Mord in der Bibliothek
Hunter B. Holmes - Mord in der besten GesellschaftIch bin Quereinsteiger in dieser Krimireihe. Mich hatte der Name des Ermittlers "Holmes" dazu animiert, das Buch zu lesen. Bei der Namensgebung hatte ich doch einige Erwartungen. Zuerst einmal , ich konnte ...
Ich bin Quereinsteiger in dieser Krimireihe. Mich hatte der Name des Ermittlers "Holmes" dazu animiert, das Buch zu lesen. Bei der Namensgebung hatte ich doch einige Erwartungen. Zuerst einmal , ich konnte der Handlung ohne Vorkenntnisse gut folgen. Die wenigen Leerstellen waren für den Gang der Ermittlungen ohne Bedeutung und ich konnte sie deshalb verschmerzen.
Hunter (Holmes) ist aus altem Adel und bedient zumindest die Erwartung, dass er tatsächlich einen Butler hat. Allerdings mehr Freund als Angestellter. Hunter ist Ermittler bei Scotland Yard und wird zusammen mit seinem Kollegen David zu einem Mord in der Bibliothek eines Londoner Herrenclubs gerufen. Zwar ist das Opfer ein Bediensteter , dennoch sind Ermittlungen in der gehobenen Gesellschaft erforderlich. Hier ist es nun von Vorteil, dass Hunter seine Wurzeln dort hat, weil manches , was mir etwas schräg erscheint, nimmt er gelassen zur Kenntnis. Ich selbst fühlte mich oft in vergangene Zeiten zurückversetzt , denn die Arroganz und Überheblichkeit der Upper Class scheint es immer noch zu geben. Das Musterbeispiel ist Eudora, die Arbeitgeberin des Opfers. Ich konnte sie auf den Tod nicht ausstehen. Gut gefallen hat mir, dass alle Verdächtigen ihre besonderen Marotten hatten, wie man es landläufig von den Briten erwartet.
Hunter hat mich durch seine Kombinationsgabe und Beharrlichkeit überzeugt. Immer mehr Familiengeheimnisse werden aufgedeckt und werfen kein gutes Licht auf die besseren Kreise. Zu meiner Freude konnte ich gut mit rätseln und habe verschiedene waghalsige Theorien aufgestellt. Mit einigen Vermutungen lag ich sogar richtig und das spricht in meinen Augen für den Krimi, denn ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn auf den letzten Seiten ein Überraschungstäter aus dem Hut gezaubert wird. Holmes ist nicht Sherlock, aber dennoch war sein Fall fesselnd gepaart mit einigen Überraschungen. Er ist sympathisch , den Menschen zugewandt und hat ein Privatleben. All dies bringt ihn meinem Herzen näher als seinen Vorgänger. Neben Hunter tragen eine ganze Reihe liebenswerter Nebenfiguren zum Unterhaltungswert bei. Hier hat mich Hunters Mutter Agatha besonders für sich eingenommen. Mit ihrer Exzentrik fegt sie wie ein frischer Wind durch die Handlung.