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Veröffentlicht am 13.02.2026

Spannend mit kleinen Schwächen

The Ordeals
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Bei den meisten Büchern gehe ich davon aus, dass der „Kern“ überlebt. Egal mit was sich die Personen rumschlagen müssen. Hier darf man nicht damit rechnen und ich sorge mich jetzt schon, um Sophia und ...

Bei den meisten Büchern gehe ich davon aus, dass der „Kern“ überlebt. Egal mit was sich die Personen rumschlagen müssen. Hier darf man nicht damit rechnen und ich sorge mich jetzt schon, um Sophia und ihre Freunde, die sie in Killmarth gefunden hat, wenn es in Band 2 mit der Story weitergeht. Denn diese Dilogie will ich auf jedenfall beenden.

Die ganze Story wirkt düster, selbst schöne Momente sind überschattet und Sophia muss über sich hinauswachsen, wenn sie die Ordeals überleben will. Die Entwicklung von ihr gefiel mir. Dass sie sich selbst treu bleibt, trotz der Gefahren. Dass sie nicht die moralische Heldin ist, die alles verzeiht und jeden rettet. Dass sie an sich zweifelt, Fehler eingesteht, … sie wirkte glaubwürdig auf mich. Alden Locke, ihr Partner bei den Ordeals hingegen blieb bis zum Ende für mich zu blass. Ja, man erfährt etwas über seine Vergangenheit, aber so richtig tief in seinen Charakter konnte ich nicht eintauchen. Da er im Gegensatz zu anderen Charakteren für Sophias Entwicklung stark ausschlaggebend ist, finde ich das schade.

Das Worldbuiling ist interessant. Besonders das Magiesystem hat schnell mein Interesse geweckt und ich habe mich über jede neue Information gefreut. Da wird es in Band 2 sicher noch mehr zu entdecken geben. Auch zu den Konflikten zwischen den Ländern, die hier nur angerissen wurde, erwarte ich noch ein großes Input. Aber da es sich im ersten Band hauptsächlich um die Ordeals dreht, kann ich verschmerzen, dass dies und andere Dinge ohne weitere Tiefe erwähnt wurden. Jedoch ausreichend, um zu zeigen, dass wir hier noch einiges erwarten dürfen.

Wenn ich die Zeit gehabt hätte, hätte ich das Buch an einem Tag verschlungen. Aber solch einen Lesemarathon lässt mein Alltag gerade nicht zu. Ich fand es spannend, Sophia an die Akademie zu beleiten. Habe bei den Ordeals mitgefiebert, ob sie es schafft und mir um liebgewonnene Personen Sorgen gemacht. Denn die Prüfungen sind tödlich. Wieso die einflussreichen Familien es zulassen, dass ihre Kinder bei den Aufnahmeprüfungen sterben, habe ich allerdings nicht verstanden. Und ehrlich gesagt, verstehe ich auch am Ende nicht, wieso die Krone so viel Potenzial sterben lässt, obwohl sie wissen, was in der Zukunft auf die Magier und andere lauert.

Und in diesem Sinne, denke ich auch zu wissen, dass mir Band 2 gefallen wird und freue mich jetzt schon auf sein Erscheinen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Eine Fae erhebt sich

Gaze of Iladri 2: Rise of the Dark Fae
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Mit „Rise of the Dark Fae“ haben wir nun den zweiten und letzten Band der Reihe „Gaze of Iladri“ und dürfen Ava, Tarim und Green erneut begleiten, wie sie sich für die Fae und gegen den König stellen. ...

Mit „Rise of the Dark Fae“ haben wir nun den zweiten und letzten Band der Reihe „Gaze of Iladri“ und dürfen Ava, Tarim und Green erneut begleiten, wie sie sich für die Fae und gegen den König stellen. Und Band zwei hat mir stärker gefallen als Band eins.

Wir starten mitten im Geschehen, und ich musste mich erst einmal orientieren. Das ging aber schneller als gedacht, und ich war rasch wieder in der Geschichte drin. In meiner Rezension zum ersten Band hatte ich noch geschrieben, dass mir Green besser gefällt als Tarim – das muss ich hier korrigieren. Auch wenn ich Green bis zu einem gewissen Punkt verstehen kann. Zuzusehen, wie die eigene, durch die Fae-Natur vorbestimmte Gefährtin einen Menschen wählt, und jedes Mal von überwältigenden Gefühlen überrollt zu werden, sobald man sie sieht, stelle ich mir alles andere als leicht vor. Trotzdem hatte ich ständig das ungute Gefühl, dass er Ava irgendwann bewusst in eine Situation bringen könnte, in der sie den „chemischen“ Impulsen nicht mehr widerstehen kann. Dagegen wirkt Tarims Liebe deutlich respektvoller. Mein Bookboyfriend wird er zwar trotzdem nicht, aber er hat bei mir klar gewonnen.

