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Veröffentlicht am 06.12.2025

Nichts ist so, wie es scheint

Bad Actors
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„Bad Actors“ ist mein zweites Buch von Mick Herron, das erste aus der Reihe „Slow Horses“. Ob mir der Einstieg mit Band 8 gelingt? Die englische Originalausgabe ›Bad Actors‹ erschien 2022, während der ...

„Bad Actors“ ist mein zweites Buch von Mick Herron, das erste aus der Reihe „Slow Horses“. Ob mir der Einstieg mit Band 8 gelingt? Die englische Originalausgabe ›Bad Actors‹ erschien 2022, während der Corona-Pandemie.
Großbritannien nach dem Brexit: Slough House ist das Ende der Karriereleiter für britische Spione und ihren Chef Jackson Lamb. Weitere Slow Horses sind Louisa, Roddy, Neuzugang Ashley, Lech, Shirley und Catherine.
Am Anfang wird das Personal vorgestellt. Jackson Lamb war mir nicht sympathisch, ein Ekelpaket, ein ungehobelter Klotz, der Kette raucht. Aber eine schöne Sprache, witzig, sarkastisch, gepaart mit Spannung und ein wenig Action.
„Bad Actors“ bedeutet Gefährder und genau darum geht es hier. Dr. Sophie de Greer, „Superforecasterin“ mit Schweizer Pass und Mitarbeiterin von Anthony Sparrow, Chefberater des Premierministers, ist spurlos verschwunden. Ist sie dem „Waterproof-Protokoll“ zum Opfer gefallen?
Ausgerechnet Claude Whelan, ehemaliger MI5-Chef und als solcher Erzfeind seiner Nachfolgerin Diana Taverner, soll sie finden. Doch die Spur führt ihn direkt zurück zum Hauptquartier im Regent’s Park - und zu Jackson Lamb.
In einem anderen Handlungsstrang stattet der oberste russische Geheimdienstchef der britischen Hauptstadt einen Besuch ab, der erst nach Tagen bemerkt wird. Zufall? Jedenfalls gerät „Lady Di“ Taverner ins Zentrum einer riesigen Verschwörung.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und beginnt mit dem zweiten Akt. Das fand ich etwas verwirrend.

Fazit: Auch als Stand-alone lesbar. Aber es ist sicher leichter, wenn man die Vorgängerbände kennt.

Veröffentlicht am 26.10.2025

Zahltag

Die Tiefe: Versunken
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„Die Tiefe: Versunken“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Karen Sander, die an der Ostsee verortet ist und zugleich der siebte Fall für Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin ...


„Die Tiefe: Versunken“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Karen Sander, die an der Ostsee verortet ist und zugleich der siebte Fall für Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger. Worum geht es diesmal?
Hobbytaucher finden vor dem Darß ein gesunkenes Segelboot, in ihm befinden sich vier Leichen, die Eltern und ihre beiden Kinder, eine ganze Familie. Alle wurden erschossen.
Tom wird aus dem Urlaub zurückbeordert und ermittelt mit seinem Team. Bevor es zu ersten Erkenntnissen kommt, gibt es zwei weitere Tote auf einem Motorboot. Handelt es sich um einen Serienkiller?
Während Tom in den beiden Fällen ermittelt, wird Mascha von ihrem Bruder Holger als Beraterin bei einem anderen Tötungsdelikt angefordert, in dem ein rätselhafter Brief eine Rolle spielt.
Karen Sanders Thriller bietet viel Atmosphäre und Lokalkolorit, für mich ein typischer Küstenkrimi. Es ist ein eher ruhiger Thriller mit mäßiger Spannung, voller Emotionen.
Aus unterschiedlichen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, 1996 und 24 Jahre später, rollt sich die Handlung auf, so dass ein ganz eigener Drive entsteht.
Die Ermittler wirken inzwischen wie gute Bekannte, wobei das Privatleben von Tom und Mascha viel Raum einnimmt, besonders zum Schluss.

Fazit: Gelungener Einstieg in die neue Ostsee-Trilogie. Doch am Ende bleiben viele Fragen offen.

Veröffentlicht am 07.10.2025

Nichts ist wie es scheint

The Business Trip
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„The Business Trip“ von Jessie Garcia habe ich gern gelesen. Der Thriller hat viele Stärken, aber auch einige Schwächen. Worum geht es?
Wir begegnen Jasmine und Stephanie, zwei Frauen, die unterschiedlicher ...


