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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein humoristisches Buch gerade für die dunklen Tage

Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte
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Alle Überlegungen beginnen im Büro. Die Suche nach einem bestimmten Wort. Heiterkeit. Warum gerade jetzt. Nach einer überstandenen Pandemie, Schicksalsschlägen, Krankheiten & dem unentwegten Arbeiten ist ...

Alle Überlegungen beginnen im Büro. Die Suche nach einem bestimmten Wort. Heiterkeit. Warum gerade jetzt. Nach einer überstandenen Pandemie, Schicksalsschlägen, Krankheiten & dem unentwegten Arbeiten ist Heitersein verlernt worden? Axel Hacke macht sich auf, um Heiterkeit wieder zu erlernen.

Es gibt zahlreichen Facetten der Heiterkeit, u.a. wie drückt sich Heiterkeit aus? Was bedeutet es heiter zu sein? Wo gibt es Heiterkeit? Heiterkeit in Theaterstücken, im Mittelalter oder Seneca wusste schon was es mit Heiterkeit auf sich hat. Was heißt Heiterkeit in der Gegenwart?

Wiederum beleuchtet das Buch, welche Gefühle löst Heiterkeit in mir aus? Aber auch wie wirke ich heiter auf mich oder auf andere? Es soll ermutigen über sich selbst nachzudenken. Ein Lächeln ist meist ausreichend als ein übertriebenes Lachen.

Hacke hat ein Buch zum Abschalten, lachen & nachdenken geschrieben. Er ist ein Schmöker für zwischendurch. Für dunkle & traurige Tage. Danach geht es einem besser. Was trotzdem erwähnenswert ist, es gibt einen dramaturgischen Bogen. Trotz der überschwemmenden Fakten, die sich keiner merken kann, kann ich mit heiterem Worte sagen, ein Buch der anderen Art & eine humoristische Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

2 Kurzgeschichten verbunden zu einem Buch

Die Geschichte des Klangs
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„Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck ist ein dünnes Buch. Was nach meiner Sicht nicht negativ ausgelegt sein muss. Unterteilt in 2 Kurzgeschichten. Wobei die entscheidende Hauptrolle ...

„Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck ist ein dünnes Buch. Was nach meiner Sicht nicht negativ ausgelegt sein muss. Unterteilt in 2 Kurzgeschichten. Wobei die entscheidende Hauptrolle die Wachszylinder, auch Phonographenwalze genannt, einnehmen.
Shattuck sein Hauptthema ist Liebe. Die Liebe unter zwei Männern, die sich in einer verrauchten Bar kennenlernen. Ihre Liebe zur Musik verbindet sie, dass die beiden gemeinsam auf die Suche nach neuen Volksliedern sind. Die Musikliebe bringt ihre Freundschaft näher und dies ist eine Gradwanderung. Es ist eine bisexuelle Story. Später als Annie und Henry im zweiten Teil erscheinen zeigt ihre Liebe wieder andere Seiten. Annie studiert, erst Kommunikationswissenschaften, später Biologie, lernt Henry kennen. Die beiden Heiraten. Kaufen ein Haus. Annie bleibt zu Hause, vermeintlich Hausfrau und Henry lehrt als Professor. Heißt es, dass Annie ihren Beruf aufgibt, um der Liebe zu Hause zu bleiben? Ist dies die Erfüllung des Lebens? Leider werde ich es als Leserin nicht erfahren, denn da endet das Buch.
Shattuck stellt in dem Roman ein Medium der Musik in den Mittelpunkt, die Phonographenwalze. Es ist kein Aufklärungsbuch, aber zeigt wie weit die Technik schon damals war und wie heute mit diesen Walzen umgegangen wird. Ein Blickwinkel wird verändert und verbindet die Geschichten und die Protagonist
innen aus dem Buch.
„Die Geschichte des Klangs“ ist eine sensible und feinfühlige erzählte Story. Es liest sich leicht, angenehm und unaufgeregt. Den klaren Erzählstil des Autors mochte ich. Die Geschichte, aus der Kombination mit Musik und Liebe, liest sich gut bei einem lauen Sommerabend.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

poetisches Lesehighlight

Der Krabbenfischer
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„Der Krabbenfischer“ ist der erste Roman von Benjamin Wood der ins Deutsche übersetzt wurde. Kurz gesagt, dass Cover fasst die Stimmung und den Schreibstil des Buches zusammen.
In dem Buch passiert ...

„Der Krabbenfischer“ ist der erste Roman von Benjamin Wood der ins Deutsche übersetzt wurde. Kurz gesagt, dass Cover fasst die Stimmung und den Schreibstil des Buches zusammen.
In dem Buch passiert am Anfang nicht viel, alles hat seinen Ablauf. Wood schafft es diese Atmosphäre in seinem Roman zu übertragen. Es scheint als würde die Zeit stehen bleiben. Sie bewegt sich und rinnt davon. Ist die Zeit da, um zu Träumen? Auf ein besseres Leben hoffen, weit weg von Longferry. Allein im Meer zwischen den Nebel und der Pflicht die Krabben zu fangen und für den Lebensunterhalt zu sorgen? Abends durch die Musik sich in eine andere Welt zu wünschen. Ist dies, dass zukünftige Leben.
Die Routine wird jäh unterbrochen als der Regisseur auftaucht. Wood schafft es 2 Außenseiter zusammenzubringen und auf wenigen Seiten Fremde zu Freunde, die leider von Freunde zu Fremde werden. Freundschaft ist stark, der Fall ebenso. Wie die Freunde zu Fremden werden, soll jeder Leserin selbst erfahren, mich hat es doch emotional gestimmt.
Abhängigkeit, Freundschaft, Liebe sind Themen die Wood behandelt und wirksam sind.

