Platzhalter für Profilbild

Romanika_1

Lesejury-Mitglied
offline

Romanika_1 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Romanika_1 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2025

Zusammenhalt, das Folgen der eigenen Bestimmung und jede Menge epische Drachen

Die Drachen von Velyra
0

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines ...

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines Heimatdorfs einen Tempel, der Unglaubliches birgt: einen schimmernden Kristall und den Jungdrachen Regulus. Der Drache ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – einen, in den Arion mit weiteren jungen Menschen hineinstartet. Elea, Ida und Remi teilen seine Rastlosigkeit und sein Streben nach Höherem, ebenso wie sie ihre geschuppten Begleiter teilen. Mit von der Teampartie sind somit Eleas Drachendame Ilaria, Idas Drachin Ferania und Remis Drachenbulle Gyradon. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, wachsen die vier zu einer Einheit zusammen, die nichts mehr so leicht trennen kann. Das müssen sie auch, denn das Schicksal hat sie nicht umsonst zusammengetrieben: Eine Bedrohung steigt auf, eine, die das gesamte Land Velyra vernichten könnte. Nun müssen Arion, Elea, Ida und Remi zeigen, was sie draufhaben und ob sie stark genug sind, um gegen Neptarion, den gigantischen, dreiköpfigen Bestiendrachen, zu bestehen. Andernfalls droht das gesamte Land in Verwüstung zu versinken …

„Die Drachen von Velyra“ ist der Auftakt einer High-Fantasy-Reihe. Freundschaft, Familie, Treue, Mut und natürlich Drachen – das sind die Themen, um die sich das Buch dreht. Mit dabei: eine großzügige Prise Heldenepos, unter anderem getragen durch die unglaublich präsente Atmosphäre, die dem Buch entströmt. Jeder Satz webt eine Stimmung, die geprägt ist von hellem Licht und dunklen Schatten, von schweren Entscheidungen, großen Überwindungen und vor allem dem bedingungslosen Zusammenhalt zwischen den Figuren. Die Landschaft wird derart detailreich geschildert, dass man meint, die entsprechenden Bilder vor Augen zu sehen. Dunkle, moosbewachsene Wälder, schroffe Gebirge, schneebedeckte Dörfer, unwirtliche Steppen und altehrwürdige Gemäuer machen die Energie von Velyra aus. Diese Welt zu betreten, kommt einem Sprung in ein anderes Universum gleich, das man am liebsten nicht mehr verlassen möchte.
Auch über fehlende Spannung kann der Leser sich nicht beklagen. Von Anfang an geht es rasant zu, bis die Spannung sich immer weiter hochschaukelt und sich schließlich in einem wahrlich epischen Finale entlädt. Dabei rührt die durchgehende Unterhaltsamkeit nicht nur von den Kämpfen her, sondern auch von den Drachen. Da sie bereits im Buchtitel erwähnt werden, hatte ich von Beginn an die Erwartung, dass sie eine sehr bedeutende Rolle spielen – was schließlich unbestritten der Fall war. Die Drachen zählen mit zu den Protagonisten und sind somit eng in jeden Handlungsschritt eingewebt. Ihre Beschreibung ist absolut anschaulich, sodass sie einem gestochen scharf vor Augen stehen. Überdies sind sie genau so, wie ich mir Drachen aus einem Epos vorstelle: groß, schön, nahezu furchtlos, unerschütterlich, hilfsbereit, treu und schlichtweg überwältigend.
Woran es mir ein wenig gemangelt hat, waren Überraschungen in den Wendungen. Es kommen durchaus Wendungen vor, jedoch sind diese häufig vorhersehbar oder wurden bereits im Vorhinein angekündigt, sodass der Leser bereits wusste, dass sie früher oder später folgen. Nichtsdestotrotz habe ich immer mit Neugierde auf die nächste Seite geblättert und mich immer wieder aufs Neue gefreut, wenn ich in das Buch eingetaucht bin. Es lädt optimal dazu ein, das gesamte Umfeld zu vergessen und einfach nur in Velyra zu verweilen.

