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Veröffentlicht am 14.01.2026

What about Weston?

Wild Eyes
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Mit „Wild Eyes“ sind wir zurück in Rose Hill, denn es ist der zweite Band von Elsie Silver, der in der kleinen kanadischen Stadt spielt. Da ich den Einstieg zeitlich verpasst habe, hole ich weiterhin via ...

Mit „Wild Eyes“ sind wir zurück in Rose Hill, denn es ist der zweite Band von Elsie Silver, der in der kleinen kanadischen Stadt spielt. Da ich den Einstieg zeitlich verpasst habe, hole ich weiterhin via Hörbuch auf.

Ich hatte Aileen Wrozyna und Tiziano Renz im Ohr. Sie kenne ich bereits, habe mich aber nochmal kurz vergewissert, was sie sonst so spricht und ich hatte es richtig vom Gefühl her vermerkt, dass ich ihre Stimme eher jünger empfinde. So war der Kontrast zu Renz‘ Weston doch größer. Ich hätte also vermutlich eine andere Frauenstimme gewählt, aber das ist Geschmackssache. Irgendwann war sie für mich natürlich die Verkörperung von Skylar und es passte. Renz bin ich bis dato noch nicht begegnet, aber er hat eine Stimme, die für mich definitiv gepasst hat.

Inhaltlich muss ich sagen, dass ich für mich ganz klare Kritikpunkte habe, die ich auch erstmal loswerden will. Die hängen auch alle ein wenig zusammen, denn in meinem Empfinden war dieser zweite Band die Geschichte von Skylar und Weston war hübsches Beiwerk und das kann ich nicht gut leiden, wenn ich zwei Perspektiven habe. Dabei kannten wir ihn schon durch Band 1, jedenfalls aus den Augen seiner Schwester und seines besten Freundes heraus. Also wäre es doch ideal gewesen, ihm nun mehr Hintergrund zu verschaffen. Aber sein einziger Job war es, ein guter Vater zu sein und Skylar anzuhimmeln und zu beschützen. Das war mir leider zu einseitig. Gegen Skylars Geschichte habe ich nichts. Ich fand es sogar mal zur Abwechslung frisch, dass wir einen Popstar haben, der nicht in einer Sinnkrise ist, sondern der nur als Marionette agiert hat und noch gar nicht das Potenzial erreicht hat, wozu er fähig ist. Wie sich Skylar als technisch modifizierte Stimme hin zu eine Singer-Songwriterin entwickelt hat, das fand ich toll. Aber es war letztlich zu dominant, weil Weston keine Geschichte hat. Mit seiner Ex ist alles top. Mit den Kindern gibt es keine Probleme, weil auch der Sohn mit Skylar sofort aufblüht. Da war einfach nichts.

Das hat dann auch dazu geführt, dass der Bowling-Club der Single-Dads völlig untergegangen ist. Er war in Band 1 so eine charmante Konstante, weswegen es schade war, hier nur noch die geringstmögliche Dosis zu erhalten. Wir erhalten zwar einiges an Andeutungen für die kommenden Bände und darauf freue ich mich auch, aber da hätte es definitiv mehr sein müssen. Aber nach diesem Meckern möchte ich jetzt natürlich betonen, dass ich die Liebesgeschichte dennoch fühlen konnte. Es gab tolle Momente zwischen den beiden, da habe ich gut mitgefühlt. Ich fand auch, dass sich die Kinderthematik wieder toll ausspielt, vor allem vor dem Hintergrund, wie sich Skylar in einer neuen Rolle einfindet. Auch die Unterschiede der beiden Kinder waren sehr wichtig, für beide Rollen. Westons Gefühle, wenn Mamawoche ist, kamen auch toll rüber. Das waren alles Themenblöcke, in denen ich sehr mitfühlen konnte. Wie relativ oft waren mir die intimen Szenen etwas zu wild, das kommt als Hörbuch auch nochmal anders rüber, als wenn man es liest.

