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Veröffentlicht am 17.01.2026

Ergreifendes Zeitzeugnis mit erzählerischen Längen

Um jeden Preis
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Worum geht es?
Das Buch basiert auf der wahren Geschichte von Lydia, einer Russland-Deutschen aus der Nähe von Odessa.
Frühling 1944: Die Flucht der damals 16-Jährigen und ihrer Familie nach Deutschland ...

Worum geht es?
Das Buch basiert auf der wahren Geschichte von Lydia, einer Russland-Deutschen aus der Nähe von Odessa.
Frühling 1944: Die Flucht der damals 16-Jährigen und ihrer Familie nach Deutschland beginnt dramatisch, im heutigen Polen angekommen wird ihr Vater während der Flucht zum Volkssturm einberufen und muss die Familie verlassen. Lydia gibt ihm das Versprechen, die Mutter und ihre vier Geschwister zusammenzuhalten. Doch statt sich endlich im heutigen Deutschland in Sicherheit zu wiegen, gerät die Familie im Sommer 1945 in die Hände der Sowjets und wird nach Sibirien in die Zwangsarbeit verschleppt. In der eisigen Einöde kämpft Lydia jahrzehntelang unter unmenschlichen Bedingungen ums Überleben, immer getrieben von dem Ziel, ihr Versprechen einzulösen und die Familie wieder zu vereinen.

Meine Meinung
Inhaltlich hat mich das Buch absolut abgeholt, tief bewegt und ging mir wirklich unter die Haut. Alles ist ergreifend, erschütternd und packend.
Die vielen einzelnen Hauptcharaktere waren mir keineswegs unsympathisch. Konnte ich doch ihre Handlungen nachvollziehen und habe sehr mit ihnen mitgefühlt.
Was meinen Lesegenuss jedoch deutlich getrübt hat, ist der Schreibstil der Autorin. Obwohl die Geschichte hochspannend ist, wird der Lesefluss durch ständige Wiederholungen gebremst. Die Art und Weise, wie dieser Tatsachenbericht umgesetzt wurde, empfand ich als nicht ganz gelungen. Mir fehlte hier eine gewisse erzählerische Geradlinigkeit, da der Stil der Wucht der Ereignisse manchmal im Weg stand, anstatt zu unterstützen.
Das Cover ist hervorragend gelungen,
es fängt den Hauptstrang der Geschichte sehr gut ein.

Fazit
"Um jeden Preis" war mein erstes Buch von Hera Lind und ist inhaltlich eine sehr starke und bewegende Geschichte, bei der man genau weiß, worauf man sich einlässt. Aufgrund der erzählerischen Schwächen gibt es jedoch Abzug bei den Sternen. Dennoch gibt es eine eingeschränkte Empfehlung von mir. Wer sich für wahre Schicksale interessiert und über einen eher repetitiven Schreibstil hinwegsehen kann, sollte dieses Buch trotz der genannten Kritikpunkte lesen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Authentischer Rückblick mit Längen

Before I met Supergirl
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Worum geht es?
In "Before I Met Supergirl" beschreibt Rea Garvey die rauen Küsten Irlands. Es ist ein Buch über seine Identität, Heimat und den Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser sich oft ...

Worum geht es?
In "Before I Met Supergirl" beschreibt Rea Garvey die rauen Küsten Irlands. Es ist ein Buch über seine Identität, Heimat und den Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser sich oft holprig gestaltet. Garvey schreibt über die Reibung mit seinem Vater und jene ersten Akkorde, die sein Leben für immer verändern sollten.