Zu den Figuren. Arion, Elea, Ida und Remi. Alle vier sind unglaublich große Sympathieträger, deren Schicksal der Leser mit Atemlosigkeit verfolgt. Sie fügen allesamt über bewundernswerte Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Tapferkeit und die Bereitschaft, für diejenigen zu kämpfen, die sie lieben. Ja, sie sind absolute Helden, genauso, wie man sie sie sich ausmalt. An dieser Stelle liegt jedoch ein kleiner Kritikpunkt: Hin und wieder verhalten sie sich ein wenig zu heldenhaft. Heldentum ist schön und gut, allerdings nur, solange das Ganze nicht in Klischeehaftigkeit abdriftet. Dies war hier ab und an der Fall. Auch die Dialoge sind manchmal etwas unauthentisch, transportieren jedoch immer Gefühle und tragen dazu bei, die unglaubliche, getragene und aussagekräftige Stimmung zu kreieren. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war, die Wandlung der Figuren mitzuerleben. Sie alle wachsen im Laufe der Handlung und finden nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander. Ebenso verhält es sich bei den Drachen. Sie reden nicht, nicht so, dass es für Menschen verständlich wäre, trotzdem sind ihre Gesinnungen, ihre Intentionen und in erster Linie ihre ureigenen Eigenschaften jederzeit deutlich wahrnehmbar. Sie sind gigantische Persönlichkeiten, die häufig genug die Bühne an sich reißen und die Geschehnisse zu ihrem eigenen Theaterstück machen. Auch sie stehen nicht still und erleben immer wieder eine Metamorphose, die sie jedes Mal noch gigantischer und epischer werden lässt. In kaum einem anderen Drachenbuch waren mir die Drachen so nah, und ihre Erscheinung so kristallklar. Man kann schlichtweg nicht anders, als sie ins Herz zu schließen.

Der Schreibstil ist wunderschön. Er ist eine Aneinanderreihung von Poesie und von zu hundert Prozent zutreffenden Vergleichen, die das Land und das Geschehen so detailreich beschreiben, dass man sich unwillkürlich daran beteiligt vorkommt. Alles ist getränkt von der Macht der Wörter, von ihrer Schönheit und ihrer Befähigung, sowohl Licht aufflackern als auch Dunkelheit kräuseln zu lassen. Der Schreibstil transportiert sowohl das Epische der Handlung, als auch Emotionen. Hin und wieder ist er ein wenig zu poetisch und die Vergleiche reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich der wunderbare Effekt etwas abnutzt. Ansonsten steckt wirklich unglaublich viel Potenzial in ihm, der es bis hin zu absoluten Bestsellerromamen schaffen kann.

„Die Drachen von Velyra“ – eine Geschichte über Waghalsigkeit und Heldenmut, über das Folgen der eigenen Bestimmung und das Über-sich-Hinauswachsen. Das Buch ist ein High-Fantasy-Werk vom Feinsten, in dem Zusammenhalt und die Drachen im Fokus stehen. Das Augenmerk ist fast ausschließlich darauf gerichtet, weshalb es auch keine integrierte Liebesgeschichte gibt oder sonstige Elemente, die vom High-Fantasy-Genre abweichen. Reine, pure Fantasie, ohne Nebenthemen, und daher eine klare Empfehlung für Fantasy-Fans. Ich habe die Drachen geliebt, die Gegner, gegen die sich die Protagonisten behaupten müssen, die Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen, den schönen Schreibstil und nicht zuletzt die einzigartige Atmosphäre. Das Lesen von „Die Drachen von Velyra“ ist in jedem Fall ein einprägsames Erlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

Die Drachen von Velyra - Rezension

Die Drachen von Velyra
0

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines ...

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines Heimatdorfs einen Tempel, der Unglaubliches birgt: einen schimmernden Kristall und den Jungdrachen Regulus. Der Drache ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – einen, in den Arion mit weiteren jungen Menschen hineinstartet. Elea, Ida und Remi teilen seine Rastlosigkeit und sein Streben nach Höherem, ebenso wie sie ihre geschuppten Begleiter teilen. Mit von der Teampartie sind somit Eleas Drachendame Ilaria, Idas Drachin Ferania und Remis Drachenbulle Gyradon. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, wachsen die vier zu einer Einheit zusammen, die nichts mehr so leicht trennen kann. Das müssen sie auch, denn das Schicksal hat sie nicht umsonst zusammengetrieben: Eine Bedrohung steigt auf, eine, die das gesamte Land Velyra vernichten könnte. Nun müssen Arion, Elea, Ida und Remi zeigen, was sie draufhaben und ob sie stark genug sind, um gegen Neptarion, den gigantischen, dreiköpfigen Bestiendrachen, zu bestehen. Andernfalls droht das gesamte Land in Verwüstung zu versinken …

