Düster, nordisch, spannend
Das kalte MoorAugust 2020. Wiking Stormberg ist Polizeichef im schwedischen Ort Stenträsk nördlich des Polarkreises. Vor dreißig Jahren verschwand hier seine Ehefrau Helena im Moor, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. ...
August 2020. Wiking Stormberg ist Polizeichef im schwedischen Ort Stenträsk nördlich des Polarkreises. Vor dreißig Jahren verschwand hier seine Ehefrau Helena im Moor, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Wiking hat diesen Verlust nie verwunden, aber seine beruflichen und familiären Aufgaben trotzdem erfüllt. Sein Sohn Markus lebt mit Frau und Kindern ebenfalls in Stenträsk, während Tochter Elin Ärztin in Stockholm ist. Zu der Zeit kämpft man auch in Schweden mit der Corona-Pandemie, doch Wiking hat ein anderes gravierendes gesundheitliches Problem. Als ob das alles nicht genug wäre, taucht nun ein bedrohlicher Brief auf, der Helenas Handschrift trägt. Wiking nimmt unter dem Radar dazu Ermittlungen auf.
Liza Marklund, schwedische Journalistin, Autorin und Verlegerin, stammt selbst als dem Norden Schwedens. Mit ihrer Polarkreis-Trilogie kehrt sie somit literarisch in ihre Heimat zurück. DAS KALTE MOOR lässt sich sehr gut als Standalone-Roman lesen, da keine Vorkenntnisse erforderlich sind. Es gelingt ihr großartig, die Atmosphäre der Region zu beschreiben. Auf der einen Seite ist Stenträsk ein Ort, an dem jeder jeden kennt, andererseits grenzt der Ort unmittelbar an ein Raketenversuchsgelände, was zu internationalen Begegnungen führt. Viele Einwohner, so auch Wikings Sohn Markus, verdienen ihren Lebensunterhalt durch diese militärische Einrichtung.
Marklund hat für das Setting des Romans erkennbar sehr gut recherchiert. Nichts, was sie schreibt, klingt unrealistisch. Dabei schreibt sie in der Tradition des Nordic Noir Genres, langsam, manchmal melancholisch und immer auch politisch. Sie führt uns zurück in die Zeit des Kalten Krieges, während gleichzeitig die Handlung voranschreitet. Dabei nimmt die Spannung von Seite zu Seite zu. Der Übersetzerin Dagmar Missfeldt ist es dabei sehr gut gelungen, dies ins Deutsche zu übertragen. Auch das Cover passt mit seinen düsteren Farben hervorragend zum Buch.
DAS KALTE MOOR ist aus meiner Sicht eher ein Spannungsroman als ein klassischer Krimi. Ich habe das Buch verschlungen und vergebe voller Überzeugung 5 Sterne. ⭐⭐⭐⭐⭐