Meine Meinung
Erfrischend ehrlich und mit viel Humor schildert Garvey seine Kindheit und Jugend, die ersten musikalischen Gehversuche, abenteuerliche Touren und das Wechselspiel aus Erfolg und Misserfolg. Durch die lockere, spontane Erzählart wird der junge, impulsive Mann richtig greifbar.
Da die Kapitel eher wie Anekdoten wirken, kann das Buch gut zwischendurch gelesen werden, ohne den Faden zu verlieren. Ein tolles Extra ist die Playlist, die die Stimmung beim Lesen perfekt einfängt.
Jedoch war es inhaltlich für mich leider nicht so spannend wie erhofft. Die Schilderungen sind zwar nicht uninteressant, aber auch nicht fesselnd. Mir fehlte bei vielen Dingen der inhaltliche Mehrwert. Deshalb gibt es 2 Sterne Abzug.
Das Cover gefällt mir sehr gut und passt wunderbar zum Inhalt des Buches.

Fazit
Ein gut erzählter, leicht zu lesender Rückblick auf prägende Momente, der aber weniger ein lückenloser Lebensbericht als vielmehr eine selektive Auswahl an Anekdoten ist. Unterhaltsam für zwischendurch, aber der letzte Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Geniale Idee, verliert aber den Fokus

Standing Ovations
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Worum es geht?
Alex Lyons, der berühmte und arrogante Theaterkritiker, vergibt aus Überheblichkeit nur 1 oder 5 Sterne. Als er die Show der jungen Künstlerin Hayley Sinclair mit dem Tiefstwert abstraft, ...

Worum es geht?
Alex Lyons, der berühmte und arrogante Theaterkritiker, vergibt aus Überheblichkeit nur 1 oder 5 Sterne. Als er die Show der jungen Künstlerin Hayley Sinclair mit dem Tiefstwert abstraft, ahnt er nicht, welche Lawine er lostritt – besonders, da er kurz darauf und irgendwie auch unwissentlich die Nacht mit Hayley verbringt. Hayley wandelt ihre Verletzung in Kunst um und macht Alex und seinen Verriss zum Thema ihrer neuen, viral gehenden Performance. Ein hochaktueller Konflikt, der perfekt den Nerv der Zeit trifft.

Meine Meinung
Die Grundidee über die Macht der Kritik ist brillant. Leider entscheidet sich die Autorin für eine Erzählperspektive, die das Hauptthema in den Hintergrund drängt. Die Leser lernen die Geschichte durch die Augen von Sophie kennen, ebenfalls Journalistin und Kollegin von Alex. Sophie ist in diesem Konflikt leider weder sonderlich interessant noch wirklich von Belang.
Die erste Hälfte ist packend und vielversprechend, aber die zweite Hälfte wird von Sophies privatem Hintergrund, im Buch als Eheprobleme & Job-Comeback als junge Mutter dargestellt, dominiert. Diese detaillierten Nebenschauplätze bremsen die Dynamik und lassen die Handlung langatmig werden. Die Autorin schreibt dadurch leider knapp am eigentlichen Konflikt zwischen Hayley und Alex vorbei.
Das Cover ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und gefällt mir nur mäßig, auch hierbei hätte man mehr daraus machen können.

Fazit
Diese Geschichte hätte ein großartiges Buch werden können, das einen originellen Blick auf Künstler und Rezensenten, letztere arbeiten als Journalisten, wirft. Das Potenzial wurde meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft. Es ist unterhaltsam für zwischendurch, aber nicht die brillante, fokussierte Umsetzung, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Süß, kitschig, spicy, aber der besondere Funke fehlt

The Holiday Brothers
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Worum geht es?
Die titelgebenden Brüder Maddox, Heath und Tobias Holiday bekommen jeder seine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.
Bei "A Single Dad for Christmas" dreht sich alles um Maddox.
Maddox ...

