsten sind die Bewohner der Insel sehr verschlossen, nur Pater Ross und Kathy erscheinen ihnen zugänglich. Also beginnen sie ihre Ermittlungen und bemerken gleich wie ihre Beziehungen zu den Inselbewohnern aussehen werden.
„Wolfskälte“ von Laura McCluskey ist ein Krimi, der an einem ganz besonderen Ort spielt. Die Kargheit, die auf dem Cover dargestellt wird, kann man im ganzen Krimi nachvollziehen. Die Einwohner werden als Einsiedler dargestellt, die in einer eingeschworenen Gemeinschaft leben. Es sind nur einige wenige Personen, die die beiden DI´s begrüßen. Kathy, die Postmeisterin, die sie mit allem notwenigen ausstattet. Pater Ross das geistliche Oberhaupt der Insel ist eine der anderen Personen. George und Richard, sind in dieser Einöde auf sich selbst gestellt. George schleppt noch ein Geheimnis mit sich herum, denn sie hat ihre Verletzung noch nicht überwunden, denn sie braucht starke Schmerzmittel und Schlafmittel und scheint nur bedingt einsatzbereit. Die Kälte, die das Klima ausstrahlt, wird auch von den Einwohner des Eilands verstärkt. Die Autorin schafft es diese Atmosphäre sprachlich sehr gut zu unterstützen. Beim Lesen konnte ich die Kälte förmlich spüren. Die Darstellung der Ermittlungen sind sehr zäh dargestellt. Für mich ist das komplett nachvollziehbar und realistisch, denn die Bewohner wollen nicht mit den DI´s reden. Deutlich wird das, wenn selbst die Kinder sagen, dass sie nicht mit ihnen reden sollen. Geschickt baut die Autorin noch keltische Bräuche in die Erzählung ein, die auf der Insel natürlich zu Hause sind. Die Spannung steigt im Laufe der Geschichte merklich an und der Spannungsbogen wird bis zum Ende gut entwickelt.
Ich finde diesen Krimi ungewöhnlich und sehr spannend. Manchmal kommen mir die Abläufe als sehr stockend vor, doch wenn ich mich in die Ermittler versetze, kann ich deren Frust auch gut vorstellen. Ich mag das Buch auch zum Weiterempfehlen.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 08.12.2025

Ein sehr empathisches Thema

Glimmer
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Das Buch bietet einen guten Überblick über das, was der Autor Glimmer und Trigger nennt. Es ist ein sehr gute Zusammenstellung über ein interessantes Thema, das sich mit uns selbst, mit Interaktionen und ...

Das Buch bietet einen guten Überblick über das, was der Autor Glimmer und Trigger nennt. Es ist ein sehr gute Zusammenstellung über ein interessantes Thema, das sich mit uns selbst, mit Interaktionen und mit der Präsenz in unserem Leben beschäftigt. Es werden Situationen beschrieben, die von eigenem Erleben handeln, aber auch um Berichte über Menschen und deren Erlebnisse. Diese kommen sicherlich aus der Hypnosepraxis des Autors. Bernhard Tews schreibt ab nicht nur über andere, sondern auch über seine Erfahrungen mit sich selbst und sein Weg, bis er seine eigen Praxis eröffnete. Dieses sind Beispiele und der Leser ist aufgefordert, das zu ihm passende anzunehmen, etwas anders zu tun oder auch nichts. Denn der Autor kann nur Anstöße liefern und die sind reichlich und vielfältig vorhanden.
Ich finde es ist auch ein sehr emotionales Buch, denn der Autor versteht es diese auch anzusprechen und sie schon weit in das Blickfeld zu rücken. Dieses Buch baut auch immer wieder Methoden und einen kleinen wissenschaftliche Background ein. Die Methoden sollen auch gleich ausprobiert werden, um sie dann auch parat zu haben, ähnlich wie er Tool Boxen und Videoclips anbietet, die man über QR-Code sich ansehen kann. Diese einzelnen Teile sind sehr gut aufeinander aufgebaut. Vom Selbst, in dem er seine Anfänge in diesem Format beschreibt, kommt er zu Interaktionen, in denen er sehr gute Beispiele wählt, die eigentlich auch viele Menschen aus ihrem eigenen Leben kennen könnten. Im letzten Abschnitt werden spezielle Glimmer Momente beschrieben, wie Musik, Tanz; Yoga und anderes. Es werden hier und an anderen Stellen Techniken aus der Hypnose (-oder Trance) Arbeit dargestellt und auch die Neurolinguistische Programmierung, NLP, ist mit einigen Methoden vertreten. Die Inhalte werden in einer sehr empathischen Sprache beschrieben.
Ich habe, wie ich den Titel das erste Mal gehört habe gedacht, was kann dieses Glimmern für eine Bedeutung haben. Doch jetzt muss ich sagen sie fast die positiven Gefühle, die jeder Mensch braucht in einem glücklichen Wort zusammen. Wer sich selbst noch ein bisschen besser auf die Spur kommen möchte, für den ist dieses Buch genau das richtige.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Vergangenheit und Gegenwart auf Island

