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Veröffentlicht am 02.01.2026

Schöne, dekadente Welt der Reichen

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich ...

Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich sowohl der Heirats- und Vermittlungsmarkt der Reichen aus vielen Ländern, als auch der von ihnen meist ignorierte Kampf ums Überleben der dort Dienenden, oft genug noch Kinder, ab.

Wobei nicht alle wegschauen, manche versuchen sogar zu helfen.

Insgesamt aber sind in der Mehrheit heiratsfähige junge Damen und Herren sowie die dazugehörigen Mütter und Tanten anzutreffen, selten die Väter. Da wird gejagt, getanzt, geflirtet, vermittelt, gearbeitet und gestorben.

Man sieht sich, man kennt sich, man weiß übereinander, alles ist überschaubar und mehrere Schicksale sind stellvertretend für viele, gut beschrieben und in die Handlung eingebettet.

Nicht jeder weiß, dass in der Gegend von Salurn sowohl Baumwolle als auch Seide produziert wurde, hauptsächlich von Frauen und Kindern, unter unmenschlichen Bedingungen, was sich auf die Sterblichkeitsrate natürlich auswirkte.

Aber im Roman geht es auch um etwas sehr menschliches, ein junger korsischer Adeliger, der Vicomte Jean Alexis de Benedetti, der den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 knapp überlebt hat und seither mentale Probleme mit morphinhältigen Substanzen bekämpft.

Er bekommt Hilfe vom eben zugereisten mosaischen Arzt Dr. Hirsch, der sich mit der neu in Mode gekommenen Behandlung der Seele zugewandt hat, nicht unbedingt zur Freude der Ärzteschaft vor Ort, aber geduldet.

Benedetti hat vor dem Krieg etwas getan, das ihm auch heute noch aufs Gemüt drückt und will es bei seinem Aufenthalt in Meran wieder gut machen.

Im Anhang ist sowohl eine komplette Personenliste als auch ein gut gelistetes Glossar zu finden, was ich sehr hilfreich einstufe.

Insgesamt sehe ich den Roman als sehr gut gelungen und besonders unterhaltsam an, ein Markenzeichen der Autorin.

Auch das Cover sieht sehr schön aus und passt zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Schweden kocht

Hej!
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Wer sich hier einfach nur Rezepte erwartet, wird sehr überrascht sein. Die bekommt man hier mit vielen Geschichten und Hintergrundinfo serviert.

Ganz viele interessante Geschichten, präsentiert von der ...

Wer sich hier einfach nur Rezepte erwartet, wird sehr überrascht sein. Die bekommt man hier mit vielen Geschichten und Hintergrundinfo serviert.

Ganz viele interessante Geschichten, präsentiert von der Autorin Zora Klipp. Sie hat sich bei einem Besuch in Schweden unsterblich in das Land, die Leute und die Küche verliebt.

Besonders gelungen finde ich das Buch auch deshalb, weil so viele schöne Fotos das Geschriebene unterstreichen.

Ein Buch, in das man immer wieder neu einsteigen und immer wieder etwas Spannendes zum Kochen finden kann.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Wer anderen eine Grube gräbt....

Schatten über dem Kloster
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Manuela Schörghofer, die Autorin dieses historischen Krimis, hat sich schon einiges einfallen lassen, um ihre Leser gut zu unterhalten.

Die Handlung spielt sich im Füssen des Jahres 1376 ab und ist sehr ...

Manuela Schörghofer, die Autorin dieses historischen Krimis, hat sich schon einiges einfallen lassen, um ihre Leser gut zu unterhalten.

Die Handlung spielt sich im Füssen des Jahres 1376 ab und ist sehr spannungsgeladen.

Im Mittelpunkt steht Isabella, die recht junge Frau des Richters von Füssen.

Als ihr Mann überraschend stirbt, muß sie erst einmal um ihr Erbe kämpfen und folgende Aufgabe lösen:

Sie muß mithelfen, den Tod von Alfred Vogler, dem Bürgermeister von Füssen, einem engen Freund des Richters , aufzuklären, sonst erhält ihr Schwager, der Bruder des Richters, das Erbe.

Alfred Voglers verkohlte Leiche wurde nämlich im Gästehaus des Nonnenklosters Weissenfels gefunden und konnte nur am Ring des Bürgermeisters identifiziert werden. Niemand kann sich das wirklich erklären und Isabella steht vor einem schier unlösbaren Rätsel.

Bis sich plötzlich gleich zwei junge Männer an ihre Seite stellen und tatkräftig mithelfen.

