Packender und abgründiger Thriller aus Bielefeld
Der Kissenmörder (Bajetzky & Kuper - Thriller 6)In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren sechsten gemeinsamen Fall, der mich erneut überzeugen und begeistern konnte. Auch diesmal wird ...
In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren sechsten gemeinsamen Fall, der mich erneut überzeugen und begeistern konnte. Auch diesmal wird der Handlungsort Bielefeld gut in die Handlung eingebunden.
Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Diesmal bekommen es Emma und Alex mit einem Serienmörder zu tun, der junge Mütter zunächst auf grausame Art und Weise misshandelt und anschließend mit einem Kissen erstickt. Verstörende Kinderzeichnungen, die an den Tatorten zurückgelassen werden, deuten darauf hin, dass sich der Täter für selbst erlebte Misshandlungen rächen will und dabei immer mehr die Kontrolle über sich verliert. Und am Ende einer Liste steht ein ganz besonders Opfer.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, legt geschickt einige falsche Fährten und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht der Opfer sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über die Identität des Täters zu verraten. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Akteure lockern das eher düstere Geschehen immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.
Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.