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Veröffentlicht am 10.12.2025

Blass, blasser, Nightblood

Nightblood Prince
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Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so ...

Dies war nicht das erste Buch von Molly X. Chang, das ich gelesen habe und ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Ich werde mit ihrem Schreibstil einfach nicht warm, dabei klang die Geschichte so gut!

Fei wird unter dem Stern einer großen Prophezeiung geboren- als auferstandene Göttin soll sie das Land vereinen. Der regierende Kaiser sieht das als Zeichen, sie an seinen Sohn zu binden. So wächst sie in einem goldenen Käfig im Palast auf, ihre Zukunft immer vor Augen. Bis es ihr zu viel wird und sie die Verlobung löst- ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird.

Die Geschichte hat eigentlich alles, was es braucht: eine große Prophezeiung, zwei verfeindete Prinzen, die um die Hand der schönen Frau kämpfen, große Gefühle, den Kampf der Frau um ihre eigene Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und dazu ganz viel chinesische Folklore und ganz wichtig- Vampire!

Das alles verschwindet aber leider hinter dem Schleier des Nicht-Erzählens. Während Feis Innensicht und Gefühlswelt stetig im Vordergrund steht und sich permanent im Kreis dreht, wirken die Figuren furchtbar blass. Auch der Weltenbau wird wenig ausgeschmückt, der zeitliche Ablauf weist unerklärliche Lücken auf und vieles wird einfach als gegeben hingenommen, ohne es näher zu erläutern.

Das macht- zumindest mir- auf Dauer nur wenig Spaß und ich kann kaum erahnen, wieviele Bände diesem Auftakt noch folgen sollen, bis die Geschichte zuende erzählt sein wird. So viel Geduld habe ich aber definitiv nicht!

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Mehr Optik als Inhalt

Heart of Night and Fire
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Irgendwie sollte es mir wohl mittlerweile zu denken geben, wenn ein Buch besonders hübsch aufgemacht ist. Knalliges Cover, wunderschöner Farbschnitt- aber kann der Inhalt mit diesem Versprechen von Vergnügen ...

Irgendwie sollte es mir wohl mittlerweile zu denken geben, wenn ein Buch besonders hübsch aufgemacht ist. Knalliges Cover, wunderschöner Farbschnitt- aber kann der Inhalt mit diesem Versprechen von Vergnügen mithalten? Immer öfter lautet meine ganz persönliche Meinung darauf leider eher "Nein". So auch bei diesem Buch.

Zarya hat keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit oder Familie, seit sie denken kann lebt sie im Sumpf, gefangen gehalten von Row und seinem Lehrling Aarav. Er bringt ihr Kampfkunst und den Umgang mit Waffen bei, erzählt ihr aber nichts über ihre Herkunft. Als er eines Tages verschwindet, flieht sie in die nächstgelegene Stadt, wo sie General Vikram und seinem Leutnant begegnet und gemeinsam mit ihnen gegen die Dämonen kämpft, die sie bedrohen.

Diese an indische Mythen und Legenden angelehnte Geschichte könnte so interessant und schillernd sein- die nebensächlichen Dinge wie Nahrung udn Kleidung nimmt auch wunderbar Gestalt an. Leider leidet die grundsätzliche Erklärung dieser Welt darunter- der Weltenbau bleibt bruchstückhaft, nicht gänzlich verständlich. Da hilft auch das beigefügte Glossar nicht.

Schlimmer wird es nur noch, wenn es um die Wesen geht, die diese Welt bevölkern. Es gibt offenbar verschiedene Königreiche, aber die mächtigsten Wesen eines jeden kämpft für dieses eine kleine Königreich, bestehend aus einer Stadt? Und neben diesen magisch begabten Wesen gibt es auch noch Menschen, aber die stehen, obwohl sie machtlos sind, nichtmal auf der niedrigsten Stufe? Ihr merkt schon, ich habe noch lange nicht alles verstanden.

Und dann kommen wir zum Schluss noch zu den Figuren: die weibliche Hauptfigur ist teilweise unerträglich nervig, schwankend in ihrer Zuneigung, gleichzeitig sehr naiv und misstrauisch und findet grundsätzlich jedes männliche Wesen, das ihr über den Weg läuft, umwerfend attraktiv.
Die Beschreibung "Slow Burn" ist tatsächlich gar nicht so weit hergeholt, denn bis zum Schluss hat man keine Ahnung, für wen sie sich denn nun entscheiden wird, denn ihre Zuneigung ist wie ein Fähnchen im Wind.

Ja, die Geschichte hat Potential, aber das soll jetzt ernsthaft noch drei Bücher lang so weitergehen?!
Wenn sich die Autorin mal ein bisschen mehr Zeit für eine Handlung nehmen würde, statt für Amor, würde ich ihr ja noch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Spooky, nein danke

Spookily Yours
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Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht ...

Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht dieses Buch, zusammen mit einem Dämon, Katzen und einem alles belastenden Fluch. Klingt gut, sagt ihr? Das dachte ich auch, wurde aber leider schnell eines besseren belehrt.