„Die Drachen von Velyra“ ist der Auftakt einer High-Fantasy-Reihe. Freundschaft, Familie, Treue, Mut und natürlich Drachen – das sind die Themen, um die sich das Buch dreht. Mit dabei: eine großzügige Prise Heldenepos, unter anderem getragen durch die unglaublich präsente Atmosphäre, die dem Buch entströmt. Jeder Satz webt eine Stimmung, die geprägt ist von hellem Licht und dunklen Schatten, von schweren Entscheidungen, großen Überwindungen und vor allem dem bedingungslosen Zusammenhalt zwischen den Figuren. Die Landschaft wird derart detailreich geschildert, dass man meint, die entsprechenden Bilder vor Augen zu sehen. Dunkle, moosbewachsene Wälder, schroffe Gebirge, schneebedeckte Dörfer, unwirtliche Steppen und altehrwürdige Gemäuer machen die Energie von Velyra aus. Diese Welt zu betreten, kommt einem Sprung in ein anderes Universum gleich, das man am liebsten nicht mehr verlassen möchte.
Auch über fehlende Spannung kann der Leser sich nicht beklagen. Von Anfang an geht es rasant zu, bis die Spannung sich immer weiter hochschaukelt und sich schließlich in einem wahrlich epischen Finale entlädt. Dabei rührt die durchgehende Unterhaltsamkeit nicht nur von den Kämpfen her, sondern auch von den Drachen. Da sie bereits im Buchtitel erwähnt werden, hatte ich von Beginn an die Erwartung, dass sie eine sehr bedeutende Rolle spielen – was schließlich unbestritten der Fall war. Die Drachen zählen mit zu den Protagonisten und sind somit eng in jeden Handlungsschritt eingewebt. Ihre Beschreibung ist absolut anschaulich, sodass sie einem gestochen scharf vor Augen stehen. Überdies sind sie genau so, wie ich mir Drachen aus einem Epos vorstelle: groß, schön, nahezu furchtlos, unerschütterlich, hilfsbereit, treu und schlichtweg überwältigend.
Woran es mir ein wenig gemangelt hat, waren Überraschungen in den Wendungen. Es kommen durchaus Wendungen vor, jedoch sind diese häufig vorhersehbar oder wurden bereits im Vorhinein angekündigt, sodass der Leser bereits wusste, dass sie früher oder später folgen. Nichtsdestotrotz habe ich immer mit Neugierde auf die nächste Seite geblättert und mich immer wieder aufs Neue gefreut, wenn ich in das Buch eingetaucht bin. Es lädt optimal dazu ein, das gesamte Umfeld zu vergessen und einfach nur in Velyra zu verweilen.

Zu den Figuren. Arion, Elea, Ida und Remi. Alle vier sind unglaublich große Sympathieträger, deren Schicksal der Leser mit Atemlosigkeit verfolgt. Sie fügen allesamt über bewundernswerte Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Tapferkeit und die Bereitschaft, für diejenigen zu kämpfen, die sie lieben. Ja, sie sind absolute Helden, genauso, wie man sie sie sich ausmalt. An dieser Stelle liegt jedoch ein kleiner Kritikpunkt: Hin und wieder verhalten sie sich ein wenig zu heldenhaft. Heldentum ist schön und gut, allerdings nur, solange das Ganze nicht in Klischeehaftigkeit abdriftet. Dies war hier ab und an der Fall. Auch die Dialoge sind manchmal etwas unauthentisch, transportieren jedoch immer Gefühle und tragen dazu bei, die unglaubliche, getragene und aussagekräftige Stimmung zu kreieren. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war, die Wandlung der Figuren mitzuerleben. Sie alle wachsen im Laufe der Handlung und finden nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander. Ebenso verhält es sich bei den Drachen. Sie reden nicht, nicht so, dass es für Menschen verständlich wäre, trotzdem sind ihre Gesinnungen, ihre Intentionen und in erster Linie ihre ureigenen Eigenschaften jederzeit deutlich wahrnehmbar. Sie sind gigantische Persönlichkeiten, die häufig genug die Bühne an sich reißen und die Geschehnisse zu ihrem eigenen Theaterstück machen. Auch sie stehen nicht still und erleben immer wieder eine Metamorphose, die sie jedes Mal noch gigantischer und epischer werden lässt. In kaum einem anderen Drachenbuch waren mir die Drachen so nah, und ihre Erscheinung so kristallklar. Man kann schlichtweg nicht anders, als sie ins Herz zu schließen.

