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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Lebensweisheit und viel Natur, Maries Glück findet sich in Redu

Mathilde und Marie
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Marie ist erst sechsundzwanzig, hat früh ihre Mutter und bald darauf ihre Tante verloren und hadert mit ihrem stressigen und unerfüllten Leben in Paris. Als ihr eines Tages alles über den Kopf wächst, ...

Marie ist erst sechsundzwanzig, hat früh ihre Mutter und bald darauf ihre Tante verloren und hadert mit ihrem stressigen und unerfüllten Leben in Paris. Als ihr eines Tages alles über den Kopf wächst, setzt sie sich kurzentschlossen in einen Zug und sucht nach Abstand. Dort begegnet sie Jonina, die Maries Gefühle und Gedanken wie in einem offenen Buch lesen kann.
Torsten Woywod hat seinen warmherzigen Roman wohl in einem der schönsten Dörfer in der Wallonie angesiedelt. Von dichter, unversehrter Natur umgeben, kann man dort zur Ruhe kommen, Internet ist nur stundenweise verfügbar, die Menschen besinnen sich auf ihr Können und das Werk ihrer Hände. Und für Marie beginnt dort ein neues, völlig ungewohntes Leben.
Der Stil des Autors ist romantisch, liebenswert, gefühlvoll und ruhig, manchmal auch etwas pathetisch. Man lauscht sehr gerne der angenehmen Stimme von Sabine Arnhold, die es wunderbar versteht, zu fesseln und auch längere Passagen, wie Naturbeschreibungen, einnehmend vorzutragen. Ich mag diese wirklich bewegende Geschichte sehr gerne, habe mich aber doch gefragt, ob eine Pariserin tatsächlich nicht einmal eine Amsel kennt? Zu naiv, zu arglos und blauäugig kam mir Marie leider sehr oft vor, was den Charm der Geschichte aber nur zeitweise trübte, denn im Fortgang fühlt man die Liebe und Verbundenheit der Menschen und man wird mit einem wunderbaren Happyend belohnt.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Genialer Mix aus großen Gefühlen und mysteriösen Geheimnissen

Der Brieffreund aus Svealand
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Eine glückliche Ehe, ein kleiner Sohn, Ana könnte sich ihr Leben nicht schöner vorstellen! Und doch ziehen plötzlich Wolken auf, die trister nicht sein könnten, denn Oli, ihr geliebter Mann, zieht sich ...

Eine glückliche Ehe, ein kleiner Sohn, Ana könnte sich ihr Leben nicht schöner vorstellen! Und doch ziehen plötzlich Wolken auf, die trister nicht sein könnten, denn Oli, ihr geliebter Mann, zieht sich ohne ersichtlichen Grund plötzlich zurück, verlässt die Familie und gibt alles auf. Ohne eine Erklärung steht Ana auf einmal alleine da und sucht Kontakt zu ihrem Freund aus Kindertagen, der in Svealand zu Hause ist. Eine enge Brieffreundschaft entsteht, die aber bald ebenfalls sehr mysteriöse Züge annimmt.

Ein zauberhaftes, schwedisches Haus in winterlicher Szenerie, das wunderschöne Cover könnte gar nicht besser passen. Und doch finde ich, Frieda Lamberti hat einen Roman geschrieben, der nicht nur große Gefühle schildert, sondern wirklich kriminalistische, geheimnisvolle und ungemein mysteriöse Züge aufweist. Sie schreibt sehr real, eindringlich und lebendig, reißt mit detailreicher, lockerer Sprache mit und zieht in einen Bann, der nicht mehr loslässt. Das große Kopfkino springt an, nicht nur, wenn es um Anas Alltag geht, sondern insbesondere dann, wenn Reaktionen unerklärbar sind, Geschehnisse undurchsichtig und mysteriös werden. Man rätselt und fragt sich bis zum unerwarteten Ende, was tatsächlich passiert ist. Ich fand die Geschichte, die von Heidi Jürgens ausgezeichnet gelesen wird, zeitweise sehr spannend, dann wieder etwas konstruiert und hin und wieder minimal unglaubhaft. Insgesamt bietet sie sehr gute Unterhaltung, man kann mitfiebern und rätseln, eine gelungene Kombination!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Wein-Guide, Reiseführer und Historisches in einem spannenden Krimi vereint

Der Portwein-Erbe
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Nicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn ...

Nicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn als Nachfolger für sein Großunternehmen aufzubauen. Da kommt Nicolas der geheimnisvolle Brief eines portugiesischen Anwalts gerade recht. Denn sein verstorbener Onkel Friedrich vermacht ihm, allerdings mit ungewöhnlichen Auflagen, sein Weingut. Als Nicolas dort anreist, muss er feststellen, dass ihm Argwohn und Abneigung entgegenschlagen und nicht nur die Auflagen seltsam sind.

