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Veröffentlicht am 26.02.2026

Ein Aha-Erlebniss

Das Kind in dir muss Heimat finden
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Warum rastet der eine bei Belanglosigkeiten plötzlich aus? Warum hat ein anderer keinen Antrieb sein Leben selbst in die Hand zu nehmen? Und warum gelingt dem anderen scheinbar alles mühelos? Stefanie ...

Warum rastet der eine bei Belanglosigkeiten plötzlich aus? Warum hat ein anderer keinen Antrieb sein Leben selbst in die Hand zu nehmen? Und warum gelingt dem anderen scheinbar alles mühelos? Stefanie Stahl macht uns mit unserem Schattenkind und Sonnenkind vertraut. Also die Teile unserer Persönlichkeit die in unserer Kindheit von den Bezugspersonen geprägt wurden. Das Schattenkind hat dabei durch Erfahrungen bestimmte negative Glaubensätze erworben, auf die wir als Erwachsene mit erlernten Strategien reagieren. Sich genau dieser Glaubensätze und Strategien bewusst zu machen, ist Gegenstand dieses Buches. Dazu gibt es sehr gute, leicht verständliche Erklärungen mit Beispielen und Übungen, um sich aus erlernten Strategien zu befreien. Ich denke jeder wird sich in diesem Buch wiederfinden. Auch ich hatte einige sehr interessante Aha-Erlebnisse. Ob die Lektüre Nachhaltig war, kann ich noch nicht sagen. Einige Übungen werde ich jedoch bestimmt wiederholen und verfestigen. Ein sehr interessantes Buch, dass bei mir Eindruck gemacht hat.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

In den Topf gucken

Richtig gutes Essen
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Schauplatz dieser Geschichte ist eine Firma in Japan nicht weit von Tokyo. Die Angestellten der Firma verbringen den ganzen Tag in ihrer Abteilung. Ihre Arbeit wird fast nur vom Essen unterbrochen. Doch ...

Schauplatz dieser Geschichte ist eine Firma in Japan nicht weit von Tokyo. Die Angestellten der Firma verbringen den ganzen Tag in ihrer Abteilung. Ihre Arbeit wird fast nur vom Essen unterbrochen. Doch das zelebrieren sie gerne auch gemeinsam. Nitani hasst es mit seinen Kollegen und Kolleginnen essen zu gehen. Er mag weder die belanglosen Gespräche noch die Lobhudelei über das Essen. Er möchte am liebsten nur Instantnudeln essen. Mit seiner Kollegin Ashikawa pflegt er eine lockere Beziehung. Sie liebt es zu kochen und zu backen. Für ihn völlig überflüssig und dennoch anziehend auf sehr skurrile Weise. „Richtig gutes Essen“ ist ein richtig gutes Buch! Die Abteilung zelebriert die natürliche Handlung der Nahrungsaufnahme in kaum ermesslicher Art und versteckt dahinter viele Missstände und Ungerechtigkeiten. Falsches Spiel wird weggewischt, indem die lieben Kollegen gefüttert werden. Neid und Hass werden durch Gebäck und Gedünstetes verschleiert. Wer für uns kocht, der kümmert sich um uns und dem müssen wir ja wohl etwas bedeuten?! Ganz toll fand ich auch die wechselnde Erzählweise dieses Romans. Ich habe noch nie erlebt, dass zwischen der Ich-Perspektive und der dritten Person permanent gewechselt wurde. Am Anfang hat mich dies etwas irritiert, aber später fand ich es genial gelöst. Dieses Eintauchen in die japanische Kultur war für mich ein tolles Erlebnis. Ein sehr schmackhaftes und empfehlenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Konnte es nicht aus der Hand legen

Das wirkliche Leben
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„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné
In einer kleinen Reihenhaussiedlung in Frankreich wachsen die beiden Geschwister auf. Alles wirkt nach außen idyllisch, doch im Innern spielt sich der alltägliche ...

