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Veröffentlicht am 08.10.2024

Cozy Krimi in den Cotswolds

Agatha Raisin und der tödliche Biss
3

In "Agatha Raisin und der tödliche Biss", einem Cosy Krimi, der in einem kleinen Dorf den Cotswolds spielt, findet man einen spannenden und bis zum Ende schwer durchschaubaren Kriminalroman um die Privatdetektivin ...

In "Agatha Raisin und der tödliche Biss", einem Cosy Krimi, der in einem kleinen Dorf den Cotswolds spielt, findet man einen spannenden und bis zum Ende schwer durchschaubaren Kriminalroman um die Privatdetektivin Agatha Raisin.

Agatha ist eine etwas sprunghafte und manchmal auch anstrengende Persönlichkeit, die mir beim Lesen nicht so ganz ans Herz wachsen konnte. Sie ist ständig auf eine neue männliche Flamme fokussiert und ihre Investigationen verlaufen manchmal nur geradeso und durch glückliche Zufälle erfolgreich. Dass die Hauptfigur es nicht schafft, die Sympathie der Leserschaft zu gewinnen, mag allerdings auch gewollt sein.

Neben Agatha gibt es zahlreiche weitere Figuren, die unterschiedlichste Charaktereigenschaften und vielfältige Angewohnheiten repräsentieren - eben wie in einer Dorfgemeinschaft. Die kuschelige und kleinstädtische Atmosphäre wirkt sehr authentisch und zieht sich über die gesamte Handlung hinweg. Im Dorf scheint jeder jeden zu kennen, aber nicht jeder jeden zu mögen, weshalb die Anzahl der Verdächtigen sehr hoch und die Auflösung des Kriminalfalles schwierig wird. So wird man beim Lesen immer wieder in die Irre geführt und lässt sich durch verschiedenste kleine und große Hinweise und unvorhersehbare Wendungen fehlleiten. Ich zumindest bin lange auf der falschen Spur gewesen.

Ich persönlich bin immer wieder an einzelnen Formulierungen hängengeblieben, die ich - vermutlich durch die teils sehr wörtliche Übersetzung ins Deutsche - als etwas störend empfunden habe. Trotzdem kann man durch den lockeren und oberflächlichen Schreibstil sehr schnell durch die Seiten fliegen und das Buch trotz der längeren Kapitel schnell beenden.

Das Buchcover verrät nicht viel über den Inhalt des Buches, doch spricht es optisch direkt an. Es passt optisch auch schön zu den restlichen Büchern der Reihe.

Abschließend kann ich sagen, dass ich das Lesen sehr genossen habe. Es ist eine leichte, schnelle, humorvolle und abwechslungsreiche Lektüre zum Miträtseln. Für eine Bewertung mit fünf Sternen reicht es für mich leider nicht, weil es mir sehr schwer gefallen ist, mich in die Hauptfigur Agatha hineinzuversetzen und ich ihre Art einfach manchmal etwas übertrieben und nicht nachvollziehbar finde. Ihre Angestellte Toni hingegen war für mich die beste Figur im ganzen Buch und ich finde, sie sollte Agathas Detektei einfach vollständig übernehmen, damit Agatha sich in Ruhe der Männerwelt widmen kann... ;)

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 20.03.2024

Mutter-Kind-Beziehungen, Krankheit, vererbte Traumata...

Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Ein Buch über schwierige Mutter-Kind-Beziehungen, über Krankheit, über vererbte Traumata und schwere Kindheit. Über die Machtlosigkeit der Frau und "regretting motherhood".

Ziemlich direkt und teils brutal ...

Ein Buch über schwierige Mutter-Kind-Beziehungen, über Krankheit, über vererbte Traumata und schwere Kindheit. Über die Machtlosigkeit der Frau und "regretting motherhood".

Ziemlich direkt und teils brutal zeigt Prokopetz Geschichte und ihr Stil ganz ungeschönt die psychischen Abgründe ihrer Figuren. Jeder und jede hat seine und ihre eigenen Laster und Traumata und handeln dementsprechend voreingenommen.
Die Erfahrungen der eigenen, unschönen Kindheit sollen bei den eigenen Kindern anders werden. Das Elternsein verbessert werden. Aber ob das immer klappt?

Ein Buch voller Extreme, voller Gefühl und voller Ungerechtigkeit, das vor allem zeigt, wie Frauen durch die Belastung, die das Muttersein sein KANN, unfaiererweise automatisch schwerer getroffen sind, als die Männer.


