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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Ein klar erzählter Roman über starke Frauen

Lebensbande
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Ich habe "Lebensbande" von Mechtild Borrmann mit großem Interesse gelesen, weil mich Geschichten über den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach immer besonders ansprechen. Borrmann erzählt die Lebenswege ...

Ich habe "Lebensbande" von Mechtild Borrmann mit großem Interesse gelesen, weil mich Geschichten über den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach immer besonders ansprechen. Borrmann erzählt die Lebenswege dreier Frauen - Lene, Nora und Lieselotte - deren Schicksale sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder berühren. Der Erzählstil ist klar und unaufgeregt, was es mir leicht gemacht hat, den verschiedenen Perspektiven zu folgen, ohne dass die Handlung überladen oder zu dramatisch wirkt. Schon nach wenigen Kapiteln war ich so in die Geschichten der Frauen vertieft, dass ich die Zeit und die unterschiedlichen Schauplätze beinahe vergessen habe.

Besonders beeindruckend fand ich die Schilderungen der Zeit im Gulag und wie die Freundschaft zwischen den Protagonistinnen dadurch gestärkt wird. Die Szenen sind eindringlich beschrieben, ohne übertrieben zu wirken und die Verbindung von historischen Fakten mit den fiktiven Lebenswegen gibt der Geschichte Tiefe und macht die Zeitgeschichte für mich sehr greifbar.

Einige Dinge haben mich jedoch etwas gestört, weshalb ich vier statt fünf Sterne vergebe. An manchen Stellen wirkte die Erzählung etwas langgezogen, da sich Handlungselemente aus unterschiedlichen Perspektiven wiederholen und der Lesefluss dadurch leicht gebremst wird. Auch hätte ich mir bei einigen Figuren noch mehr Einblicke in ihre Gefühle gewünscht, um ihre Entscheidungen und Entwicklungen noch intensiver nachfühlen zu können.

Insgesamt ist "Lebensbande" für mich ein bewegender, gut recherchierter Roman über Freundschaft, Mut und die Kraft von Beziehungen in schwierigen Zeiten. Die Geschichte hat mich über weite Strecken gefesselt und immer wieder zum Nachdenken gebracht, vor allem darüber, wie unterschiedlich Menschen auf große Herausforderungen reagieren. Für Leserinnen und Leser, die persönliche Geschichten im Kontext großer Geschichte schätzen, ist dieses Buch auf jeden Fall eine lohnende Lektüre.

Veröffentlicht am 12.01.2026

Mehr Überraschung wäre schön

Storm Singer. Die schwebende Stadt
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"Storm Singer. Die schwebende Stadt" ist ein fantasievoller und gut lesbarer Roman, der mich insgesamt überzeugt hat. Die Geschichte rund um Nargis und ihre besondere Verbindung zu den Elementen ist spannend ...

"Storm Singer. Die schwebende Stadt" ist ein fantasievoller und gut lesbarer Roman, der mich insgesamt überzeugt hat. Die Geschichte rund um Nargis und ihre besondere Verbindung zu den Elementen ist spannend angelegt und hebt sich durch die Idee des Gesangs als Kraftquelle angenehm von anderen Fantasygeschichten ab. Die schwebende Stadt als zentraler Schauplatz ist interessant gestaltet und bietet eine gute Grundlage für die Handlung.

Der Schreibstil ist klar und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet. Gerade für jüngere Leserinnen und Leser ist das Buch sehr geeignet, da die Sprache verständlich bleibt und die Handlung zügig voranschreitet. Viele Szenen sind anschaulich beschrieben, ohne zu überladen zu wirken und sorgen dafür, dass man sich die Welt gut vorstellen kann.

Die Hauptfigur ist sympathisch und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter. Ihre Zweifel, Ängste und Entscheidungen sind nachvollziehbar dargestellt. Einige Nebenfiguren bleiben allerdings eher im Hintergrund und hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe vertragen. Auch bestimmte Wendungen der Handlung sind nicht völlig überraschend und folgen bekannten Mustern aus dem Fantasygenre.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt viel Lesefreude bereitet. Die Mischung aus Abenteuer, Magie und persönlichen Herausforderungen funktioniert gut und hält die Spannung über weite Strecken aufrecht. "Storm Singer. Die schwebende Stadt" ist ein solides Fantasybuch mit einer schönen Grundidee, das Lust auf mehr macht - auch wenn es an manchen Stellen noch etwas mehr Mut zur Überraschung hätte haben können.

Veröffentlicht am 10.01.2026

Gruseliger Lesespaß mit Herz

Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) - Mit 8 neu illustrierten Farbseiten
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Als ich "Gespensterjäger auf eisiger Spur" gelesen habe, war ich sofort begeistert von der gelungenen Mischung aus Grusel, Humor und Abenteuer.
Cornelia Funke schafft es, eine spannungsgeladene Atmosphäre ...

