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Veröffentlicht am 10.12.2025

Originelles Worldbuilding und unterhaltsame Geschichte

The Tainted Cup
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„The Tainted Cup“ ist der Auftakt der Biopunk-Krimi-Reihe „Shadow of Leviathan“ von Robert Jackson Bennett, in der wir in eine Welt mit dystopischem Charakter geführt und mit den Auswirkungen/Möglichkeiten ...

„The Tainted Cup“ ist der Auftakt der Biopunk-Krimi-Reihe „Shadow of Leviathan“ von Robert Jackson Bennett, in der wir in eine Welt mit dystopischem Charakter geführt und mit den Auswirkungen/Möglichkeiten von Biotechnologie und Genmanipulation konfrontiert werden.

Eine skurril zugerichtete Leiche führt Dinius Kol – Gehilfe der berüchtigten Ermittlerin Ana Dolabra – in das dekadente Anwesen einer der wohlhabendsten Familien des Reiches. Doch dieser Tote ist erst der Anfang. Schon bald geraten Ana und Din in ein Netz aus Korruption und Verrat, das sich bis in die höchsten Kreise des Imperiums erstreckt …

Obgleich uns der Autor nicht nur Stück für Stück in den Mord und in die folgenden Ermittlungen einweist, sondern uns auch gemächlich in die weitreichende, äußerst komplexe Welt ,Khanum' eintauchen lässt, uns mit deren Aufbau und den Gegebenheiten, den Konventionen und Hierarchien bekannt macht, hätte ich mir in diesem Punkt noch mehr Hintergründe und Details gewünscht, um das Ganze wirklich greifen zu können.
Soviel aber: Durch das Imperium ziehen sich Ringmauern, die die einzelnen Bereiche und Schichten voneinander abgrenzen. Wichtig ist jedoch jene Barriere, die das Volk vom Meer und somit von den Leviathane, grausamen Seemonstern, abschirmt. Diese greifen das Reich jedes Jahr zur Regenzeit mit geballter Kraft an. Ein sich näherndes Ereignis, das unserem außergewöhnlichen Paar zusätzlich Druck macht. Denn schnell wird klar: Motive und potenzielle TäterInnen gibt es zuhauf …
Ebenfalls spannend: Ausgewählte Personen Khanums wurden so modifiziert, dass sie teilweise übersinnliche Kräfte oder verstärkte Sinne besitzen.

Da wir der ersten Zusammenarbeit von Ana und Din beiwohnen, sind wir auch Zeugen ihrer Annäherung, ihres Kennenlernens. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, die zwischenmenschliche (rein berufliche/platonische) Entwicklung zu verfolgen und zugleich die beiden Individuen, ihre Eigen- und Besonderheiten kennenzulernen.
Dinius Kol, der uns durch die oft amüsante, durchweg interessante Handlung führt, hat Schwächen und seit seiner gewaltvollen Ausbildung ein Trauma, das er ebenso gut verbirgt wie seine Lüge. Der Gravierer ist neugierig, manchmal naiv, aber pflichtbewusst, ruhig und loyal. Im Gegensatz zu Ana: exzentrisch, eigenwillig, schräg – beschreibt diese Frau mittleren Alters, die unkonventionell und gleichzeitig beeindruckend präzise agiert, perfekt. Wenig Wert legt sie auf Höflichkeit und Anstand, was sie nicht nur sympathisch macht, sondern auch etwas Spritziges und Direktes in die Geschichte bringt, unverfroren und frei heraus.
Der Autor versteht es, in seine durchaus langsame, strukturierte Story Sarkasmus und Charme einfließen zu lassen und mit Überraschungen, Spitzzüngigkeit und Spannungsmomenten für Abwechslung zu sorgen. Geschickt wird uns innerhalb der fortschreitenden Ermittlungen eine Schar Verdächtiger präsentiert. Bennett verführt sowohl die LeserInnen als auch die Protagonisten zu, basierend auf den Hinweisen, logischen Vermutungen und schafft so Misstrauen gegenüber dem Einzelnen. Die Möglichkeit der Modifikation fasziniert ebenso sehr wie das im Fokus stehende, sich ergänzende Duo. Der Stil ist detailreich, schnörkellos und recht modern.

