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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Selbstständigkeit mit Herz, Verstand und Praxisbezug – motivierend bis zur letzten Seite

Das Unternehmen bist du.
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„Das Unternehmen bist du“ von Matthias Henze ist ein praxisnaher Begleiter für alle, die selbstständig sind oder es werden wollen – ganz gleich, ob man gerade erst überlegt zu gründen oder schon mittendrin ...

„Das Unternehmen bist du“ von Matthias Henze ist ein praxisnaher Begleiter für alle, die selbstständig sind oder es werden wollen – ganz gleich, ob man gerade erst überlegt zu gründen oder schon mittendrin steckt. Besonders angesprochen fühlen sich hier Solopreneure und Kleinunternehmer:innen, die mit viel Eigenverantwortung durchs unternehmerische Leben gehen.

Mir persönlich hat das Buch richtig gut gefallen – sowohl vom Inhalt als auch von der äußeren Aufmachung her. Die Kapitel waren klar gegliedert, gut portioniert und leicht zu verarbeiten. Der Sprachstil ist angenehm locker, dabei aber keineswegs oberflächlich oder belehrend. Henze trifft genau den Ton, der motiviert, ohne in leere Phrasen abzudriften. Und auch wenn ich nicht alles neu fand – das stört mich überhaupt nicht. Jeder bringt ja unterschiedliches Vorwissen mit, und Wiederholungen helfen oft beim Festigen.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Die vielen echten Beispiele und Erfahrungen. Es ist kein Buch voller theoretischer Modelle, sondern eines, das Menschen und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellt. Das macht Mut, holt einen ab – und zeigt, dass Selbstständigkeit in vielen Formen funktionieren kann.

Ein Punkt hat mir allerdings gefehlt – und das war der visuelle Aspekt. Gerade bei den Fazits oder zusammenfassenden Impulsen hätte ich mir ein paar übersichtliche Grafiken oder Visuals gewünscht. Das hätte den ohnehin guten Inhalt noch anschaulicher gemacht.

Mein Fazit: Ein ehrlicher, motivierender Ratgeber, der nah an der Realität bleibt und zum Dranbleiben oder Loslegen ermutigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.01.2026

Cosy Crime mit britischem Charme

Agatha Raisin und die tote Therapeutin
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Mit „Agatha Raisin und die tote Therapeutin” legt M. C. Beaton bereits den sechsundzwanzigsten Band ihrer beliebten Krimireihe vor. Das Cover vermittelt den typischen, idyllischen Charme des Dorfes Carsely ...

Mit „Agatha Raisin und die tote Therapeutin” legt M. C. Beaton bereits den sechsundzwanzigsten Band ihrer beliebten Krimireihe vor. Das Cover vermittelt den typischen, idyllischen Charme des Dorfes Carsely in den malerischen Cotswolds. Doch hinter dieser Idylle verbirgt sich ein mörderisches Geheimnis.

Diesmal sieht sich die clevere, aber oft impulsive Privatdetektivin Agatha Raisin selbst unter Mordverdacht, als die neu ins Dorf gezogene Therapeutin Jill Davent ermordet wird. Jill hatte sich nicht nur an Agathas Ex-Mann herangemacht, sondern auch pikante Details aus Agathas Vergangenheit aufgedeckt. Agatha begibt sich auf Spurensuche und muss schnell erkennen, dass mindestens die Hälfte des Dorfes ein Motiv gehabt hätte. Unterstützt wird sie dabei von ihrem bewährten Team, ihrem Freund Sir Charles Fraith und anderen Vertrauten – doch Gefahr droht von allen Seiten.

Die Handlung ist temporeich und bietet viele überraschende Wendungen, falsche Spuren und unerwartete Enthüllungen. Besonders gelungen ist der typische britische Humor, der die Dorfgemeinschaft, den Tratsch und die zwischenmenschlichen Spannungen auf humorvolle Weise auf die Schippe nimmt. Agatha selbst ist wieder einmal eine facettenreiche Figur: Sie ist clever und scharfsinnig, aber auch eifersüchtig, impulsiv und charmant schrullig. Ihre Marotten, ihre On-Off-Beziehung zu Sir Charles und ihr Faible für gutaussehende Männer sorgen immer wieder für amüsante Momente.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Die hohe Anzahl an Todesfällen in relativ kurzer Abfolge macht es stellenweise etwas schwer, den Überblick zu behalten, wodurch einige Entwicklungen gehetzt wirken. Dennoch bleibt die Geschichte durchgehend unterhaltsam, kurzweilig und spannend bis zum Schluss.