Das Cover zeigt einen Weinberg mit Haus im südländischen Flair und passt daher sehr gut zum Inhalt. Und wie erwartet, steht bei Paul Grotes Kriminalromanen nicht ausschließlich ein spannender Fall im Mittelpunkt. Vielmehr handelt es sich um einen mit Hingabe und Knowhow formulierten Wein-Guide, der auch sämtliche Aspekte des Portweins beleuchtet, und der zusätzlich mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und geschichtlichen Hintergründen punktet. Der Schreibstil des Autors ist einnehmend, sehr lebendig und manchmal etwas ausschweifend, sein Weinwissen ist überragend und seine Schilderungen sind so detailreich, dass sofort das Kopfkino anspringt und man sich einen guten Tropfen zur Lektüre wünscht. Dabei ist der Fall selbst spannend, Nicolas ist mutig, sympathisch und erscheint real, die Umstände der Weingutübernahme sind mehr als undurchsichtig und die latent vorhandene Bedrohung sorgt für reichlich mulmige Gefühle.
Eine gelungene Mischung aus Wein-Guide mit Hintergrundwissen, viel Spannung und angenehmer Atmosphäre, gekonnt gelesen von Sebastian Dunkelberg, der es bestens versteht, Stimmungen zu vermitteln!
(Hörbuchrezension)

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Ein mysteriöser Fund und spannende Ermittlungen mit überraschendem Showdown

Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt
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Stolz präsentiert die kleine Mathilda Kommissarin Karla Sommerfeld ihren Knochenfund aus dem Waldkindergarten. Karla stockt der Atem, denn für sie ist auf den ersten Blick klar, dass dies ein ganz besonderer ...

Stolz präsentiert die kleine Mathilda Kommissarin Karla Sommerfeld ihren Knochenfund aus dem Waldkindergarten. Karla stockt der Atem, denn für sie ist auf den ersten Blick klar, dass dies ein ganz besonderer Fund ist. Als sich ihre Ahnungen bei einer Ausgrabung bald bestätigen, gilt es, die Herkunft des Skeletts zu ermitteln.

Das Cover ist mysteriös und düster gehalten und passt ganz hervorragend zum Setting der Autorin. Und diese lässt es gefühlt erst einmal langsam angehen. Man erfährt sehr viel über die nicht immer ganz einfachen Lebensumstände der Kommissarin, ihre Hoffnungen und Träume und darf ihr bei der Spurensuche über die Schulter schauen. Diese gestaltet sich schwierig, die Befragungen werden abgeschmettert oder stoßen insgesamt auf Abwehr, und erst ein zweiter Toter bringt reichlich Fahrt in die verwirrenden, aber hartnäckigen Ermittlungen. Und dann wendet sich überraschenderweise das Blatt, man wird beinahe überfahren von den gruseligen Details und dem atemberaubenden Showdown!
Ich finde, Ines Buck ist mit ihrem lebendigen und detailreichen Stil ein spannender Krimi gelungen, der mit einem schaurigen Ende überzeugt. Claudia Schwartz liest das Hörbuch voller Wärme, mitreißend und gekonnt in allen Stimmungslagen.
(Hörbuchrezension)

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Ein herrlich unterhaltsamer Cosy Crime mit Humor und Brit-Charme!

Mord in besserer Gesellschaft
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Miss Beeton gerät unvermittelt in eine entsetzliche Situation: Eine von ihr gerade vermittelte Haushälterin wird leblos an ihrem neuen Arbeitsplatz aufgefunden. Was zunächst noch wie ein Unfall aussieht, ...

Miss Beeton gerät unvermittelt in eine entsetzliche Situation: Eine von ihr gerade vermittelte Haushälterin wird leblos an ihrem neuen Arbeitsplatz aufgefunden. Was zunächst noch wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich als gewaltsamer Tod. Und aufgrund widriger Umstände muss sie selbst die Chance ergreifen, vor Ort ihre Spürnase einzusetzen.

Das schön gestaltete Cover mit dem ansehnlichen Herrenhaus zeigt es, dieser Krimi spielt in der besseren Londoner Gesellschaft! Daher erwartet man natürlich gemütliche Ermittlungen im Stile Agatha Christies und wird von Josie Lloyd auch nicht enttäuscht. Denn die Autorin versteht es, den Alltag in der Vermittlungsagentur so lebendig darzustellen, dass man recht schnell mit den sehr konträren Mitarbeiterinnen warm wird! Allerdings muss man auch etwas Geduld aufbringen, bis Alices Spurensuche beginnt, dann aber wird es richtig spannend, durchaus gefährlich, immens tricky und völlig undurchschaubar! Es sind die liebenswerten Details, die reichlich Brit-Charme ausstrahlen, manchmal auch etwas skurril oder schrullig daherkommen, aber auch für reichlich Humor sorgen. Ganz besonders hat mir Hundedame Agatha gefallen!
Josie Lloyd hat sich einen wirklich fesselnden und wendungsreichen Krimi ausgedacht, der aber so munter und witzig erzählt wird, dass er zum herrlich unterhaltsamen Cosy Crime geworden ist. Und Kaja Sesterhenn, die das Buch mit angenehmer Stimme und wechselndem Timbre liest, verleiht den Protagonisten noch zusätzlich Charakter! (Hörbuchrezension)

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