Fazit: „Wild Eyes“ war keinesfalls schlecht, aber weil ich weiß, was Elsie Silver drauf hat, muss ich an dieser Stelle meckern, denn das Ungleichgewicht zwischen Skylar und Weston war für mich zu eklatant. Also gut zu lesen/hören, aber die Geschichte hätte noch viel besser sein können.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Wilder emotionaler Ritt

Between Fading Stars
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Die „London is Lonely“-Reihe von Anna Savas wird immer als etwas besonderes in Erinnerung bleiben, ist es der Autorin gelungen, in einem doch recht festgefahrenen Genre gegen Prinzipien zu verstoßen und ...

Die „London is Lonely“-Reihe von Anna Savas wird immer als etwas besonderes in Erinnerung bleiben, ist es der Autorin gelungen, in einem doch recht festgefahrenen Genre gegen Prinzipien zu verstoßen und Liebesgeschichten zu erzählen, die ineinander verwoben sind und dadurch eigentlich eine gehörige Portion Realismus eingestreut haben. Auch das Verlagswesen als Basis war immer ein Highlight. Mit „Between Fading Stars“ ist nun doch schon wieder das Ende parat und Wes, der in Band 1 unsere Herzen im Sturm erobert hat, bekommt sein eigenes Happyend.

Die Aufregung zwischen Band 1 und 2 konnte nur so groß sein, weil Wes als eigenständige Person so gut funktioniert hat. Er hat Maddie zum Strahlen gebracht und auch wenn ich gut mit Savas‘ Aufbau leben konnte, dass sie nicht die wahre Liebe füreinander waren, so war es doch Band 1, der überhaupt alle erst zu der Reihe hingezogen hat. Dementsprechend war das richtiges Gefühlschaos und so war das Happyend für Wes nur folgerichtig und wichtig. Es gab zuvor auch schon Andeutungen zu Hailey und nun wird die Vergangenheit der beiden ausgerollt und sie bekommen eine zweite Chance. Hailey war für uns so eine völlige Unbekannte, aber gleichzeitig wurde sie doch schnell sehr vertraut. Das liegt natürlich an Savas als Autorin, aber vor allem an dem Fakt, dass sie im Nachwort selbst zugibt, wie persönlich die Geschichte geworden ist, weswegen sich Hailey wohl auch so echt anfühlte. Sie ist eine Autorin wie Savas und durch sie konnte sie ihre eigenen Ängste, Sorgen und Nöte ausleben und uns verstehend darlegen.

Auch wenn es auf eine Art schade war, dass wir nicht nochmal so intensiv ins Verlagswesen wie in Band 1 eingekehrt sind, so war die Lesereise ebenfalls eine clevere Art. Es ist eine andere Perspektive auf die Buchwelt, die dazu gehört und sie wurde wunderbar als Background der Liebesgeschichte genommen. Die ganze Reihe ist wirklich eine tolle Hommage und sie wird uns allen lange im Kopf bleiben. Insgesamt kam ich aber dennoch erstmal schwer rein. Was genau Hailey und Wes einst auseinandergetrieben hat, das bleibt natürlich erstmal verborgen, aber es war schon schwierig, Wes‘ völlige Antipathie zu erleben, aber genau Ähnliches von Haileys bester Freundin gespiegelt zu bekommen. Dann waren die ersten Begegnungen auch maximal seltsam, sodass für mich zunächst kein Lesefluss zustande kam, der mir die logischen Brüche erklärt hätte. Es war zwar auf der Gefühlsebene unwahrscheinlich intensiv, aber es hat mich sehr an den vierten Band von Sarah Sprinz und ihrer Dunbridge Academy-Reihe erinnert. Wenn zu viel gefühlt wird und zu wenig passiert, dann ist mir das emotional irgendwann zu schwer und der Effekt ist hier zunächst auch entstanden. Etwas realistisch darzustellen, lässt sich immer nicht gut lesen und das ist echt ein gemeiner Zwiespalt für Autoren.

