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Veröffentlicht am 01.03.2026

Die ungezähmte Wölfin

Rabid
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Seneca soll sich in einem Ritual mit ihrer Wölfin verbinden, darauf hat sie sich schon ihr Leben lang vorbereitet. Doch während des Prozesses wird sie brutal angegriffen und die Verbindung ist infolgedessen ...

Seneca soll sich in einem Ritual mit ihrer Wölfin verbinden, darauf hat sie sich schon ihr Leben lang vorbereitet. Doch während des Prozesses wird sie brutal angegriffen und die Verbindung ist infolgedessen nicht vollständig. Von ihrem Rudel wird sie daraufhin erniedrigt und im Revier eines angeblich brutalen anderen Alphawolfes ausgesetzt.

Wenn man dieses Buch liest, sollte einem klar sein, dass es hier beinahe durchweg um sexualisierte Inhalte geht. Von Anfang an wird Seneca vom Alpha ihres Rudels bedrängt und später beinahe vergewaltigt. Die Triggerwarnung auf den ersten Seiten des Buches verweist auf eine Internetseite, da hätte der Verlag durchaus deutlicher sein können.

Die Handlung ist insgesamt sehr spannend und es zieht mich sofort in die Geschichte. Die Erzählung wird in Ich-Form aus Sicht von Seneca erzählt, wobei sie in Verbindung mit ihrer Wölfin teilweise auch zur Wir-Form übergeht, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist. Senecas Verletzlichkeit, Verzweiflung, innere Zerrissenheit und Wut ist gut nachzuvollziehen und spürbar. Das macht sie authentisch.
Die romantisch-spicy Szenen haben für mich in die Handlung gepasst, sind jedoch sehr ausführlich. Einige Szenen empfinde ich als gewaltverherrlichend, was sicherlich in das Wolfsrudel-Thema passt, für mich aber trotzdem moralisch fragwürdig bleibt.

Die Welt, die hier erschaffen wird, greift das bekannte Werwolf-Motiv auf, entwickelt es aber auf eigene und interessante Weise weiter. Dabei bleibt alles in sich stimmig und nachvollziehbar.

Besonders deutlich wird der innere Konflikt von Seneca: Auf der einen Seite steht ihre Verletzlichkeit, geprägt von ihrem Trauma und der Trauer um den Verlust ihrer Mutter und ihres alten Lebens. Auf der anderen Seite erwartet die Wolfswelt Stärke und Härte. Auch die Werte des Rudels, geprägt von Loyalität und unbedingter Unterwerfung, geraten immer wieder in Konflikt mit Senecas Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Im Verlauf der Geschichte ringt sie darum, ihren eigenen Platz innerhalb der Wolfsgesellschaft zu finden.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und sehr zugänglich, sodass man mühelos durch die Seiten gleitet. Die Handlung entwickelt schnell einen Sog, der es leicht macht, immer weiterlesen zu wollen. Weniger zugesagt hat mir jedoch die stellenweise sehr derbe Ausdrucksweise, die für meinen Geschmack manchmal etwas zu stark im Vordergrund stand.

Fazit: Eine fesselnde Geschichte mit viel Spannung und Tempo. Allerdings enthält das Buch zahlreiche brutale und gewalttätige Szenen, die nicht für alle Leserinnen und Leser geeignet sind.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

High Fantasy mit Wikinger-Vibes

Flut aus schwarzem Stahl
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Bereits das Cover mit der roten Axt lässt erahnen, dass dieses Buch von zahlreichen Kämpfen geprägt ist, in denen es alles andere als zimperlich zugeht. Schon das erste Kapitel bestätigt diesen Eindruck ...

Bereits das Cover mit der roten Axt lässt erahnen, dass dieses Buch von zahlreichen Kämpfen geprägt ist, in denen es alles andere als zimperlich zugeht. Schon das erste Kapitel bestätigt diesen Eindruck und auch in den darauffolgenden Kapiteln wird unablässig gekämpft, Krieg geführt und schonungslos gemetzelt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der vier Hauptfiguren erzählt, jeweils in eigenen Kapiteln. Auf den ersten rund 200 Seiten verlaufen diese Handlungsstränge jedoch nahezu unabhängig voneinander. Abgesehen davon, dass sie in derselben Welt angesiedelt sind, gibt es kaum Verbindungen. Dadurch entstand bei mir zunächst der Eindruck, nicht einen zusammenhängenden Roman, sondern vier separate Geschichten zu lesen.