Der Schreibstil ist wunderschön. Er ist eine Aneinanderreihung von Poesie und von zu hundert Prozent zutreffenden Vergleichen, die das Land und das Geschehen so detailreich beschreiben, dass man sich unwillkürlich daran beteiligt vorkommt. Alles ist getränkt von der Macht der Wörter, von ihrer Schönheit und ihrer Befähigung, sowohl Licht aufflackern als auch Dunkelheit kräuseln zu lassen. Der Schreibstil transportiert sowohl das Epische der Handlung, als auch Emotionen. Hin und wieder ist er ein wenig zu poetisch und die Vergleiche reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich der wunderbare Effekt etwas abnutzt. Ansonsten steckt wirklich unglaublich viel Potenzial in ihm, der es bis hin zu absoluten Bestsellerromamen schaffen kann.

„Die Drachen von Velyra“ – eine Geschichte über Waghalsigkeit und Heldenmut, über das Folgen der eigenen Bestimmung und das Über-sich-Hinauswachsen. Das Buch ist ein High-Fantasy-Werk vom Feinsten, in dem Zusammenhalt und die Drachen im Fokus stehen. Das Augenmerk ist fast ausschließlich darauf gerichtet, weshalb es auch keine integrierte Liebesgeschichte gibt oder sonstige Elemente, die vom High-Fantasy-Genre abweichen. Reine, pure Fantasie, ohne Nebenthemen, und daher eine klare Empfehlung für Fantasy-Fans. Ich habe die Drachen geliebt, die Gegner, gegen die sich die Protagonisten behaupten müssen, die Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen, den schönen Schreibstil und nicht zuletzt die einzigartige Atmosphäre. Das Lesen von „Die Drachen von Velyra“ ist in jedem Fall ein einprägsames Erlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2026

Tiefgründiger Thriller mit Realitätsbezug

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
0

Noch nie hat Cooper sich etwas zuschulden kommen lassen, obwohl in seinem Umfeld und in seinem Viertel, in dem er zu Hause ist, eine beachtliche Kriminalitätsrate herrscht. Doch auf der Demonstration, ...

Noch nie hat Cooper sich etwas zuschulden kommen lassen, obwohl in seinem Umfeld und in seinem Viertel, in dem er zu Hause ist, eine beachtliche Kriminalitätsrate herrscht. Doch auf der Demonstration, die stattfindet, um auf den Mordfall eines weiteren schwarzen Jugendlichen aufmerksam zu machen, wird er von seinem besten Freundes Jason zum Plündern eines Geschäfts aufgefordert. Kurz darauf geschieht ein Mordfall – Jason wird festgenommen und seine Begleiter, dank des Plünderns mit Gesichtsmasken ausgestattet, als Verdächtige ausgerufen. Gemeinsam mit Monique, genannt Mo, Jasons Schwester, in die er seit seiner Kindheit verliebt ist, beginnt Cooper auf den Spuren des Mörders zu ermitteln.
 