Mit der Lesereise kam aber mehr Zug rein. Auch wenn das gesamte Buch sehr auf der emotionalen Ebene angesiedelt ist, so haben sich hier Action und Gefühlschaos besser die Klinke in die Hand gegeben. Wir haben immer mehr Andeutungen bekommen und es war auch einfach spannend, wann welcher Schritt zwischen den beiden erfolgt. Ich persönlich fand es für die Lesefreundlichkeit nicht so geschickt, dass die Rückblenden unmittelbar in die Gegenwart eingebunden wurden. Ich hätte eigenständige Kapitel besser gefunden, weil so ging alles zu sehr ineinander über, sodass die Kohärenz nicht immer sofort da war. Aber das war nur ein kleiner Makel. Ich habe das Buch irgendwann immer schneller lesen wollen, was auf jeden Fall ein Kompliment ist. Aber ich muss auch eingestehen, dass ich bei Hailey und Wes jetzt schlechter verstanden habe, warum sie besser funktionieren als Maddie und er. Das ist natürlich sehr subjektiv, aber weil Wes sich einst in eine Version von Hailey verliebt hat, die viel von sich zurückgehalten hat, ist die Vergangenheit arg belastet. Aber für die Gegenwart mochte ich auf jeden Fall die Botschaft, dass sich beide Figuren so entwickelt haben, dass sie jetzt genau richtig füreinander sind und dass sie endlich ehrlich zu sich sein können.

Wir haben auch abseits der beiden noch einige Baustellen. Bei Hailey ist das Autorendasein. Ich habe tatsächlich auch noch auf einen Ausflug in die Familiengeschichte gewartet, der das Jetzt betrifft, aber das ist nicht schlimm, denn wenigstens wurde bei Wes alles rund beendet. Das war wichtiger, weil er uns durch alle drei Bände begleitet hat und da fühlt sich das wie der größere emotionale Sieg an.

Fazit: „Between Fading Stars“ ist für mich emotional ein wilder Ritt gewesen. Er beendet für mich die Reihe absolut richtig, aber es gab auch genug Aspekte, die für mich nicht ideal waren. Aber es wurde auch genug richtig gemacht. Schreiben und Lesen ist einfach so subjektiv und das habe ich hier krass gemerkt. Aber sich so Gedanken zu machen, ist auch etwas, was ich immer mitbekommen möchte. Deswegen ist jeder Band der Reihe absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Verworrene Geheimnisse

Eisnebel
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Kate Alice Marshall ist auf dem deutschen Buchmarkt eine noch relativ unbekannte Autorin. Ich bin auch eher zufällig auf ihren Thriller „Eisnebel“ gestoßen, aber das Cover hat so perfekt in die Zeit gepasst, ...

Kate Alice Marshall ist auf dem deutschen Buchmarkt eine noch relativ unbekannte Autorin. Ich bin auch eher zufällig auf ihren Thriller „Eisnebel“ gestoßen, aber das Cover hat so perfekt in die Zeit gepasst, ohne ein Weihnachtsbuch zu sein. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, dass eine Frau die Familie ihres Partners auf einem abgelegenen Gelände kennenlernen soll, da dachte ich daran, dass es ein Trend auf dem Thriller-Buchmarkt zu sein scheint, weil ich in die Richtung schon ein bisschen was gelesen habe. Dennoch habe ich „Eisnebel“ eine Chance gegeben, ob es sich von der inhaltlichen Konkurrenz absetzen kann.

Ich habe „Eisnebel“ als Hörbuch gehabt. Und auch wenn ich Heike Warmuth als Stimme keinesfalls kritisieren möchte, so war ich doch aufgrund ihrer reifen Stimmfarbe etwas irritiert, als aufgeklärt wurde, wie alt Protagonistin Theo sein soll. Wie eine Frau in ihren 30ern klang sie einfach nicht, ich hätte sie intuitiv deutlich älter geschätzt. Natürlich habe ich mich an die Stimme immer mehr gewöhnt, aber ich hätte sie wohl bis zum Ende nicht so jung als Figur eingeschätzt. Hier wäre eine andere Stimme vielleicht clevrer gewesen, aber Warmuth hat das atmosphärisch toll gelesen.