Ja, die Autorin hat das alles in ihren Roman reingepackt: Willow lebt mehr oder weniger zufrieden in ihrem kleinen Hexendorf, bis sie sich eines Tages einen neuen Kater ins Haus holt und schnell feststellt, dass es sich bei dem Tier um den verfluchten Dämon Damien handelt. Um ihn zu retten, sucht sie nach einer Methode, den Fluch aufzuheben und ihn zu befreien.

Mit diesem Setting hätte man das ganze Buch füllen können und eine cosy Herbstgeschichte drum rum stricken können. Stattdessen wird diese Quest schon im ersten Drittel des Buches abgehandelt, danach geht es nur noch um die unsterbliche Liebe (und eigentlich doch eher Lust) der beiden zueinander.

Das Buch driftet in die Belanglosigkeit ab, alles was es spannend gestalten könnte (Jahrhunderte Altersunterschied, Dämonen und Hexen sind verfeindet,...) werden in Nebensätzen abgehandelt, damit es schnell wieder zum Knick-knack übergehen kann.. Am schlimmsten ist aber dieses Heilwe Welt-Ende, das die Autorin konstruiert denn SPOILER man kann ja nur wirklich glücklich werden als Frau, wenn man verheiratet und Mutter geworden ist, sein eigenes Geschäft aufgegeben hat und von der Wohlätigkeit seines reichen Ehemannes abhängig ist.

Nein danke für dieses Szenario aus dem letzten Jahrhundert!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Eine Idee allein reicht nicht aus

The Deathless One
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Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt ...

Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt versprochen!

Prinzessin Jessamine sieht ihrer Hochzeit entgegen. Dabei würde sie viel lieber weiter an der Ursache für die geheimnisvolle Seuche forschen, die ihr Königreich zu zerstören droht. Hätte sie sich mal lieber mit dem Mann auseinandergesetzt, den sie heiraten soll. Denn der hat nichts beseres zu tun, als kurz vor dem Ja-Wort sie und ihre gesamte Familie, sowie ihren Hofstaat umzubringen und das Königreich zu übernehmen. Zu ihrem Glück entdeckt der letzte verbliebene, wenn auch verbannte Gott, der Todlose, sie in seinem Zwischenreich und verschafft ihr ein zweites Leben (nicht ohne Hintergedanken, natürlich).

Man sollte annehmen, dass sie dieses zweite Leben nutzt, um blutige Rache an den Verrätern zu nehmen, ihr Königreich zurückzuerobern oder ihrem Lebensziel, der Heilung der Seuche, zu folgen. Stattdessen tut Jessamine...ja, was eigentlich?

Es fällt mir wirklich schwer, die Handlung des Buches zusammenzufassen, denn es passiert einfach so unfassbar wenig, obwohl so viele Worte verwendet werden. Und auch die Figuren erhalten lediglich die Tiefe eines Bleistiftstriches- also gar keine. Jessamine: blass und antriebslos (außer wenn es um den Körper des Todlosen geht). Sämtliche Nebenfiguren: da, wenn sie mal eben gebraucht werden, ansonsten unsichtbar. Nur der Todlose bekommt ein wenig Tiefe und hat mir geholfen, diesen Abklatsch von einem Roman durchzustehen.

Die Erzählung wirft so einiges an Fragen auf, manche unwichtig, andere scheinbar wichtig (zumindest für den Leser). Die Autorin aber stürzt sich lieber auf alles Nebensächliche und lässt die für eine (nichtvorhandene) Handlung wichtigen Fragen vollkommen außer Acht.

Ich weiß, es ist ein Reihenauftakt. Da kommt bestimmt noch mehr. Aber allein dieser Gedanke, dieses Nichts von Erzählstil noch weitere zwei Bücher durchstehen zu müssen, bereitet mir Albträume.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Absolute Enttäuschung

Vorsehung
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Liane Moriarty hat ganz fantastische Ideen für ihre Romane und ein Händchen dafür, ihre Figuren in Handlungen und Verbindungen zu verstricken und damit die Spannung hochzuhalten. Dabei spricht sie sehr ...

Liane Moriarty hat ganz fantastische Ideen für ihre Romane und ein Händchen dafür, ihre Figuren in Handlungen und Verbindungen zu verstricken und damit die Spannung hochzuhalten. Dabei spricht sie sehr oft aktuelle Themen an. Nebenbei spielen ihre Geschichten meist in Australien, dem Land bin ich außerhalb ihrer Bücher nie näher gekommen. Danke dafür!

Aber was genau war das hier?! Als hätte der Coverdesigner schon zum Ausdruck bringen wollen, wie enttäuscht er vom Inhalt ist, verströmt das Cover 90er-Vibes und macht null komma null Lust darauf.

Und auch wenn der Klappentext eigentlich vielversprechend ist (auf einem Flug nach Sidney verteilt eine geheimnisvolle Dame Sterbeprognosen an alle Passagiere; die rätseln daraufhin, wie wahrscheinlich die Vorhersagen eintreten werden), schafft es die Autorin, sich vollkommen zu verstricken. Zu viele Figuren, zu viele Nebenhandlungen und Lebensläufe, die sie einstrickt. Dazu eine Hauptfigur, die zu schmale Schultern hat, um das ganze Gerüst auf ihnen zu tragen.

Ich hätte es niemals gedacht, dass Liane Moriarty das mal schafft, aber ich bin komplett enttäuscht.

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