Zerbrochene Stille
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Konrad, ein pensionierter Polizeibeamter wird durch den Fund eines Toten an einem der größten Seen Islands, an eine alten Fall erinnert den er und sein ehemaliger Kollege Leo bearbeitet haben. Bei dem ...

Konrad, ein pensionierter Polizeibeamter wird durch den Fund eines Toten an einem der größten Seen Islands, an eine alten Fall erinnert den er und sein ehemaliger Kollege Leo bearbeitet haben. Bei dem Fall sind Zweifel geblieben, ob sie damals den richtigen Täter eingesperrt hatten. Also macht er sich auf die Suche nach Informationen, die Aufklärung in den Fall bringen könnten und er muss sehr tief graben, um das Rätsel lösen zu können.
Der Island Krimi „Zerbrochene Stille“ von Arnaldur Indridason ist ein sehr dicht geschriebener Krimi, der sich sehr intensiv mit der Story auseinandersetzt und man braucht beim Lesen sehr viel Konzentration, um sich durch die vielen beteiligten Namen zu wühlen und dem Handlungsstrang zu folgen. Indridason versteht es wie kein zweiter die Handlung in mehrere verschieden Erzählstränge laufen zu lassen. Diese Erzählungen sind alle sehr wichtig für den Handlungsverlauf, doch manchmal kam es mir, dass der Autor Spaß daran hat, immer wieder hin und her zu springen. Das verbindende Glied in diesem Krimi ist der Hauptcharakter Konrad, der die Stränge in der Hand hält und immer wieder an einem anderen Strang zieht, um am Ende einen abgeschlossenen Fall zu bekommen. Es ist auch nicht ganz einfach nachzuvollziehen, was denn nun die Hauptachse des Krimis ist, doch es baut alles sehr logisch aufeinander auf. Das ist es, was mich an Indridason fasziniert, die Themen und wie er die Geschichte erzählt. Außerdem wird die Handlung natürlich auch durch die isländische Gegenwart und Vergangenheit geprägt und da muss ich sagen, fehlen mir doch einige Informationen. Doch in diesen Romanen erfahre ich immer wieder Neues aus und über Island und nicht nur Stereotype, wie das Haus am einsamen See, das auf dem Cover abgebildet wird. Die Spannung wird in diesem Roman immer hochgehalten und der Spannungsbogen ist bis zum Ende sehr gut aufgebaut.
Mir gefällt dieser Band sehr gut, da er für mich neben der Spannung auch viele Informationen über Island bereithält. Es ist schon eine Zeitlang her, das ich einen Band von Indridason gelesen haben, doch auch dieser hat mich überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2025

Jupp Backes im Stress

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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Jupp wird in der Nacht gerufen, um eine Ruhestörung unter Nachbarn zu beheben. Es ist Gundula Böttinger, die sich über ihre Nachbarn beschwert, aber das ist kein Wunder, denn sie liegt mit jedem und jeder ...

