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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2026

Ganz nett, wenn man nicht zu genau hinschaut

Starminster - Stadt in den Wolken
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Die Idee ist toll, wer hat nicht vom Fliegen geträumt - und eine geheime Stadt im Himmel?! Auch die Gestaltung des Buches macht Lust zu lesen, das Cover wirkt warm und magisch.

Die Gefühle von Astrid, ...

Die Idee ist toll, wer hat nicht vom Fliegen geträumt - und eine geheime Stadt im Himmel?! Auch die Gestaltung des Buches macht Lust zu lesen, das Cover wirkt warm und magisch.

Die Gefühle von Astrid, der jungen Hauptperson, sind durchgehend so nachvollziehbar und echt geschrieben. Ich habe sie schnell ins Herz geschlossen. Auch ihre Starminster-Freundin bekommt schnell Kontur und Persönlichkeit. Leider sind die Reaktionen der meisten anderen Charaktere für mich nicht nachvollziehbar, ich war beim Lesen oftmals irritiert oder vor den Kopf gestoßen, insbesondere bei den Aktionen der Erwachsenen. Aus meiner Sicht folgenreiche Ereignisse haben dann doch kaum Auswirkungen, während andererseits unglaubwürdige Domino-Ketten starten. Auf mich wirkte es alles ziemlich hingeschustert. Und so ist der Plot das Schwächste an diesem Buch. Eine kindgerechte Vereinfachung geht auch ohne solche Mängel.

Toll waren die oftmals atmosphärischen Beschreibungen, egal ob Rhabarber Schuppen, Luxusbadezimmer, Himmelsseilbrücken oder Kathedrale. Die Orte werden lebendig und Astrid's Gefühle und Sehnsüchte dadurch noch greifbarer.

Auch die vielen kleinen Anregungen die eigene Werte zu schulen haben mir sehr gefallen. Astrid ist eine aufmerksame Hauptperson, ihre Beobachtungen zu Diskrepanzen und Missständen bereichern das Buch ohne zu dominant zu sein. Auch Astrid's anpackende, eigenverantwortliche Art hat mir gut gefallen.

Ich würde das Buch eher in der jüngeren Selbstleser oder älteren Vorleseecke verorten, wo die Mängel am Plot vielleicht noch eher hinter den positiven Aspekten zurück treten können.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Trilogie-Mitten-Hänger?

To Love a God
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Ich hatte mich sehr auf Band zwei gefreut, insbesondere nach dem Cliffhanger des ersten Buches. Die Erzählung setzt auch direkt dort wieder ein und man sollte meinen, dass es mir leicht fallen müsste wieder ...

Ich hatte mich sehr auf Band zwei gefreut, insbesondere nach dem Cliffhanger des ersten Buches. Die Erzählung setzt auch direkt dort wieder ein und man sollte meinen, dass es mir leicht fallen müsste wieder in die Welt und Geschichte einzutauchen. Aber das war es nicht. Mir fehlten irgendwie die emotionalen Anknüpfungspunkte. Coldens Gedächtnisverlust hat natürlich seinen Charakter stark verändert, aber das war es definitiv nicht nur. Auch die anderen Charaktere wirkten auf mich zunächst ziemlich flach. Selbst Gespräche die auch schwere Erfahrungen der Vergangenheit thematisiert haben blieben seltsam kalt und irrelevant. Bei Aurora habe ich es am deutlichsten gespürt, weil sie eben auch die Hauptperson ist. Ich fand insbesondere das Thema rund um Auroras Menschlichkeit bzw ihr Waffe-sein nur sehr nebenbei und oberflächlich bearbeitet, obwohl das für mich zentral war. Wirklich interessiert hat mich erst der neu aufgetauchte Charakter.

Erst nach der Hälfte des Buches hatte ich das Gefühl wirklich Freude dran zu haben. Es hatte sich wieder eine Dynamik zwischen Aurora und Colden entwickelt, die mich unterhalten hat, der Spannungsaufbau nahm zu und es hat mir gefallen mehr über die alte Welt der Götter mit ihren Riten zu lernen. Ab diesem Punkt habe ich dann sehr gerne weitergelesen und ich fühlte mich vom Erzählfluss und Schreibstil gut durch die Seiten getragen, bis mich das Ende wieder voller Erwartung auf den nächsten Band zurück gelassen hat. Für mich ist das Buch insofern doch noch gut geworden. So ganz macht es die Schwächen aber nicht wett.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Psychoanalytische Gesellschaftsanalyse

Die Klinik der Würde
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Es handelt sich um einen akademischen Essay mit komplexer Satzstruktur, Fach- und Fremdwörtern, Referenzen und Fußnoten. Übersetzt aus dem Französischen (von Andrea Hemminger) sind mir viele der referenzierten ...

Es handelt sich um einen akademischen Essay mit komplexer Satzstruktur, Fach- und Fremdwörtern, Referenzen und Fußnoten. Übersetzt aus dem Französischen (von Andrea Hemminger) sind mir viele der referenzierten Menschen und Arbeiten nicht geläufig. Trotz meiner grundsätzlich durchaus vorhandenen Kenntnisse war das anstrengend zu lesen.

Gut gefallen hat mir der sich durchziehende Fokus auf Internationalität aus einer dekolonialisierungs-Perspektive. Hier und in dem Fokus auf Arbeit(Ende), lagen für mich die Stärken des Buches. Auch der weite Blick über den Menschen hinaus, bzw das zirkuläre Einbinden von Natur und Technik in die Reflexion, hat mir sehr gut gefallen. Gerade im ersten Drittel konnte ich auch viel von den Konzepten mitnehmen um diese an für mich relevante Themen anzuschließen.