Im ersten Band stand Avas Wunsch im Mittelpunkt, ihre Schwester aus den Fängen der Königin zu befreien, wobei sie eine Allianz mit den Rebellen einging. In diesem Band verschiebt sich der Fokus deutlich: Es geht nun darum, die Fae insgesamt aus der Sklaverei zu befreien und Ava vor dem neuen, besessenen König zu schützen. Dieser Antagonist hat mir ehrlich gesagt Gänsehaut bereitet. Allein die Vorstellung, was er mit Ava vorhat, war stellenweise schwer auszuhalten.

Man trifft in diesem Band auch wieder auf alte Bekannte wie Siena oder Amos, sie haben im Vergleich zu Band 1 jedoch spürbar weniger Raum – zumindest kam es mir so vor. Wenn es keine romantischen oder spicy Szenen gab, wurde die Handlung zügig vorangetrieben, was mir sehr gefallen hat. Die Geschichte wird insgesamt politischer, neue Abgründe im Umgang der Menschen mit den Fae tun sich auf, und der neue König sammelt mit jeder Szene mehr Antipathiepunkte. Gleichzeitig erfährt man mehr über die Vergangenheit der Fae und ihre Magie, was ich sehr spannend fand.

Als Abschluss einer Dilogie hat mich dieser Band gut abgeholt. Ich habe das Buch innerhalb von drei Abenden gelesen und fühlte mich durchgehend gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Herausfordernd

Kardia – Hasse uns
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Eine Geschichte, in der Gefühle als Nahrung dient, Macht offen ausgespielt wird und Sicherheit nur eine Illusion ist. Kardia ist kein Buch, das es dem Leser leicht macht. Im Gegenteil, die Geschichte fordert ...

Eine Geschichte, in der Gefühle als Nahrung dient, Macht offen ausgespielt wird und Sicherheit nur eine Illusion ist. Kardia ist kein Buch, das es dem Leser leicht macht. Im Gegenteil, die Geschichte fordert einen heraus.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich eher zäh. Im Zentrum steht Alys, die an die Mallory gebracht wird, eine Akademie, an der Menschen das Eigentum von Daemonen sind und ihre Emotionen als Nahrung dienen. Es dauerte, bis ich wirklich in der Welt angekommen bin und eine Verbindung zu Alys aufbauen konnte. Am Anfang war alles etwas verworren und da ich mich weigere Glossare zu nutzen, da ich persönlich der Meinung bin, dass Dinge so in die Geschichte eingebaut werden sollten, dass man ein Glossar gar nicht braucht, weiß ich auch nicht, ob mir das geholfen hätte, mich schneller zurecht zu finden. Nach ungefähr einem Drittel des Buches habe ich mich dann aber endlich in die Story fallen lassen können.

Was mir besonders hängen geblieben ist, ist die moralische Grauzone, in der sich alle Figuren bewegen. Niemand ist eindeutig Täter oder Opfer. Am Ende stellt sich weniger die Frage, wer die Daemonen sind, sondern ob sie wirklich grausamer handeln als die Menschen um sie herum. Allein der Anfang des Buches hat die Abgründe eines Menschen gezeigt.

Romantische und erotische Elemente sind vorhanden, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Da dies mein erster Reverse-Harem-Roman ist und ich diesbezüglich etwas anderes erwartet hatte, war ich überrascht.

Kardia ist ein Auftaktband, der bewusst viele Fragen offenlässt. Nicht alles hat mich überzeugt, aber die Atmosphäre, das Konzept und der abschließende Cliffhanger machen neugierig darauf, wohin diese Geschichte noch führen wird.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Was für ein Cliffhanger

MENON
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Das Worldbuildung fand ich hier sehr interessant. Die Stadt Menon, in der Melina lebt, schottet sich von der Außenwelt ab. Ihre Einwohner dürfen diese nicht ohne Erlaubnis verlassen und diese gibt es so ...

Das Worldbuildung fand ich hier sehr interessant. Die Stadt Menon, in der Melina lebt, schottet sich von der Außenwelt ab. Ihre Einwohner dürfen diese nicht ohne Erlaubnis verlassen und diese gibt es so gut wie nie. Interessant fand ich die Widersprüche im Stadtdesign und auch in anderen Dingen. Dinge, die Melina auch im Laufe der Story feststellt und beginnt zu hinterfragen. Am Ende des ersten Bandes werden diese auch fast alle aufgedeckt.

Melina wurde von der Familie Levan als vierjährige ihrer Mutter entrissen und Stück für Stück erfährt man, wie die Erziehung ausgesehen hat. Keine, die ich einem Kind wünschen würde. Nicht nur körperliche Züchtigung, sondern auch eine große Portion Gehirnwäsche spielten dort mit. Melina fand ich im gut dargestellt. Ihr Gefühle und Gedanken kamen bei mir emotional an.


Sie haben mich Melina genannt. Melina, die Gehorsame. Sie haben gesagt, dass ich Glück hatte, in die Familie Levan aufgenommen zu werden. Ich hatte Glück, als Mädchen geboren zu sein. Ansonsten wären sie nie auf mich aufmerksam geworden.