Handlung:
Auch wenn die Handlung durch die verschiedenen Erzählstränge, welche die unterschiedlichen Generationen begleiten, anfangs etwas verwirrend sein kann, zieht sich die Hauptgeschichte von Valerie, ihrer Mutter und ihrem Sohn Tobi wie ein roter Faden durch den Roman. Es ist eine Geschichte mitten aus dem Leben. Echte, nachvollziehbare und authentische Situationen werden beschrieben. Einzig die eingeschobenen Grabreden - die mit Sicherheit ihren Zweck erfüllen - können möglicherweise als störend, verstörend oder unverständlich gelesen werden.

Erzählstil:
Besonders auffallend ist die ungeschönte und trotzdem fast poetische Sprache Prokopetz', die Extreme in Gefühl und Handlung auf ganz besondere Weise umschreibt. An einigen Stellen finden sich amüsante, sarkastische oder ironische Bemerkungen und Formulierungen, die einen trotz der düsteren Thematik zum schmunzeln bringen können.
Durch den ausgeschriebenen Dialekt in den Rückblick-Kapiteln wird für die hochdeutschte LeserIn der Lesefluss unterbrochen und kann auch durch die Hilfestellung in den Fußnoten nicht völlig wiederhergestellt werden. Nichtsdestotrotz unterstreicht die Sprache den Charakter der Figuren.

Charaktere:
Auch wenn einem die Charaktere des Romans möglicherweise wenig bis gar nicht sympathisch werden, sind sie doch sehr authentisch. Besonders die Strukturen und Konflikte der Mutter-Kind-Beziehungen (zum Beispiel zwischen Christina und Valerie oder zwischen Valerie und Tobi) wirken realistisch.

Thema:
Dass das Buch durch die Thematik keine leichte Lektüre ist, sollte man sich vor dem Lesen bewusst machen. Gerade die Bezüge zu Krankheiten und Traumata können belastend sein. Trotzdem müssen auch solche Themen repräsentiert werden und dies gelingt Prokopetz in ihrem Roman durch ihre Direktheit sehr gut.

Cover:
Das Cover ist optisch sehr ansprechend, hat mit dem Inhalt jedoch wenig zu tun. Die LeserInnen sollten sich von den fröhlich, bunten Farben nicht täuschen lassen. Trotzdem ist ein eher abstrakt gehaltenes Motiv für die Geschichte passend, da viele verschiedene Themen angesprochen und diverse Leerstellen im Text gelassen werden.

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  • Charaktere
  • Thema
  • Cover
Veröffentlicht am 15.12.2025

Leichte Winterlektüre mit flachem Spannungsbogen

Weihnachten mit Tony
1

"Weihnachten mit Tony" begleitet Carrie auf ihrem Heimatbesuch nach langer Abwesenheit, der ganz anders verläuft als sie es sich vorgestellt hat. Carrie ist vor sieben Jahren nach Australien gezogen, oder ...

"Weihnachten mit Tony" begleitet Carrie auf ihrem Heimatbesuch nach langer Abwesenheit, der ganz anders verläuft als sie es sich vorgestellt hat. Carrie ist vor sieben Jahren nach Australien gezogen, oder besser geflohen - nach einer misslungenen Beziehung und Selbstfindungsschwierigkeiten.
Nun ist sie zurück und nicht nur ihr Ex taucht auf, er ist auch noch in den Bau eines Luxushotels verwickelt, das die Existenz der ehemals gemeinsam geliebten und gepflegten Rotnackenwallabys auf einer kleinen Insel gefährdet.

Themen wie Naturschutz und Aktivismus spielen in der Geschichte eine große Rolle und sind gut recherchiert und in die Handlung eingebaut. Das Ganze wird begleitet von einer "Second-Chance"-Romance, die allerdings ihre Längen und teilweise auch Unstimmigkeiten hat. Die Protagonistin wirkt oft etwas unreif und nicht fähig, ihre Emotionen einzuordnen und auszudrücken. Dafür ist der männliche Protagonist an ihrer Seite, Marc, ein umso tollerer Kerl, den man nur mögen kann.

Weihnachtsstimmung und das titelgebende Wallaby Tony tauchen im Buch nur sehr sparsam auf, weshalb ich das Buch nicht unbedingt zwingend in der Weihnachtszeit lesen würde. Hier werden die Erwartungen an eine weihnachtliche, cozy Romanze aus meiner Sicht etwas enttäuscht...

Trotzdem liest sich "Weihnachten mit Tony" enorm flüssig und fix. Die Handlung hat einen eher flachen Spannungsbogen, was aber einen gemütlichen und ruhigen Lesevibe erzeugen kann. Auch wenn mir die Hauptfigur nicht ans Herz gewachsen ist, sind aus meiner Sicht vor allem die männlichen Figuren sehr authentisch ausgearbeitet. Durch in den Kapiteln abwechselnde POVs werden mehrere Sichtweisen ersichtlich. Hierbei fallen vor allem auch die eingeschobenen Kapitel aus Sicht verschiedenster Tiere positiv auf.