Hinzu kommt, dass die einzelnen Kapitel recht umfangreich sind und inhaltlich sehr dicht. Es geschieht so viel, dass ich immer wieder zurückblättern musste, weil mir nach einigen Kapiteln nicht mehr präsent war, an welchem Punkt die Handlung einer Figur zuvor geendet hatte. Einmal bemerkte ich sogar erst ca. 50 Seiten später, dass ich ein Kapitel versehentlich übersprungen habe. Die Vielzahl an Figuren, darunter einige mit ähnlichen Namen, verstärkt die Verwirrung zusätzlich.

Am Ende des Buches findet sich zwar ein Personenregister, doch leider ist es weder alphabetisch geordnet noch besonders ausführlich. Gerade bei der Vielzahl an Figuren hätte ich mir hier deutlich mehr Übersicht gewünscht. Auch die Karte des Reiches von Ascarlia zu Beginn des Buches blieb für meinen Geschmack etwas zu grob und wenig detailliert. Ein paar zusätzliche Orientierungspunkte wären hilfreich gewesen

Die Welt, die Anthony Ryan hier erschaffen hat, ist beeindruckend vielschichtig und unglaublich atmosphärisch. Beim Lesen fühlte ich mich immer wieder an nordische Sagen erinnert. Es kamen regelrechte Wikinger-Vibes auf: eine raue, kalte und von Gewalt geprägte Welt, die nichts beschönigt.
Je weiter ich im Buch vorankam, desto besser fand ich mich in dieser Welt zurecht. Sie zog mich zunehmend in ihren Bann, bis ich schließlich vollkommen in ihr versank.

Besonders begeistert haben mich auch die vier außergewöhnlichen Hauptcharaktere: Sie sind vielschichtig, glaubwürdig und deutlich voneinander abgegrenzt. Dadurch ist es mir leicht gefallen, mich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen.

Das Finale hält einige unerwartete Wendungen bereit, die mich noch einmal richtig überraschen konnten. Der Schluss bleibt bewusst offen und hinterlässt mehrere lose Fäden. So hoffe ich gespannt auf eine baldige Fortsetzung.

FAZIT: Trotz eines nicht ganz einfachen Einstiegs ist dies ein vielversprechender Auftakt zu einer neuen High-Fantasy-Reihe, die definitiv Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Tödliche Prüfungen und düsteres Setting

The Ordeals
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Sophia de Winter ist seit frühester Kindheit durch einen magisches Schwur an ihren Onkel gebunden, dadurch ist sie gezwungen für ihn zwielichtige Aufträge auszuführen. Um sich von dieser Bindung zu befreien, ...

Sophia de Winter ist seit frühester Kindheit durch einen magisches Schwur an ihren Onkel gebunden, dadurch ist sie gezwungen für ihn zwielichtige Aufträge auszuführen. Um sich von dieser Bindung zu befreien, bewirbt sie sich als Studentin an der Killmarth Academy. Doch bevor sie aufgenommen wird, muss sie mehrerer tendenziell tödliche Prüfungen, die sogenannten Ordeals, bestehen.

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden, aber nach den ersten Kapiteln hat mich die Erzählung dann doch gepackt. Einige unerwartete Plot-Twists halten die Spannung beständig hoch. Die Atmosphäre ist durch das gesamte Buch hindurch bedrohlich und düster. Verstärkt wird die Grundstimmung durch die Ordeals, die die Anzahl der Studienanwärter schnell minimieren.

Sophia ist eine mutige junge Frau, die sich nicht schnell einschüchtern lässt und für ihre Ziele kämpft. Ihr Charakter ist am tiefgründigsten beschrieben und sympathisch. In sie kann ich mich gut einfühlen. Die anderen Protagonisten hingegen bleiben für mich eher oberflächlich. Auch die Liebesgeschichte packt mich leider nicht wirklich.

Die magische Welt ist faszinierend, wenn auch nicht neu. Die Ordeals werden sehr bildhaft beschreiben und ihre grausame Natur lässt den Leser mitfiebern. Allerdings frage ich mich, warum diese Prüfungen tödlich sein müssen, da Magiebegabte doch so selten sind und daher wertvoll sein müssten. Im letzten Kapitel überrascht das Buch mit einem völlig unerwarteten Showdown, der Lust auf die Fortsetzung macht.

Die Sprecherin des Hörbuchs Sarah Dorsel hat eine sehr angenehme Stimme. Ihre Lesung ist gut verständlich und von de Schnelligkeit genau richtig. Die verschiedenen Charaktere werden unterschiedlich intoniert, so dass ich sie gut auseinander halten kann.

