Gute Geschichte, die etwas blass bleibt
NachtkommandoEs ist kein nervenaufreibender Thriller, aber ein guter Krimi. Buchreihen rund um deutsche Ermittler von 1920 bis in die 1950er ist ja genau mein Ding, weswegen auch der zweite Teil der „Dunkles Berlin“ ...
Es ist kein nervenaufreibender Thriller, aber ein guter Krimi. Buchreihen rund um deutsche Ermittler von 1920 bis in die 1950er ist ja genau mein Ding, weswegen auch der zweite Teil der „Dunkles Berlin“ Reihe von Scarrow nicht fehlen darf.
Der ehemalige Rennfahrer Horst Schenke steckt mit seinem Team eigentlich in einem ganz anderen Fall, als er von Ruth (bekannt aus Teil 1) gebeten wird, sich den Fall eines toten SS-Arztes anzusehen. Dessen Frau glaubt nämlich nicht an den offiziellen Grund des Selbstmordes.
Genauso wenig wie ein befreundeter Journalist von Horsts Verlobten Karin glaubt, dass die Häufigkeit der Sterbefälle von Kindern in der Potsdamer Schiller-Klinik Zufall sind.
Scarrow verwebt diese beiden Ansätze zu einem Krimi, der sich mit den Auswirkungen der Nürnberger Gesetze und dem Wunsch zur „Reinhaltung und Erhaltung der arischen Rasse“ auseinandersetzt. Wir bekommen es wieder mit gefährlichen historischen Charakteren (wie Heydrich) zu tun und tauchen in das dunkle Kapitel der Euthanise ein.
Die Auflösung des Falles ist an sich recht gut gelungen, jedoch vollführt dafür einer der Hauptakteure eine 180 Grad Wendung des Charakters, die sich sehr unnatürlich anfühlt.
Die moralische Frage nach richtig und falsch, nach der Möglichkeit sich zwischen Auflehnung und Resignation zu entscheiden ist enorm wichtig, mir aber etwas zu deutlich von Historischer Retrospektive eingefärbt.
An sich eine gute Geschichte, die aber etwas blass bleibt was die Ausarbeitung des Settings und der Charaktere angeht. Berlin ist vielleicht auch einfach mittlerweile zu abgenutzt für solch eine Reihe.