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Veröffentlicht am 22.11.2018

Hommage an das geschriebene Wort

Der Zauber zwischen den Seiten
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Sofia steht an einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Die junge Römerin muss schweren Herzens erkennen, dass sie sich für ihren Mann immer mehr selbst aufgegeben hat und so zu der wurde, die sie ...

Sofia steht an einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Die junge Römerin muss schweren Herzens erkennen, dass sie sich für ihren Mann immer mehr selbst aufgegeben hat und so zu der wurde, die sie aktuell ist. Doch das wollte sie nie sein. Sie wollte vielmehr von Büchern umgeben sein, arbeiten mit Büchern und eintauchen in fremde Welten.

Bei einem Besuch eines Antiquariats stößt Sofia auf ein stark beschädigtes Buch von Christian Philipp Fohr. Sofia verliebt sich direkt in das Buch und hofft, es wieder herrichten zu können. Doch bei den Restaurierungsarbeiten stößt sie plötzlich auf handgeschriebene Briefe, die in der Bindung verborgen waren.

Beim Lesen stellt Sofia fest, Clarice hat wohl ein ähnliches Schicksal wie sie selbst durchlebt. Auch ihre Liebe zu Büchern und dem geschriebenen Wort eint die beiden Frauen. Als die Aufzeichnungen abrupt enden, beschließt Sofia, sich auf die Suche nach den beiden Folgebänden von Christian Philipp Fohrs Trilogie zu machen. Vielleicht hat Clarice hier die weitere Briefe drin versteckt.

Doch wird Sofie die beiden Bücher je finden und kann sie Tomaso Leoni, dem renommierten Grafologen, der sie bei ihrer Suche unterstützt ihr Vertrauen und ihre Zuneigung wirklich schenken?

Das Buch stellt eine wunderschöne Hommage an das geschriebene und gebundene Wort dar. Dies wird dem Leser alleine durch die vielen Zitate aus Klassikern, die jedem Kapitel vorangestellt sind, klar .

Sofia wirkt zunächst sehr schwammig und unsicher. Doch man spürt deutlich ihre Begeisterung und ihre Liebe zu Büchern. Diese Liebe macht sie stark und festigt ihren Willen, die beiden verschollenen Bücher ausfindig zu machen. Sofia entwickelt sich immer mehr im Laufe der Geschichte.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Die zweite Zeitebene führt den Leser zu Clarice, die nach dem Tod ihrer Eltern in Büchern ein neues Zuhause findet.

Die Autorin hatte mich nach wenigen Seiten für sich gewonnen gehabt. Der Schreibstil zog mich in die Seiten des Buches und ich durfte zusammen mit Clarice leiden, mit Sofia hoffen und nach den beiden Büchern suchen.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, bei der der Zufall eine gewisse Rolle einnimmt, dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch bildet. Rundum eine gelungene Hommage an das geschriebene und gedruckte Wort über die Zeit hinweg.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Liebesgeschichte mit Thrill

Blutroter Frost
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Die 35jährige Julie ist auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für ihre neue Selbstständigkeit als Anästhesistin. Ausgerechnet ihr Ex Benjamin unterstützt sie bei der Suche, allerdings nicht ohne ...

Die 35jährige Julie ist auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für ihre neue Selbstständigkeit als Anästhesistin. Ausgerechnet ihr Ex Benjamin unterstützt sie bei der Suche, allerdings nicht ohne Hintergedanken. Schnell wird Julie klar, dass er noch ganz andere Ziele als nur eine geeignete Immobilie für sie verfolgt.

Kurze Zeit später lernt Julie Spencer kennen. Kann ihr der charismatische Mann gefährlich werden?

Der Einstieg war etwas knifflig, was nicht zuletzt daran lag, dass man erst einmal Julie und ihre berufliche wie private Situation kennenlernen musste. Schon auf den ersten Seiten ist ein gewisses Prickeln zwischen Benjamin und Julie erkennbar. Doch Julie hält Distanz und möchte sich nicht auf ein Comeback ihrer Beziehung einlassen.

Mit den Seiten stieg dann die Spannung, gefolgt von einem gewissen Knistern, denn immerhin handelt es sich bei diesem Buch um einen Ladythriller. Ein Ladythriller besteht idealerweise zu 50 % aus einer heißen Liebesgeschichte und zu 50 % aus einem spannenden Thriller. Natürlich kann die Gewichtung auch ein wenig in die eine oder andere Richtung verschoben werden. Bei diesem Buch liegt der Schwerpunkt deutlich auf der Liebesgeschichte, beinhaltet aber dennoch genügend Thrillerelemente, um den Titel Ladythriller zu verdienen.