Ohne Frage benötigt „The Tainted Cup“ Aufmerksamkeit und Konzentration, aber ist mensch einmal im Denken und Wirken von Ana Dolabra und Dinius Kol angekommen, sieht sich mit Verrat und Intrigen konfrontiert, mit Mord und Anschlägen, entfaltet dieses Buch einen ungeahnten Sog.
In „Shadow of Leviathan“ trifft Biopunk-Crime auf Low-Fantasy, Politik auf schräge Charaktere. Ich bin sehr auf weitere Eindrücke der Welt und neue Fälle des Duos gespannt. „A Drop of Corruption“ erscheint bereits im Mai 2026 in der deutschen Übersetzung.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Historische New-Adult-Romance mit düsterer Atmosphäre

Society of Death. Von Rache verführt
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„Von Rache verführt“ ist der Auftakt der Dilogie „Society of Death“, in der uns Regina Meissner in das Jahr 1875 führt. Mitten hinein in eine Geschichte, die von melancholischen Tönen durchzogen ist, von ...

„Von Rache verführt“ ist der Auftakt der Dilogie „Society of Death“, in der uns Regina Meissner in das Jahr 1875 führt. Mitten hinein in eine Geschichte, die von melancholischen Tönen durchzogen ist, von Geheimnissen, die niemals ans Licht kommen sollten, und von Gefahren, die weit über studentischen Schabernack hinausgehen …

Vorab: Dieses Buch ist stimmig abgeschlossen und als Einzelband lesbar.

Wir lernen Victoria Foster als starke und selbstbewusste, wissbegierige und vielseitig interessierte Frau kennen, untypisch, zugleich jedoch erfrischend für die damalige Zeit. Als Tochter des Bürgermeisters von New Haven genießt die Protagonistin zwar ein gehobeneres Ansehen, doch letztlich sind es ihre beste Freundin und ihr geliebter Bruder, die ihr Leben mit Freude erfüllen. Dabei werden Nathaniels Tage stetig dunkler …
Victoria versucht alles in ihrer Macht stehende, um ihm zu helfen, tritt selbst den ,New Haven Circle for Mind Studies’ bei, um mehr über die Krankheit des Geistes, über die Melancholie und die Schwermut, die auch von dem 28-Jährigen Besitz ergriffen hat, herauszufinden. Doch jegliche Mühe reichte nicht. Aber statt in Trauer und Schuldgefühlen, in Wut, zu ertrinken, fokussiert sich Victoria auf die Suche nach der Wahrheit. Denn sie ist sich sicher, dass sich Nathaniel Foster nicht umgebracht hat, dass er sie niemals ohne ein Wort verlassen hätte …

Emery Grant studiert an der Yale-Universität Medizin, nicht, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, sondern um nie wieder untätig zusehen zu müssen, um nie wieder nutzlos zu sein. Mit der leisen Hoffnung, seine Mutter eines Tages aus jenem Loch zu befreien, in das er sie gestoßen hat; um Buße zu tun. Druck, Input und der Drang, Erwartungen zu erfüllen, sind groß. Doch mit dem Eintritt in die Studentenverbindung „Skull & Bones“ scheint seine Zukunft eine glorreiche zu werden. Eine, für die es sich lohnt, Opfer zu bringen.

Als sich Emery und Victoria bei einer Vorlesung über das Thema, das beide beschäftigt und begleitet, innerhalb der elitären Akademie begegnen, ist sie sofort da. Diese Verbindung. Keiner der beiden ahnt, dass ihre Beziehung schon bald eine Wendung einschlägt, die weder Liebe noch Vergebung aufwiegen kann …

