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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein ganzes Leben voller Farben, bunt, aber nicht gleichzeitig auch farbenFROH

Alle Farben meines Lebens
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Im zarten Alter von 8 Jahren wird Alice ein merkwürdiges Talent zuteil (ob Fluch oder Segen ist Ansichtssache): Sie kann die Energien aller Lebewesen in Form von unterschiedlichsten Farben sehen. Da ihre ...

Im zarten Alter von 8 Jahren wird Alice ein merkwürdiges Talent zuteil (ob Fluch oder Segen ist Ansichtssache): Sie kann die Energien aller Lebewesen in Form von unterschiedlichsten Farben sehen. Da ihre Mutter unter depressiven Verstimmungen leidet, die drei Kinder vernachlässigt und ein dunkles Farbenmeer um sich sammelt, ist Alice permanent gezwungen ihr auszuweichen. Kaum erwachsen, hat sie das „Menschen auf Distanzhalten“ nahezu perfektioniert, nimmt dadurch aber kaum am (gesellschaftlichen) Leben teil.
Eines Tages trifft sie in der U-Bahn auf einen jungen Mann, ganz anders als alle anderen. Er ist der erste Mensch, dessen Farben Alice nicht sehen kann. Sie beschließt, ihn zu finden…

In Rückschauen und Gegenwartsepisoden erzählt Cecelia Ahern die Geschichte eines ungewöhnlichen Schicksals.
„Alle Farben meines Lebens“ ist im Vergleich zu Aherns anderen Romanen nahezu düster, zynisch, schwarz. Umso intensiver sind die lichtvollen Momente, besonders zum Ende hin.
Wer Spannung und Aktion sucht, ist hier falsch. Oft plätschert die Geschichte dahin, verliert sich manchmal im Detail. Die Aspekte eines ganzen Menschenlebens werden durchleuchtet.

Richtig warm geworden bin ich mit Alice nicht. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, sie nie wirklich kennengelernt oder gar verstanden zu haben, vielleicht ist das auch nicht gewollt.

Da ein Hörbuch vom Sprecher lebt, bin ich sehr froh, dass die Schauspielerin Tessa Mittelstaedt liest. Ihre Stimme ist ausgesprochen angenehm und gut gewählt.

Alles in allem ein gelungener Roman, der aber durch seine spezielle Story kein Mainstream-Produkt ist.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Alte Liebe rostet nicht

Remember when Love was new
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Als Teenager waren Aileen und Hamish ein Paar, dann machte er Knall auf Fall Schluss - per SMS. Mittlerweile ist Aileen über 30 und Grundschullehrerin. Von der abrupten Trennung damals trägt sie noch immer ...

Als Teenager waren Aileen und Hamish ein Paar, dann machte er Knall auf Fall Schluss - per SMS. Mittlerweile ist Aileen über 30 und Grundschullehrerin. Von der abrupten Trennung damals trägt sie noch immer Narben. Da taucht Hamish im Ort wieder auf, mit seinem siebenjährigen Sohn, hat vor zu bleiben. Wie das Schicksal so spielt, landet der Junge in Aileens Klasse. Konflikte vorprogrammiert. Die erste Begegnung zwischen Hamish und Aileen verläuft holprig, alte Gefühle werden aufgewühlt. Dennoch nähern sie sich einander an. Doch Hamish hat familiäre Probleme: Wo ist die Mutter seines Sohnes? Welche Absichten verfolgt er in Bezug auf seine Teenager-Flamme?

Eine schöne, authentische Liebesgeschichte, liebevoll gestaltet und voller Gefühl. Die Charaktere nehmen den Leser gut an die Hand, der Schreibstil ist eingängig und flüssig und hat mir sehr gefallen. Ich mochte vor allem die inneren Monologe, die dem Leser einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt von Hamish und Aileen bieten.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine junge Frau zwischen Mode, Paris und Christian Dior

Merci, Monsieur Dior
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Das Schicksal hat Célestine übel mitgespielt. Vater und Bruder starben im Krieg und ihre Mutter kommt an ihrem Geburtstag, der eigentlich ihr Hochzeitstag werden sollte, zu Tode.

