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Veröffentlicht am 24.12.2025

Spannender Einblick in die Influencer-Welt mit Schwächen im Finale

Belladonnas
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„Belladonnas“ von Liann Zhang entführt uns in die Welt der Reichen und Schönen, gesehen durch die Augen zweier Zwillingsschwestern, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Kontrast zwischen ...

„Belladonnas“ von Liann Zhang entführt uns in die Welt der Reichen und Schönen, gesehen durch die Augen zweier Zwillingsschwestern, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Kontrast zwischen Julies hartem Alltag im Supermarkt und Chloes Erfolg als Influencerin ist spannend gezeichnet – besonders, da ihr einziger Kontakt in der Vergangenheit rein instrumentell für Chloes Content war.
Der Thriller startet extrem stark mit einem riskanten Rollentausch nach einer Leichenentdeckung. Ich mochte es sehr, wie Zhang die Oberflächlichkeit und das Business hinter den Kulissen von Social Media beleuchtet. Leider hielt meine Begeisterung nicht bis zum Ende an: Ab der Mitte wurde die Handlung für meinen Geschmack zu wirr und die Ereignisse auf der Insel wirkten auf mich wenig nachvollziehbar. Das hat mich emotional leider aus der Geschichte gerissen. Insgesamt bleibt es für mich ein spannendes Buch mit einer tollen Grundidee, das mich zum Ende hin aber nicht mehr ganz abholen konnte.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Erst Vorgänger lesen

The Woman in Suite 11
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"The Woman in Suite 11" von Ruth Ware ist mein erstes Buch der Autorin. Vielleicht ist das auch das Problem, welches ich damit hatte. Das Buch quillt über von Anspielungen auf einen Vorgänger "The Woman ...

"The Woman in Suite 11" von Ruth Ware ist mein erstes Buch der Autorin. Vielleicht ist das auch das Problem, welches ich damit hatte. Das Buch quillt über von Anspielungen auf einen Vorgänger "The Woman in Cabin 10", ich werde ihn im Anschluss lesen, empfehle das aber vorher zu lesen.
Lo Blacklock ist Journalistin, die aber einige Jahre pausiert hatte, um sich um ihre kleinen Kinder zu kümmern. Jetzt bekommt sie die Gelegenheit wieder einzusteigen, mit einer Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz.
Sie fliegt hin und das Hotel und seine Lage am Genfer See sind traumhaft, die Atmosphäre wird auch gut geschildert.
Schon bald bekommt sie aber ein mulmiges Gefühl, als nach und nach alte Bekannte dort auftauchen.
Die Autorin kann schreiben, ihre Beschreibungen lassen Bilder vor meinen Augen entstehen. Sie versteht es auch schnelle Spannung aufzubauen und zu halten.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Lo erzählt, mit der ich aber nicht richtig warm wurde. Das lag hauptsächlich daran, dass ich viele ihre Handlungen nicht verstehen und nachvollziehen konnte.
Das Buch hält einige Wendungen parat, die mich aber größtenteils nicht überraschen konnten, denn ich fand vieles sehr vorhersehbar, leider.
Mich hat die Geschichte nicht gelangweilt, das Buch hat sich gut gelesen, aber ich hatte mir viel mehr davon versprochen.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Für mich schwierig

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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"1000 und ich" von Yorick Goldewijk wird als Jugendbuch ab 12 Jahren empfohlen, doch der Zugang zur Geschichte fiel mir schwer. Vielleicht liegt das an der jugendlichen Zielgruppe, für die der Stoff zugänglicher ...

"1000 und ich" von Yorick Goldewijk wird als Jugendbuch ab 12 Jahren empfohlen, doch der Zugang zur Geschichte fiel mir schwer. Vielleicht liegt das an der jugendlichen Zielgruppe, für die der Stoff zugänglicher sein mag. Die Ich-Erzählerin ist eine Jugendliche, 8, die in einer gleichförmigen, von permanenten Beschallungen und Abläufen geprägten Welt lebt – eine Atmosphäre, die entfernt an "1984" erinnert. Sie beginnt, das System zu hinterfragen, bricht aus der Reihe aus und trifft auf die Figur 1000.