Als ich "Gespensterjäger auf eisiger Spur" gelesen habe, war ich sofort begeistert von der gelungenen Mischung aus Grusel, Humor und Abenteuer.
Cornelia Funke schafft es, eine spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen, die zwar ein wenig schaurig ist, dabei aber immer kindgerecht und mit viel Augenzwinkern erzählt wird.

Die Geschichte rund um Tom, der unverhofft auf ein Gespenst trifft und gemeinsam mit der resoluten Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft und dem liebenswerten Hugo ein Abenteuer erlebt, hat nicht nur mich, sondern auch meine große Tochter schnell in ihren Bann gezogen. Besonders gefallen hat uns, wie geschickt Funke Ängste aufgreift und sie durch Humor und Freundschaft auflöst, sodass die Geschichte nicht nur unterhaltsam, sondern auch ermutigend wirkt.

Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und gut verständlich, sodass sich das Buch sowohl zum Vorlesen als auch für erste eigene Leseerfahrungen hervorragend eignet. Die Illustrationen unterstützen die Stimmung der Geschichte sehr schön und machen das Lesen noch anschaulicher. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass ich mir stellenweise etwas mehr Tiefe oder Länge gewünscht hätte, doch gerade für die Zielgruppe ist der Umfang gut gewählt.

Insgesamt ist "Gespensterjäger auf eisiger Spur" für mich ein gelungener Kinderbuchklassiker, der Spannung, Witz und Fantasie vereint und definitiv Lust auf die weiteren Bände macht.

Veröffentlicht am 10.01.2026

Spannender Roman über beeindruckende Frau

Kleopatra
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"Kleopatra - Roman einer Königin" von Saara El‑Arifi entführt den Leser in das Leben einer der faszinierendsten Frauen der Antike: Kleopatra VII., der letzten Pharaonin Ägyptens. Die Geschichte wird aus ...

"Kleopatra - Roman einer Königin" von Saara El‑Arifi entführt den Leser in das Leben einer der faszinierendsten Frauen der Antike: Kleopatra VII., der letzten Pharaonin Ägyptens. Die Geschichte wird aus der Sicht der Königin selbst erzählt, was ihr Leben besonders nahbar und intensiv macht. Schon zu Beginn beeindruckt der Roman durch die lebendige Darstellung der jungen Kleopatra, die mit gerade einmal 19 Jahren den Thron besteigt und sich fortan in einem Netz aus politischen Intrigen, Machtkämpfen und persönlichen Konflikten behaupten muss. Die Beziehungen zu den berühmten Männern ihrer Zeit werden emotional dicht und nachvollziehbar geschildert, ohne in oberflächliche Klischees zu verfallen.

Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Historische Fakten und fiktionale Elemente sind ausgewogen miteinander verbunden, sodass die Geschichte gleichzeitig unterhaltsam und informativ wirkt. Besonders die inneren Gedanken und Zweifel der Protagonistin verleihen ihr Tiefe und machen sie für Leserinnen und Leser greifbar. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass der Roman an manchen Stellen etwas vorhersehbar wirkt oder historische Tiefe zugunsten des Erzählflusses eingebüßt wird. Wer eine rein wissenschaftliche Biografie erwartet, könnte daher etwas zu wenig faktische Analyse finden.

Insgesamt überwiegen jedoch die erzählerischen Stärken deutlich. "Kleopatra - Roman einer Königin" ist ein fesselnder historischer Roman über eine starke, komplexe Frau, der Lust auf mehr Geschichte macht. Er ist perfekt für alle, die historischen Figuren in einem lebendigen, narrativen Stil begegnen wollen.

Veröffentlicht am 10.01.2026

Von Mut und Selbstvertrauen

LESEMAUS 134: Jule traut sich!
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„Jule traut sich“ ist ein Buch, das besonders Mut und Selbstvertrauen thematisiert und dabei sehr einfühlsam bleibt. Meine Tochter hat beim Vorlesen gebannt zugehört und sich oft in Jule wiedererkannt, ...

„Jule traut sich“ ist ein Buch, das besonders Mut und Selbstvertrauen thematisiert und dabei sehr einfühlsam bleibt. Meine Tochter hat beim Vorlesen gebannt zugehört und sich oft in Jule wiedererkannt, weil sie selbst manchmal zögert, Neues auszuprobieren. Die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, kleine Schritte (z.B. im Schwimmbad) zu wagen und dass es völlig normal ist, dabei auch unsicher zu sein. Mir persönlich hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte an manchen Stellen noch mehr Tiefe zeigt, etwa wie Jule ihre Angst überwindet, denn das passiert ziemlich schnell. Trotzdem gefällt mir, dass das Buch positive Impulse setzt und Kinder motiviert, selbst aktiv zu werden. Für uns ist „Jule traut sich“ ein liebevolles Buch, das Mut macht und Gespräche über Ängste und Erfolge im Alltag anstößt.