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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Darum geht es:

Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das ...


Darum geht es:

Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das Waisenmädchen bei sich auf. Zwischen den beiden entsteht eine enge Verbindung, die von Anfang an unter einem Schatten steht. Wilma verschweigt Marlen etwas. Ein Porträt, das Marlen im Forsthaus findet, wird zum stillen Zeugen dieses unausgesprochenen Geheimnisses.

Fast achtzig Jahre später lebt Hannah in Berlin. Als ihr Vater nach langer Abwesenheit wieder ernsthaft Kontakt sucht, gerät das Familiengefüge ins Wanken. Hannah beginnt zu begreifen, dass ihre Mutter und Großmutter Entscheidungen getroffen haben, deren Gründe ihr nie erklärt wurden. Und dann ist da immer noch die verschwundene wertvolle Leinwand von Hannahs Urgroßmutter, die wie ein ungelöstes Rätsel über der Familiengeschichte schwebt.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman hat mich vor allem durch seinen Ton berührt. Alena Schröders Schreibstil ist warmherzig, feinfühlig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache nimmt sich Zeit für die Figuren. Sie urteilt nicht. Sie lässt Nähe entstehen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich abwechseln. So durfte ich zwei Frauen über einen langen Weg begleiten. Marlen, die als junges Mädchen das Ende des Krieges erlebt, und Hannah, die viele Jahrzehnte später beginnt, die Risse in ihrer eigenen Familie zu erkennen. Beide Frauen sind unterschiedlich, aber gleichermaßen glaubwürdig. Ihre Lebenswege habe ich mit Spannung verfolgt. Beide haben mich auf ihre eigene Weise tief berührt.

Besonders Marlens Geschichte hat lange nachgewirkt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Schweigen, das sie umgibt, sind eindrücklich erzählt. Aber auch Hannahs Suche nach Wahrheit und Zugehörigkeit ist nahbar und leise, ohne je belanglos zu wirken. So sehr mich beide Erzählstränge für sich genommen überzeugt haben, blieb für mich ein entscheidender Punkt unbefriedigend. Der rote Faden zwischen den beiden Zeitebenen hat sich für mich nicht klar genug herausgebildet. Die Verbindung wirkte stellenweise zu lose. Ich habe lange darauf gewartet, dass sich die Geschichten stärker ineinanderschieben und einander vertiefen. Dieses Gefühl stellte sich für mich nicht vollständig ein.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren, der mich sehr berührt hat, auch wenn die Verbindung der Zeitebenen für mich nicht ganz aufgegangen ist.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein stimmungsvoller, gefühlvoller Abschluss der Reihe, der Herz und Seele wärmt.

Liebesglück in der Bergpraxis
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Darum geht es:

Im dritten Band der Bergpraxis Reihe steht die Versorgungsassistentin Mila Abendroth aus der Bergpraxis Waldkirch im Mittelpunkt. Geprägt von einer belastenden Kindheit auf einem Bauernhof ...

Darum geht es:

Im dritten Band der Bergpraxis Reihe steht die Versorgungsassistentin Mila Abendroth aus der Bergpraxis Waldkirch im Mittelpunkt. Geprägt von einer belastenden Kindheit auf einem Bauernhof hat Mila dieses Leben bewusst hinter sich gelassen und verfolgt klare Vorstellungen von Unabhängigkeit und persönlicher Selbstverwirklichung.

Als sie nach einem Unfall den Bio Landwirt Jonas Wolff betreut, wird sie erneut mit dem ländlichen Alltag konfrontiert. Die regelmäßigen Besuche auf seinem Hof führen dazu, dass Mila sich nicht nur mit ihrer Abneigung gegenüber bäuerlichen Lebensformen auseinandersetzen muss, sondern auch Gefühle entwickelt, die sie verunsichern. Zusätzlich begegnet sie Leon, einem erfolgreichen Anwalt aus München, der für ein Leben steht, das Milas bisherigen Zielen entspricht. Zwischen Vergangenheit und Zukunft, Vertrautem und Verlockendem muss Mila entscheiden, welcher Lebensweg wirklich zu ihr passt.

Mein Leseeindruck:
Mit diesem dritten und letzten Band der Bergpraxis Reihe habe ich mich sofort wieder zu Hause gefühlt. Die Rückkehr in die Allgäuer Hochalpen, nach Waldkirch und in die vertraute Atmosphäre der Bergpraxis war wie ein heimlicher Kurzurlaub für Herz und Seele. Ich habe es geliebt, bekannte Figuren wiederzutreffen und gleichzeitig Milas ganz persönliche Geschichte zu begleiten.

Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch und einfühlsam Milas innerer Konflikt dargestellt wird. Ihr Ringen mit der eigenen Vergangenheit, das Wiederfinden auf einem Bauernhof, den sie eigentlich hinter sich lassen wollte, und die aufkeimenden Gefühle für Jonas sind sehr glaubwürdig und emotional mitreißend erzählt. Die Entwicklung ihrer Beziehung zu Jonas ist zart und realistisch, ohne überschnappende Dramatik, genau richtig für diese Art von Wohlfühlroman. Der Schreibstil von Jana Lukas ist wie immer erstklassig: leicht, humorvoll und romantisch, dabei nie kitschig. Die Figuren wirken lebendig, die Dialoge natürlich, und die Landschaftsbeschreibungen entführen einen direkt ins Allgäu. Besonders die Mischung aus Humor, Romantik und emotionalen Momenten macht das Lesen zu einem echten Vergnügen.

