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Veröffentlicht am 18.01.2026

Der Funke ist nicht ganz übergesprungen

The Dagger and the Flame
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In „The Dagger & The Flame“ geht es um Seraphine, die sich der Diebesgilde anschließt, um den Tod ihrer Mutter zu rächen. Schon bald muss sie um ihr eigenes Leben fürchten, als der Dagger Ransom auf sie ...

In „The Dagger & The Flame“ geht es um Seraphine, die sich der Diebesgilde anschließt, um den Tod ihrer Mutter zu rächen. Schon bald muss sie um ihr eigenes Leben fürchten, als der Dagger Ransom auf sie angesetzt wird. Beim Kampf gegen die Monster, die Fantome heimsuchen, kommen die beiden sich unerwartet näher …

Der Schreibstil von Catherine Doyle ist flüssig und mitreißend, zum Teil aber auch jugendlich. Im Handlungsverlauf gibt es viele düstere Szenen und auch eine kleine Prise Spice, weshalb ich das Buch insgesamt im Bereich New Adult verorten würde.

Besonders gut hat mir das Magiesystem gefallen, bei dem lediglich die zwei verfeindeten Gilden Zugang zur Schattenmagie besitzen und diese verwenden, um Straftaten zu begehen. In Kombination mit dem Setting in der durch Kriminalität verkommenden Stadt Fantome wurde eine spannende Grundstimmung erzeugt. Dennoch freue ich mich darauf, in Band 2 die Stadtgrenzen zu verlassen und noch mehr über die Welt zu erfahren.

Die Protagonisten Sera und Ransom haben beide eine schwierige Vergangenheit und treffen aufgrund dessen zum Teil fragwürdige Entscheidungen. Trotzdem habe ich mit ihnen mitgefühlt, auch wenn ich das Gefühl hatte, beide erst oberflächlich kennengelernt zu haben. Da auch die Nebenfiguren noch eher blass bleiben, waren die Beziehungen zwischen den Figuren für mich nicht ganz greifbar.

Was die Handlung betrifft, hatte ich ab und zu das Gefühl, dass diese etwas auf der Stelle tritt. Richtig Tempo kommt vor allem zum Ende hin auf. Ich kann gar nicht genau sagen, was mir gefehlt hat. Ich hätte mir aber auf jeden Fall noch ein paar mehr Einblicke in die Gilden gewünscht.

Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen, jedoch ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Trotzdem bin ich auf Band 2 gespannt und hoffe, dass die Figuren dort mehr Tiefe erhalten.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Wichtige Geschichte mit leichten Startschwierigkeiten

Keep it like a Promise
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In „Keep it like a Promise“ geht es um Lucy, die in eine neue Stadt zieht, um sich dem Einfluss ihrer alkoholkranken Mutter zu entziehen. Bei der Arbeit lernt sie den Barkeeper Kobe kennen, der immer wieder ...

In „Keep it like a Promise“ geht es um Lucy, die in eine neue Stadt zieht, um sich dem Einfluss ihrer alkoholkranken Mutter zu entziehen. Bei der Arbeit lernt sie den Barkeeper Kobe kennen, der immer wieder versucht, ihre Fassade einzureißen …

Ich habe bereits ein paar Bücher aus der „Healthy Romance“-Sparte von Reverie gelesen, wobei ich es sehr bewundernswert finde, dass die Autoren sich der herausfordernden Aufgabe widmen, Romance und schwierige Themen miteinander zu verbinden. Auch bei diesem Roman hat mir der sensible Umgang mit Alkoholismus gefallen, jedoch hätte ich mir tatsächlich gewünscht, dass die Liebesgeschichte noch etwas mehr in den Hintergrund tritt.

Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die Protagonisten mental noch nicht bereit für eine Beziehung sind. Ich bin beim Lesen einfach das Gefühl nicht losgeworden, dass sich Kobe vorrangig aufgrund seines Helfersyndroms zu Lucy hingezogen fühlt. Mitreißen konnte mich die Liebesgeschichte erst in der zweiten Hälfte des Romans, als Lucy und Kobe beginnen, ihre Probleme wirklich in Angriff zu nehmen. Ich glaube, mir hätte die Entwicklung der Beziehung noch besser gefallen, wenn sich die beiden erst auf rein platonischer Ebene näher gekommen wären.

Vielleicht hatte ich auch deshalb Startschwierigkeiten mit der Liebesgeschichte, weil es etwas gedauert hat, bis ich mich mit Lucy angefreundet habe. Am Anfang verhält sie sich ziemlich dreist und unprofessionell, weshalb ich gut nachvollziehen konnte, dass Kobe zunächst genervt von ihr ist.