Das Hauptthema von »Up in Smoke« ist die Black-Life-Matter-Bewegung. Das Buch ist daher kein Krimi im klassischen Sinne, sondern beruht auf wahren Begebenheiten. Es ist die spürbare Absicht des Autors, die Werte von Black Life Matter zu vertreten und auf Missstände aufmerksam zu machen. Meiner Meinung nach ist ihm das sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist sehr schlicht, teilweise umgangssprachlich, brilliert aber durch einige tiefgründige Zeilen, die definitiv zum Nachdenken anregen.
Das Setting ist manchmal etwas klischeehaft, dafür sind die Reaktionen der Figuren umso authentischer. Cooper und Mo, aus dessen Sichten erzählt wird, sind in ihrer Nahbarkeit und ihrer gleichzeitigen Entschlossenheit große Sympathieträger. Ihre Liebesgeschichte ist sehr schön zu verfolgen und rundet das Geschehen mit einem weiteren, nicht im Vordergrund stehenden Handlungsstrang ab.
Die Handlung an sich ist spannend. Die Ermittlungen von Cooper und Mo entsprechen keiner großen Originalität, trotzdem hat es mir immer Spaß gemacht, auf die nächste Seite zu blättern und den folgenden Enthüllungen entgegenzufiebern. Die Wendungen sind ein bisschen vorhersehbar, und das Ende ging mir zu schnell. Die Ermittlungen sind spannungssteigernd aufgebaut, entladen sich zum Schluss allerdings in knapp zwanzig Seiten – hier hätte alles ein wenig ausführlicher geschildert werden können.
 
Nichtsdestotrotz hatte ich bei »Up in Smoke« einen sehr guten Leseflow :) und es ist insgesamt ein gutes, auf jeden Fall empfehlenswertes Buch. Es ist gesellschaftskritisch, hinterfragend und sieht über den Tellerrand hinaus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Schönes Buch für Drachenfans, gute Figuren, prima Grundidee - hat mich dennoch nicht ganz überzeugt

Wings and Claws
0

Jadina ist eine Jägerin, zugehörig zum Wüstenvolk, das seit Jahrzehnten erbittert gegen die Drachenreiter zu kämpfen hat. Das Wüstenvolk und die Drachenreiter – einst in einer Gemeinschaft vereint, bis ...

Jadina ist eine Jägerin, zugehörig zum Wüstenvolk, das seit Jahrzehnten erbittert gegen die Drachenreiter zu kämpfen hat. Das Wüstenvolk und die Drachenreiter – einst in einer Gemeinschaft vereint, bis ein Fluch das Land in zwei Teile spaltete und diese erbitterte Feindschaft herstellte. Für Jadina sind die Reiter die erklärten Feinde, was es ihr nicht erträglicher macht, dass sie eines Tages in deren Schloss hoch im Gebirge verschleppt wird. Der Grund: Gemeinsam mit drei anderen Jägerinnen soll sie einen gefährlichen Wettkampf durchlaufen, an dessen Ende die Bindung an einen Drachen winkt. Denn gleichzeitig mit dem Fluch kam auch eine Prophezeiung auf. Eine Prophezeiung, die besagt, dass eine tapfere Jägerin, verheiratet mit dem König der Reiter, den Feind vernichtend schlagend und Frieden bringen wird. Jadina ist ganz und gar nicht begeistert – weder davon, aus ihrer heimatlichen Wüste gerissen zu werden, noch von der Vorstellung, tödliche Spiele zu durchlaufen und im Anschluss vielleicht den machtgierigen König heiraten und ihr eigenes Volk auslöschen zu müssen. Zumal ihr Herz für jemand ganz anderen schlägt: für Kayden, den Staffelanführer, der sie aus ihrer Heimat entführte und dem sie nichts als Verachtung entgegenbringen sollte. Eine nervenzehrende Zeit bricht an, in der Jadina zwischen Einsamkeit und Loyalitätsbruch schwankt, sich mit den Gedanken an den Wettkampf anfreunden und ihr Herz immer wieder davon abbringen muss, sich in Kayden zu verlieben.

„Wings & Claws“ ist der erste Band der vierteiligen „A Throne of Roses and Thorns“-Saga (Band 2: „Glass and Mirrors“, Band 3: „Tears and Roses“, Band 4: „Thrones and Hearts“).
Die drei Hauptbestandteile der Saga: Drachen, verfeindete Reiche und Romance. Der Klappentext hat mich deutlich angesprochen, weshalb ich sehr gespannt auf das Lesen dieses Buches war. Es beginnt sehr spannend und man wird direkt in die Handlung hineingeworfen, ohne eine lange Anlaufzeit zu benötigen, in der man sich langsam mit der Geschichte anfreundet. Ich war sofort drin und bin auch jedes Mal schnell hineingekommen, wenn ich das Buch nach einer Lesepause wieder aufgeschlagen habe. Die erste Hälfte hat sich ein wenig in die Länge gezogen und war, abgesehen vom Einstieg, gelegentlich etwas “langweilig“. Gefallen hat mir an diesen Passagen jedoch, dass Jadina eine Wandlung durchlaufen hat, die sie stärker und wissender gemacht hat. Wirklich mitgefiebert habe ich allerdings erst ab der zweiten Hälfte, als die Wettkämpfe begannen. Meinem Gefühl nach kommen die Wettkämpfe etwas zu kurz und hätten ruhig früher beginnen können, da sie ein wesentlicher Bestandteil von Band 1 sind. Die erste Hälfte des Buches war demnach lediglich eine Art Einleitung, die den Leser auf die eigentliche Spannung vorbereitet hat.
An Wendungen hat es nicht gemangelt, allerdings waren viele von ihnen nicht wirklich überraschend. Das Ende steckt voller atemloser Höhepunkte, davor war ich jedoch nur selten verwundert, wenn eine Heimlichkeit aufgedeckt wurde.
Auch finde ich, dass gründlicher auf die Beschaffenheit des Drachenschlosses hätte eingegangen werden können, da dieses immerhin Jadinas Hauptaufenthaltsort ist. Es gibt ein paar sehr interessante Räume, die Abwechslung in die Umgebung einbringen, aber im Großen und Ganzen ist es mir schwergefallen, mir das Schloss vorzustellen.
Ein kleines bisschen haben mir auch die Drachen gefehlt. Dafür, dass „Wings & Claws“ als Drachenbuch ausgeschrieben ist, kamen diese Wesen nur sehr spärlich darin vor, teilweise über zig Seiten hinweg gar nicht. Irgendwann kommt man mit einem einzelnen Drachenexemplar etwas näher in Berührung, aber auch dieses ist nur sporadisch beschrieben, sodass der „Drachen-Vibe“ kaum bei mir angekommen ist.
Die Atmosphäre des Buches ist nur schal – ich hatte das Gefühl, lediglich an der Oberfläche der Geschichte zu kratzen und nicht wirklich davon eingenommen zu werden. Das Mitfiebern habe ich vermisst, und die tiefere emotionale Anteilnahme.

Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch ein wenig eindimensional. Es gibt ein paar sehr gut ausgearbeitete Nebenfiguren, die durch Einzigartigkeiten punkten, aber bei Jadina habe ich wieder das bereits erwähnte Problem: das Fehlen der Tiefe. Sie ist fraglos nett und verfügt über tolle Eigenschaften, aber sie hat nichts an sich, was sie aus einer Menge herausstechen lassen würde. Gerade bei den Protagonisten finde ich es wichtig, dass sie über Individualität verfügen. Kayden ist abwechslungsreicher gestaltet, dafür aber auch klischeehaft. Er schwankt zwischen missgelaunter Unnahbarkeit und liebevoller Vertrautheit, sodass man ihn nur schwer einschätzen kann – wie zurzeit so ziemlich jeder zweite Bookboyfriend. Dafür, dass ich hohe Erwartungen an das Buch hatte, habe ich mir schlichtweg mehr gewünscht.
Wie ich schon sagte: die Nebenfiguren dagegen gefallen mir sehr gut.

Der Schreibstil. Er ist flüssig und weist gute Metaphern auf, ohne zu poetisch und verschlungen zu wirken. Er liest sich einnehmend und geht sowohl gelegentlich auf gelungene Beschreibungen ein, als auch auf das Transportieren von Emotionen. Die Dialoge hingegen sind zu einem großen Teil sehr unauthentisch gestaltet – so, wie Jadina sich ausdrückt, würde kein Mensch in der Wirklichkeit reden. Hin und wieder wirkt er etwas unbeholfen, als sei es das erste Buch der Autorin und als sei sie einfach noch ein wenig ungeübt. Als rundheraus „schlecht“ ist der Schreibstil jedoch nicht zu betiteln.