Insgesamt ist „Agatha Raisin und die tote Therapeutin” ein solider Cosy-Crime-Roman, der Fans der Reihe bestens unterhält und auch Einsteiger:innen einen humorvollen Einstieg in die schrullige Welt von Agatha Raisin bietet.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Zwischenwelten und Nebenrollen – menschliche Schicksale in Momentaufnahmen

Der Tod der Löwenbändigerin
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Der Tod der Löwenbändigerin ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen aus den Jahren 2005 bis 2013 von Bernd Richard Knospe. Sie beschäftigen sich intensiv mit Menschen in Grenzsituationen. ...

Der Tod der Löwenbändigerin ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen aus den Jahren 2005 bis 2013 von Bernd Richard Knospe. Sie beschäftigen sich intensiv mit Menschen in Grenzsituationen. Es geht um Figuren, die selten im Rampenlicht stehen, die eher Nebenrollen im eigenen Leben einnehmen und doch nach Bedeutung, Nähe und einem Platz in der Welt suchen.

Die Texte greifen oft nur kurze Ausschnitte aus dem Leben ihrer Protagonist:innen auf. Vieles bleibt bewusst offen. Vorgeschichten werden angedeutet, Zukünftiges bleibt offen. Genau darin liegt eine Stärke des Buches: Es fordert die Lesenden dazu auf, mitzudenken, Lücken selbst zu füllen und eigene Deutungen zuzulassen. Dabei verschränken sich Realität und Fiktion immer wieder so eng, dass die Ebenen ineinander übergehen und eine gewisse gewollte Irritation entsteht.

Thematisch ist die Sammlung vielfältig: Tod, Einsamkeit, Scheitern, Liebe, skurrile Begegnungen und leise Alltagsdramen wechseln sich ab. Viele Geschichten sind melancholisch, manchmal sogar düster, nur selten leicht oder humorvoll. Wer Fröhlichkeit oder Flucht aus dem Alltag sucht, wird hier eher nicht fündig. Stattdessen dominieren nachdenkliche, oft ernste Töne, die noch lange nachwirken können.

Sprachlich überzeugt Knospe mit einer klaren, bildreichen Ausdrucksweise. Charaktere, Stimmungen und Emotionen werden präzise gezeichnet, oft mit nur wenigen, aber treffenden Sätzen. Besonders in den realitätsnahen Szenarien entfalten die Geschichten eine starke Wirkung. Gleichzeitig verlangt das Buch Aufmerksamkeit: Diese Texte eignen sich weniger zum beiläufigen Lesen, sondern wollen konzentriert und am besten dosiert genossen werden.

Nicht jede Geschichte trifft gleichermaßen den eigenen Geschmack, was bei Kurzgeschichtenbänden kaum ausbleibt. Manche Perspektiven und Darstellungen mögen polarisieren, doch das erzählerische Können ist stets deutlich spürbar. Knospe versteht es, mit kurzen Momentaufnahmen lebendige Bilder zu erzeugen und existenzielle Fragen aufzuwerfen.

„Der Tod der Löwenbändigerin” ist somit kein Buch für zwischendurch, sondern eine Sammlung, die man langsam liest, auf sich wirken lässt und gedanklich mitnimmt. Empfehlenswert für Leser:innen, die literarische Kurzformen schätzen, offen sind und bereit sind, sich auf menschliche Zwischenwelten einzulassen.

Veröffentlicht am 23.12.2025

Kurz, ehrlich und mitten ins Gefühl!

Ich bin dann mal schwanger
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„Ich bin dann mal schwanger“ von Jasmin Müller ist ein ehrlicher und sehr persönlicher Blick auf das Schwangersein – fernab von Hochglanzbildern und perfekter Instagram-Idylle. Die Autorin beschreibt diese ...

