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Veröffentlicht am 03.05.2021

Über den tiefen Sinn des Lebens - Erst sacken lassen!

Jenseits des Abgrunds
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Toni, Inhaber einer Werbeagentur, von seiner Gefährtin verlassen, ohne Kontakte zu seiner Familie, gestresst und unzufrieden mit seinem Leben, ist mit der Urne seines verstorbenen Bruders unterwegs in ...

Toni, Inhaber einer Werbeagentur, von seiner Gefährtin verlassen, ohne Kontakte zu seiner Familie, gestresst und unzufrieden mit seinem Leben, ist mit der Urne seines verstorbenen Bruders unterwegs in die Rocky Mountains, um dort an gewünschter Stelle, dessen Asche zu verstreuen. Auf der langen Fahrt dorthin gelangt er an eine steile Felsenklippe, eingebettet in atemberaubende Szenerie, mit einer Hütte ganz in der Nähe. Dort lebt Kosei-San, ein alter Japaner, zurückgezogen als ‚Wächter dieses tödlichen Abgrunds‘, der die Verzweifelten anspricht, sie in die Hütte zu einer Tasse Tee einlädt, um sie von ihrem selbst zerstörerischen Vorhaben abzubringen.
Auch Toni folgt der Einladung des Alten, hört von Geschichten über Höhen und Tiefen des Lebens, zu lieben und geliebt zu werden, wie auch das Tagebuch von Kosei-San verrät. Sinniert wird über den Sinn des Lebens, den es scheinbar bei Verlust nur geben kann, wo es auch neue Perspektiven aufgreift, um sich mit dem Leben in Grenzsituationen wieder neu zu versöhnen. Kosei-San versucht diesen Verzweifelten neue Wege aufzuzeigen.
Basierend auf einer wahren Begebenheit lädt dieses Buch vielleicht auch den Leser ein, über den tiefen Sinn seines Lebens zu reflektieren.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein Cosy-Crime mit regionalem Flair

Prost, auf den Doktor
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Hauptkommissar Tischler, Oldtimer- und Ex-Biker-Fan, wird als kumpelhafter, sehr menschlicher Ermittler karikiert, der im ländlichen Brunngries, im touristisch interessanten Chiemgau ermittelt. Dialoge ...

Hauptkommissar Tischler, Oldtimer- und Ex-Biker-Fan, wird als kumpelhafter, sehr menschlicher Ermittler karikiert, der im ländlichen Brunngries, im touristisch interessanten Chiemgau ermittelt. Dialoge rund um sein Team sind oft humorvoll, seine Befragungen während der Ermittlungsarbeit wirken realistisch, nachvollziehbar und im Endresultat schlüssig. Die Beschreibung seines Freiheitsgefühls auf dem geliehenen Bike mit Retrocharme in Dehnungs-bedürftigem Leder-Outfit gefällt. Im naturverbundenen Ambiente beim Motorradtreffen zweier befreundeter Clubs kommen verschiedene Charaktere sozialer Couleur – vom Akademiker bis zum Hafenarbeiter – wirkungsvoll zum Tragen. Zahlreiche Nebenschauplätze, von touristisch bis kriminell tendierend, schmücken diesen Fall aus. Selbst Hundeliebhaber werden über Dackeldame Resi, bereits auf dem Cover erscheinend, angesprochen.
Ins Grübeln mag man verfallen über den Missstand, inwieweit die aufgedeckten illegalen Machenschaften des vermeintlichen Arztes Sebastian Burgegger tatsächlich in Deutschland möglich sein könnten. Darüber hinaus wird auf S. 12 der Grillwagen des Metzgers erwähnt, auf dem sich ein Spanferkel drehte und die Holzkohle bei Ankunft auf der Sauwiese knisterte - eine riskante Vorgehensweise mit Risikopotential unter einer Plane.
Insgesamt ein unterhaltsamer Kriminalroman mit Lokalkolorit!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Eine lebendige Biographie von Kleopatra – aus ihrem Blickwinkel gesehen.

Kleopatra
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Das Cover zeigt diese Königin in königlich goldener Bekleidung inklusive typischem Kopfschmuck, jedoch vom Betrachter abgewandt, denn ihre großartige, altägyptische Dynastie existiert ja nicht mehr. Kleopatra ...