Inhaltlich muss ich sagen, dass der Einstieg sicherlich der schwächste Teil des Thriller ist, denn es gibt keine herausstechenden sympathischen Charaktere, nicht einmal Theo selbst. Aber alle anderen sollten abweisend sein, das war die Prämisse. Dazu war die Familie auch nicht klein und da muss ich immer wieder feststellen, dass es beim Hörbuch schwieriger ist, das alles zu sortieren. Aber auch beim Lesen wäre es nicht einfach gewesen. Zudem ist es auch die Beziehung von Theo und Connor, die sofort aufhorchen lässt, denn da kam einfach nichts rüber. Auch wenn ich bei Theo zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hatte, ihr ginge es bei Connor ums Geld, so war dann doch die Frage, was ist es dann, was sie anzieht? Ich fand die geschilderte Beziehung sehr komisch. Beim Thriller muss natürlich früh eine Atmosphäre da sein, um weiterlesen zu wollen, aber Lesen lebt auch von einem emotionalen Anker und der hat mir gefehlt.

Beim Thriller muss noch ein zweiter Aspekt stimmen und das ist die Spannung. Die funktioniert im Grunde durchgängig und sie hat mir auch geholfen, über den Einstieg hinweg zu kommen. Theos Aufenthalt fängt schon seltsam an, weil sie Drohungen erhalten hat, gar nicht erst aufzutauchen. Relativ früh entdeckt sie dann auch einen Hinweis, der sie selbst und ihre Vergangenheit betrifft und von dort aus entwickelt sich ein wirklich cleveres Geflecht aus Wendungen, Action und Entsetzen, was nicht alles enthüllt wird. Es war irgendwann genug Zug drin, um es in einem Zug zu Ende hören zu wollen. Auch wenn am Ende die Schwächen des Anfangs nicht wirklich aufgehoben worden sind, so kann ich das aufgrund des Genres ganz gut verschmerzen. Der perfekte Thriller hätte mir menschlich noch mehr gegeben, aber hier war wenig vorauszusehen und dementsprechend bleibt das als Plus, denn andere Autoren beweisen oft genug ist, wie schwer es ist, den Plot nicht zu durchsichtig aufzubauen.

Fazit: „Eisnebel“ ist zwar auf menschlicher Ebene nicht richtig greifbar, weil mir die emotionalen Anker gefehlt haben, dafür hat die Spannung irgendwann exponentiell zugenommen. Es ist ein guter Thriller und da Marshall auch noch relativ unerfahren ist, macht das neugierig auf mehr.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Arbeitsplatz-Romantik

Mornings in Boston - The Stories We Tell
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Auch wenn es für Anna Lane bei Lyx nicht die erste Reihe ist, so ist die „Love on Air“-Reihe nun meine erste Begegnung mit ihr. Ich selbst bin zwar keine Zuschauerin von Morning-Shows, die es ja auch in ...

Auch wenn es für Anna Lane bei Lyx nicht die erste Reihe ist, so ist die „Love on Air“-Reihe nun meine erste Begegnung mit ihr. Ich selbst bin zwar keine Zuschauerin von Morning-Shows, die es ja auch in Deutschland gibt, aber ich finde es immer gut, wenn man ein so klares Setting hat, bei dem man unterschiedliche Geschichten entwickeln kann. Deswegen war der Reiz groß, mit dieser Reihe Lane mal kennenzulernen.

