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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Aufbruch nach Neuguinea

Aufbruch ins Paradies
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Ende des 19. Jahrhunderts verliert die in Karlsruhe ansässige Unternehmerfamilie Berger durch einen Brand ihre Möbelfabrik. Ermuntert durch einen Onkel, beschließen sie, ihr neues Glück in der Ferne zu ...

Ende des 19. Jahrhunderts verliert die in Karlsruhe ansässige Unternehmerfamilie Berger durch einen Brand ihre Möbelfabrik. Ermuntert durch einen Onkel, beschließen sie, ihr neues Glück in der Ferne zu finden, um in der Kolonie Neuguinea einen Neustart zu wagen. Bereits die lange Schiffpassage stellt die Menschen vor einige Herausforderungen... Hat der Onkel womöglich zu viel versprochen?

Tara Haigh hat uns wieder einmal mit einem hervorragend recherchierten Roman in fremde Welten entführt, diesmal sogar fast bis ans andere Ende der Welt. Eine spannende Schiffreise, auf der es so einiges zu erleben gibt, zwischenmenschliche Irrungen und Wirrungen sowie der mutige Aufbruch in eine ungewisse Zukunft haben mich hier wieder sehr gefesselt. Die unterschiedlichen Charaktere der Familie, ob jung oder alt, verheiratet oder ungebunden, sorgen für eine tolle Unterhaltung, der flüssige Schreibstil hat mich wieder sehr schnell durch die Zeilen fliegen lassen. Gerade die Beschreibungen an Bord sowie der Zwischenstationen in fremden Hafenstädten haben mich sehr fasziniert. Leider war das Buch zu flott zu Ende gelesen, viele offenen Fragen werden hoffentlich in dem schon bald erscheinenden Nachfogeband beantwortet werden, auf den ich bereits jetzt gespannt blicke. Gerne 5 Sterne von mir für einen tollen Roman!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Zusammenhalt

In den Scherben das Licht
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Im zerbombtem Nachkriegshamburg des Jahres 1946 treffen die beiden jungen Leute Gisela und Gert auf der Suche nach einem Unterschlupf aufeinander. Diesen finden sie im Keller einer Villa der ehemaligen ...

Im zerbombtem Nachkriegshamburg des Jahres 1946 treffen die beiden jungen Leute Gisela und Gert auf der Suche nach einem Unterschlupf aufeinander. Diesen finden sie im Keller einer Villa der ehemaligen gefeierten Schaupielerin Friede, die die noch intakte erste Etage der Villa bewohnt und von vergangenen Zeiten träumt. Gemeinsam versuchen sie sich zu unterstützen und ihr hartes Leben zu regeln um für einen Neubeginn zu kämpfen.
Die bisherigen Romane von Carmen Korn habe ich aufgrund ihrer Authentizität sehr gerne gelesen und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Charaktere sind sehr liebevoll und individuell gezeichnet, die schwierige Situation Aller direkt nach dem Krieg konnte ich mir bestens vorstellen. Gerade die pfiffigen jungen Leute zeigen hier großes Organisationstalent und sind mir sehr ans Herz gewachsen. Aber auch tolle Nebenfiguren wie Friedes Freundin Marthe bringen hier richtig Farbe ins Spiel. Trotz des ernsten Themas musste ich so einige Male bei den Dialogen zwischendurch schmunzeln.
Es ist eine Geschichte von Mut, Zusammenhalt und dem Willen, zu überleben, die ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Eine Wintergeschichte, die verzaubert

Das Schneeflockenmädchen
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Im Dezember des Jahres 1925 begegnen sich in Rothenburg ob die Tauber auf dem Markt zwei junge Leute: Marie, die mit einem Pferdewagen umherzieht, um Klein und Groß ihre Märchen zu erzählen, sowie Carl, ...

Im Dezember des Jahres 1925 begegnen sich in Rothenburg ob die Tauber auf dem Markt zwei junge Leute: Marie, die mit einem Pferdewagen umherzieht, um Klein und Groß ihre Märchen zu erzählen, sowie Carl, der Zuckerwatte verkauft. Beide scheinen vor etwas aus ihrer Vergangenheit zu fliehen, beiden ist jedoch die große Begeisterung für ihren Job gemeinsam, mit dem sie die Herzen vor allem der Kinder erfreuen möchten.