Mein Fazit: "Weihnachten mit Tony" hat zwar weder viel Weihnachten noch Tony, aber mit den richtigen Erwartungen an ein cozy, schnell lesbares und nettes Second-Chance- Buch kann man mit der Lektüre trotzdem durchaus glücklich werden.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Fantasy-Historischer-Roman-Mix mit Vampiren und Intrigen

Scarlet
1

Der Genre-Mix aus Fantasy und historischem Roman mit Vampir-Thematik klang für mich als Fan beider Genres zunächst sehr vielversprechend! Leider konnte mich "Scarlet" am Ende trotzdem nicht so packen, ...

Der Genre-Mix aus Fantasy und historischem Roman mit Vampir-Thematik klang für mich als Fan beider Genres zunächst sehr vielversprechend! Leider konnte mich "Scarlet" am Ende trotzdem nicht so packen, wie ich mir das erwünscht hatte.

Aber von vorn: Eleanors, kurz Nellies, Ähnlichkeit mit der französischen Königin Marie Antoinette sorgt dafür, dass sie von der konterrevolutionären Liga des Scarlet Pimpernel rekrutiert und für eine Befreiungsmission ausgebildet wird. Dabei läuft nicht immer alles ganz rund und Nellie muss ihre Mitmenschen immer wieder neu einschätzen lernen. Auffällig ist hier, dass es keine strikte Trennung von "Gut und Böse" gibt und Moral in Zeiten eines politischen Umschwungs deutlich schwierig zu beurteilen ist. Wer Freude an historisch-politischen Themen wie der französischen Revolution hat, wird mit diesem Buch sicherlich glücklich. Die eingebauten historischen Fakten wirken sehr gründlich recherchiert und die Handlung ist - abgesehen natürlich von den Fantasy-Elementen - durchaus authentisch in der Zeit zu betrachten.
Wer wiederum eine action-geladene Vampir-Geschichte erwartet, wird wohl eher enttäuscht. Die Handlung verläuft bis auf das letzte Fünftel eher ruhig und baut auf ein langsames Enthüllen der Welt. Einige wenige Logiklücken lassen die besonders aufmerksame Leserschaft zusammenzucken. Mein Fazit zur Handlung: kann man gut lesen, muss man aber nicht.

Leider hat mir der Erzählstil und die Sprache im Buch nicht besonders gut gefallen. Manche Formulierungen haben meinen Lesefluss etwas ins Wanken gebracht und ich musste mich nach längeren Lesepausen immer erst wieder in die Geschichte einfinden.

Besonders gut gefallen hat mir die Charakterentwicklung von Nellie, die zunächst ihre festen Vorstellungen und Werte hatte, diese dann aber immer wieder neu durchdenken und umdenken musste. Nicht gefallen hat mir die - aus meiner Sicht sehr unauthentische - (Liebes-)Beziehung zu Charles, die am Ende angedeutet wurde. Das kam für mich sehr plötzlich und hätte etwas schöner aufgebaut werden können.
Eine Figur mit der ich kaum etwas anfangen konnte, obwohl sie durchaus wichtig war, war die in Form eines Art von Nellies Seele besitzergreifenden Geistes einer Magierin, Anima. Dieser Charakter wurde aus meiner Sicht sehr willkürlich und plötzlich eingeführt, ohne genauer vorgestellt zu werden. Auch wenn die Auflösung einiger Fragen zu Anima mit Sicherheit in den Folgebänden geklärt werden, hätte ich mir ein paar mehr Infos schon jetzt zu ihr gewünscht, damit sie in diesem Band bereits etwas greifbarer wird.

Das Cover an sich sieht toll aus und passt zur blutig-revolutionären Thematik und würde natürlich auch zur Vampir-Thematik passen. Allerdings finde ich, dass sich hier Cover und Inhalt etwas wiedersprechen... Die Erwartung, Vampire als Hauptakteure und blutige Gegner in einer Revolution zu finden, wird definitiv nicht erfüllt und die Vampire nehmen eine eher kleinere Gruppe an Akteuren ein, die nicht häufiger oder extrem anders handeln, als die genauso blutrünstigen Menschen.

Mir gefällt die Idee des Buches grundsätzlich sehr gut, doch bin ich mit der Umsetzung einfach nicht ganz so zufrieden. Trotzdem würde ich das Buch an Personen weiterempfehlen, die sich für politische Themen/Fragen, für die französische Revolution oder für ruhig aufgebaute Handlungen mit etwas Übernatürlichkeit interessieren und begeistern können.

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