Mein Eindruck zu „The Stories We Tell“ hat sich schnell verfestigt und dann bis zum Ende auch nicht mehr aufgelöst. Für mich fehlte einfach ein gewisser Funke. Nichts war schlecht, aber es war auch nichts für mich richtig positiv herausstechend. Deswegen habe ich an dem Buch auch länger gelesen, als ich ursprünglich gedacht hätte. Alle Ansätze waren gut, aber überall hätte es auch noch eine Schippe mehr drauf sein können. Das fängt zunächst beim Setting an. Wie gesagt, die Idee fand ich super und ich sehe auch genug Potenzial, dass ich in den zweiten Band auch in jedem Fall reinlesen werde. Ich fand vor allem den Konkurrenzkampf gut umgesetzt, gerade weil es in der Branche nicht viele Stellen gibt, sodass es schnell ein Hauen und Stechen werden kann. Ich fand es auch immer gut, wenn wir konkrete Arbeitsplatzsituationen hatten. Wie beispielsweise die erste Show von Penelope und Connor oder auch später die Situationen mit der speziellen Woche in der Hütte. Aber man hat gemerkt, dass sich der Fokus schnell weg davon geschoben hat und viel mehr auf der privaten Ebene erzählt wurde. Das ist nicht verwerflich, aber ich bin überzeugt, dass man Privates und Berufliches konkreter miteinander verknüpfen konnte. Gerade das Trauer-Thema, was sehr dominant ist, hätte einen Beitrag inspirieren können.

So gab es Andeutungen, aber nicht den richtigen roten Faden. Dabei fand ich es gerade am Anfang beeindruckend, dass Penelope gleich so resolut mit ihrer Interviewführung vorgestellt wurde. Sie schreckt nicht vor Unangenehmem zurück und deswegen dachte ich schon, dass da was werden kann, aber wir haben Connor und Penelope letztlich zu wenig an der Schnittstelle als Journalisten und Moderatoren erlebt. Charakterlich fand ich beide völlig okay. Connor ist zunächst der Bremsklotz, absichtlich, aber da das angedeutete Mysterium schnell klar war, hatten wir die andere Seite von Connor und die kam ja auch schnell immer deutlicher hervor. Ich fand letztlich seine individuelle Geschichte auch stärker, weil seine Patchwork-Familie und die daraus entstehenden Problem greifbar und zum Mitfiebern waren. Bei Penelope war es mir zu einseitig mit ihrer Trauer. Das Ungleichgewicht, aber auch stilistische Entscheidungen haben aus der Chemie des Paares leider keine richtige Sehnsucht für mich entstehen lassen. Das habe ich schon früh gemerkt, weil Enemies to Lovers nicht richtig funktionierte und dann gab es oft Zeitsprünge in der Handlungsentwicklungen, sodass es auch kein Slow Burn wurde. Es war mir zu überhastet, wie es zwischen den beiden voranschritt. Es gab Szenen, die habe ich echt gerne gelesen, aber insgesamt unterstreicht es meinen ersten Eindruck, von allem gerne noch etwas mehr.

Wo aber was ist, da kann auch noch mehr draus werden und deswegen sehe ich hoffnungsvoll auf die Reihe von Lane. Wir haben schon Andeutungen zur nächsten Paarung und da möchte ich gerne mal gucken, wie es sich ausgestaltet.

Fazit: „Mornings in Boston – The Stories We Tell” hat mich mit dem Setting gereizt und mich letztlich auch auf einer soliden Basis überzeugt. Aber in allen Bereichen war noch Potenzial nach oben da. Wie kann die Show besser eingebunden werden, wie verknüpfe ich persönliche Entwicklung mit beruflicher Herausforderung, wie erzeuge ich Chemie beim Paar? Da war noch was drin und ich bin optimistisch, dass Anna Lane das drauf hat.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Fields-Welten verschmolzen

Body Number One
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Bislang habe ich alles von Helen Fields gelesen, was es auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat und mit „Body Number One“ kann man endgültig sagen, dass alle bisherigen Welten der Autorin vollends verschmolzen ...

Bislang habe ich alles von Helen Fields gelesen, was es auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat und mit „Body Number One“ kann man endgültig sagen, dass alle bisherigen Welten der Autorin vollends verschmolzen sind und ich bin nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finde.