Gerade in der Adventszeit ist dieses Buch eine wunderbare und empfehlenswerte Lektüre, einer der schönsten Winterromane, die ich je gelesen habe! Von den beiden jungen Leuten geht so viel Herzenswäme aus, dass man sich richtig in die Geschichte hineinkuscheln möchte. Die Schlichtheit und die große Freude auch an einfachen Dingen bringt einen in der hektischen Zeit hier mal wieder angenehm auf den Boden der Tatsachen zurück, sowohl die Umgebung, als auch das einfache Leben der fahrenden oder wandernden Marktbeschicker ist hier so wunderbar gelungen, dass ich mich richtig verzaubert gefühlt habe. Eine wunderschöne Geschichte für gemütliche Stunden, aus der ich am Ende nur ungern wieder aufgetaucht bin!

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Das ist der Stoff, aus dem atemberaubende Thriller gestrickt sind

Safe Space
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Nach "Happy end" hat uns die Autorin mit "Safe space" Ihr zweites Buch, wiederum einen Thriller, vorgelegt, der dem schon großartigen Debütroman in nichts nachsteht.
Die forensische Psychologin Anna Salomon ...

Nach "Happy end" hat uns die Autorin mit "Safe space" Ihr zweites Buch, wiederum einen Thriller, vorgelegt, der dem schon großartigen Debütroman in nichts nachsteht.
Die forensische Psychologin Anna Salomon beginnt ihre neue Stelle in einem Hochsicherheitsgefängnis, nicht ohne Hintergrund, sucht sie doch nach dem Mörder ihrer vor einigen Jahren verschwundenen Schwester Sina, den sie aufgrund einiger Anhaltspunkte in genau diesem Gefängnis vermutet und ausfindig machen möchte.
In einem zweiten Handlungsstrang lesen wir Sinas Tagebuch, die in eine toxischen Beziehung zu ihrem Freund führt.

Dieser Thriller hat mich von Beginn an gefesselt. Die Enge des Gefängnisses, das Verhalten der Insassen sowie Sinas Aufzeichnungen haben mir so manches Mal ein richtiges Gänsehautgefühl verursacht. Gelungen fand ich auch die Ambivalenz zwischen Annas professionellem Verhalten und der privaten Anna, die in Bezug auf die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester auch schnell mal (verständlicherweise) ihre Professionalität und dadurch auch den objektiven Blick auf die Dinge verliert.
Großartig, wie die Autorin geschickt falsche Fährten legt, um diese kurze Zeit später wieder zu zerstreuen, danach wieder andere Verdächtige ins Spiel bringt. So hatte ich lange Zeit die falschen Personen im Visier, um am Ende mit der sehr schlüssigen Auflösung total überrascht zu werden, der Gänsehautmoment schlechthin!
Thrillerfans kann ich diesen Roman wärmstens ans Herz legen, ängstliche Gemüter mögen vorher ihre Wohnung gut verschließen! Gerne mehr von dieser Autorin!

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Verbunden fürs Leben

Lebensbande
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Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion ...

Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion führt, sowie nach dem Mauerfall nach Kühlungsborn an der Ostsee. Erst nach und nach erfahren wir, zum Teil in Rückblenden, wie die Geschichten der Frauen zusammenhängen, schreibtechnisch für mich sehr gut gelöst.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und hat mich direkt in seinen Bann gezogen, zumal die Geschichte zu großen Teilen in meiner Heimat spielt und ich natürlich einige beschriebene Örtlichkeiten direkt wiedererkannt habe. Die Autorin hat einen sehr fesselnden und mitreissenden Schreibstil, die Zerrissenheit der Figuren, aber auch ein tiefes Band von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt wurde hier sehr gut transportiert. Einige Abläufe im "kleinen Grenzverkehr" kannte ich bereits aus Beschreibungen meiner Eltern, dennoch habe ich hier auch wieder Einiges an Neuem aus der Historie erfahren. Gerne habe ich dieses so interessante Buch gelesen und spreche daher meine volle Leseempfehlung aus!

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