Worum geht es?
Die titelgebenden Brüder Maddox, Heath und Tobias Holiday bekommen jeder seine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.
Bei "A Single Dad for Christmas" dreht sich alles um Maddox.
Maddox Holiday, der erfolgreiche Unternehmer und charmante Single Dad, sucht für die Feiertage eine Nanny für seine Tochter und gerät dabei direkt in die Arme seiner Jugendliebe Nathalie, was für jede Menge prickelnde Turbulenzen sorgt
Bei "A Secret Crush for Christmas" dreht sich alles um den Zwillingsbruder Heath.
Heath Holiday muss sich seinen tiefen Gefühlen für Stella stellen, die ihm als die kleine Schwester seines besten Freundes jahrelang verboten war. Die Weihnachtstage bringen die beiden in gefährliche Nähe und stellen ihre Entschlossenheit auf die Probe.
Und bei "A Second Chance for Christmas" dreht sich alles um den anderen Zwillingsbruder Tobias. Tobias Holiday trifft in der dritten Story auf seine große College-Liebe Eva. Ein unerwartetes Wiedersehen und eine noch unerwartetere Wendung stellen das Leben der beiden auf den Kopf und geben ihnen vielleicht eine zweite Chance auf eine gemeinsame Zukunft.

Meine Meinung
Der Sammelband der Holiday Brothers ist eine flüssig geschriebene, unterhaltsame und kurzweilige Lektüre für Zwischendurch. Devney Perry liefert, was sie verspricht: romantische, humorvolle und auch spicy Lovestorys.
Allerdings kommt die versprochene Weihnachtsstimmung nicht wirklich auf. Die Feiertage dienen hier eher als hübsche Kulisse, anstatt eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die starke Ähnlichkeit der drei Storys. Sie folgen einem sehr ähnlichen Schema, was meines Erachtens gegen Ende leider zu einer gewissen Vorhersehbarkeit führt. Aufgrund der kurzen Länge der Novellen fehlte mir bei den Protagonisten die nötige Tiefe. Ich hätte mir mehr Raum für die Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehungen gewünscht. Gut gefallen hat mir allerdings die wechselnde Sichtweise der Brüder, ich konnte öfter mal schmunzeln.
Das Cover ist gut gestaltet, passt aber nicht wirklich zum Buch.

Fazit
Es sind drei kurze RomComs in einem "Sammelband" zusammengefasst. Quasi ein solider Roman für Fans schneller, unkomplizierter Romanzen zum abschalten, die über kleine Schwächen hinwegsehen können. Gute Unterhaltung, die aber leider ihr volles Potenzial nicht ausschöpft.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Absehbare Zukunftsmusik?

Der Tower
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Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was ...

Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was wie ein Jackpot beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Das Hochhaus, das stark von einer KI gesteuert wird, birgt dunkle Geheimnisse. Nova muss herausfinden, was mit ihrer Vormieterin geschehen ist, bevor es für sie selbst zu spät ist.

Meine Meinung
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, modern und sehr atmosphärisch. Ivar Leon Menger schafft es hervorragend, die beklemmende und sterile Atmosphäre des Hightech-Towers zu vermitteln. Die Idee, eine KI als unberechenbare Bedrohung zu nutzen, ist faszinierend und regt die Leserin und den Leser definitiv zum Nachdenken an. So ging es mir jedenfalls. Wie realistisch ist es, dass eine programmierte KI Menschen bestraft, die nicht ins System passen. Ist es absehbare Zukunftsmusik oder doch unmöglich?
Leider hat es die Geschichte nicht geschafft, mich komplett mitzureißen. Die Spannungsbögen waren nur vereinzelt vorhanden, und der große, nervenzerreißende Sog eines Pageturners hat mir gefehlt.
Mein größter Kritikpunkt betrifft die Hauptfigur Nova. Ihr Verhalten war für mich an vielen Stellen zunehmend nervend und nicht wirklich nachvollziehbar. Das erschwerte mir das Mitfiebern.
Das Cover ist hervorragend gelungen und passt zur Story.

Fazit
Ein atmosphärisch dichter Thriller mit einem spannenden Grundkonzept, der aber durch die für mich teils unlogische Hauptfigur und die fehlende durchgängige Spannung an Potenzial verloren hat. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit KI-Szenarien auseinandersetzen möchten.

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