Der Mensch ist des Menschen größter Feind
WaldmannHauptkommissar Hannes Waldmann ist ein begnadeter und engagierter Ermittler und Streiter für die Gerechtigkeit. Doch sein Leben ist aus den Fugen geraten, als seine Frau Maria auf dem Basar von Lagos spurlos ...
Hauptkommissar Hannes Waldmann ist ein begnadeter und engagierter Ermittler und Streiter für die Gerechtigkeit. Doch sein Leben ist aus den Fugen geraten, als seine Frau Maria auf dem Basar von Lagos spurlos verschwand. Trotz Therapie kann er nicht loslassen .
Die Ukraine leidet unter Putins brutalem Überfall. Frauen und Kinder suchen ihr Heil in der Flucht. Das ist ein absoluter Glücksfall für skrupellose Menschenhändler, die Not und Hoffnungen der Geflüchteten für ihre Zwecke missbrauchen.
Als Waldmann mit den Ermittlungen in einem Mordfall im Rotlichtmilieu beauftragt wird, mischen sich die Sphären. Pia, eine Journalistin, die für eine Reportage über verschwundene Frauen recherchiert, bittet Waldmann um Hilfe bei der Suche nach einer verschwundenen Ukrainerin. Waldmann vermutet einen Zusammenhang zu seinem aktuellen Fall und er scheint richtig zu liegen, denn die Toten in seinem Umfeld werden zahlreicher. Waldmann ist entschlossen, die Frau zu finden. Dieses Mal wird er sie retten - für Maria, für sich.
Die Krimis des Autors sind in meinen Augen immer fesselnd und haben eine düstere Atmosphäre. All das findet sich auch in diesem Fall. Waldmann ist für mich ein schwieriger Charakter. Er stößt andere vor den Kopf, ignoriert Vorschriften und Vorgesetzte, wenn sie ihm nicht passen. Ich hatte eher Mitleid, weil er den Verlust seiner Frau nicht verarbeitet hat und ihn immer begleitet. Wenn mich etwas beeindruckt hat, dann sein unbändiger Wille, die Frau zu retten trotz möglicher Konsequenzen für sich selbst Nicht weniger wichtiger für das Geschehen war für mich Pia, die sich aufrichtig Sorgen um die Frauen macht und sich dadurch in große Gefahr bringt. Dann wäre da noch Suse, auch jemand der großes Leid erfahren und dabei ihre Menschlichkeit bewahrt hat.
Was mich bis ins Mark erschüttert hat, waren die Abschnitte, die den Menschenhändler und dem Schicksal der Frauen gewidmet waren. Frauen als Ware, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen, ist nichts neues. Hier war es um so schrecklicher , da die Ukrainerinnen bereits Opfer des Krieges waren. Fast zu Tränen gerührt haben mich die Nachrichten der Verschwundenen an ihren Mann an der Front.
Das Ende des Buches hat mich nicht mit Freude über den Ermittlungserfolg erfüllt. Zu viele Opfer, zu viele ungesühnte Verletzungen, aber alles andere hätte ich nicht als passend empfunden, sondern eher als Hohn. Und bei allem Schecken vermitteln mir die letzten Zeilen ein Gefühl von einem möglichen Neuanfang und Hoffnung.