„Ich bin dann mal schwanger“ von Jasmin Müller ist ein ehrlicher und sehr persönlicher Blick auf das Schwangersein – fernab von Hochglanzbildern und perfekter Instagram-Idylle. Die Autorin beschreibt diese besondere Lebensphase so, wie sie sich für viele wirklich anfühlt: chaotisch, emotional, manchmal überfordernd, dann wieder überraschend schön.

Mit ihrem einfachen, leicht zugänglichen Schreibstil nimmt Jasmin Müller die Leserinnen mit durch das Hormonchaos, die körperlichen Beschwerden, die inneren Zweifel und die kleinen, stillen Glücksmomente, die oft zwischen all dem Trubel liegen. Gerade diese Mischung aus Humor und leisen, nachdenklichen Passagen macht das Buch so authentisch und nahbar. Es liest sich weniger wie ein Roman, sondern eher wie ein ehrliches Gespräch mit einer guten Freundin.

Die Kürze des Buches ist dabei ein zweischneidiges Schwert. Einerseits passt sie gut zum lockeren, schnellen Lesefluss und macht das Buch ideal für zwischendurch. Andererseits bleibt stellenweise ein leicht wehmütiges Gefühl zurück, weil man gerne noch tiefer in manche Gedanken und Situationen eingetaucht wäre. Einige Emotionen hätten ruhig noch etwas mehr Raum bekommen dürfen.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – überzeugt das Buch durch seine Echtheit. Es ist schlicht gehalten, aber voller Gefühl, Offenheit und Wiedererkennungswert. „Ich bin dann mal schwanger” ist kein Ratgeber und will es auch nicht sein, sondern ein ehrlicher Begleiter, der zeigt: Es ist okay, wenn nicht alles perfekt ist.

Ein lesenswertes Buch für werdende Mütter und alle, die Schwangerschaft einmal ohne Filter, dafür mit Herz und Humor erleben möchten.

Veröffentlicht am 20.12.2025

Eine spannende Grundidee, die sich Zeit zum Entfalten nimmt

LUFTBLASEN
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In „Luftblasen – Der Schatz vom Zwischenahner Meer” verbindet Klaus E. Spieldenner historische Ereignisse mit einer Gegenwartshandlung, in der Macht, Geld und alte Geheimnisse eine zentrale Rolle spielen. ...

In „Luftblasen – Der Schatz vom Zwischenahner Meer” verbindet Klaus E. Spieldenner historische Ereignisse mit einer Gegenwartshandlung, in der Macht, Geld und alte Geheimnisse eine zentrale Rolle spielen. Der Ausgangspunkt – ein im Jahr 1945 verschwundener Schatz – ist spannend gewählt und bildet das Fundament für eine vielschichtige Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Dr. Walter Hehmann, der nach dem Tod seines Vaters auf Hinweise stößt, die ihn immer tiefer in eine gefährliche Suche hineinziehen. Die Handlung entfaltet sich ruhig und sehr detailliert. Der Autor nimmt sich viel Zeit für die Vorstellung der Figuren und ihrer Hintergründe, was die Geschichte nachvollziehbar und gut verständlich macht, stellenweise aber auch das Tempo drosselt. Gerade zu Beginn hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht.

Die Kommissarin Sandra Holz tritt für meinen Geschmack relativ spät in Erscheinung. Sobald sie jedoch aktiv wird, gewinnt die Geschichte deutlich an Spannung und Struktur. Besonders gut ausgearbeitet sind das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart sowie die Verflechtungen rund um wirtschaftliche Interessen und kriminelle Machenschaften.

Der Schreibstil ist insgesamt flüssig und anschaulich, sodass sich die Schauplätze gut vor dem inneren Auge entstehen lassen. Auch wenn die Spannung nicht durchgehend auf Krimi-Niveau bleibt und der Roman sich zeitweise eher wie ein Gesellschafts- oder Familienroman anfühlt, überzeugt er durch seine Idee und die sorgfältige Ausarbeitung der Handlung.

Fazit:
Ein insgesamt gutes Buch mit einer interessanten Grundidee und starken Figuren, dem stellenweise etwas mehr Tempo und Spannung gutgetan hätten. Wer einen ruhig erzählten Krimi mit historischem Hintergrund und viel Detailtiefe mag, wird hier dennoch gut unterhalten.