In ihrem gewohnt souveränen Stil, mit vielen Details, greifbaren Empfindungen und Tiefe, in eher ruhigen Tönen, erzählt Regina Meissner ihre Romance, die dem Genremix entsprechend ausbalanciert ist. Heißt: Das historische Feeling – inklusive Gebaren und Konventionen – wurde wunderbar, sehr authentisch ausgebaut, die romantische Komponente ist unumstritten präsent, jedoch ist Victorias Priorität – unabhängig zarter Schmachter – die Aufklärung des Todes ihres Bruders. Spannende, beklemmende Sequenzen sind der dichten Stimmung zuträglich, während wir in Emerys Perspektive – hauptsächlich zu Beginn – mit der geheimnisumwobenen Studentenverbindung konfrontiert werden. Die „Skull & Bones“ basieren übrigens auf vagen Tatsachen, was deren brutales, verborgenes Vorgehen nur noch erschreckender macht. Dabei bin ich bis zum Schluss nicht sicher, welchem Sinn oder welchem Ziel die Gruppierung nachjagt, aber sei's drum. Im Gegensatz zu den Dark-Academia-Vibes schwappte die skrupellose Bruderschaft und die von ihr ausgehende Bedrohung/Gefahr wellenartig, zumeist subtil durch den Verlauf.
Meissner platzierte um ihre Protagonisten einige Irrungen und Mysterien, stellte sie vor Hürden und schockierende Offenbarungen, zwang sie, hinzusehen. Die Nebenfiguren blieben größtenteils Schemen, dennoch sind es vor allem Elodie, die Freundschaft symbolisiert und mit ihren eigenen Konflikten Neugier schürt, und Victorias Vater, der für eine Überraschung gut ist.

Während wir Victoria bei ihrer Recherche begleiten, die sie immer tiefer in ein Netz aus Machtspielen und Manipulationen führt, sie dazu drängt, sich mit ihrem Verlust auseinanderzusetzen und ihn zu akzeptieren, kommen wir auch Emery, seinem problematischen Verhalten, seinen Prioritäten und Intentionen näher. Obgleich Ungesagtes zwischen den beiden steht, bedingungsloses Vertrauen fehlt und Regeln, gepaart mit Angst, der vollkommenen Offenheit im Wege stehen, das Bedauern über ihre Situation zu spüren ist, sind die zarten Gefühle da. Sind laut und nagend. Der Wunsch, die Hoffnung, auf ein Gemeinsam. Aber manche Vergehen und Lügen wiegen schwerer als die Liebe …

„Von Rache verführt“ ist eine historische Romance, die gleichermaßen Aufregung wie Längen, Melancholie und Romantik bereithält, die berührt und wichtige Themen – bspw. Depressionen, Sucht und Trauer – anschneidet. Regina Meissner betrachtet außerdem die damalige Stellung und Unterdrückung der Frau, zeigt, wie diese von Wissen ferngehalten, bewusst kleingehalten wurden, wie machtvoll und sicher schon immer Rang und Namen waren. Aber Victoria weiß, was sie will, ist bereit, alles und jeden loszulassen, um ihr Leben nach ihren eigenen Maßstäben und Zielen, losgelöst von gesellschaftlichen Zwängen, auszukosten. Und ob Emery einen Platz in ihrer Zukunft hat? Das solltet ihr selbst herausfinden. Aber macht euch auf unerwartete Wendungen gefasst …
„Von Liebe befreit“ erscheint im April 2026 und ich bin bereits jetzt sehr gespannt auf die Charaktere, die wir dann kennenlernen werden.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Romance mit spannenden Sequenzen und brisanten Themen

Was die Nacht nie vergisst
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„Was die Nacht nie vergisst“ ist die neueste Romance von Justine Pust, in der uns die Autorin hinter den Glanz der Reality-TV-Shows blicken lässt, während wir zugleich in ein atmosphärisches Finnland und ...

„Was die Nacht nie vergisst“ ist die neueste Romance von Justine Pust, in der uns die Autorin hinter den Glanz der Reality-TV-Shows blicken lässt, während wir zugleich in ein atmosphärisches Finnland und in zahlreiche Geheimnisse eintauchen können.

Mona Heyne ist eine in Deutschland bekannte, polarisierende Streamerin, die sich auf ihrem Social-Media-Kanal u. A. für das Tierwohl starkmacht und nicht davor zurüeckt, Promis mit ihrem rücksichtslosen Verhalten zu konfrontieren. Jetzt hat die junge Veganerin als eine von 6 Teilnehmenden der Show „Celebrity Cache“ die Chance, 500.000 Euro und Reichweite zu gewinnen. Niemand soll erfahren, dass sich Mona weder des Geldes noch des Ruhmes wegen in den Flieger setzt …
Erst am Tag des Drehbeginns lernt die Deutsche ihre Konkurrenz kennen – mit Samu hat sie hier jedoch ganz und gar nicht gerechnet. Immerhin ist der attraktive Sportler ihr One-Night-Stand der letzten Nacht. Aber damit nicht genug: Schnell sieht sich Mona in ihrem Verdacht, dass hinter den Kulissen etwas im Argen liegt, bestätigt. Irgendjemand will sie nicht in der Show sehen und hat sie mit einer Zielscheibe versehen. So gilt Monas größte Sorge nicht den Schnitzeljagden, ihrem öffentlichen Auftreten oder den fünf anderen Online-Stars. Sondern ihrer eigenen Sicherheit. Und der Wahrheit.
Wildcard-Kandidat Samu kann sich kaum etwas Demütigenderes vorstellen, als tagelang mit den Möchtegern-Promis live vor der Kamera zu posieren. Doch um das Preisgeld zu gewinnen, ist der Finne bereit, Tausenden etwas vorzugaukeln, darauf bedacht, zu keiner Zeit seine Fassade fallen zu lassen. Zu viel steht für ihn und seine Familie auf dem Spiel.