Leo Stadler, der Stadtschreiber und Sohn des neuen Richters, er will wissen, ob sein Vater mit in der Geschichte hängt.

Magnus Bader, der Sohn des Medicus von Füssen, er will einfach helfen, weil Isabella ihm gefällt.

Und so stolpern die drei Laiendetektive in eine sehr spannende, sehr fesselnde und sehr aufschlussreiche Geschichte, in deren Verlauf sie enge Freunde werden.

Die Autorin hat es geschafft, viele Episoden so geschickt miteinander zu verknüpfen, dass man als Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag und man auf eine Fortsetzung hofft.

Das Cover vermittelt düstere Stimmung.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Der Fuchs und der Schatten

Elf ist eine gerade Zahl
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Dieses Buch ist ganz besonders. Geschrieben von einem Mann. Der schreibt aber von einer Frau in der Ich-Form.
Autor: Martin Beyer

Katja ist die Mutter von Paula. Paula hat zum zweiten Mal Krebs. ...

Dieses Buch ist ganz besonders. Geschrieben von einem Mann. Der schreibt aber von einer Frau in der Ich-Form.
Autor: Martin Beyer

Katja ist die Mutter von Paula. Paula hat zum zweiten Mal Krebs. Beide sind verzweifelt. Katja schlägt sich mit Schuldgefühlen herum, Paula hat Schmerzen nach der Operation und Angst vor der neuerlich drohenden Chemotherapie.

Katja, im Beruf Lehrerin, hat immer schon gerne Geschichten erfunden und nun erzählt sie Paula jedes Mal, wenn sie zu Besuch kommt, eine Geschichte, in Fortsetzungen.
Darin versteckt sich die Angst beider Frauen vor dem, was da kommt, beide wissen nicht, wie es enden wird.

In der Geschichte geht es um das Mädchen Pola und einen Silberfuchs, der Pola den Weg zeigt.
Über allem lagert ein grauer, bedrohlicher Schatten, der nicht will, dass Pola heim findet, was diese aber unbedingt will. Am Rand des Schattens trifft Pola Martha, die ebenfalls vom Schatten, der auch eine menschliche Gestalt annehmen kann, verfolgt und bedroht wird. Aber Martha hat ein schwarzes Getränk, das ihnen hilft, sich vor dem Schatten zu verbergen. Wird Pola wieder nach Hause finden?

Das Buch bietet ein schönes Leseerlebnis mit durchaus dramatischen Momenten, auch Schwäche und Selbstzweifel werden sehr einfühlsam beschrieben und alles ist absolut nachvollziehbar.
Ein Buch, das sehr zum Nachdenken anregt.
Ein Lichtblick ist für mich der Fuchs, der das Cover auch farblich dominiert.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Wien ist voller Geschichte/n

Wienerberg
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Autorin: Mina Albich

Schauplatz: Wien

Aufbauend auf einer Überlieferung über den Fundort eines menschlichen Knochens, der Spinnerin am Kreuz, hat die Autorin eine wirklich spannende, aber auch humorvolle ...

Autorin: Mina Albich

Schauplatz: Wien

Aufbauend auf einer Überlieferung über den Fundort eines menschlichen Knochens, der Spinnerin am Kreuz, hat die Autorin eine wirklich spannende, aber auch humorvolle Kriminalgeschichte geschrieben.

Gleich am Anfang des Buches gibt es für Leser, die noch kein Albich-Buch gelesen haben, eine Personenaufstellung aller im Buch vorkommenden Personen, die mehr als hilfreich ist, auch für Nicht-Neulinge.

Aber zum Inhalt.

Ein Mädchen findet auf einem Grünstreifen, den sie sich ausgesucht hat, um ihren verstorbenen Käfer zu bestatten, einen langen Knochen.

Sie nimmt ihm mit, um ihn der Mutter zu zeigen, die daraufhin den Knochen entsorgen will. Aber Mara fertigt eine Zeichnung an, die sie ihrer " Psycho-Tante" zeigt, die daraufhin einen Kollegen bei der Mordkommission alarmiert. Und wirklich, da liegt ein komplettes Skelett. Und dann nehmen die Dinge ihren Lauf.

Aber das ist noch nicht alles, da gibt es ganz viele private Verwicklungen und Geheimnisse, ein Gespenst taucht auf, auch ein Medium und entführte Hunde, ausgebüxte Pferde, Bücher verschwinden und tauchen wieder auf und in dem ganzen Kuddelmuddel muss Felix Grohsman einen Mörder finden, oder war es eine Mörderin? Man muss es selbst gelesen haben.

Das Cover zeigt "Die Spinnerin am Kreuz" in Wien

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