Fazit:
4/5⭐ Ein stimmungsvoller, gefühlvoller Abschluss der Reihe, der Herz und Seele wärmt. ❤️

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein stimmiger und nachhallender Roman über das Leben in der Mitte

Zurück zu ihr
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Darum geht es:
Jan ist gerade fünfzig Jahre alt geworden und lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern in München. Sein Alltag ist geprägt von Verantwortung und einer scheinbaren Zufriedenheit, ...

Darum geht es:
Jan ist gerade fünfzig Jahre alt geworden und lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern in München. Sein Alltag ist geprägt von Verantwortung und einer scheinbaren Zufriedenheit, die kaum Raum für Zweifel lässt. Die Einladung zum 30. Klassentreffen bringt diese Ordnung ins Wanken. Erinnerungen an seine Jugend und an eine frühere Liebe drängen in die Gegenwart. Auf der Suche nach Klarheit macht sich Jan allein auf den Weg in den Norden. Unterwegs gerät er immer wieder ins Stocken, nicht nur durch Pannen, sondern auch durch Gedanken an verpasste Möglichkeiten.

Mein Leseeindruck:
Schon auf den ersten Seiten hat mich der flüssige Schreibstil des Autors abgeholt. Ich war sofort bei Jan und Svenja in München mitten in einem Alltag, der vertraut und geordnet wirkt. Schnell wurde deutlich, dass diese Familie scheinbar alles hat, nur sich selbst nicht mehr richtig spürt.
Die Reise zum Klassentreffen bringt Vergangenheit und Gegenwart zusammen und zwingt Jan, sein Leben, seine Beziehungen und sein Selbstbild zu hinterfragen. Dabei geht es weniger um das Ziel der Reise als um die Frage, zu welchem Mann er geworden ist und was er wirklich will.
Trotz der ernsten Themen wie Familie, Identität und Verantwortung schreibt der Autor mit viel Situationskomik, sodass ich oft schmunzeln musste. Das Ende habe ich so nicht erwartet und genau das hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein stimmiger und nachhallender Roman über das Leben in der Mitte und darüber, wie wichtig es ist, sich selbst nicht zu verlieren.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine dichte, düstere Stimmung!

Rauhnächte
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Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich ...

Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich einen Namen und eine Vergangenheit, über die niemand sprechen wollte. Auf der Suche nach Antworten reist Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. In den engen Gassen des mittelalterlichen Städtchens ziehen schaurige Gestalten umher. Masken eines alten Brauchs, der in den Rauhnächten die Geister vertreiben soll. Doch in diesen Nächten, so heißt es, kehren verdrängte Wahrheiten zurück. Je näher Pia dem Geheimnis ihrer Herkunft kommt, desto bedrohlicher wird die Atmosphäre um sie. Bald geht es nicht mehr nur um Antworten, sondern um ihr Leben.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Spannungsromane von Ellen Sandberg und jedes Mal, wenn in der Verlagsvorschau ein neuer Titel von ihr auftaucht, ist die Vorfreude sofort da. Auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt. Dank ihres großartigen, klaren Schreibstils findet man mühelos in die Geschichte hinein. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die beide gleichermaßen spannend sind und sich perfekt ergänzen. Keine davon wirkt schwächer oder nur wie Beiwerk. Im Gegenteil, ich habe beide Stränge mit großer Begeisterung gelesen.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Sie ist dicht, düster und stellenweise fast mystisch. Es gab Momente, in denen ich tatsächlich kurz gezögert habe weiterzulesen, weil die Stimmung so unheimlich und bedrückend war, im allerbesten Sinne. Pia auf ihrer Spurensuche zu begleiten, hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe eigene Theorien entwickelt und war mir ziemlich sicher, auf der richtigen Fährte zu sein, nur um dann von Ellen Sandberg erneut verunsichert zu werden. Genau diese gezielten Wendungen machen für mich den Reiz ihrer Geschichten aus. Der Schluss war schlüssig, rund und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Auch wenn dieser Roman für mich nicht ganz zu Ellen Sandbergs allerbesten gehört, ist er dennoch ein atmosphärisch sehr starker Spannungsroman. Die dichte, düstere Stimmung und die psychologische Tiefe haben mich durchgehend gefesselt.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine Geschichte die berührt und inspiriert!

Bernadette ändert ihr Leben
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Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt ...

Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt sich die Chance, für einen Monat nach Madrid zu reisen und sie entscheidet sich spontan dafür. Ohne Spanischkenntnisse, aber offen für neue Begegnungen, taucht sie in eine fremde Umgebung ein. Die Stadt, die Menschen und die Distanz zum Alltag setzen etwas in Bewegung, das sie selbst nicht vorhersehen konnte.

Mein Leseeindruck:
Ich habe Bernadette unheimlich gerne auf ihrer Reise begleitet, aber gerade zu Beginn hätte ich sie am liebsten geschüttelt wie eine liebe Freundin, um ihr zu zeigen, dass sie mehr Stärke in sich trägt. Sie ist so lieb, gutmütig und fürsorglich, dass ich mich oft gefragt habe, ob sie merkt, wie sehr sie sich selbst zurücknimmt.
Madrid wird in diesem Buch so atmosphärisch beschrieben, dass ich mich fast selbst neben Bernadette durch die Straßen schlendern sah. Die Eindrücke der Stadt und der Menschen setzen etwas in ihr in Bewegung, das ich intensiv miterleben konnte. Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt von Bernadette und Tom einfinden und ihre Gedanken und Emotionen nachfühlen. An manchen Stellen wirkt die Geschichte leicht skurril, was ihr Charme und Originalität verleiht.
Der flüssige Schreibstil der Autorin macht das Lesen angenehm und leicht. Für mich ist es ein feinfühliger Roman über Wendepunkte im Leben, über Mut, Veränderung und die kleinen Momente, die alles in Bewegung bringen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein Buch, das mich berührt und inspiriert hat.

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