Profilbild von SinaSch

SinaSch

Lesejury Profi
offline

SinaSch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SinaSch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Starke Themen, schwache Umsetzung

Two steps away - London Hearts 2
4

Two Steps Away erzählt die Geschichte von Pippa, die nach Jahren wieder auf ihre Jugendliebe Ben trifft. Damals hat er ihre Gefühle nicht erwidert und ist überstürzt nach Amerika gegangen, was bei beiden ...

Two Steps Away erzählt die Geschichte von Pippa, die nach Jahren wieder auf ihre Jugendliebe Ben trifft. Damals hat er ihre Gefühle nicht erwidert und ist überstürzt nach Amerika gegangen, was bei beiden Spuren hinterlassen hat. Nun arbeiten sie gezwungenermaßen wieder zusammen und müssen sich nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit ihren eigenen Unsicherheiten, Erwartungen und Verletzungen auseinandersetzen. Parallel dazu kämpft Pippa mit dem enormen Druck ihrer Eltern und ihrem Wunsch, beruflich wie privat endlich ihren eigenen Weg zu gehen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer WG, ihren Freundinnen und den beiden warmherzigen Omas, die immer wieder als moralischer Kompass dienen.  

Das Buch hatte definitiv starke und schöne Momente wie die Darstellung der Elternbeziehung. So schmerzhaft sie ist, so stimmig ist sie auch. Die Szenen mit den Eltern erklären viel von Pippas Verhalten, ihrem Perfektionismus und ihrer Angst zu scheitern.

Auch die Omas und ihre Rolle in all dem hat mir persönlich gut gefallen. Ein absolutes Highlight. Warmherzig, humorvoll, liebevoll – sie bringen Tiefe und Leichtigkeit zugleich in die Geschichte. Ihre Regeln sind charmant und geben dem Roman eine besondere Note.

Und auch Ben als Figur/ Love interest mochte ich, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um ihn greifen zu können. Seine Entwicklung, seine Einsicht in die Fehler der Vergangenheit und seine Loyalität haben überzeugt. Auch dass er Brillenträger ist, finde ich erfrischend, weil es selten vorkommt.

Und was man auch nicht vergessen darf: Trotz aller noch folgender Kritikpunkte hat die Chemie zwischen Ben und Pippa für dich funktioniert, und das Happy End fühlte sich verdient an.


Es gab aber auch Aspekte, die für mich nicht funktioniert haben und teilweise echt schwierig sind, wenn sie in Büchern so dargestellt werden.


Zu Beginn mochte ich die WG und ihre Freundschaft aber diese Sympathie ist mir sehr schnell verloren gegangen und konnte auch nicht mehr zurück gewonnen werden. Die Mädchen erscheinen in einigen Szenen nicht als gute Freundinnen, sondern als übergriffig sowohl Pippa als auch Ben gegenüber. Sie lassen die beiden die Gespräche nicht unter vier Augen führen und verhalten sich dabei extrem unangenehm und unreif. Vor allem aber, dass sie es an Bedingungen knüpfen, dass Ben Pippa auf ein Date einladen „darf“ fand ich sehr fragwürdig. Hier wird Emanzipation nicht als das vermittelt, was sie sein sollte, sondern als herunter machen von Männern.

Hinzukommt die Art, wie in der Darstellung von Sexualität in dem Buch. Hier hatte ich die größten inhaltlichen Bedenken.  
- Die Sexszene wirkte für mich gewollt und nicht organisch.  
- Besonders störend war Pippas Gedanke, sie würde „hundert Jahre Emanzipation über Bord werfen“, wenn sie sich hingibt.  Für mich vermittelt das ein falsches Bild: Selbstbestimmte Sexualität ist Emanzipation und Hingabe bedeutet nicht, feministische Werte zu verraten.  
Da das Buch sich selbst als feministisch einordnet, finde ich diese Darstellung widersprüchlich und problematisch.

Hinzukommen sehr viel Zufälle, die zusammenspielen müssen, damit sich Ben und Pippa immer wieder begegenen und das Ende hätte gerne auch ein wenig runder sein dürfen. Auch werden die Motivationen mancher Figuren (z.b. der Eltern) nicht ganz klar.

Two Steps Away hat stark begonnen, mit einem wunderschönen Cover, einer warmen Nebenfigurenwelt und einer spannenden Ausgangssituation. Doch im Verlauf haben einige problematische Darstellungen – besonders rund um Sexualität, Feminismus und die WG-Dynamik – die Leseerfahrung leider getrübt.  

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 25.04.2025

Schöne Idee - leider nicht meins

My Idea of No. 14
1

Sam ist Mr. Irrelevant und will doch Fuß fassen in der NFL.
Leah, die Tochter des Coaches der Vipers, ist die Erste, die sein Talent erkennt und ihn um jeden Preis fördern will.
Doch neben ihreren Karriereambitionen ...

Sam ist Mr. Irrelevant und will doch Fuß fassen in der NFL.
Leah, die Tochter des Coaches der Vipers, ist die Erste, die sein Talent erkennt und ihn um jeden Preis fördern will.
Doch neben ihreren Karriereambitionen entsteht zwischen den beiden eine Anziehungskraft, die sie nicht lange leugnen können.

Sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich direkt überzeugt und ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut - leider wurde ich enttäuscht.

Ich hatte Leah für eine starke, ehrgeizige Protagonistin gehalten und Sam für den lieben, guten und ebenso ehrgeizigen Protagonisten, weil als letzter gedraftet und trotzdem zielstrebig genug seinen Platz im Team zu finden.
Leah will unbedingt ihr Ziel erreichen und setzt sich (in meinen Augen verständliche) Prioritäten indem sie sagt, dass sie sich von Sam fern halten muss. Das klappt wirklich kaum fünfzig Seiten lang und sie wirft sie über Bord. Für mich waren beide Charaktere sehr inkonsequent und die Heimlichtuerei, um ihre Karrieren zu schützen, gab es faktisch gar nicht. Es gab immer wieder Aktionen, die man sich wirklich hätte sparen können, um die Karriere nicht aufs Spiel zu setzen. Aber beide scheinen eher Typ "Kopf druch die Wand" zu sein.

Neben dieser Inkonsequenz konnte ich auch einfach absolut keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen oder mich in ihre Beziehung fühlen, weil alles so super schnell ging und Szenen, in denen sich die Beziehug schön hätte entwickeln können, irgendwie nicht ausgeschrieben wurden.

Bei einer Trennung agieren beide eher wie Kleinkinder als als die Erwachsenen, als die sie so unbedingt wahrgenommen werden wollen. Sam will alles wegwerfen und Leah regt sich auf, dass er sich nicht bei ihr meldet, nachdem sie ihm sagt, dass er sich nicht melden soll, wenn ihm was an ihr läge.

In den Football Szenen kam sehr viel Glück (und Übertreibung) ins Spiel. Leahs Tipps waren in meinen Augen eher Grundlegende Infos, die man als Profi schon haben sollte, ohne dass es einem mitgeteilt werden.

Am Ende gibt es ein Happy-End. Aber es hat mich irgendwie nicht wirklich bekommen, einfach weil mich das Buch emotional gar nicht abgeholt hat, die Protagonisten für mich viel zu inkonsequent waren und ich ihre Beweggründe nicht verstehen konnte.
Das Buch besticht eher durch sympatische und konsequente Nebencharaktere, die mehr Charm und Tiefe haben, als die Protagonisten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.04.2024

Spannende Idee - Zu schnelle Umsetzung

The Last Dragon King - Die Chroniken von Avalier 1
2

Der Drachenkönig sucht eine neue Königin und vor allem eine Frau, die ihm Erben gebären kann. Dazu wird im ganze Land nach Frauen gesucht, die genug Magie haben und dann in die Hauptstadt gebracht werden. ...

Der Drachenkönig sucht eine neue Königin und vor allem eine Frau, die ihm Erben gebären kann. Dazu wird im ganze Land nach Frauen gesucht, die genug Magie haben und dann in die Hauptstadt gebracht werden. Unter diesen Frauen ist Arwen, die ihr Leben lang davon ausgegangen ist, dass sie keine Magie in sich hat.

Die Idee hat mich in dem Moment gepackt, als ich den Klappentext gelesen habe: Eine junge Frau, die in eine Rolle gesteckt wird, die sie eigentlich nicht spielen möchte und sich dann doch in den König verliebt.
Und die Handlung mochte ich auch das gesmate Buch über. Auch die Wendungen, mit denen Leser konfrontiert werden, sind sehr intressant.

Doch (jetzt kommt leider das große "aber") es ging alles so schnell. Ich hatte als Leser das Gefühl, dass ich von einer dramatischen Szene in die nächste gefallen bin. Ich persönlich hätte mir ein paar Pausen gewünscht, um zwischen den Höhepunkten durchzuatmen. Vielleicht einige "leichtere" Gespräche, in denen ich noch mehr über die Charaktere oder die Welt hätte erfahren könne. In den ersten paar Kapiteln fand ich das noch gar nicht schlimm, da man so schneller als gewöhnlich in die Handlung des Buches hineingekommen ist und gar keine Langweile aufkommen konnte. Doch je weiter die Story fortgeschritten ist, desto trauriger fand ich es, dass alles so schnell ging. Vor allem, weil die Story soooo spannend ist und so viel Potential hätte, noch mehrere hundert Seiten mehr zu füllen.

Auch die Charakter waren mir am Anfang sympatisch - vor allem Arwen, die selbstbewusst in einer eher patriarchalisch Welt auftritt. Ebenso der Drachenkönig, der so breit ist, für sein Volk alles zu geben.
Doch mit der Zeit wurden beide für mich immer schwieriger zu greifen. Sie agierten in meinen Augen teils extrem impulsiv, unreflektiert und überzogen. Dabei konnte ich Arwens Gedankengängen nicht immer folgen (auch weil sie, wie oben genannt, nur sehr spärlich dargestellt wurden).

Die Idee und die Story sind unheimlich spannend, doch die Umsetzung war auf Grund der Handlung, die so schnell voranschritt, schwierig. Vielleicht ist es eher ein Buch für Leute, die etwas "Schnelles" lesen wollen, in dem die Handlung rasant voran kommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy