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Veröffentlicht am 01.03.2026

Der erste Fall für König und Faber

Die weiße Nacht
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Gestaltung:
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Das Titelbild zeigt Menschen in einem Kettenkarussell vor dem Hintergrund des zerstörten Berliner Stadtschlosses. Dieses Motiv betrachtet man durch die Linse einer alten Kamera. ...

Gestaltung:
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Das Titelbild zeigt Menschen in einem Kettenkarussell vor dem Hintergrund des zerstörten Berliner Stadtschlosses. Dieses Motiv betrachtet man durch die Linse einer alten Kamera. Meine Internetrecherche ergab, dass es sich um ein Foto des deutsch-amerikanischen Fotografen Henry Ries handelt. Er hat nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Kamera das Leben im zerstörten Berlin eingefangen. Es passt sehr gut zum Kriminalfall und vermittelt gut die Stimmung zur "Stunde Null".

Inhalt:
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Nach dem Zweiten Weltkrieg herrscht 1946 "Hungerwinter" in Berlin. Die Fotografin Louise "Lou" Faber entdeckt zufällig bei ihren Fototouren durch die verschneiten Ruinen Berlins eine Frauenleiche. Die Frau liegt ruhig dort und hat die Hände wie zum Gebet gefaltet. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall. Schnell wird klar, dass der Tod der Frau nicht auf natürliche Weise erfolgte, sondern es sich um Mord handelt. Lou lässt die Tote nicht los, aber ihre Skepsis gegenüber der Polizei hindert sie zunächst daran, ihre Gedanken und möglichen Hinweise zum Mörder preiszugeben. Umgekehrt traut auch der Kommissar Lou anfangs nicht. Doch dann gibt es weitere Tote und König und Lou stoßen bei ihren Recherchen auf Gräueltaten aus der Kriegszeit, die mit dem Fall in Verbindung zu stehen scheinen. Je mehr sie dem Täter auf die Spur kommen, desto mehr gerät vor allem Lou in Gefahr.

Mein Eindruck:
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"Lou starrte fasziniert auf das tanzende Schwarz-Weiß. Schon so lange fotografierte sie, und doch war sie jedes Mal aufs Neue überrascht, ja fast erschrocken darüber, dass sie mit ihrer Leica die Macht hatte, die Gegenwart festzuhalten, den Moment einzusperren, längst vergangenes sichtbar zu machen.
Sie war mit ihren Fotos Herrin über die Zeit. Sie konnte in diese Zeit eintreten wie in ein Zimmer, das ihres war, und wieder hinausgehen, wann immer sie es wollte. Die gefrorene Zeit der Bilder gehörte nur ihr." (S. 79)

Obwohl Frau Stern bereits viele historische Romane geschrieben hat, war dies mein erstes Buch von ihr. Ich war von Anfang an gefesselt von der Atmosphäre, die sie geschaffen hat. Das Nachkriegs-Berlin erwacht beim Lesen zum Leben. Man spürt die Unsicherheit der Menschen, den Hunger, die Kälte, die Nachwehen des Krieges. Die Schuldfrage tritt dabei immer wieder in den Mittelpunkt.
Lou ist mir sehr sympathisch. Sie selbst war im Widerstand gegen Hitler und die Nazis verwickelt und hat dabei viele gute Bekannte verloren. Sie kämpft zum einen mit dem Schuldgefühl, noch am Leben zu sein, versucht jedoch andererseits das Beste daraus zu machen und für ihre noch verbliebenen Freunde da zu sein. Zudem hat sie die Hoffnung, ihren Ehemann Emil, der als vermisst gilt, noch lebend wiederzufinden.
Alfred König schwamm einst mit dem Strom, doch ab einem gewissen Punkt wurde er zum Aussteiger und hat dadurch gesundheitliche Einbußen in Kauf nehmen müssen. Dennoch plagen ihn neben Schmerzen auch Schuldgefühle, weil er nicht früher Widerstand geleistet hat. So haben beide Protagonisten ihre persönlichen Probleme. Was sie eint, ist das Nach-Vorne-Schauen und ihr scharfer Blick fürs Detail sowie ihr Sinn für Gerechtigkeit.
Die Annäherung der beiden Charaktere geschieht glaubwürdig und nicht aus romantischen Gründen, sondern aus Respekt vor dem anderen und seinen Leistungen.
Der Fall beleuchtet ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit der Nazizeit, das mir bisher im Detail noch nicht bekannt war. Hier hat die Autorin sehr gut recherchiert, sodass der Leser nebenher auch etwas dazulernt. Obwohl die Handlung eher ruhig ist und häufig den Alltag und die Gedankengänge der Menschen schildert, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Dazu trug die Kürze der Kapitel bei, aber natürlich vor allem die Frage nach dem Täter. Das Ende mit der Auflösung hat mich überzeugt, aber auch nachdenklich zurückgelassen.
Ich mochte das Duo König-Faber und freue mich auf weitere Fälle mit ihnen!

Fazit:
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Ein ungewöhnliches Ermittlerduo löst einen spannenden Fall in der Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands: Ein gelungener Reihenauftakt!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2026

Erfrischend anders

Lügennebel
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Gestaltung:
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Schon beim Titelbild macht sich bemerkbar, dass der vierte Band sich von den anderen drei unterscheidet. Zwar dominieren nach wie vor die Farben Rot und Weiß, jedoch ist diesmal ...

Gestaltung:
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Schon beim Titelbild macht sich bemerkbar, dass der vierte Band sich von den anderen drei unterscheidet. Zwar dominieren nach wie vor die Farben Rot und Weiß, jedoch ist diesmal der Autorinnenname und der Reihenname in Weiß auf rotem Hintergrund statt umgekehrt.
Insgesamt ist das Hardcover wieder sehr wertig gestaltet mit Schutzumschlag, einem roten Lesebändchen und einer Karte mit den wichtigen Orten des Romangeschehens.

Inhalt:
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Sechs Studenten verbringen eine Woche Skiurlaub in Åre. Kaum sind sie in ihrem Feriendomizil angekommen, wird eine Studentin beihnahe nackt tot im Schnee gefunden. Ist sie unter Drogeneinfluss selbst dorthin gelangt und dann an Unterkühlung gestorben? Die Nacht zuvor wurde wild gefeiert. Doch als Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog den Fall untersuchen, stellt sich heraus, dass es Mord gewesen sein muss. Alle Mitglieder der Gruppe sind verdächtig, und im Laufe bei der Ermittlungen kommen zahlreiche Geheimnisse ans Licht. Entspechend wächst Misstrauen untereinander. Auch die Nachbarn des Ferienhauses verhalten sich verdächtig. Für die Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Schlimmeres zu verhindern.

Mein Eindruck:
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Ich bin seit langem Fan von Viveca Sten und habe neben den Sandhamn-Krimis auch die ersten drei Ahlander-Bände verschlungen. Dieser Band hebt sich erfrischend von ihrer sonstigen Erzählweise ab. Üblicherweise schildert sie abwechselnd die Gedanken des Täters und die Ermittlungen in der Gegenwart. In diesem Fall gibt es keine klassische Tätersicht. Stattdessen wechseln sich die Handlungsstränge der einzelnen Ermittler mit den parallel verlaufenden Ereignissen im Ferienhaus ab. Diese Abweichung gefiel mir sehr gut. Die Spannung leidet darunter keineswegs, im Gegenteil! Allein durch die vielen Geheimnisse, das wachsende Misstrauen innerhalb der Studentengruppe sowie das Unwissen um Täter und Motiv bleibt der Spannungsbogen durchgehend hoch, sodass ich den Krimi kaum aus der Hand legen konnte.

Hinzu kommen weitere Entwicklungen im zwischenmenschlichen Bereich der Ermittler. Hanna versucht weiterhin, ihre Gefühle für ihren Kollegen Daniel zu unterdrücken und lenkt sich mit dem reichen Investor Henry Sylvester ab, den sie im letzten Fall kennengelernt hat. Daniel weiß davon zunächst nichts. Er kämpft mit der Trennung von seiner bisherigen Lebensgefährtin Ida und dem häufigen Aufenthaltswechsel ihrer gemeinsamen Tochter Alice. Polizeikommissar Anton Lundgren steht vor der Herausforderung, seiner Familie von seinem Coming-out und seinem neuen Lebensgefährten Carl zu erzählen.
Mir gefiel diese Weiterentwicklung der Protagonisten sehr. Sie macht die Charaktere greifbarer und sympathischer. Gleichzeitig nimmt diese persönliche Ebene nicht zu viel Raum ein, sodass die Krimihandlung weiterhin im Vordergrund bleibt.

Man merkte in den drei Vorgängerbänden deutlich, welche gesellschaftskritischen Themen Frau Sten ansprechen will. Dies klingt hier nur sehr unterschwellig durch. Es geht um reiche Touristen und ihr rücksichtsloses Verhalten gegenüber Einheimischen und "nebenher" um Themen wie sexuelle Belästigung, Homophobie, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Machtgefälle innerhalb von Studentengruppen. Ich empfand den Fingerzeig darauf nicht so deutlich wie in den Vorgängerbänden.

Insgesamt ist dieser Krimi für mich fast der beste der Reihe, einfach weil er in einigen Punkten erfrischend abweicht, aber dennoch spannend und überzeugend bis zum Schluss ist und ich nach wie vor alle ermittelnden Personen sehr sympathisch finde.

Fazit:
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Erfrischend anders als die Vorgänger, fesselnd bis zum Schluss und mit stetiger Weiterentwicklung der sympathischen Ermittlercharaktere.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2026

An alles gedacht!

Tierschutzhund Lieblingshund
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Das Buch ist sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. Bereits das Inhaltsverzeichnis ist klar strukturiert, wobei die wichtigsten Begriffe farblich hervorgehoben ...

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Das Buch ist sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. Bereits das Inhaltsverzeichnis ist klar strukturiert, wobei die wichtigsten Begriffe farblich hervorgehoben sind.
Zudem enthält das Buch zahlreiche Fotos, Checklisten und Selbsttests, die den Inhalt anschaulich ergänzen.

Inhalt:
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» Es sind wir Menschen, die Hunde in Not bringen, es liegt also an uns, ihnen aus ihrer Not zu helfen!« (S. 10)

Die Moderatorin Simone Sombecki und Ursula Löckenhoff sind beide seit vielen Jahren im Tierschutz engagiert und kennen sich aus der bekannten WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause".
In diesem Buch haben sie alles zusammengetragen, was man rund um das Thema Tierschutzhund wissen muss und noch viel mehr! Es bleibt nicht nur bei der Vermittlung, sondern ist eine umfassende Einführung sowohl in den Tierschutz als auch in die Hundehaltung.

Mein Eindruck:
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Wir tragen als Familie bereits schon lange das Thema "eigener Hund" mit uns herum. Vor allem meine Tochter ist da sehr hartnäckig und die Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" ist eine ihrer Lieblingssendungen. Daher war es Zeit, sich zumindest theoretisch mit dem Thema zu befassen. Da kam dieses Buch gerade passend!
Ich mochte den angenehmen Schreibstil. Man merkt, dass beide Autorinnen viel persönliche Erfahrung haben und der Tierschutz eine Herzensangelegenheit für sie ist. Sie lassen den Leser daran teilhaben, wobei sie einen sachlichen, aufklärerischen, nie aber einen belehrenden Tonfall haben.
Ich war sehr überrascht vom Umfang der Lektüre. Sie beginnen damit, über den Tierschutz allgemein aufzuklären, wobei sie auch erklären, woran man z. B. schwarze Schafe erkennt, warum nicht jeder Straßenhund eingefangen und vermittelt werden sollte und geben Einblicke in die Arbeit der Vermittlungsstellen. Auch der Bereich Pflegestelle mit entsprechenden vertraglichen Bedingungen wird erläutert. Beim Thema Adoption werden auch Papierkram wie Einreisebestimmungen, Listenhunde, Impfungen sowie Erstausstattung für den Hund werden behandelt.

"Es ist nicht Aufgabe des Hundes, sich nach unseren Wunschvorstellungen zu verhalten und unser Ego zu streicheln. Wie absurd ist es, von Hunden Dankbarkeit zu erwarten, wenn wir ihnen das geben, was jedes Lebewesen verdient: Einen sicheren Ort, Nahrung, Liebe und Fürsorge. Unsere Aufgabe ist es, den Hunden je nach Vorgeschichte mit Geduld und Empathie zu begegnen und ihr Tempo im Bindungsaufbau zu respektieren sowie ihren Wunsch nach etwas mehr Abstand zu akzeptieren, statt ihr Verhalten persönlich zu nehmen und als Ablehnung zu verstehen." (S. 91 "Mythos Dankbarkeit")

Für die Haltung gibt es noch Tipps zur Fütterung, Behandlung bestimmter Krankheiten, Verhaltenstipps für die Erziehung u. v. m. Das Buch ist wirklich so umfassend, dass ich mit Sicherheit einige Details vergessen habe.
Natürlich kann man bei diesem Seitenumfang nicht alles bis in die Tiefe beschreiben. Aber für Menschen, die sich unsicher sind, ob ein Hund aus dem Tierschutz für sie infrage kommt, liefert es meiner Meinung nach sehr gute und umfängliche Informationen. Vor allem die Selbsttests fand ich sehr hilfreich und auch, dass die beiden Autorinnen klare Worte wählen und nichts beschönigen. So erwähnen sie auch, wann es angeraten wäre, keinen (Tierschutz-)Hund anzuschaffen oder ggf. bei einer Vermittlung die Reißleine zu ziehen und den Hund wieder zurückzugeben.
Mir hat dieser Ratgeber sehr weitergeholfen und ich weiß jetzt, was ich will bzw. nicht will. Es sollte ohnehin klar sein, dass ein Hund eine große Verantwortung ist. Ob man dieser gewachsen ist, das kann man mithilfe dieses Buches besser herausfinden.

Fazit:
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Sehr umfassendes und informatives Buch über das Thema Hund aus dem Tierschutz: Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Spannende Fortsetzung

Entführung im Himmelreich
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Das Titelbild mit dem Hund Pinguin im Vordergrund und daneben der Bäckerwagen auf dem Campingplatz passt sehr gut in die Reihe.

Inhalt:
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Es ist nur wenige ...

Gestaltung:
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Das Titelbild mit dem Hund Pinguin im Vordergrund und daneben der Bäckerwagen auf dem Campingplatz passt sehr gut in die Reihe.

Inhalt:
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Es ist nur wenige Wochen her, seit der pensionierte Schauspieler Björn Kupernikus und seine Bekannte Annabelle Schäfer ihren ersten Mordfall auf dem Campingplatz Himmelreich gelöst haben. Doch nun droht neues Ungemach in der Campingidylle: Der Bäcker, der jeden Morgen die Brötchen ausliefert, ist verschwunden!
Seinen Bäckerwagen findet Kupernikus wenig später verlassen im Wald in der Nähe eines Sees. Am Ufer steht ein Paar Schuhe. Hat der Bäcker Selbstmord begangen? Und warum sind seine Familienangehörigen scheinbar gar nicht in Trauer? Zum Unmut des ermittelnden Kommissars beginnen Kupernikus und Annabelle wieder zu ermitteln und stoßen dabei auf ungeahnte Zusammenhänge.

Mein Eindruck:
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"»Wir sind hier im Himmelreich«, echauffierte sich Roger Gross. »Hier passiert doch so etwas nicht.«
Kupernikus unterließ es, ihn darauf hinzuweisen, dass erst vor wenigen Wochen jemand in seinen Camper eingebrochen war und Pinguin entführt hatte. Das Himmelreich war wohl nur auf den ersten Blick ein idyllischer Ort. Wie überall, wo Menschen zusammenkamen, taten sich auch hier Abgründe auf. Und wenn man die nicht erwartete, wirkten sie meist umso tiefer." (S. 23)

Mir gefiel der erste Fall bereits sehr gut. Aber im Vergleich zum aktuellen plätscherte der erste Teil eher vor sich hin. Das lag daran, dass die Figuren zunächst lang und breit eingeführt wurden und die Bekanntschaft sich zwischen Kupernikus und Annabelle erst entwickeln musste.
In diesem Fall gibt es nur kurze Erklärungen zu den Charakteren. Obwohl man den Band auch ohne Vorkenntnisse lesen könnte, kann man ihn m. E. mit Kenntnissen des ersten Teils optimaler einordnen.
Die Charaktere haben sich in der (kurzen) Zwischenzeit weiterentwickelt. Auch Kommissar Fass befindet sich in einer Beziehung, die ihm offensichtlich guttut. Daher überwindet er sich häufiger und akzeptiert die Einmischung von Kupernikus in "seinen" Fall. Dieser ist sehr unterhaltsam und spannend konstruiert. Es gibt viele Verdächtige und spannende Wendungen, und erst am Ende ergibt alles Sinn. Zwar hatte ich eine leichte Ahnung, was mit dem Bäcker geschehen sein könnte, aber die vollständige Komplexität erklärte sich für mich dann mit der Erläuterung am Schluss.
Neben den Krimi-Elementen kommt auch der Humor nicht zu kurz, der trocken und manchmal ein wenig makaber ist. Mir hat er jedes Mal ein Schmunzeln beschert und bewirkt, dass das Rätselraten überwog.
Abgerundet wurde der positive Eindruck wie in Band 1 durch die Rezeptsammlung der Gerichte aus dem Roman, einschließlich der außergewöhnlichen "NuMaKo-Ecken" des Bäckers, die ich sicher bald mal ausprobieren würde. Ich freue mich auf weitere Mordfälle im Himmelreich!

Fazit:
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Im Vergleich zum ersten Teil ein temporeicherer und komplexerer Fall mit spannenden Charakteren und trockenem Humor: gelungene Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Donnerstagsmordclub at its best!

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Das Cover hat auf den ersten Blick nichts mit dem Titel zu tun, passt aber wunderbar zu der Reihe und für Insider hat es einen Wiedererkennungseffekt. Mir gefällt es sehr gut.

Inhalt:
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"Mit ...

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Das Cover hat auf den ersten Blick nichts mit dem Titel zu tun, passt aber wunderbar zu der Reihe und für Insider hat es einen Wiedererkennungseffekt. Mir gefällt es sehr gut.

Inhalt:
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"Mit dem Verbrechen ist es wie mit der Liebe, wenn die Zeit reif ist, findet es dich. Hier sitzt sie nun also, bei der Hochzeit. Ob sie ihm helfen wollen würde? Elizabeth sieht Nick an, nickt und nimmt seine Hand.»Ja, Mr Silver, ich will.«" (S. 23)

Elizabeth trauert noch um ihren verstorbenen Ehemann, aber das Leben geht weiter: Die Tochter ihrer Freundin Joyce heiratet! Doch zum Trauern bleibt keine Zeit, denn auf der Hochzeitsfeier vertraut der Freund des Bräutigams Elisabeth an, dass sein Leben bedroht ist, weil jemand es auf einen geheimen Code abgesehen hat, von dem er eine Hälfte kennt! Sofort ist Elisabeths Neugier und Spürsinn geweckt. Und natürlich bleibt sie damit nicht allein, denn ihre Freundin Joyce und der restliche Donnerstagsmordclub sind gefragt.
Dabei gibt es nicht nur viele Verdächtige, sondern auch noch einige Tote sowie unverhoffte Zusammenarbeit mit alten Bekannten.

Mein Eindruck:
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Ich bin damals in Teil 3 der Reihe zuerst eingestiegen und hatte Schwierigkeiten, in die Zusammenhänge einzusteigen und alle Beziehungen bis in die Tiefe zu verstehen. So wird es auch Neueinsteigern bei Band 5 ergehen. Zwar wird kurz angerissen, wer welche Rolle hat, aber wirklichen Spaß und den tiefergehenden Sinn der Figurenentwicklungen wird man erst mit Vorkenntnissen der anderen Bände erleben.
Während Band 3 für mich meistens dahinplätscherte, fand ich den vierten sehr viel besser und hatte bei diesem hier so richtig mein Vergnügen. Das liegt zum einen daran, dass ich nun in der Figurenwelt angekommen bin und alle Charaktere verinnerlicht habe. Zum anderen ist der Fall selbst von Beginn an gut und spannend aufgebaut. Die Geschichte ist voller Action, unerwarteter Wendungen und die Auflösung genial, nicht vorhersehbar und überzeugend.

"Elizabeth läuft mit langen Schritten los, sobald Joyce bei ihr ankommt, als wollte sie sagen: »Wir müssen jetzt zwei Minuten Teilchenpause wieder reinholen, Joyce.« Joyce trottet zufrieden hinter ihr her. Jeder muss den Rhythmus des anderen verstehen, das ist wichtig. Zeit, Elizabeth für eine Weile das Ruder zu überlassen."

Die Charaktere entwickeln sich weiter und harmonieren immer besser miteinander. Auch einige zwischenmenschliche Themen kommen zwischen den Zeilen immer wieder zur Sprache, wie Trauer, Freundschaft und Gewalt in der Ehe.
Schade finde ich, dass in diesem Band die Freundin von Bogdan, d. h. die Polizei diesmal nur eine kleine Rolle erhält. Und der manchmal sehr makabere Humor kommt auch nie zu kurz: Ganz nach meinem Geschmack!
Insgesamt ist dieser Band für mich der bisher beste der Reihe und ich freue mich bereits auf weitere!

Fazit:
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Spannend, actionreich mit vielen Überraschungen, eine Prise Humor und skurrile, liebevolle Charaktere: Was will man mehr?

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