Zwei Teilnehmende einer Reality-TV-Sendung – sie, die einen Skandal aufdecken und Gerechtigkeit, und er, der seine Lüge vertuschen und ein Versprechen halten will.
Zwei Menschen, die eine Rolle einnehmen, um ihre Ziele zu verfolgen. Und einander dabei näherkommen als in ihrer gemeinsamen Nacht.

♡„Sie wollen uns zum Schweigen bringen, aber diese Zeiten sind vorbei. Ich werde nichts sagen, ich werde schreien, bis sie endlich zuhören.“

„Was die Nacht nie vergisst“ wird aus wechselnder Perspektive von Mona und dem ihr nicht unbekannten Newcomer erzählt. So werden nicht nur die Intentionen beider, ihre persönlichen Geschichten und Hintergründe greifbar, sondern auch ihre individuellen Erfahrungen innerhalb der Show. Neben unterhaltsamen und aufschlussreichen Dialogen, den Aufgaben, die die WettstreiterInnen erfüllen müssen, und Konflikten innerhalb der Gruppe halten diverse Vorfälle und bedrohliche Nachrichten das Interesse aufrecht. Zwar sind die Fragen nach dem „Warum?“ und „Wer?“ in Mona präsent, doch die Tierschützerin ist nicht bereit, sich von ihrer Recherche abhalten zu lassen. Was ist ihrer besten Freundin, die „Celebrity Cache“ im letzten Jahr als Gewinnerin verlassen hat, geschehen? …

Durchbrochen werden die gegenwärtigen Ereignisse durch Rückblenden, die dem Verlauf wie den Protagonisten Substanz verleihen, und einfühlsam geschriebene, nahezu poetische und bewegende Tagebucheinträge von Fine Garo. Auch bekommt das Format der Sendung, bspw. durch Regeln, Protokolle der Einzelinterviews, Pressemitteilungen und Auszüge aus den Kommentarspalten von Social-Media, eine sich selbst tragende Dynamik. Dank der Anonymität des Internets ist es leicht, öffentlich zu verurteilen, theoretisch Fremde herabzuwürdigen und Hass zu speien. Angestachelt von fragwürdigen Schlagzeilen bekommt die Storyline durch dieses reale Verhalten eine explosive – dabei alltägliche – Note. Pust erinnert daran, dass das, was wir auf dem Bildschirm sehen, nicht mehr ist als zusammengeschnittene Fragmente, die ein möglichst verwerfliches und dramatisches Bild zeigen sollen. Was tatsächlich dahintersteckt und passiert, wenn die Kameras aus sind, weiß niemand. Darf niemand wissen. Alles für die Quote … Alles für Sichtbarkeit und die Demonstration von Macht.

Nahbar kamen Mona und Samu zur Geltung, während die restlichen TeilnehmerInnen mehr oder weniger typische Klischees erfüllten – und/oder durchbrachen. Ira, Pamela und Mona – und ihre in großen Teilen sich gleichenden Erfahrungen – spiegeln die Stellung und die Betrachtung des weiblichen Geschlechts im Showbusiness wider. Von Sxualisierung, Sxismus, Missbrauch, Erpressung (…) bis hin zum Wegsehen der Zuständigen, zu den Zuschauenden, die anstacheln und bewerten, den Betroffenen, die ertragen und zum Schweigen gebracht, unter Druck gesetzt werden. Denn wer glaubt ihr? Einer Frau im Minirock, einer Frau, die so oft JA sagte, einer Frau, die sich an der Stange räkelt, die offen spricht?
Wer glaubt dir?

