Gelungener Auftakt einer Young-Adult-Mystery-Reihe - geheimnisvoll, spannungsgeladen und mitreißend
MaskenmeerLucy, Richard, Marco und Marlene gehen im fiktiven Königreich von Wellenland auf ein Elite-Internat und sind beste Freunde. Das normale Leben der Jugendlichen wird allerdings durcheinander geworfen ls ...
Lucy, Richard, Marco und Marlene gehen im fiktiven Königreich von Wellenland auf ein Elite-Internat und sind beste Freunde. Das normale Leben der Jugendlichen wird allerdings durcheinander geworfen ls unbekannte und maskierte Männer Angst und Schrecken verbreiten und immer mehr Angestellte aus dem Schloss entführen. Bald sind sie selbst Zielscheibe der maskierten Männer, die stets mit einer unheimlichen weißen Maske auftreten. Doch was wollen die Männer von den Freunden? Und was haben die Zeichen damit zu tun, die eine verstorbene Person schickt und die eigentlich nichts den Freunden zu tun hat?
"Maskenmeer" ist ein toller Auftakt der "Wellenland"-Reihe und auch ich als weniger eingefleischte Mystery- und Fantasy-Leserin bin hier auf meine Kosten gekommen!
Die Geschichte ist mit knapp 640 Seiten ziemlich umfangreich - nach ein paar Startschwierigkeiten nimmt die Handlung aber immer mehr an Fahrt auf. Die Kapitel sind recht lang und aus drei unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, wobei die Ich-Perspektiven von Lucy und Richard den größten Teil einnehmen. Man ist auch sofort mitten im Geschehen und lernt die vier Freunde mit ihren Charaktereigenschaften besser kennen. Vor allem Lucy und Richard sind dabei stets präsent und man fühlt sich sofort mit einer oder mehrerer Personen verbunden. Oft dachte ich beim Lesen, dass ich mich in meiner Jugend auch direkt mit der Clique verstanden hätte.
Die vielen Namen zu Beginn der Handlung waren für mich ziemlich verwirrend, auch die Beziehungen zueinander konnte ich zunächst nicht einordnen. Vielleicht wäre hier ein Personenverzeichnis oder -diagramm hilfreich gewesen. Auch eine Karte mit wichtigen Punkten und Orten von Wellenland könnte ich mir gut vorstellen. Die Geschichte hat generell ihre Längen und einige Situationen und Beschreibungen ziehen sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge, dadurch wurde der Lesefluss, gerade am Anfang, etwas gebremst.
Nicht nur die Charaktere sondern vor allem Wellenland an sich, Wellenstadt und das Internat werden toll und detailreich beschrieben. Gerade das altehrwürdige Internatsgebäude konnte ich mir beim Lesen sofort vorstellen, es hat mich in seinen Bann gezogen und auch die Lehrer dort runden das Bild eines prächtigen Internats in dem Königreich ab. Ebenso detailreich wird beispielsweise auch das Schloss samt Königspaar beschrieben.
Von Beginn an herrscht eine bedrohliche, nicht ganz greifbare Atmosphäre, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Immer weiter baut sich die Spannung auf, die dritte Erzählperspektive trägt dazu bei. Beim Lesen merkt man schnell, dass man niemandem so wirklich trauen kann - wer spielt ein falsches Spiel und wer hängt in den Entführungen mit drin? Die Lage in Wellenland spitzt sich immer weiter zu und die Entführungen finden bald nicht mehr nur im Schloss statt. Niemand ist mehr sicher. Über allem steht stets die Frage: wer sind die Maskierten und welche Rolle hat dabei die Clique? Nur häppchenweise setzt sich das Puzzle zusammen, die Hinweise werden nur nach und nach gestreut. Bis zum Schluss wartet man auf den großen Knall, der sich im Laufe der Handlung immer weiter abzeichnet. Der Knall kommt dann auch - aber in Form eines großen, bitterbösen Cliffhangers, der mich fast verzweifeln lässt, weil ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
"Maskenmeer" ist ein gelungener Auftakt einer Young Adult-Mystery-Fantasy-Reihe, der nicht nur Jugendliche in seinen Bann zieht. Mit ein paar kleinen Kritikpunkten kann ich das Buch jedem empfehlen. Auf jeden Fall verdient das Buch mehr Aufmerksamkeit und Beachtung!