Fazit:
Hier kann man eintauchen, träumen, leiden, hoffen und dabei noch einen Fall lösen. Für alle, die eine heiße Liebesgeschichte mit Action suchen, ist dieses Buch eine wahre Empfehlung.

Veröffentlicht am 12.01.2018

"Er hatte eine ungewissen Vergangenheit, sie eine ungewisse Zukunft ..."

Wir sehen uns beim Happy End
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Emilia Faust träumt von einem Happy End. Nicht nur von ihrem eigenen, auch von anderen. Denn was sie überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn eine Geschichte kein richtiges Happy End hat. Und so hat sie, ...

Emilia Faust träumt von einem Happy End. Nicht nur von ihrem eigenen, auch von anderen. Denn was sie überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn eine Geschichte kein richtiges Happy End hat. Und so hat sie, nachdem sie ihren Job als Hauswirtschafterin aufgegeben hat, ihren Blog Better Endings ins Leben gerufen.

Auf diesem Blog berichtet sie nicht nur über sich und ihre bevorstehende Hochzeit mit ihrem Verlobten Philip, sondern schreibt zudem für Bücher und Filme alternative Enden, Happy Ends.

Als Philip ihr jedoch nach 6 Jahren gesteht, eine Affäre mit einer Kollegin zu haben, bricht für Ella eine Welt zusammen. Ihr eigenes Happy End scheint in Gefahr. Bei ihrer Flucht aus Philips Haus, stößt sie ausgerechnet mit Oscar zusammen. Einem Mann, der sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern kann und völlig verzweifelt ist. Kurzerhand beschließt Ella, wenigstens ihm ein Happy End zu verschaffen. Doch das entpuppt sich als schwieriger als zunächst gedacht…

Ella ist eine ganz bezaubernde Protagonistin. Leicht naiv stolpert sie voller Tatendrang, positiven Gedanken und ihrer verzweifelten Suche nach Happy Ends durch das Leben. Als sie Oscar trifft, entwickelt sich die Geschichte zu einem kleinen Krimi, denn natürlich will auch der Leser wissen, was Oscar zugestoßen ist und wie Ella ihm ein Happy End verschaffen kann.

Gebannt verfolgte ich, wie Ella immer verzweifelter wurde, sich in Lügen verstrickte und sie mir dabei wie eine liebe Freundin ans Herz wuchs, der ich gerne unter die Arme gegriffen hätte.

Charlotte Lucas oder auch Wiebke Lorenz schaffte es mit diesem Buch, mich ein zweites Mal zu verzaubern. Ihr Schreibstil konnte mich sofort in seinen Bann ziehen, das Kopfkino lief zur Hochleistung auf und versetzte mich kurzerhand nach Hamburg.

Sogar kleine Einblicke in Ellas Blog gewährt uns die Autorin, wobei ich mich sehr gerne einmal durch die alternativen Enden von Ella geklickt hätte, um zu sehen, wie sie wohl die eine oder andere Geschichte umgeschrieben hat.

Fazit:
Spannend, unterhaltsam und mit Situationskomik angereichert, ist dies nicht nur ein Roman, indem eine Protagonistin immer verzweifelt auf der Suche nach dem Happy End ist, es ist vor allem ein Gute-Laune-Roman, bei dem man sich getrost fallen lassen und in eine zauberhafte Geschichte eintauchen kann. Gerade für die bevorstehenden kalten und dunklen Tage, ist dies das perfekte Buch für ein bisschen mehr Farbe und Freude im tristen Alltagsgrau.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Was, wenn der Traummann erst Nummer 5 ist?

Der verflixte 7. Mann
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Sophie Lechner arbeitet als gelernte Konditorin in der TV-Show Wir kriegen´ s gebacken! mit. Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. geht bei Sophie allerdings alles schief. Erst vertauscht sie Shampoo mit ...

Sophie Lechner arbeitet als gelernte Konditorin in der TV-Show Wir kriegen´ s gebacken! mit. Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. geht bei Sophie allerdings alles schief. Erst vertauscht sie Shampoo mit Duschgel, dann kommt sie auch noch zu spät zur Arbeit, ihr Regisseur wechselt, beim Dreh läuft nicht alles optimal und als wäre das alles immer noch nicht genug, verlässt sie ihr Freund Jan nach 5 Jahren Beziehung. Für die abergläubische Sophie ein ganz klarer Hinweis, dass Freitag der 13. verflucht ist.