„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné
In einer kleinen Reihenhaussiedlung in Frankreich wachsen die beiden Geschwister auf. Alles wirkt nach außen idyllisch, doch im Innern spielt sich der alltägliche Horror ab. Das Mädchen, als Ich-Erzählerin, versucht ihren kleinen Bruder vor den Grausamkeiten, die sich in ihrer Familie abspielen zu bewahren. So spielt sie mit ihm auf dem Schrottplatz oder in den Maisfeldern in der Nähe ihrer Siedlung. Und wenn der Eiswagen kommt, strömen alle Kinder der Umgebung der süßen Verlockung entgegen. Bis dahin läuft die Geschichte auf sanfte Art vor sich hin. Als Leser ist man auf der Hut vor dem sadistischen Vater. Die eigentliche Tragödie kommt deshalb unerwartet und explosionsartig. Ich weiß noch, wie mir beim Lesen die Kinnlade heruntersank. Unglaublich aus dem Hinterhalt hatte mich die Geschichte gepackt und ich war unfähig das Buch aus der Hand zu legen. Die kindlichen Versuche der Protagonistin der Situation zu entkommen sind rührend, aber auch bewundernswert. Die Autorin schreibt so intensiv, überraschend und präzise, dass dieses Buch schon jetzt eines meiner Jahreshighlights darstellt.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Rot-weiße Ferien

Ein Sommer in Schweden
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Endlich Sommerferien und endlich soll es für die Geschwister Ole, Lotta und Alfred nach Schweden gehen. Doch leider vorerst ohne Mama, denn die muss als Kommissarin zu Hause noch einen Fall lösen. Dabei ...

Endlich Sommerferien und endlich soll es für die Geschwister Ole, Lotta und Alfred nach Schweden gehen. Doch leider vorerst ohne Mama, denn die muss als Kommissarin zu Hause noch einen Fall lösen. Dabei geht es doch zu ihrer guten Freundin Katrin, die nach Schweden ausgewandert ist. Doch schon bald ist die Traurigkeit verschwunden, denn in Schweden warten nicht nur Elche, Mittsommer und Bullerbü auf die drei, sondern auch Katrins Kinder und damit neue Freunde. Neben einer unbeschwerten Zeit mit vielen neuen Eindrücken, erwartet die Kinder auch eine spannende Detektivgeschichte. Dieser Kinderbuch-Reiseführer bringt uns die Region in Südschweden näher. Auch ein Abstecher nach Stockholm erwartet die kleinen und großen Leser. Wir erfahren einiges über die Besonderheiten des Landes, wie das Mittsommerfest, Kulinarisches oder einige wichtige Worte auf Schwedisch. Schweden ist für uns ein Traumreiseziel und dieses Buch hat es uns als Familie nähergebracht. Für die Eltern sind einige wertvolle Tipps für Sehenswürdigkeiten und Ausflüge dabei, und die Kinder freuen sich über die spannende Geschichte. Sehr gut haben uns auch die Illustrationen gefallen. Denn die sind sehr stilvoll und detailreich. Und hat dieses Buch so richtig Lust auf Schweden gemacht. Also nicht nur für den Urlaub selbst sondern schon zur Vorbereitung darauf sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Schonungslos

Ellbogen
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Wir lernen Hazal kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag kennen. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind streng und gewalttätig. Bisher hat sie kaum Gutes erfahren und erwartet es auch ...

Wir lernen Hazal kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag kennen. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind streng und gewalttätig. Bisher hat sie kaum Gutes erfahren und erwartet es auch nicht. Weder von ihrer Familie noch von der Gesellschaft. Sie fühlt sich auf der Verliererseite des Lebens. An ihrem achtzehnten Geburtstag will sie feiern, mit ihren Freundinnen so richtig ausgelassen sein, doch es kommt anders und der Tag endet in einer Katastrophe.
Dieser Roman ist schonungslos brutal. Hazal lebt in einem vielgepriesenen sicheren Land und ist doch gefangen in einem Alptraum aus Perspektivlosigkeit, Gewalt und Verachtung. Ein Absatz in Fatma Aydemirs Roman beschreibt es so treffend. Da heißt es sinngemäß: Sie sehen erst auf uns, wenn wir etwas schlimmes anstellen, vorher sind wir unsichtbar. Nicht Hazal ist die erste die die Ellenbogen rausstreckt, um sich Platz zu verschaffen. Vorher ist sie ihr ganzes Leben gegen zig Ellenbogen gelaufen, von ihnen gestoßen und verletzt worden. Niemand hat sich für sie interessiert, niemand hat sich um sie gekümmert. Das schmälert nicht ihre Tat. Die ist grausam und unverständlich. Aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass der Roman versucht zu rechtfertigen oder zu erklären. Ich hatte nur wenig Sympathie mit Hazal, dennoch habe ich viele ihrer Handlungen aus der Situation heraus verstanden. Am Ende bleibt eine gewisse Traurigkeit, einen Menschen kennengelernt zu haben, von dem man annehmen muss, dass er niemals richtig glücklich sein wird.

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