Jupp wird in der Nacht gerufen, um eine Ruhestörung unter Nachbarn zu beheben. Es ist Gundula Böttinger, die sich über ihre Nachbarn beschwert, aber das ist kein Wunder, denn sie liegt mit jedem und jeder im Streit. Ihr Mann sieht das alles viel gelassener, außerdem möchte er auch das Haus verkaufen und woanders hinziehen. Da ist Gundula komplett gegen. Jupp freundet sich auch gleich mit den griechischen Nachbarn an und deshalb geht es ihm am anderen morgen auch nicht gut, als er wieder zu den Böttingers gerufen wird. Jetzt liegt allerdings Alfred Böttinger tot in seiner Küche. SO wie aussieht vergiftet mit Käsekuchen. Die Ermittlungen, die Jupp jetzt aufnimmt, gestalten sich allerdings sehr schwierig, da es mehr Feinde als Freunde gibt. Aber Jupp kümmert sich, wie erés immer tut in Hirschweiler.
„Nur Gundula gärtnerte giftiger“ von Dany R. Wood ist ein weiterer Krimi aus dem Saarland um Oberkommissar Backes und seine Familie aus Hirschweiler. Die Hauptfiguren sind wieder alle da, Inge, seine Frau und Eva mit ihrer neuen Familie und auch Oma Käthe gibt sich die Ehre. Ebenso wie Hasenkasten Doris, die auch zur erweiterten Familie gehört. Das Cover ist auch wieder sehr stilecht gewählt, denn in diesem Krimi geht es auch um Gartenzwerge. Aber es geht auch um einen heimtückischen Giftmord, wie Jupp herausfindet, aber wer dafür verantwortlich ist bleibt lande im Dunkeln, denn zu viele sind sauer auf die Böttingers. Jupp hat allerdings auch diesmal noch andere Themen, die ihn umtreiben. Seine Tochter ist zurück und findet auf einmal wichtig keinen Alkohol zu trinken und auch kein Fleisch zu essen. Das kommt bei Jupp gar nicht gut an und für Inge ist es ein Skandal, dass die jungen Leute keine Gardinen vor den Fenstern haben wollen. Ein klassisches Generationenproblem, das sich da auftut. Da hat der Autor einen guten Gedanken ins Spiel gebracht und toppt das Ganze noch mit dem neunjährigen Luan, der für die Familie Backes schon ein bisschen zu intelligent ist und auch noch Bundeskanzler werden möchte. Neben diesem Mord sind es die alltäglichen Dinge, die diesen Krimi interessant gestalten. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und auch die Sprache macht immer wieder deutlich, wo die Story spielt; im Saarland mit allen klassischen Plattitüden.
Ich mag diese Geschichten aus dem Saarland, sie sind spannend und höchst amüsant. Ich kann mir die Szenen und Situationen aus dem Krimi immer genau vorstellen, wie im Kino, wo gerade dieser Film läuft und wenn Jupp Backes auftritt, habe ich immer die Figur des Heinz Becker vor mir. Also für mich als regionaler Krimi mit all seinen Besonderheiten empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Eine sehr fortschrittliche Sichtweise

Zeit der Oligarchen
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Aldous Huxley, bekannt durch seinen Band „Brave New World“ beschreibt in diesem Band seine Sichtweise auf verschiedene politische Einstellungen und wie er sie wahrnimmt. Er erzählt über Politiker und Oligarchen, ...

Aldous Huxley, bekannt durch seinen Band „Brave New World“ beschreibt in diesem Band seine Sichtweise auf verschiedene politische Einstellungen und wie er sie wahrnimmt. Er erzählt über Politiker und Oligarchen, über Boy Gangster und was das mit den Regierungen zu tun hat.

Ich bin immer wieder überrascht, wenn Aldous Huxley in seinem Buch“ Zeit der Oligarchen“ über seine Feststellungen berichtet, weil ich denke, das ist ja genau das, was ich heute auch wahrnehme. Doch Huxley lebt in der Zeit Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts und hat schon einen klaren Blick, was sich dort abspielt und so wie es aussieht auch, wie es sich weiterentwickelt. Es sind in seiner Zeit vergleichbare Machtspiele der Mächtigen, wie in unserer Zeit. Ich fühle mich manchmal, wie in einer Zeitkapsel gefangen und ohnmächtig, wenn ich sehe, dass die Fehler aus der Vergangenheit heute genauso gemacht werden. Das stellte der Autor auch für seine Zeit fest, denn auch in der Zeit ist es wie in einer neverending Story der Ereignisse. Man könnte lakonisch feststellen, „the same Procedere as last year, the same procedere as every year“ Auch die Ohnmacht von weltweiten Vereinigungen, wie der UNO, die ja im Jahre 1945 erst gegründet wurde, um dafür zu sorgen, dass es ein Gleichgewicht in der Welt gibt, doch weit gefehlt. Das, was damals nicht gelang, gelingt heute schon gar nicht mehr.

Ich bin schon entsetzt und begeistert, wie die Welt auf derartige Beschreibungen reagiert hat, nämlich gar nicht. Es beweist wieder einmal, dass Huxley seiner Zeit weit voraus war. Und ich bin begeistert über eine Schlussfolgerung, die er zieht, was das Wichtigste auf der Welt ist. Alle Menschen sollen genug zu essen haben. Ich glaube jeder kann selber beurteilen, wie weit wir davon entfernt sind. Ich fand es sehr lohnenswert diese Ansichten gelesen zu haben, für mich war es eine Bereicherung.

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