Abgesehen von diesen wichtigen, brisanten Aspekten, die viel mehr und noch immer Aufmerksamkeit benötigen, sind auch Verlust und Trauer, Existenzängste und Schuld, Tierwohl und -schutz, Freundschaft, Zusammenhalt und Frauenpower tragende Punkte dieser New-Adult-Romance.
Justine Pust führt uns in einem klaren, authentischen Stil durch den wendungsreichen, oft melancholischen, nachdenklich stimmenden Verlauf, der reich an Emotionen ist, an spannenden und aufregenden Momenten, an berührenden Aussagen und Szenen, an ernsten Themen und der einen oder anderen überraschenden Offenbarung.
Sowohl das verschneite Finnland als auch das Show-Setting waren bildreich inszeniert und wurden immer wieder von einer angespannten Stimmung, einer unbehaglichen Atmosphäre, durchtränkt.
Ausreichend Menschen werden sich mit den hier geteilten Geschichten und Empfindungen der Frauen identifizieren können, sich vielleicht selbst sehen. Mitfühlen. Und – wie ich auch – einen Hauch Verständnis empfangen.
Was die Streamerin mit ungeahnter Hilfe am Ende ans Licht zerrt? Findet es heraus. Redet darüber. Lasst euch nicht zum Schweigen bringen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Gute Fortsetzung

Von Fluch und Treue
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„Von Fluch und Treue“ ist Teil zwei der Trilogie „Die Spiegel-Chroniken“, in der sich die Weisen für einen neuerlichen Krieg gegen die dunklen Mächte wappnen.
Eine kurze Zusammenfassung und eine Weltkarte ...

„Von Fluch und Treue“ ist Teil zwei der Trilogie „Die Spiegel-Chroniken“, in der sich die Weisen für einen neuerlichen Krieg gegen die dunklen Mächte wappnen.
Eine kurze Zusammenfassung und eine Weltkarte zu Beginn erleichtern den Einstieg, während am Ende ein Glossar dabei hilft, sich die Arten und Gegebenheiten ins Gedächtnis zu rufen.

„Eine Spiegelung kommt einem Todesurteil gleich. Man will sich nicht selbst die Hände schmutzig machen, also setzt man die Verbannten auf die Todesliste eines anderen. Und mich beschleicht die Frage, wer eigentlich entschieden hat, dass wir die Guten sind.“

Auch in der Fortsetzung begleiten wir Jolie-Mai Bennet, aus deren Sicht die Geschehnisse geschildert werden, und ihren Jägerpartner Eric auf ihren Reisen durch Märchen und vergangene Zeiten, auf der Suche nach Artefakten, die für den Clan der Weisen und Mächtigen im Kampf gegen die Umbra und deren dunkle Fähigkeiten, für eine Zukunft der Welt, unerlässlich sind. Laura Misellie entführt uns u. A. in die Geschichte des Rumpelstilzchens, stellt uns TierwandlerInnen vor und scheut nicht davor zurück, uns zu beweisen, dass Drachen mehr sind als ein Mythos. Die verschiedenen Settings tragen vornehmlich zur Abwechslung bei, während die Autorin an passender Stelle Informationen platziert, die dem Verständnis zuträglich sind. Besondere Eigenschaften des Einzelnen, sich ausbreitende Zwietracht unter den BewohnerInnen der Insel Leуndаrmál Eујa, allerhand Magisches und die Vorahnung einer erstarkenden Bedrohung halten das Interesse gleichermaßen aufrecht wie es die Rаväіѕ und ihre Entwicklung vermag. Denn Jo – die weiterhin hauptsächlich unnahbar und kalt auftritt – ringt spürbar mit dem, was in ihr brodelt, mit ihrer abgründigen Seite, nagender Schuld und der Gewichtung ihrer Rolle. Wir erleben den Zwiespalt und den Schrecken der Teenagerin, als der Genuss von Macht, als Wut sie verzehrt. Nicht hilfreich dabei, die Kontrolle zu behalten, ist Bennets emotionales Chaos. Immer häufiger engen sie Colins Vorhaltungen und seine Eifersucht ein. Und gerade Eric ist es, der ihr ein warmes Gefühl und Verständnis schenkt. Eine weitere von Konflikten durchzogene Komponente bildet die sich wandelnde Dynamik der Gruppe um Jo. Die Frage, wer wahrhaftig ein/e FreundIn ist, kurbelt das Misstrauen an. Gleichzeitig bereichern Taylor, Baze, Melissa, Ada und Co den Verlauf ungemein.

