Leise, schwer, nachwirkend.
Die Liebe, späterMein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ...
Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe.
Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht.
Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet.
Fazit:
4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.