Mein zentrales Problem war die Lektüre: Die Erzählung, die uns in die Gedanken, Träume und Vorstellungen der Protagonistin entführt, wirkte auf mich oft verwirrend und unstrukturiert. Ich verlor immer wieder den Faden und hatte das Gefühl, etwas Grundlegendes übersehen zu haben. Obwohl die thematisierten, zukunftsrelevanten Probleme wichtig sind und eine gute Diskussionsgrundlage bieten – besonders für Jugendliche (am besten mit Begleitung) –, konnte mich die Umsetzung nicht fesseln oder emotional abholen. Insgesamt empfand ich das Leseerlebnis als mäßig.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Nicht ganz einfach

Die Stimme im Licht
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"Die Stimme im Licht" markiert meinen ersten Ausflug in die Welt von Kornelia Schmid. Obwohl dieses Buch als Vorgeschichte zu ihrer Fantasy-Reihe dient, ist es als eigenständiges Werk konzipiert und auch ...

"Die Stimme im Licht" markiert meinen ersten Ausflug in die Welt von Kornelia Schmid. Obwohl dieses Buch als Vorgeschichte zu ihrer Fantasy-Reihe dient, ist es als eigenständiges Werk konzipiert und auch für neue Leser wie mich verständlich.

Ich muss ehrlich gestehen, dass der Einstieg in diese Geschichte sehr mühsam war. Selbst nach der Hälfte des Buches wirkten die zahlreichen Protagonisten noch fremd, und ihr Schicksal ließ mich anfänglich kalt. Ich habe tatsächlich kurz über einen Abbruch nachgedacht.

Glücklicherweise habe ich durchgehalten – was sich als die richtige Entscheidung erwies. Im letzten Drittel verwoben sich die losen Fäden zu einem schlüssigen Ganzen. Die Geschichte gewann an Sinnhaftigkeit und fand ein durchaus versöhnliches Ende.

Wir folgen hier abwechselnd verschiedenen Figuren der Steinzeit – darunter Schamanen, eine Häuptlingstochter und ein gestürzter Stammesführer. Sie alle sind gezeichnet von Zweifeln und befinden sich auf einer persönlichen Suche. Wir teilen ihre Gedanken und Erlebnisse, die manchmal verstörend, aber auch belustigend sein können. Die Magie in dieser steinzeitlichen Welt wird dabei sparsam, aber effektiv eingesetzt.

Unterm Strich ist "Die Stimme im Licht" ein Roman, der Ausdauer verlangt. Es ist gut möglich, dass die Handlung für Leser, die bereits mit der Trilogie vertraut sind, sofort zugänglicher und von größerer Bedeutung ist. Für mich war es letztendlich ein solides, wenn auch schwerfälliges Leseerlebnis, das aber mit einem befriedigenden Abschluss entschädigt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Nicht ganz stimmig

House of the Beast
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"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ...

"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ihrer Mutter ein einsames, einfaches Leben. Sie ist einsam, wird aber sehr geliebt. Als ihre Mutter schwer erkrankt wendet sich Alma an ihren Vater, der ein Gefäß der Schreckensbestie ist und ein Vorstand des Hauses Avera.
Alma muss ein Opfer, ihren eigenen Arm, bringen und wird von niemanden anerkannt, auch auf diesem Anwesen ist sie allein.
Als ihre Mutter dann trotzdem stirbt, schwört sie Rache und stürzt sich in ihre Ausbildung, um stark und mächtig zu werden.
An ihrer Sete ist ein Gott, den sie sich selber als Kind ausgemalt hat und den niemand weiter sieht, der ihr seine Existenz aber beweisen kann.
Die Geschichte selbst ist etwas zerrissen, mal Fantasy, mal Liebesgeschichte, Götter, Dämonen und reelle Gefahren.
Auch, wenn man es geschafft hat, hier abzutauchen, fehlt mir hier die Spannung, ich habe immer wieder zu tun, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Mir war es letztlich zu flach, zu wenig Weltenbau und Charakterstudie, zuviel Romance und Nebensächlichkeiten. Nicht einmal die Entwicklung von Alma konnte ich nachvollziehen und habe mehr als einmal den Kopf geschüttelt über ihre Reaktionen.
Ansätze rund um das Schattenreich und die Götter, die Kämpfe waren gut, aber der Fokus lag eben nicht darauf.

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