„The Business Trip“ von Jessie Garcia habe ich gern gelesen. Der Thriller hat viele Stärken, aber auch einige Schwächen. Worum geht es?
Wir begegnen Jasmine und Stephanie, zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jasmine flieht aus ihrer toxischen Beziehung mit Glenn. Stephanie geht auf Geschäftsreise. Sie ist geschieden und hat einen Sohn. Auch sie ist irgendwie auf der Flucht - aus ihrem bisherigen Leben.
Beide Frauen sitzen im selben Flieger nach Denver. Kurz darauf sind beide verschwunden. Ihre Freunde erhalten Text- und Sprachnachrichten, sogar Fotos und Videos. Und was hat dies alles mit einem Mann namens Trent zu tun?
„The Business Trip“ ist spannend und unterhaltsam. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jasmine, Stephanie, Glenn sowie Robert, Stephs Nachbar und Katzensitter, Trent und vielen anderen mehr, auf mehreren Zeitebenen und an diversen Schauplätzen, unter anderem Denver, San Diego, Atlanta und Mexiko.
Eine hanebüchene Story, die die Autorin sich ausgedacht hat. Es geht um wechselnde Identitäten - und Mord. Eine Wendung jagt die nächste. Auch, wenn ich schnell geahnt habe, wie der Hase läuft - zumindest in etwa, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Am Ende gibt es dann noch einen ultimativen Plot-Twist.
Die Sprache ist einfach mit simplen Dialogen. Die Protagonisten waren mir allesamt unsympathisch, so dass ich mit niemandem mitfiebern konnte.

Fazit: Rasantes Popcorn-Kino in Buchform.

Veröffentlicht am 05.09.2025

Wo ist Matti?

Die Farbe des Schattens
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„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt ...


„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt war. Worum geht es?
Winter 1992: Der 11-jährige Matthias, genannt Matti, ist verschwunden. Er wurde zum Einkaufen geschickt. Ist er weggelaufen, hat er sich verlaufen oder ist er verunfallt?
Die Eltern alarmieren die Polizei, eine Suchaktion startet, Spürhunde werden angefordert, Nachbarn befragt. Schließlich wird Mattis Leiche in einem leerstehenden Haus auf dem Mönkeberg gefunden. Der Hausverwalter wirkt verdächtig. Groth hat seine Zweifel, er vermutet Parallelen zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Fall und rollt diesen wieder auf.
Die Autorin hat mit der Fortsetzung von „Das Schweigen des Wassers“ einen atmosphärisch dichten Krimi geschrieben, der die Wendezeit wiederaufleben lässt. Man spürt die Hoffnungslosigkeit der Bewohner in der Mönkeberg-Siedlung, viele Menschen sind arbeitslos, haben keine Perspektive. Gut skizzierte Figuren machen die Story authentisch.
Die Geschichte wirkt entschleunigend ohne die Präsenz von Handys und Computern, die Ermittlungsarbeit der Polizei geht infolgedessen nur langsam voran. Es wirkt wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, in die Protagonist Groth, sperrig, geschieden, verwaist, wunderbar hineinpasst.
Durch den literarisch angehauchten Schreibstil ist die Handlung fesselnd, manchmal schwer zu ertragen, denn die geschilderten Verbrechen sind in Mecklenburg tatsächlich geschehen, aber wirklich viel Spannung kommt nicht auf.

Fazit: Fall Nr. 2 für Arno Groth und Kommissar Zufall.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein rundes Dutzend

Bodenfrost
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„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner ...


„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner hält an einem Kindernachmittag der Miesbacher Polizei auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs gerade einen Vortrag, als eins der Kinder eine Leiche findet.
Wie sich herausstellt, handelt es sich um Vitus Zander. Er wurde ermordet. Auf dem Bauch des Toten hat der Täter eine Zeichnung hinterlassen, die aussieht wie ein Fisch, durch den jemand eine Harpune geschossen hat.
Vor einigen Jahren gab es einen Serienkiller, der seine Opfer genauso markiert hatte. Er wurde nie gefasst. Ist „der Harpunier“ zurück?
Mit „Bodenfrost“ ist dem Autor wieder ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen, sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt - wie immer - nicht zu kurz.
Der Erzählstil ist gewohnt flüssig und - obwohl Figuren wiederholt im Dialekt sprechen - stets leicht verständlich.
Über das Wiedersehen mit Wallner und Kreuthner habe ich mich gefreut. Auch Karla Tiedemann, Antonia „Toni“ Koncz, Wallners Großvater Manfred und Kreuthners Freundin Pippa Trautmann sind wieder mit von der Partie.
„Bodenfrost“ ist auch ein Krimi, der Incels thematisiert. Nur die Auflösung hat mich diesmal nicht überzeugt.

Fazit: Humorvoll, skurril und spannend. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.