Wood hat ein poetisches und berührendes Buch geschaffen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben überwiegt. Ich habe viel über das Krabbenfischen gelernt und welche Schinderei der Job ist. Der Song hat mich ab dem letzten 2/3 des Buches begleitet. Für das Jahr 2025 ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Viele Geschichte - 1 Gemeinsamkeit

Der stille Freund
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Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden ...

Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden kennen. Wie verändert sich das Leben über die Jahre?

Nach langer Zeit habe ich wieder einmal einen Schirach gelesen.

Wer ist der stille Freund? Diese Frage hat mich beim Lesen lange beschäftigt. Ich war auf der falschen Fährte. Zufälligerweise oder bewusst heißt das 1.Kapitel, wie der Titel des Buches. Somit war ich irritiert. Lange dachte ich, der stille Freund ist ein Mensch, wir begleiten ihn durch den Roman & lernen sein Leben/Begegnungen kennen. Jedoch wird der stille Freund in jeder Geschichte neu erfunden. Ist er beobachtend? Ist er passiv aktiv? Ist Schirach selbst der stille Freund, er erzählt von seinen Begegnungen/Zufällen & ist ein guter Zuhörer, der oft im Hintergrund sich aufhält.

In dem Buch & durch die Kurzgeschichten & Erzählungen erfahren die Lesenden viele Informationen über seine Vergangenheit/Studienzeit, aber auch über die Gegenwart. Er begegnet berühmte Menschen u.a. Adolf Loos, Egon Friedell oder Gottfried von Cramm. Über alle 3 habe ich neue Informationen erhalten & fand seine Geschichten interessant.
Auffallend ist, dass Frauen in den Episoden eine wesentliche Rolle spielen. Sie werden oft wie Göttinnen verehrt. Jedoch wird auch deren Schattenseite dargestellt. Auf Marcel Proust wird öfters referenziert & deren Stil angepasst.

Schirach ist Strafverteidiger, aber auch ein Kunstliebhaber, daher ist es nicht weit, dass u.a. Musik, Geschichte, Jura thematisiert wird. Er hat kurzweilige & in sich abgeschlossene Storys geschrieben. Jede Erzählung stellt eine Verbindung zum Buch & dem stillen Freund her. Sie laden aufgrund des nüchternen Schreibstils ein zum Nachdenken & gehen mitunter unter die Haut.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

schöner, poetischer Start in das Lesejahr 2026

Mathilde und Marie
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Redu. Ein Bücherdorf mit 390 Einwohner. Jónína, Isländerin, betreibt eine Buchhandlung. Die Französin Marie flüchtet aus Paris durch Zufall landet sie in Redu Ruhe. Jónína gibt Einblicke in den Alltag ...

Redu. Ein Bücherdorf mit 390 Einwohner. Jónína, Isländerin, betreibt eine Buchhandlung. Die Französin Marie flüchtet aus Paris durch Zufall landet sie in Redu Ruhe. Jónína gibt Einblicke in den Alltag einer Buchhändlerin. In einer Nacht verschwindet Jónína. Marie soll für ihre Abwesenheit die Buchhandlung übernehmen. Die Frage ist wer ist Mathilde?

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Wer ist Mathilde? Die Frage wird sich gestellt. Im 1. Teil des Buches taucht sie nicht auf. Das finde ich sehr interessant & macht Lust am Weiterlesen. Später stellt sich die Frage, in welcher Beziehung stehen Mathilde & Marie. Die knausrige Nachbarin taut nach & nach auf & hat ein warmes Herz. Wie es ausgeht, ein Buch mit Happy End?

Redu ist ein Ort, wo jede
r die Auszeit von Lärm, Technik & sozialen Medien erhält. Stille & Entschleunigung stehen im Mittelpunkt. Pro Tag steht 1 Stunde Internet zur Verfügung. Marie, die neu in das Dorf kommt, mag es am Anfang befremdlich sein, aber sie findet sich schnell im Ort ein. Da auch die Bewohner nahbar sind & sich gegenseitig unterstützen. Diese Unterstützung/Zusammenarbeit im Team nimmt leider (stellenweise) in der Gesellschaft ab. Solidarität/Teamwork ist ein wichtiger Bestandteil in diesem Buch.

Während des Lesens wünscht man sich durch den Ort/Gassen/Geschäften zu schlendern & die Menschen zu treffen. Gut das Woywod die Inspiration an einem realen Ort gefunden hat.

Woywod Schreibstil ist sehr bildhaft, stellenweise peotisch, leider mitunter auch kitschig. Naturbeschreibungen werden gut beschrieben, manche Passagen sind langatmig & wiederholen sich, dadurch verliert der Roman an Handlung. Die Kapitel werden aus den Sichten von Jónína, Marie & Mathilde erzählt & dies bringt Abwechslung mit sich. Mathilde wird über Tagebucheinträge in dem Roman eingeführt. Diese Idee ist ein anderer Ansatz, welcher eine gute Unterhaltung ist & sehr den Charakter unterstreicht.

Es ist ein Roman, um den Alltag zu entschwinden, perfekt für die kalte Jahreszeit mit einer sinnlichen Sprache & liebenswerter Menschen.
Das Cover spiegelt den Inhalt des Romans wider, es ist schlicht & einfach.

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