Positiv aufgefallen ist mir die Art und Weise, wie die anderen Paare in die Handlung eingebunden sind, obwohl ich Band 1 und 2 bisher nicht gelesen habe. Besonders gefallen hat mir ein Twist, den ich in Liebesromanen eher selten lese, der die Handlung aber näher an die Realität rückt, in der eben nicht jedes Happy-End für immer hält.

Alles in allem erzählt der Roman taktvoll von den Auswirkungen von Alkoholismus auf Angehörige, jedoch hat es etwas gedauert, bis ich mit der Liebesgeschichte warm geworden bin.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Süße Second-Chance-Romance mit etwas verschenktem Potenzial

Let's Make a Scene
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In „Let’s Make a Scene“ geht es um die Schauspielerin Cynthie, die sich nach einer hässlichen Trennung gezwungen sieht, einen Film mit ihrem Erzfeind Jack zu drehen und erneut eine Fake-Beziehung einzugehen. ...

In „Let’s Make a Scene“ geht es um die Schauspielerin Cynthie, die sich nach einer hässlichen Trennung gezwungen sieht, einen Film mit ihrem Erzfeind Jack zu drehen und erneut eine Fake-Beziehung einzugehen. Wie bereits vor zwölf Jahren fliegen am Set die Funken …

„Let’s make a Scene“ war für mich das zweite Buch von Laura Wood; ihr Roman „Under Your Spell“ war letztes Jahr eines meiner Lesehighlights. Entsprechend habe ich mich gefreut, dass beide Romane im selben Universum spielen. Da Theo und Clemmie aus Band 1 jedoch nur einen kurzen Auftritt haben, können die Bücher auch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden.

Ausgehend vom Klappentext habe ich erwartet, dass die Handlung vor allem in der Gegenwart spielt. Tatsächlich nehmen Vergangenheit und Gegenwart jedoch ungefähr gleich viel Raum ein. Letztendlich hatte ich dadurch das Gefühl, zwei verschiedene Bücher zu lesen. Meiner Meinung nach hätten die Auszüge aus der Vergangenheit etwas gekürzt werden können, da sie nur bedingt Relevanz für die Haupthandlung haben.

Mit der Liebesgeschichte habe ich mich durch das ständige Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart zuerst schwergetan. In der Vergangenheit gab es mir einfach zu viel Misskommunikation und Jack war mir aufgrund seines Verhaltens eher unsympathisch.
Ganz anders sah es zum Glück in der Gegenwart aus, in der beide Protagonisten sehr reflektiert auftreten. Es war süß, zu lesen, wie aufgeregt und unsicher sich die beiden aufgrund ihrer Gefühle verhalten. Wenn die Handlung vorrangig in der Gegenwart gespielt hätte, wäre auch dieses Buch sicher wieder ein Highlight geworden. So gab es zwar auch einige schöne Passagen und sympathische Nebenfiguren, aber es wäre einfach mehr drin gewesen.

Alles in allem eine süße Second-Chance-Romance, bei der ich mir jedoch einen stärkeren Fokus auf die Haupthandlung gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Solides Fundament für die folgenden Bände

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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In „House of Ash and Shadow“ geht es um Fallon, die aufgrund eines Fluches nicht berührt werden kann. Erst die Begegnung mit dem Heiler Ariyon gibt ihr Hoffnung, da sie bei seiner Berührung keine Schmerzen ...

In „House of Ash and Shadow“ geht es um Fallon, die aufgrund eines Fluches nicht berührt werden kann. Erst die Begegnung mit dem Heiler Ariyon gibt ihr Hoffnung, da sie bei seiner Berührung keine Schmerzen verspürt. Gleichzeitig sorgt das Aufeinandertreffen der beiden dafür, dass Fallon sich an einer magischen Akademie wiederfindet und dunkle Geheimnisse ans Licht kommen…

Der Schreibstil von Leia Stone ist transparent und auf den Punkt, da sie wenig fantastisches Fachvokabular einfließen lässt. Hierdurch eignet sich das Buch sowohl für erfahrene Fantasieleser als auch für Genreeinsteiger. Entsprechend habe ich gut in die Handlung gefunden, da die fantastischen Elemente erst nach und nach eingeführt wurden und der Fokus zuerst auf Fallon und ihrem Fluch lag.