Ich bin ganz ehrlich: Der erste Teil von „A Throne of Roses and Thorns“ hat mir gefallen und ich habe ihn gerne gelesen, aber er hat mich nicht umgehauen. Die Protagonisten waren mir zu wenig tiefgründig und es wurde zu wenig auf das Hauptthema – den Wettkampf – eingegangen. Außerdem habe ich einige Elemente entdeckt, die den „Fourth Wing“-Büchern ähneln. Einerseits habe ich mich darüber gefreut, weil ich so zwischendurch ein bisschen “Fourth-Wing-Luft“ schnuppern konnte. Andererseits ist es mir persönlich lieber, wenn alle Bücher weitestgehend einzigartig sind und keine Elemente voneinander kopieren.
Diese Rezension fiel nun strenger aus als geplant. Es stimmt, dass ich einige Kritikpunkte habe, nichtsdestotrotz würde ich eine Leseempfehlung für High-Fantasy-Fans aussprechen, für die Romantik und eine kleine Prise Spice dazugehört. Die Beziehung zwischen Jadina und Kayden hat sich sehr schön entwickelt und es hat mir Freude bereitet, die beiden wachsen und einander annähern zu sehen. Da der Schluss des Buches, wie bereits erwähnt, durch Unerwartetes punktet und es mir sehr gut gefallen hat, habe ich auf jeden Fall vor, auch die nächsten Bände der Reihe zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2025

Auf jeden Fall spannend, aber es konnte mich nicht wirklich überzeugen

Four Keys – Die Stadt im Schatten
0

Violet ist neu in Four Keys, der Geburtsstadt ihrer Mutter. Obwohl sie nur wenig über das Städtchen, das mitten im Wald liegt, weiß, spürt sie schnell, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. ...

Violet ist neu in Four Keys, der Geburtsstadt ihrer Mutter. Obwohl sie nur wenig über das Städtchen, das mitten im Wald liegt, weiß, spürt sie schnell, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Merkwürdige Ohnmachtsanfälle überkommen sie, von jetzt auf gleich findet sie sich in fremden, graugetränkten Wäldern wieder, der tote Kater ihrer Tante erwacht unter ihren Händen zum Leben und als wäre das nicht genug, ranken unzählige Geheimnisse um drei ihrer gleichaltrigen Mitschüler. Justin, Harper und Isaac – Nachkommen der sogenannten Gründerfamilien, die von den Stadtbewohnern wie nahezu Heilige behandelt werden. Bald findet Violet heraus, woran das liegt: Die Vorfahren der Gründerfamilien waren vor vielen Jahrzehnten die einzigen, die eine namenlose Bestie bannen konnten. Diese ist nun an das Städtchen gefesselt und verlangt von den Gründerfamilien, ihre jeweils einzigartigen Fähigkeiten dem Schutz der ahnungslosen Bewohner zu widmen. Auch Violet gehört einer der vier Gründerfamilien an. Doch obwohl sie immer mehr Mysterien lüftet, bleiben die hartnäckigsten Heimlichkeiten bestehen – nicht zuletzt in ihrer eigenen Familie. Das alles rückt in den Hintergrund, als sich die Bestie von Four Keys mit frischer Kraft und neuen Plänen aufbäumt – und Violet, Justin, Harper und Isaac plötzlich zusammenarbeiten müssen, trotz der Klüfte, die zwischen ihnen herrschen.

„Four Keys – Die Stadt im Schatten“ ist der erste Band einer Trilogie (Band 2: „Four Keys – Die Rückkehr der Sullivans“, Band 3: „The Drowning Summer“ – allerdings nicht ins Deutsche übersetzt). Das Einzigartige an diesem Buch sind die verschiedenen Genres, die sich vermischen: zum einen Urban-Fantasy, zum anderen sind auch Thriller-Elemente vorhanden. Der Mix aus den zwei Genres trägt zu einer unleugbaren Spannung bei. Und bei der Spannung bleibt es nicht – ich würde sagen, es ist auch eine gehörige Portion Grusel dabei. Morbide Beschreibungen sind keine Seltenheit, ebenso wenig wie extreme Wendungen. Die Spannung hat es mir sehr angetan – es ist nie langweilig, immer passiert etwas, sodass man häufig atemlos auf die nächste Seite blättert –, die Wendungen hingegen waren für mich persönlich kein Highlight. Ich konnte fast alle Ereignisse voraussehen, teilweise waren sie ein wenig klischeehaft. Dann wiederum waren überhaupt keine Klischees vorhanden und ich habe über den Einfallsreichtum der Autorin gestaunt. Das Buch beinhaltet beides: Klischees und Einzigartigkeiten.
Obwohl die Fantasy-Elemente in die reale Welt integriert wurden, so kommt doch einige Dinge vor, die, wie erwähnt, wirklich erfindungsreich sind. Mir gefällt, dass die Handlung immer am roten Faden festgehalten hat und nie durcheinandergeraten, beziehungsweise chaotisch geworden ist, wie es bei manch einer Fantasy-Lektüre der Fall ist. Sehr verlockend waren auch die Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen und nach und nach enthüllt wurden. Da sie dem Leser sehr beiläufig präsentiert werden, lässt der überraschende Effekt jedoch manchmal zu wünschen übrig.
Eine Atmosphäre ist auf jeden Fall vorhanden und geprägt von Grusel, Düsternis und der Stimmung, die in einem dichten Wald herrscht, aber auch von herbstlichem Sonnenschein. Die Wetterbedingungen wurden sehr gekonnt eingesetzt, um das Erschaffen einer individuellen Atmosphäre zu unterstützen. Mir persönlich hat sie nicht sehr gut gefallen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ein Wort, das häufig vorgekommen ist, ist „faulig“, was eigentlich alles über den Eindruck aussagt, den man beim Lesen oft gewinnt.