FAZIT: Spannender Fantasy-Roman mit ein paar Mängeln, aber durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Langatmig aber faszinierend

The Second Death of Locke
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Das Cover ist glatte 5 Punkte wert! Die goldene Schrift und der wunderschöne Farbschnitt machen den Roman zu einem Hingucker. Ich wurde mehrfach darauf angesprochen, was ich denn da für ein schönes Buch ...

Das Cover ist glatte 5 Punkte wert! Die goldene Schrift und der wunderschöne Farbschnitt machen den Roman zu einem Hingucker. Ich wurde mehrfach darauf angesprochen, was ich denn da für ein schönes Buch lese.

V. L. Bovalino beschreibt eine Welt, die von Krieg und Magie geprägt ist. Um Magie zu wirken, werden immer zwei Menschen benötigt: Ein Magier und seine Quelle. Die Hauptcharaktere des Buches Kier und Grey sind solch ein Paar. Sie kennen sich schon von Kindheit an und sind zusammen aufgewachsen. Im Zentrum des Kriegsgeschehens steht die Suche nach dem Erben der Insel Locke, deren Zerstörung den Krieg ausgelöst hat. Ohne diese Insel stirbt auch die Magie, denn die Wurzel der Quelle liegt auf der Insel.

Der Einstieg in das Buch ist mir anfangs schwer gefallen. Die Handlung ist komplex, schwer zu begreifen und entwickelt sich nur sehr langsam. Anfangs hatte ich sogar einmal die Tendenz, das Buch zur Seite zu legen. Doch es hat sich gelohnt, dabei zu bleiben.

Kapitel für Kapitel hat mich das Buch immer mehr in seinen Bann gezogen. Es ist nicht unbedingt die Spannung, die mich zum Weiterlesen bewogen hat, denn teilweise flacht diese durch ausführliche Beschreibungen und langatmige Dialoge wieder ab. Doch nach und nach werden die Zusammenhänge deutlicher und faszinieren mich. Die Dialoge sind zwar langatmig, doch authentisch und die ausführlichen Beschreibungen sorgen dafür, dass ich diese Welt vor meinen Augen sehen kann. Die Protagnisten gewinnen an Tiefe und ich kann mit ihnen mitfühlen. Die Beziehung zwischen Kier und Grey ist kompliziert und am liebsten möchte ich ihnen einen Schubs in die richtige Richtung geben. Die Handlung mit all ihren Kämpfen erinnert mit mich an einen historischen Roman. Die Kampfhandlungen sind sehr genau beschrieben, teilweise sehr blutig und sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Für mich ist die Handlung am Ende des Buches abgeschlossen. Es soll noch weitere Bände geben, aber inhaltlich ist das eigentlich nicht notwendig.

FAZIT: Ein Buch mit einem etwas zähen Anfang, aber es lohnt sich, dabei zu bleiben.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Kleopatra erzählt ihre Lebensgeschichte

Kleopatra
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Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst ...

Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst zu Wort, wodurch der Leser die Geschehnisse aus erster Hand und aus ihrer ganz persönlichen Sicht erlebt.

Die historischen Hintergründe wurden für dieses Buche sehr genau recherchiert, das macht die Autorin in ihrem Vorwort klar und davon zeugen auch die umfangreiche Quellenangabe am Schluss des Buches. Hervorragend werden historische Abläufe mit fiktiven Elementen kombiniert, so dass ich manchmal das Gefühl habe, ein Sachbuch in Romanform zu lesen.

Kleopatra erhält in diesem Roman eine Stimme und ein zutiefst menschliches Gesicht. Die Ich-Perspektive ermöglicht es uns als Leser, ihre Ängste, Zweifel und geheimsten Gedanken hautnah zu erleben. Wir begegnen ihr als Mutter, Geliebte, Freundin und als strategisch denkende Herrscherin, deren unbeugsames Herz unerschütterlich für ihr Volk und ihr geliebtes Ägypten schlägt.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Spannungsbogen, der sich mitunter in den detailreichen Beschreibungen historischer Kleidung, Orte und Bräuche verliert. Obwohl diese Schilderungen das alte Ägypten unglaublich lebendig werden und mich tief eintauchen lassen, geschieht dies leider oft auf Kosten der narrativen Spannung.

Das Finale des Romans ist überraschend und unkonventionell, doch gerade diese Eigenwilligkeit verleiht der gesamten Erzählung einen stimmigen Abschluss, gekrönt von einem unerwarteten Plot-Twist.

FAZIT: Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der zwar an manchen Stellen etwas an Spannung vermissen lässt, aber dennoch eine klare Leseempfehlung verdient!

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