Auch Nebencharakteren wurde eine Stimme gegeben, sodass wir nicht nur aus Melinas Sicht sehen, die im Licht und mit Privilegien aufgewachsen ist, sondern auch die dunkle, verarmte Seite von Menon kennenlernen. Dadurch versteht man schon vor Melina, dass nicht als glänzt in der Stadt aus Licht und Silber. Wir haben hier nicht nur einen Fantasyroman, sondern eine Fantasydystopie.

Die Gesellschaft unterscheidet sich in Seelie und Unseelie. Und alles was „befleckt“ ist, hat in der oberen lichtdurchfluteten Stadt nichts zu suchen. Es sei denn, es ist zum Dienen da. Makel werden von den Seelie direkt wahrgenommen und können zu einem schnellen Abstieg führen.

Der Plot schreitet zügig voran, stellenweise sogar so schnell, dass ich mir zwischendurch einen ruhigeren Moment gewünscht hätte, um das Geschehen erst einmal sacken zu lassen. Da musste ich Lesepausen einlegen. Denn Plottwists gibt es hier nicht nur vereinzelt, sondern gefühlt lauert hinter jeder Ecke eine neue Überraschung auf Melina und uns als Leser. Mit jeder neuen Erfahrung beginnt das scheinbar stabile Gesellschaftskonstrukt langsam zu bröckeln und gibt seinen dunklen Kern preis. Und dann dieses Ende … damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Ein fieser Cliffhanger, den Laura Kunze uns hier hinterlässt.

Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte, zumindest habe ich den Verweis auf Merean so gedeutet, ist eigentlich gar nicht vorhanden. Aber vielleicht habe auch nur ich den Klappentext so verstanden. Das störte mich aber beim Lesen auch nicht weiter. Mir gefiel es sogar, dass sich die Handlung nicht auch noch darauf beziehen musste, sondern den Schwerpunkt auf Melinas Erkennen und den geplanten Aktionen gegen das Regime legte.

Jedes Kapitel startet mit einem Monolog. Monolog ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es las sich eher so, als würde eine uns unbekannte Person die Worte an die Leute in Menon richten. Irgendwann ahnt man, wer da spricht und im Nachhinein sind die Worte, die vielleicht etwas Verwirrung bei mir stifteten, sogar verständlich. Teils braucht man aber das Wissen aus den folgenden Kapiteln, um zu verstehen, was hier gesagt wird. Aber es passt zu der Person und den Aussagen, die da gemacht werden.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Irgendwie ein offenes Ende

The Icebound Kingdom
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Der Einstieg war gewöhnungsbedürftig. Zum einen musste ich mich erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Es las sich so, als ob Izra ihre Geschichte aufschreiben würde. Am Ende, wenn wir in die Gegenwart kommen, ...

Der Einstieg war gewöhnungsbedürftig. Zum einen musste ich mich erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Es las sich so, als ob Izra ihre Geschichte aufschreiben würde. Am Ende, wenn wir in die Gegenwart kommen, ändert sich die Zeit auch vom Präteritum zum Präsens. Zum anderen lernt man direkt am Anfang ihren Bondage-Kink kennen. Der Grund, warum sie überhaupt zum Gespött ihres Dorfes wird. Die sind was Sex angeht sehr engstirnig.

Nachdem man sich an den Erzählstil gewöhnt hat und einige komische Satzkonstruktionen überliest, kommt sehr gut durch das Buch durch. Die Handlung selbst war für mich nicht vorhersehbar. Der Dunkle Fürst und sein Bruder Yolando überrraschen und erst am Ende des Buches kann man die Bruder wirklich einschätzen.

Izra ist da schneller zu durchschauen. Ich fand ihre Entwicklung toll. Sie hält sich zu Beginn ausgehend durch ihre sexuellen Vorlieben für falsch. Was durch das Verhalten ihres Dorf nur verstärkt wird. Erst im Laufe der Geschichte lernt sie, dass sie sich nicht schämen muss und es durchaus Leute gibt, die sie nicht verurteilen.

Wie schon erwähnt, konnte ich den Plotverlauf nicht vorhersehen. Klar, durch die Tropes wird man ja doch irgendwie immer gespoilert und man weiß, dass sich Izra und der dunkle Fürst verlieben, aber die Art wie dieses verliebt sein, geschieht, gefiel mir. Und mir gefiel auch, wie sich der Zwiespalt zwischen ihren Gefühlen zum Lord und dem Wunsch ihr Dorf und alle darin zu retten, indem sie in ermordet, dargestellt wird.

Das Ende war dann ein Höhepunkt. Hier passiert auf einmal so viel und Geheimnisse werden entdeckt. Und dann Ende. Ich musste da wirklich nochmal schauen, ob dieser Band wirklich als Einzelband beworben wurde. Aber wie es scheint wird man nicht erfahren, wie es weitergeht. Und irgendwie finde ich das doof. Es kommt mir so vor als hätte man mich in die Richtung eines epischen Kampfes zwischen den Elementkindern geführt, nur um mich dann kurz davor stehen zu lassen. Vielleicht überlegt sich das Autorenduo das nochmal.

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