Nachdem wir Ava und Luc wirklich lange durch Schottland begleitet haben und das bei Bastei Lübbe, ist inzwischen dtv die neue deutsche Heimat. Dort haben wir mit „The Institution“ einen Thriller zur Profilerin Connie Woolwine bekommen. Wie ich erst jetzt erfahren habe, ist es wohl nicht das erste Buch zu ihr, was dann leider etwas schade ist, aber ich habe diesen in der Anstalt spielenden Thriller auch so als sehr eng erzählten Roman empfunden und das passte. Mit „The Killer Profile“ haben wir dann wieder eine neue Figur mit Midnight kennengelernt, aber Connie hat immerhin noch eine Rolle gespielt, aber „Body Number One“ hat noch einmal alles auf den Kopf gestellt. Lively und Slater, die bei Ava und Luc immer wichtige Nebenfiguren werden, werden diesmal ins Zentrum gerückt und es war seltsam. Da habe ich mich sogar fast über mich selbst geärgert, weil wie oft wünscht man sich, dass genau so etwas passiert, weil man mehr über sie erfahren wird, und dann macht es dennoch nicht sofort Klick. Aber Lively ist auch keine Figur, die man leicht ins Herz schließt. Das ist bewusst so und auch zurecht, aber nun so viel aus seiner Perspektive zu haben, das war gewöhnungsbedürftig. Slater wiederum ist nicht so zentral gewesen, aber dennoch fand ich es schwer, bei ihr wirklich Neues zu erfahren.

Ansonsten taucht dann nach einem Viertel Connie in der Geschichte auf. Bei ihr hadere ich ein bisschen, dass die Connie von jetzt wenig mit der aus „The Institution“ hatte, einmal ein kompletter Persönlichkeitswechsel. Auch wenn sie mit ihrer aktuellen Art die Stimmung auflockert, so ist es gleichzeitig doch auch irgendwo seltsam. Umgekehrt fand ich es aber sehr schön, dass die speziellen Verbindungen aus „The Killer Profile“ ebenfalls aufgegriffen wurden, denn die waren mir noch am vertrautesten und die wurden gut dargestellt.

Kommen wir jetzt zum Inhalt, den wir hier geboten bekommen. Bei Fields ist es immer eine Sache, dass sie einen entweder echt lange an der Nase herumführen kann oder es doch nicht so geschickt hinbekommt, wie sie es sich vielleicht gedacht hat. Hier muss ich sagen, dass wir eine Mischung bekommen. Eine Sache war mir doch relativ früh klar, aber die genaue Erklärung dafür, darauf wäre ich nie gekommen. Dementsprechend Spannungsaufgabe halb erfüllt. Dann will ich aber noch loben, dass der psychologische Anteil gelungen ist. Eine Täterperspektive wird uns von Anfang an geboten. Das mag nicht jeder, aber ich weiß es zu schätzen, wenn man so wirklich mittendrin ist und nicht auf eine geballte Ladung ganz am Ende angewiesen ist, wo sich dann alles überschlägt. Das war so angenehmer, weil man viele Seiten der Psychose verstehen und miterleben konnte. Vielleicht fehlte ein wenig die professionelle Einschätzung des Ganzen, weil wir nur mit dem Täter ‚drin‘ sind, aber ich kann es zum Glück immer aus einer objektiven Perspektive einschätzen, weswegen ich es für mich sehr gelungen fand.

Ich habe „Body Number One“ als Hörbuch gehört. Kaja Sesterhenn hat mir als Stimme gut gefallen, aber bei einem Buch mit mehreren Perspektiven ist es angesichts vieler anderer Hörbücher echt schade, wenn man dann nur eine Stimme im Ohr hat. Sesterhenn war bemüht, jeder Perspektive etwas Individuelles mitzugeben, was sicherlich auch für einen selbst als Sprecher herausfordernd ist, aber es wäre für ein Hörerlebnis einfacher, klare stimmliche Unterschiede als Orientierung zu haben.

Fazit: „Body Number One“ ließ sich gut weghören. Auch wenn die Mischung aller bisherigen Figurenwelten von Helen Fields nicht ideal gelungen ist, aber ich finde es gut, dass sie mutig ist. Mut zahlt sich irgendwann aus. Hier ist noch Luft nach oben, vor allem in der Konsequenz der Figuren und im Aufbau des Falls, aber wer bislang alles von Fields gelesen hat, der wird hier einiges zu entdecken haben, im überwiegend positiven Sinne.

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