Fallon ist eine Figur, die aufgrund des Fluches bereits einiges durchgemacht hat. Ihr größter Traum ist es, eine eigene Familie zu gründen. Ich habe sie als sehr nahbar wahrgenommen, auch wenn es für mich etwas befremdlich war, dass sie sofort von einem gemeinsamen Leben mit Ariyon träumt. An sich konnte ich ihr Verlangen nach Nähe nachvollziehen, jedoch dominierte ihr Wunsch auch in eher unpassenden Momenten – wie zu Beginn beim drohenden Tod des Vaters – ihre Gedanken.
Meine liebste Figur war in jedem Fall der Vogel Yanric. Tierische Begleiter mag ich sowieso sehr und Yanric hat mit seinen Sprüchen – und zum Teil auch fiesen Gedanken – mein Herz erobert.

Beim Aufbau der Liebesgeschichte habe ich gemerkt, dass das Buch eher ein jüngeres Publikum ansprechen soll. Meinem Empfinden nach richtet sich die Geschichte nicht primär an Young Adults, sondern lässt sich eher dem Bereich Middle-Grade-Books zuordnen. Es gibt ein Liebesdreieck, das aber nicht viel Mehrwert bietet, da Fallon sowieso nur eine Option hat. Zudem blieben beide Love Interests blass und alle Figuren waren – was ihre Gefühle betrifft – ziemlich wankelmütig. Zum Glück wurde das Dreieck am Ende aufgelöst, weshalb ich Hoffnung habe, dass die Liebesgeschichte im nächsten Band mehr Tiefe erhält.

Zum Schluss habe ich noch einen kleinen Kritikpunkt, der die Übersetzung betrifft. Ausnahmslos alle Figuren – selbst die Lehrer und die Königin – werden von Fallon geduzt. Dieser Umstand hat mich beim Lesen ziemlich irritiert.

Alles in allem ein Auftakt, der in einigen Aspekten noch eher oberflächlich bleibt, jedoch ein solides Fundament für die weiteren Bände legt. Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Lesern und Genreeinsteigern.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Eine solide Romantasy

The Wrath and the Dawn (Deutsche Ausgabe)
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In „The Wrath and the Dawn“ geht es um Shazi, die freiwillig Braut des Kalifen Chalid wird, um ihre beste Freundin zu rächen. Im Gegensatz zu den vorherigen Frauen überlebt Shazi jedoch und muss sich fragen, ...

In „The Wrath and the Dawn“ geht es um Shazi, die freiwillig Braut des Kalifen Chalid wird, um ihre beste Freundin zu rächen. Im Gegensatz zu den vorherigen Frauen überlebt Shazi jedoch und muss sich fragen, ob sie den Racheplan angesichts ihrer aufkeimenden Gefühle für Chalid noch umsetzen kann …

Der Start in die Geschichte fiel mir relativ leicht, da der Schreibstil angenehm zu lesen war – auch wenn ich manchmal über ein paar nicht ganz runde Stellen der Übersetzung gestolpert bin. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Handlung nicht nur Shazi folgt. Hierdurch war es möglich, auch Einblicke in das Geschehen abseits des Palastes zu erhalten. Vor allem durch die vielen Perspektivenwechsel zum Ende der Geschichte hin wurde ordentlich Spannung erzeugt.

Im Mittelteil hat mich die Handlung hingegen etwas verloren. Hier lag der Fokus vor allem auf der Liebesgeschichte zwischen Shazi und Chalid, die mich leider nicht völlig überzeugen konnte. Zwar gab es einige süße Momente zwischen den beiden, jedoch entwickeln beide nach wenigen Tagen Gefühle füreinander, ohne sich näher kennenzulernen. Leider habe ich bis zum Schluss nicht nachvollziehen können, was die beiden ineinander sehen.
Besonders gut gefallen hat mir dafür die Freundschaft zwischen Shazi und ihrer Dienerin Despina. Die beiden liefern sich einige hitzige Wortgefechte, können am Ende aber doch nicht ohne einander.

Zuletzt muss ich noch anmerken, dass „The Wrath and the Dawn“ für einen Fantasyroman relativ wenig fantastische Elemente enthält. Auf das Magiesystem wurde in diesem Band kaum eingegangen und auch die Magie selbst war eher eine Randbemerkung. Entsprechend eignet sich das Buch sehr gut für Genreeinsteiger – ich hätte mir hingegen ein stärkeres Worldbuilding gewünscht.

Alles in allem eine solide Romantasy, bei der ich mir jedoch einen stärkeren Fokus auf die Magie sowie eine weniger abrupte Entwicklung der Liebesgeschichte gewünscht hätte.

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