Teil zwei der Serie überrascht mit diversen Offenbarungen und einigen spannenden Momenten. Zwar empfand ich manch Reaktion und Dialog als zu einfach, doch wird die Handlung von einem steten Pulsieren der Vorsicht begleitet. Wirkt Misellis Stil insgesamt auf Distanz bedacht, ermöglichen es die detailreichen Beschreibungen, in die Storyline und die wechselnden Kulissen einzutauchen, den Ernst der Lage zu sehen und mitzufiebern.
Jolie-Mais Neigung, gedankenlos von Plänen abzuweichen, ist eine teilweise nervige Angewohnheit der wankelmütigen Protagonistin, jedoch eine, die zu ihrem Wesen gehört. Die der Bürde, die auf ihr lastet, der Kraft, die in ihr ruht, Ausdruck verleiht. Immerhin hängt von Jo und den Weisen nicht weniger als das Schicksal der Welt(en) ab …
Wir dürfen gespannt sein, was uns im Finale – „Von Mut und Ahnen“ – erwartet.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Interessanter Auftakt einer mythischen Trilogie

His Face Is The Sun – Der Thron von Khetara
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„His Face is the Sun“ ist der Auftakt einer Trilogie, die uns in das Alte Ägypten, hin zu Mythen, Prophezeiungen und Intrigen, mitten hinein in eine Rebellion und dunkle Geheimnisse führt.

Michelle Jabès ...

„His Face is the Sun“ ist der Auftakt einer Trilogie, die uns in das Alte Ägypten, hin zu Mythen, Prophezeiungen und Intrigen, mitten hinein in eine Rebellion und dunkle Geheimnisse führt.

Michelle Jabès Corpora erzählt ihre Geschichte aus vier unterschiedlichen Perspektiven – wir lernen eine Rebellin, eine Priesterin, den Grabräuber und eine Prinzessin kennen, begleiten sie auf ihrem scheinbar vom Schicksal vorgegebenen Weg, der sie in Konflikte und zueinander führt. Welches Ziel sie verfolgen (sollen) bleibt lange ungewiss. Und doch sind alle vier bereit.

Aufgrund des einfachen Stils war es trotz der wechselnden Sichtweisen nicht schwer, dem Verlauf zu folgen, sich in die komplexen Gegebenheiten einzufinden und zu verstehen. Corpora geleitet und in einem atmosphärischen Ton durch trockene Wüsten und gruselige Grabkammern, durch prächtige Räume und Armutsviertel, geizt nicht an unheilvoller Stimmung, aufrührerischen Momenten und interessanten Charakteren. Wenn auch nicht alle nahbar, manche undurchsichtig blieben, empfand ich sowohl die Entwicklung des Einzelnen als auch jene der Geschehnisse äußerst gelungen. Tempo und Spannung wachsen mit fortlaufender Handlung, sodass es kaum Längen, dafür aber malerische Beschreibungen, einige Wendungen, etliches an Gefühl und mitreißende Sequenzen gab. Zahlreiche Fragen – welch Übel dem Land droht, weswegen Khetara derart gespalten, von Unruhen geplagt ist, wo der Ursprung der Krankheit liegt, die den Herrscher dahin rafft (…) – türmen sich auf und verlangen, den verstreuten Antworten aufmerksam nachzugehen.

Da die ProtagonistInnen aus verschiedenen Schichten stammen, erhalten wir nicht nur Tiefe in ihre Wesen, sondern auch einen greifbaren Eindruck des hier gelebten – authentisch dargelegten – Systems. Der mythologischen und magischen Komponente, des Glaubens und Wirkens, konnte ich viel abgewinnen, waren diese doch origineller Natur und oft mit historischen Erklärungen, einem gewissen Realismus, der nicht minder schockierend ist, untermalt. Die Prophezeiung bleibt ein Mysterium, etwas Geheimnisvolles, nichtsdestotrotz wirkt der Beginn der Serie „Der Thron von Khetara“ wie der Anfang von etwas Großem. Diesem Gedanken zuträglich sind die subtile Aufregung und Euphorie. Und das überraschende Ende. Ich werde nun gespannt auf Teil zwei warten.

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