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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2026

Wer steht da wirklich vor der Tür?

Don't Believe Her
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Die Idee hat mich sofort gepackt. Beste Freundin verschwindet spurlos. Zwölf Jahre später steht sie plötzlich wieder vor der Tür. Und ausgerechnet jetzt ist Ellie mit dem Bruder der Vermissten verlobt. ...

Die Idee hat mich sofort gepackt. Beste Freundin verschwindet spurlos. Zwölf Jahre später steht sie plötzlich wieder vor der Tür. Und ausgerechnet jetzt ist Ellie mit dem Bruder der Vermissten verlobt. Das ist Stoff, den ich gern lese.

Der Einstieg war wirklich stark. Ich wollte einfach nur wissen, was damals passiert ist. Doch als Carla zurückkommt, kippt alles. Ellie glaubt nicht, dass es wirklich ihre alte Freundin ist. Und ich wusste lange selbst nicht, ob ich ihr trauen soll oder ob sie langsam den Verstand verliert. Dieses Spiel mit Wahrheit und Täuschung kann die Autorin gut.

Leider haben mich die Figuren irgendwann nur noch genervt. Kaum jemand wirkt wirklich greifbar. Viele reagieren unlogisch. Ich habe oft gedacht, dass ich in der Situation ganz anders handeln würde. Das hat es mir schwer gemacht, mitzufiebern.

Das Tempo zieht dann im letzten Drittel nochmal deutlich an, plötzlich überschlagen sich die Wendungen. Manche haben funktioniert, andere wiederum waren mir zu extrem oder schlicht unglaubwürdig. Für das Finale braucht man eine große Portion guten Willen. Mir war es am Ende einfach zu konstruiert.

Trotzdem habe ich das Buch schnell gelesen. Es ist kurzweilig, dramatisch und perfekt, wenn man den Kopf ausschalten will. Kein Highlight für mich, aber solide Unterhaltung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Minnesota mit starkem Ende und viel Leerlauf

Minnesota
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Minnesota von Jo Nesbø hat mich zwiegespalten zurückgelassen.

Der Einstieg zieht sich. Ich musste mich durch die ersten Seiten kämpfen und hatte lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig in ...

Minnesota von Jo Nesbø hat mich zwiegespalten zurückgelassen.

Der Einstieg zieht sich. Ich musste mich durch die ersten Seiten kämpfen und hatte lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig in Gang kommt. Die Perspektivwechsel wirkten teils sprunghaft, vor allem in den Abschnitten, die zeitlich anders gelagert sind. Dieser zusätzliche Erzählstrang hat für mich wenig Mehrwert gebracht und ist mit der Zeit fast verschwunden.

Der Ermittler konnte mich diesmal absolut nicht packen. Er erinnert stark an bekannte Figuren des Autors, bleibt für mich aber blasser und wenig sympathisch. Seine privaten Probleme nehmen viel Raum ein, ohne dass sich daraus eine echte Entwicklung ergibt. Das hat mich eher genervt als berührt.

Positiv ist die eigentliche Krimihandlung. Der Fall ist gut konstruiert, die Idee hinter dem Täter fand ich interessant. Auch das Thema Waffenrecht in den USA spielt eine wichtige Rolle und gibt dem Ganzen einen gesellschaftlichen Rahmen. Das letzte Viertel hat mehr Tempo. Hier zieht die Spannung deutlich an, und die Auflösung ist packend erzählt. Dafür vergebe ich die Sterne, mit ganz viel Gnade.

Insgesamt solide Unterhaltung, aber für mich eines der schwächeren Bücher des Autors.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Stark gestartet, dann deutlich nachgelassen

Der Kellerby-Code
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Ich war lange unschlüssig, wie ich dieses Buch bewerten soll, weil mich der Anfang wirklich gepackt hat und ich die ersten rund hundert Seiten kaum aus der Hand legen konnte, während sich danach zunehmend ...

Ich war lange unschlüssig, wie ich dieses Buch bewerten soll, weil mich der Anfang wirklich gepackt hat und ich die ersten rund hundert Seiten kaum aus der Hand legen konnte, während sich danach zunehmend Ernüchterung breitmachte. Die Atmosphäre war von Beginn an stimmig, die Erzählerstimme eigenwillig und präsent, dazu kamen bissiger Humor und gesellschaftliche Beobachtungen, die für mich gut funktioniert haben und echtes Interesse an der weiteren Entwicklung geweckt haben.

Leider verlor die Geschichte nach und nach an Tempo und Spannung, sodass sich vieles zäh und wiederholend anfühlte, obwohl eigentlich genug Stoff für einen dichten Thriller vorhanden gewesen wäre. Figuren, die anfangs vielschichtig wirkten, verloren an Kontur, und selbst Wendungen, die offenbar überraschen sollten, ließen mich erstaunlich kalt. Ich habe am Ende mehr aus Pflichtgefühl als aus echter Neugier weitergelesen.

Besonders das Finale hat mich enttäuscht, weil es für mich ins Überdrehte kippte und eher Augenrollen als Staunen ausgelöst hat, bevor alles recht abrupt beendet wurde. Insgesamt bleibt bei mir das Gefühl, dass hier eine sehr gute Idee nicht über die volle Länge getragen werden konnte. Drei Sterne, weil der Einstieg stark war, der Gesamteindruck für mich aber deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Gute Vibes, schwache Umsetzung

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1)
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Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin ...

Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Die Grundidee mit rivalisierenden Familien und einem eigenen Magiesystem fand ich reizvoll, auch wenn mich gerade die erste Hälfte oft ratlos zurückließ. Regeln und Zusammenhänge wurden nur bruchstückhaft erklärt, und die Handlung hat sich sprunghaft angefühlt, als würde etwas Wichtiges fehlen. Zusätzlich haben mich die verwendeten Begriffe stellenweise aus der Geschichte gerissen, da viele Ausdrücke sehr modern wirkten und für die dargestellte Zeit einfach nicht passten.

Getragen wurde die Geschichte für mich klar von den Figuren. Camilla mochte ich sofort, weil sie stark auftritt, für sich einsteht und in den Actionszenen überzeugt. Während Nicolai zwar Zeit brauchte, mir dann aber mit seiner stillen Fürsorge und seinen Fähigkeiten im Kopf blieb.

Plot und Magie haben mich nicht ganz abgeholt.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Schön geschrieben, aber leider nicht meins

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ...

Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ist auffallend atmosphärisch, stellenweise fast poetisch, dabei aber immer düster und unangenehm auf eine Weise, die gut zur Geschichte passt. Gerade für diese Art von unheimlichem Märchen funktioniert die Sprache extrem gut, und das habe ich beim Lesen auch wirklich geschätzt, selbst wenn mich die Handlung emotional nie ganz abgeholt hat.

Inhaltlich war es dann leider nicht meine Geschichte. Die Grundidee ist eigenartig, stellenweise verstörend, und ich verstehe sehr gut, warum viele Leserinnen und Leser davon begeistert sind, denn dunkle, märchenhafte Stoffe liegen gerade sehr im Trend. Für mich blieb aber immer eine Distanz, weil ich mit den übernatürlichen Erklärungen und der Richtung, die die Geschichte einschlägt, nicht warm geworden bin.

Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das handwerklich überzeugt und eine starke Stimmung aufbaut, mich persönlich aber wegen meiner Abneigung gegen magischen Realismus nicht wirklich mitnehmen konnte. Deshalb ehrliche 3 Sterne.

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