Tief geknickt schleppt ihre Schwester Bea Sophie zum Rummel. Eigentlich mehr zur Aufmunterung gedacht, schiebt Bea ihre Schwester bei der Wahrsagerin Esmeralda ins Zelt. Doch dann kommt alles anders. Esmeralda prophezeit, dass Sophie erst glücklich mit einem Mann werden kann, wenn sie 7 Männer in ihr Bett gelassen hat. Doch es gibt eine weitere Hürde. Dies muss vor ihrem nächsten Geburtstag geschehen, in nicht mal 100 Tagen. Für Bea eine Katastrophe, für Sophie ein Hoffnungsschimmer, denn zu dem 7. Mann fehlen ihr nur noch zwei und die sollte man doch in der Zeit finden können? Wäre ihr Regisseur nur nicht so sympathisch und perfekt …

Bereits mit ihrem letzten Roman Mann mit Meerblick konnte mich die Autorin begeistern, so dass ich gespannt auf das neuste Buch gewartet habe. Mit „Der verflixte 7. Mann“ trifft Sandra Grauer zum einen den Nerv der Koch- bzw. Backshows, zum anderen aber auch die immer wieder hochkommende Welle an Horoskopen, verbunden mit dem festen Glauben daran.

Mit ihrer Protagonistin Sophie hat Sandra Grauer eine Figur geschaffen, die der Leser gleich ins Herz schließen kann. Herzlich, sympathisch, manchmal etwas unbeholfen und absolut nicht perfekt. Mit ihrer Art (ich sage nur, Horoskop-App und Kaffeesatzdeutung – täglich) konnte sie mich gleich für sich gewinnen, ihr Humor entbehrt nicht einer gewissen Selbstironie und die Situationskomik wird kommt in diesem Buch gewiss nicht zu kurz. Sophies neuer Regisseur Adam Ritter nimmt zwar den Part des Prinz Charming ein, jedoch ist auch er nicht perfekt, sondern hat seine Ecken, Kanten und eine Vergangenheit.

Mit viel Liebe und Herzblut wird hier eine Geschichte erzählt, die gar nicht so abwegig ist, jedoch hätte ich mir an mancher Stelle noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, nicht zuletzt bei den Backrezepten. Fakt ist, man bekommt Appetit beim Lesen. Von daher wäre eine kleine Rezeptsammlung, zwischendrin oder zumindest am Ende ganz schön gewesen. Tut aber der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch, denn diese ist rund und zauberhaft.

Fazit:
Ein wundervoller Sommerroman, zum Träumen, Genießen und Appetit holen, auch für jene, die nicht an Horoskope und Prophezeiungen glauben.

Veröffentlicht am 07.09.2025

Was verbirgt sich hinter dem Zaun?

Der Büchergarten (1). Ein blühendes Geheimnis
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Die 11jährige Charlie und ihr bester Freund Jamil stoßen in einem zugewachsenen Gang auf ein geheimnisvolles Grundstück. Der Zugang wird ihnen zunächst verwehrt und doch lässt Charlie das Grundstück keine ...

Die 11jährige Charlie und ihr bester Freund Jamil stoßen in einem zugewachsenen Gang auf ein geheimnisvolles Grundstück. Der Zugang wird ihnen zunächst verwehrt und doch lässt Charlie das Grundstück keine Ruhe. Was verbirgt sich darauf und wieso hat sie das Gefühl, dass sie dorthin muss?

Mit Hilfe eines Buches gelingt ihnen schließlich, das Grundstück zu betreten und finden sich in einer magisch – zauberhaften Welt wieder, die die Kinder gleich in ihren Bann schlägt. Doch das wundervolle Grundstück mit seinen Bewohnern ist in Gefahr und nur Charlie und ihre Freund Jamil können es retten.

Das Buch hat ein wundervolles Cover, welches mich direkt angesprochen hat. Die Geschichte ist dagegen etwas platter und mir fehlte der gewisse Funke, der einfach nicht überspringen wollte. Charlie und ihr Freund Jamil sind wahrlich keine Leseratten und doch fangen sie an, sich für Bücher und die Welt auf dem Grundstück zu interessieren.

Lernt man zunächst in aller Ruhe Charlie und ihre Leben kennen, erfährt, dass in der Stadt merkwürdige Dinge vor sich gehen, nimmt die Spannung mit dem Betreten des Grundstücks deutlich zu. Die Illustrationen von Leonie Daub sind gelungen und runden die Geschichte wundervoll ab.

Fazit:
Auch wenn mich das Buch nicht vollends abholen konnte, war es doch eine zauberhafte Geschichte mit tollen Illustrationen und einem wundervoll gestalteten Einband.

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