Einen Neuanfang wagend, ...

Das Schicksal hat Célestine übel mitgespielt. Vater und Bruder starben im Krieg und ihre Mutter kommt an ihrem Geburtstag, der eigentlich ihr Hochzeitstag werden sollte, zu Tode.

Einen Neuanfang wagend, zieht die junge Frau von der Normandie in die Stadt der Mode, Paris. Auf der Suche nach einer Arbeitsstelle als Sekretärin, landet Célestine bei einem Vorstellungsgespräch für Schreibkräfte. Als sich herausstellt, dass stattdessen eine Hausdame gesucht wird, nimmt sie die Stelle dennoch an. Der Mann für den sie fortan arbeitet, entpuppt sich als der berühmte Couturier Christian Dior…



Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und sie hat mir viele schöne Häkelstunden beschert.

Célestine ist eine sympathische junge Frau, die sich, wie so viele Menschen in der Nachkriegszeit, auf die Suche nach dem persönlichen Glück macht. In der damaligen Zeit entdeckten Frauen zum ersten Mal ihre wahre Freiheit und ihr Potenzial, nicht nur beruflich. Célestine wird von Männern enttäuscht, verbittert jedoch nicht, sondern steckt Liebe und Hingabe in ihre Arbeit, in die Liebe zu den Menschen, die sie umgeben. Flüssig und eingängig wird hier das Schicksal einer mutigen und lebensbejahenden Frau erzählt. Undramatisch und unblutig, aber interessant und authentisch. Besonders gefallen haben mir die Einblicke in das Leben des populären Modedesigners Dior, dessen Kreationen bis heute die Herzen höher schlagen lassen. Seine Figur ist liebevoll ausgestaltet und ein weiterer großer Sympathieträger.

Die Sprecherin (Elke Appelt) leistet gute Arbeit, wobei ich mir eine etwas zartere Stimme gewünscht hätte. Hier und da hätte ich Betonungen anders gesetzt, aber das ist natürlich Interpretationssache.

Ein schöner Frauenroman, der stimmig und wohltuend dahinfließt und sich für gemütliche Abende vor dem Kamin eignet.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Originell und auf gute Art schräg

Banksy und der blinde Fleck
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Dies ist das erste Buch von Jaumann, das ich gelesen habe. Eine unterhaltsame Mischung aus Realität, Fiktion, zwischen Detektiv- und Krimi-Geschichte.



„Banksy und der blinde Fleck“ ist der dritte Teil ...

Dies ist das erste Buch von Jaumann, das ich gelesen habe. Eine unterhaltsame Mischung aus Realität, Fiktion, zwischen Detektiv- und Krimi-Geschichte.



„Banksy und der blinde Fleck“ ist der dritte Teil einer Reihe, die sich um die Kunstdetektei von Schleewitz dreht. Eine dennoch in sich abgeschlossene Geschichte, die unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden kann.



In erster Linie lebt die Story von dem herrlichen Schreibstil. Sarkastisch,provokant, witzig und intelligent, das sind die Adjektive, die ich Jaumanns Stil zuweisen würde. Auf seine Art ist er ein Wortkünstler, der in diesem unblutigen Krimi die Streetart-Kunst in den Mittelpunkt stellt.

Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich bis dato noch nie etwas von dem populären Streetart-Künstler Banksy gehört habe. Eine Person, deren Identität bis heute ein Rätsel ist! Diese Tatsache hat Jaumann als Ausgangspunkt für seinen Krimi genutzt:



In München tauchen in kürzester Zeit verschiedene Stencils (Graffiti) auf, die laut Medien eindeutig die Handschrift des berühmten Banksy tragen. Kunstdetektei von Schleewitz wird beauftragt, die Echtheit der Werke zu überprüfen und bestenfalls herauszufinden, welche Person sich hinter dem Pseudonym „Banksy“ verbirgt. Schon wird ein nicht zweifelsfrei identifiziertes Graffito für hunderte Euro versteigert. Aus Profitgründen scheinen hier einige namhaften Leute einen faulen Plan zu verfolgen. Beschattungen, Recherchen, Verfolgungsjagden stehen bei von Schleewitz auf der Tagesordnung und dann kommt auch noch ein mutmaßlicher Banksy zu Tode. Die Aufklärung des Rätsels ist plötzlich mehr als nur ein Job.



Gefallen hat mir besonders der Einbezug eines realen Künstlers und die um seine Person errichtete Story. Am Anfang verlor sich die Geschichte manchmal zu sehr in der Frage, wer Banksy in Wirklichkeit sein könnte, nahm dann aber wieder Fahrt auf und trug mich auf der Welle der Wortgewandtheit bis zum Ende. Für mich eine interessante Lektüre, die ich so noch nicht kannte. Meiner Meinung nach muss man aber Lust drauf haben, keine Mainstream-Geschichte!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger„ und eine geflohene Braut

Things We Never Got Over (Knockemout 1)
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Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger“ und eine geflohene Braut. Diese Mischung verspricht auf jeden Fall eine lebendige Geschichte mit interessanten Wendungen.



Naomi landet mehr oder weniger zufällig ...

Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger“ und eine geflohene Braut. Diese Mischung verspricht auf jeden Fall eine lebendige Geschichte mit interessanten Wendungen.



Naomi landet mehr oder weniger zufällig in der Kleinstadt „Knockemout“. Ihre verhasste Zwillingsschwester Tina hat sie um Hilfe gebeten, aber stattdessen trifft Naomi auf deren elfjährige Tochter - sie ist Tante und wusste nichts davon!

Keine Wohnung, kein Handy, kein Auto und kein Geld - dafür ein Kind, um das sie sich kümmern soll. Naomi muss ganz von vorne anfangen, aber nicht allein! Knox, der attraktive „Wikinger“ springt ihr zur Seite, allerdings alles andere als freundlich. Was verbirgt der sexy Hüne hinter seiner „grumpy“ Maske?

Die Story hat mich neugierig gemacht und ich habe schnell festgestellt, dass es richtig Laune macht, dieses Buch zu lesen. Nicht umsonst hat es so viele Fans!
Lucy Scores Schreibstil ist der Hammer und passt absolut in unsere Zeit. Sie versteht es, die Charaktere bunt und lebhaft zu gestalten. Die Dialoge sprühen vor Authentizität.
Ich war sofort drin in der Geschichte und habe mit Naomi und Knox, die nahezu abwechselnd „zu Wort kommen“, regelrecht mitgefiebert. Gewundert habe ich mich ab und an über das Alter der Protagonisten, die für mein Empfinden um einiges hätten jünger sein können, ihres Auftretens wegen.

Besonders gelungen sind Score die familiären Szenen. Es wird einem beim Lesen richtig warm ums Herz, wenn sie beschreibt, wie die verschiedenen Generationen unter einem Dach zusammengewürfelt werden. Sehr viel Liebe kam mir aus ihren Zeilen entgegen.

Der Roman hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es gab ein paar sanfte Twists, ein bißchen Drama und viel prickelnde Erotik. In der Rückschau komme ich nicht umhin zu bemerken, dass die Menschen von „Knockemout“ ein wenig ZU perfekt sind, dass Naomi ganz schön VIEL Glück hat und das Buch ein Tick zu viel Wohlfühlroman ist - für meinen Geschmack! Nachdem ich Scores Erklärungen am Ende gelesen habe, verstehe ich aber ihr Anliegen, eine liebevolle Szenerie zu erschaffen.

Absolut geeignet als Kamin- und Urlaubslektüre, eingekuschelt mit Tee und Schokolade. Ich bedanke mich bei Score für die unterhaltsamen Lesestunden.