Das Cover zeigt diese Königin in königlich goldener Bekleidung inklusive typischem Kopfschmuck, jedoch vom Betrachter abgewandt, denn ihre großartige, altägyptische Dynastie existiert ja nicht mehr. Kleopatra Thea Philopator. Ich-Erzählerin, Königin der Könige mit 19 Jahren, kommt in ihrer Darstellung sehr menschlich als Mutter, liebende Ehefrau bzw. Geliebte daher. In dieser historischen Fiktion wird ihre Macht, Intelligenz und Kenntnis der Heilkünste besonders betont im Gegensatz zu römischen Darstellungen z. B. von Cicero oder Plutarch. Das Alltagsleben im Palast auf Antirhodos, der Insel im Hafenbecken des Osthafens von Alexandria, beginnt im Jahre 51 v. Chr. und endet 30 v. Chr. mit ihrer Flucht vor dem römischen Feldherrn Octavian, zusammen mit ihren Kindern durch eine Geheimtür. In dieser Zeitspanne agiert diese Pharaonin geschickt – mal listig mal weise – kämpft erfolgreich gegen ihre vier rachsüchtigen Geschwister, gegen Gerüchte, Verrat und Korruption an und verbessert Wirtschaft, Gesundheitswesen und allgemeinen Wohlstand. Die Wichtigkeit der damaligen Götterwelt mit ihren Tempeln und der Verleihung besonderer göttlicher Kräfte bzw. Flüchen wird lebendig widergespiegelt. Über Geschichtenerzähler – Hakawatis – wird anfangs auch die Geschichte der Ptolemäer nach dem Tod von Alexander dem Großen erzählt. Sowohl die friedlichen als auch die kriegerischen Verbindungen zu Rom mit Julius Caesar, Marcus Antonius und Octavian finden Berücksichtigung. Neben ägyptischer Kulturpflege wie z.B. den Herrscherkult der Ptolemäen spannen sich auch Szenen römischer Traditionen mit Gladiatorenspielen und Festumzügen mit Gefangenen durch den Roman.
Insgesamt erkennt man als Leser in Kleopatra eine Königin voller menschlicher Wärme, Intelligenz und Kampfgeist.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Fünf stilvolle Erzählungen zum Reflektieren

Der Fluss der Zeit
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Es geht in diesen fünf Erzählungen um fein gezeichnete Emotionen und Gedanken von Menschen in vermeintlich stressiger Lebenssituation. Die hier vorgestellten Helden sind entweder voller Selbstzweifel, ...

Es geht in diesen fünf Erzählungen um fein gezeichnete Emotionen und Gedanken von Menschen in vermeintlich stressiger Lebenssituation. Die hier vorgestellten Helden sind entweder voller Selbstzweifel, unterziehen sich einer angedeuteten Lebensbilanz voller Rückerinnerungen oder eine vermeintliche Katastrophe entpuppt sich als Wendepunkt. Diese fein gezeichneten Einsichten in diverse menschliche, nicht ganz alltägliche Lebensabschnitte berühren, führen mitunter auch zu Selbstreflektion. In ruhigem, melancholischem Schreibstil erfährt man von der Vergänglichkeit von einst tiefen Empfindungen, von nicht mehr greifbaren wichtigen Zeitspannen mit wohl prägenden Ereignissen und einschneidenden Entscheidungen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Spannung in reizvollem Ambiente

The Woman in Suite 11
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Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen ...

Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen Erlebnissen der Hauptfigur Laura (Lo) Blacklock auf dem Kreuzfahrtschiff kenne ich nicht. Die Beschreibungen des Settings im Schweizer Nobelhotel am Genfer See und auch im Old Manor, England gefallen. In manchen Passagen in diesen fünf Teilen wirkt die Hauptfigur Lo zu leichtgläubig, zu naiv und nimmt ihren Handlungsweisen leider die Glaubwürdigkeit. Sich selbst in solch lebensgefährliche, kriminelle Situationen unter Abgabe des Reisepasses zu bringen, macht rational wenig Sinn. Eigentlich würde man aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Vorerfahrungen auf dem Kreuzfahrtschiff mehr Vorsicht und Skepsis von ihr erwarten. Natürlich machen die Beschreibungen ihrer Alpträume und Panikattacken sie sehr menschlich. Während Lo‘s Charakter für Wahrheitsliebe und Selbstlosigkeit steht, sorgt der unstete, nicht vertrauenswürdige Charakter von Carrie als gefährdeter Gegenpol für viele interessante Überraschungen. Die Nebenfiguren Ben, Los Ex-Mann, und der Fotograf Cole – zunächst auch im Hotel am Genfer See - tauchen unerwartet auch in England erneut auf und besorgen Lo den Anwalt Dan, nicht ganz schlüssig und durchschaubar konstruiert. Ansonsten ist der Krimi logisch nachvollziehbar, besteht die Plausibilitätsprüfung.
Insgesamt eine spannende Geschichte voller Überraschungen mit interessanten Protagonisten.

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