Trotz der Betonung der Zentrierung von Vulnerabilität und den Vulnerablen, vermisse ich einige Dimension in der Betrachtung. Vielleicht weil diese als anderweitig hinreichend bearbeitet angesehen wurden? So oder so, es wird sehr gut auf die Situation derjenigen die pflegen eingegangen, die Situation derjenigen die gepflegt werden hingegen kommt mir zu kurz. Zum Ende wird der psychoanalytische Aspekt deutlicher und auch hier bin ich mir unsicher inwieweit ein Einbeziehen von Sichtweisen wie dem neurodiversitätsparadigma nicht unerlässlich gewesen wäre um nicht in bekannte, zumindest saenismusnahe, Muster zu geraten.

Ich denke, dieses Buch kann sich lohnen, aber ihr solltet genau überlegen ob ihr den benannten Stärken etwas abgewinnen könnt, denn wenn nicht ist es einfach nur anstrengend zu lesen.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Nett für Zwischendurch

Whispered Words
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Glaubst du an Gespenster?

Für Belle sind die Geschichten über paranormale Aktivitäten ganz alltäglich. Ob das an der Stadt New Orleans liegt, oder doch an ihrer Mitbewohnerin, die Stadttouren zu dem Thema ...

Glaubst du an Gespenster?

Für Belle sind die Geschichten über paranormale Aktivitäten ganz alltäglich. Ob das an der Stadt New Orleans liegt, oder doch an ihrer Mitbewohnerin, die Stadttouren zu dem Thema gibt?
Für Ames, den Autor mit Schreibblockade, den Belle auf ziemlich absurde Art im Hotel kennenlernt, sollen diese Geschichten Inspiration liefern. Doch was, wenn die Tarot Karten ein bisschen zu gut passen?

"whispered words" ist vom Stil her klassisches new Adult. Die Sprache ist alltagsnahe und leicht zu lesen, wir haben zwei junge Menschen die mit ihren beruflichen und privaten Themen straucheln und einen interessanten Stadtteil. Es wird uns leicht gemacht uns in Ames und Belle einzufühlen und der Geschichte zu folgen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden hin und her, wobei Ames Geschichte die Struktur der Erzählung gibt. Das fand ich sehr passend.

Inhaltlich sind waren es mir zwischenzeitlich fast ein paar zu viele Themen, zumindest hatte ich eigentlich wichtige und emotional "große" Themen kurzfristig vergessen, weil so viel anderes war. Schade und auch ein bisschen unfair den Themen gegenüber. Ich würde auch empfehlen die Triggerwarnung hinten im Buch zu beachten, weil manche Themen sonst eventuell etwas plötzlich kommen, wobei das im Rahmen der Erzählung passt und die Triggerwarnung definitiv spoilert.

Der Umgang mit Esoterik hat mir überraschend gut gefallen. Die Tür für den Glauben an Magie und Esoterische Konzepte wird offen gelassen und gleichzeitig wird zum Beispiel über Tarot als etwas gesprochen, wo es um die eigene Interpretation geht.

Schön fand ich auch die Art wie Nebencharaktere gestaltet wurden. Sie wirkten nicht flach, sondern hatten Persönlichkeit und waren ganz selbstverständlich und ohne Drama (oder Fokus darauf) zb lesbisch oder trans. Zum Ende taucht auch ein Nebencharakter auf, der langsam erblindet und auch diese Darstellung war meiner Meinung nach sensibel und nicht mit Klischees überladen.

Also, insgesamt war es für mich ein gutes Buch für Zwischendurch, das vielleicht ein wenig mehr Tiefe hätte haben können (oder nicht ganz so viele Themen aufmachen). Ich denke, insbesondere wer mal ein new Adult mit mehr Fokus auf die männliche Hauptperson lesen möchte wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ganz nett

Die seltsamste aller Zahlen
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Eigentlich hat mir das Buch schon gefallen, aber es hatte seine Längen. Allein schon, weil es ziemlich viel um Jamie's Lehrerin und ihre privaten und Eheprobleme ging. Dieser Handlungsstrang hat mich nicht ...

Eigentlich hat mir das Buch schon gefallen, aber es hatte seine Längen. Allein schon, weil es ziemlich viel um Jamie's Lehrerin und ihre privaten und Eheprobleme ging. Dieser Handlungsstrang hat mich nicht wirklich interessiert und ich fand ihn lange ziemlich distanziert erzählt, was mir nicht geholfen hat, emotional zu werden.
Jamie lese ich als autistisch, auch wenn dieses Wort im Buch nicht vorkommt. Ich mag seine Perspektive und Geschichte und ich mag, wie die Erwachsenen mit ihm umgehen. An sich passiert auch in Jamies Handlungsstrang nicht viel, aber hier hat mir die fehlende Spannung und beobachtende Erzählweise nichts aus gemacht. Ich hatte einfach Freude daran, Jamies begleiten zu dürfen. Ich hatte das Gefühl, dass zum Ende hin alles Fahrt aufnimmt und insbesondere der Epilog Jamies Geschichte rund und zufriedenstellend macht.

Es ist eins dieser Bücher bei denen die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet ist, was ich anstrengend fand. Ich sehe bei diesem Buch auch nicht, was das stilistisch an Mehrwert bringen soll, es fühlt sich einfach wie etwas an, was getan wurde um moderner zu wirken.

Vom Erzählton her hat das Buch mich ein wenig an die Fernsehserie "the A-Word" erinnert. (Die Serie hat mir sehr gut gefallen)

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