Die Geschehnisse werden von vier verschiedenen Figuren geschildert, allerdings aus der dritten Person. Diese Perspektive sorgt nicht selten dafür, dass man mit den Charakteren nicht besonders warm wird und sie immer irgendwie distanziert bleiben. Das ist auch hier der Fall. Violet, Justin, Isaac und Harper sind definitiv alle sehr verschieden, aber keiner von ihnen hat mich sonderlich gefesselt oder mich emotional an seinem Schicksal teilhaben lassen. Dass die meisten von ihnen über dramatische Schicksale verfügen, hat sie natürlich spannend gemacht, dennoch hat mir das Gefühlsbetonte gefehlt. Auch sind sie nicht wirklich einzigartig. Ihre Persönlichkeiten könnten auf diese Weise in jedem x-beliebigen Buch als Nebenrolle vorkommen. Was ich wiederum gut fand, war, dass auch gründlich auf die Familien der Protagonisten eingegangen wird. Diese spielen ebenfalls eine große Rolle und tragen zum Gesamtbild der Hauptfiguren bei. Sehr sympathisch war mir allerdings kaum eine der Figuren. Manche hatten für meinen Geschmack etwas zu tiefe Abgründe, zu viele Verluste erlitten, in ihrer Vergangenheit unrealistisch viel erlebt. Wieder andere waren mir von ihrem grundsätzlichen Wesen schlichtweg zu wenig ansprechend.
Was dem Ganzen ebenfalls fehlt: ein paar mehr Details zu den jeweiligen Liebesgeschichten. Diese kommen nur sehr am Rande vor und hätten der Handlung einen zusätzlich reizvollen Beigeschmack gegeben.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist flüssig und mit Metaphern an der richtigen Stelle. Auf Bandwurmsätze werden verzichtet, ebenso auf übertrieben schnörkelige Ausführungen – es wurde ein angenehmer Mittelweg gewählt. Allerdings kommt der Stil eher den Thriller-Elementen zugute, weniger der Fantasy. Bei den fantastischen Elementen hätte die Autorin ruhig ein wenig ausführlicher werden und auf ihre übliche Schlichtheit verzichten können. Unabhängig davon hat mich der Schreibstil jedoch positiv überrascht.

Zusammenfassend ist „Four Keys – Die Stadt im Schatten“ für mich ein interessantes Buch mit einem spannenden Genre-Mix und dunklen Geheimnissen, denen man unbedingt auf die Spur kommen will. Meinem Gefühl nach ist die Autorin eher auf den Krimi- als auf den Fantasy-Anteil fokussiert, weshalb Leser, die das Fantastische bevorzugen, von dem Buch vielleicht enttäuscht sein könnten. Es beinhaltet eine spannende, leicht gruselig-morbide Abenteuergeschichte, mit der man sich gerne einen etwas langweiligeren Alltag versüßt. Besonders anspruchsvoll ist die Geschichte nicht, eher eignet sie sich zum „Nebenher-Abschalten“.
Ich finde es schade, dass ich kein enges Verhältnis zu den Figuren entwickelt habe, außerdem war mir das ganze Setting zu düster, teilweise regelrecht abstoßend. Dennoch habe ich es ganz gerne zu Ende gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere