Profilbild von tinstamp

tinstamp

Lesejury Star
offline

tinstamp ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tinstamp über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend, schockierend und fesselnd

Hillmoor Cross
0

Wow! Was für ein Thriller! Endlich konnte mich wieder ein Buch aus diesem Genre total überzeugen und dass, obwohl ich um Bücher zum Thema Kindesmissbrauch eher einen Bogen mache.....
Hinter dem Pseudonym ...

Wow! Was für ein Thriller! Endlich konnte mich wieder ein Buch aus diesem Genre total überzeugen und dass, obwohl ich um Bücher zum Thema Kindesmissbrauch eher einen Bogen mache.....
Hinter dem Pseudonym Shannon Crowley verbirgt sich die Autorin Jacqueline Lochmüller, die auch Krimis und erotische Literatur schreibt.

Oft denkt man, dass ein Thriller, bei dem bereits der Täter dem Leser bekannt ist, nicht spannend sein kann. Shannon Crowley beweist uns mit diesem Buch das Gegenteil!
Wie bereits im Klappentext beschrieben, beginnt das erste Kapitel extrem verstörend, denn als Leser erleben wir den Missbrauch an einem kleinen fünfjährigen Jungen hautnah mit. Ich bin zwar ein hartgesottener Thrillerleser, aber wenn es um Kindesmissbrauch geht, mache ich entweder um diese Geschichten einen Bogen oder mir geht es gar nicht gut beim Lesen. Und ich kann auch sagen: Der Thriller geht wirklich unter die Haut! Trotzdem soll das jetzt nicht abschrecken, denn hier wird packend erzählt und der Spannunsgbogen bleibt sehr hoch.
Zurück zum Studenten Jake, der bei der Ausübung seiner Straftat von einer Person überrascht wird. Dadurch gerät alles aus dem Ruder und er sieht sich plötzlich mit zwei Leichen konfrontiert. Die Panik und die Überlegungen, wie er die beiden Toten entsorgen soll, werden so authentisch beschrieben, dass man Jakes Gefühlswelt direkt miterlebt. Eben noch aufgekratzt vom sexuellen Höhepunkt, verwandelt sich sein Hochgefühl in Angst und Schrecken. Wohin mit den Leichen?
Pragmatisch veranlagt beginnt er mit der Leiche des Jungen, die er ins Moor versinken lässt. Doch nach der Entsorgung gerät Jake mit seinem Auto von der Fahrbahn ab und landet im Krankenhaus. Leiche Nummer zwei ist allerdings noch am Tatort - auf der ehemaligen Schaffarm seiner Großmutter im irischen County Galway. Doch nicht nur dieses Problem bereitet Jake Kopfzerbrechen, sondern auch die alleinstehende Krankenschwester Lacey, die Gefallen an ihm findet und fest entschlossen ist, sich auch privat um den attraktiven Studenten zu kümmern. Jakes Abfuhren lassen Lacey kalt. Sie lässt diese einfach nicht gelten und dringt immer mehr in Jakes Leben ein, der zunehmend die Kontrolle darüber verliert.....

Interessant ist es auch, dass sich in diesem Thriller großteils unsympathische Protagonisten tummeln und das ist bei mir auch oft der Garant, dass mir der Roman nicht gefällt. Hier ist dies aber nicht der Fall! Die Autorin versteht es sehr geschickt, den Leser in diesen Thriller miteinzubringen und die Spannung auf gleich hohen Level zu halten, dass man einfach immer weiterlesen muss. Auch das Ende ist schlüssig und lässt keine Fragen offen. Genauso sollte ein Thriller sein!

Schreibstil:
Sharon Crowley versteht ihr Handwerk und vermag mit ihrem bildhaften und flüssigen Schreibstil zu fesseln. Die großteils unsympathischen Charaktere (bis auf Inspektor Dunn) sind großartig und sehr lebendig beschrieben. Trotz der Antipathie ihnen gegenüber, brachte es der Geschichte keinen Sterneabzug, wie es bei mir deshalb öfter vorkommt, wenn mir Protagonisten nicht sympathisch sind. Wie bereits angedeutet gelingt es der Autorin die Gefühlswelt von Jake und Lacey sehr detailreich und authentisch zu beschreiben...man verbringt sehr viel Zeit "im Kopf" des Täters. Eine teilweise schwere Kost und nichts für schwache Nerven!

Fazit:
Ein Thriller, wie er sein sollte: Spannend, schockierend, fesselnd und mit einem schlüssigen Ende, das keine offenen Fragen zulässt. Meine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein dünnes Buch mit sehr viel Inhalt

Kirschblüten und rote Bohnen
0

Darum geht's:
Sentaro ist ein eher mürrischer Mann, der gerne für sich bleibt. Und so verrichtet er seine Arbeit als Doriyaki Verkäufer eher unwillig. Nach einer Haftstrafe erhielt er Hilfe vom ehemaligen ...

Darum geht's:
Sentaro ist ein eher mürrischer Mann, der gerne für sich bleibt. Und so verrichtet er seine Arbeit als Doriyaki Verkäufer eher unwillig. Nach einer Haftstrafe erhielt er Hilfe vom ehemaligen Besitzer einer Imbissstube, die sich mitten in Tokio im Schatten der Kirschbäume befindet. Dort stellt er von morgens bis abends Doriyaki her, kleine Pfannkuchen gefüllt mir süßer Bohnenpaste, um seine Schulden abzustottern. Die Paste kommt aus dem Kanister vom Großmarkt und so schmeckt sie auch. Das Geschäft geht mehr schlecht, als recht; die einzigen Stammkunden sind die Mädchen aus der naheliegenden Schule.
Wakana, eines der Schulmädchen, kommt regelmäßig in den Imbiss. Ihre Eltern sind geschieden, die Mutter kaum zu Hause. Doch eines Tages steht eine alte Dame vor dem Imbiss und möchte sich gerne für die ausgeschriebene Stelle als Hilfskraft bewerben. Tokue Yashii heißt sie und ihre Hände sind etwas verformt. Sentaro weist sie zurück, doch Tokue gibt nicht so schnell auf. Sie übergibt Sentaro eine Box mit ihrer selbstgemachten An, der süßen Bohnenpaste, und nachdem er davon gekostet hat, weiß er, dass er Tokue einstellen muss.

Ab sofort beginnen Sentaros Tage noch vor dem Sonnenaufgang, denn eine gute Bohnenpaste zu kochen, braucht Zeit. Das beginnt beim sorgfältigen Auswählen der geeigneten Azuki-Bohnen, bei der Konsistenz und den ganz speziellen Geruch, der Tokue sagt, dass das An jetzt gerade richtig ist. Plötzlich boomt der Imbissladen und die Menschen stehen Schlange, um das köstliche Doriyaki zu bekommen. Doch das Glück währt nicht lange, denn eines Abends steht die Inhaberin der Imbissbude vor der Tür und verlangt Tokues Kündigung. Es sei ein schlimmes Gerücht über Tokues verformte Hände im Umlauf.......

Meine Meinung:
Gleich vorweg: Dies ist eines der wenigen Bücher, in denen man gerne länger verweilt und die man öfters lesen kann....wunderschön und poetisch!

Sentaro ist ein Mann ohne Perspektive, der gerne trinkt, vorbestraft ist und von frühmorgens bis abends in der Doriyaki-Imbussstbe steht. Dabei mag er nicht einmal Süßes....
Durch die fröhliche Tokue, die sich ihr ganzes Leben nichts sehnlicher gewünscht hat, als die Sonne zu sehen, mit den Menschen zu plaudern und den wiegenden Ästen der Bäume zuzuwinken, kommt etwas Leben in die Imbissstube. Auch Sentaro beginnt sich langsam zu verändern...er beginnt sich zu öffnen und langsam entwickelt sich, während der vielen gemeinsamen Stunden am Herd, eine ganz besondere Verbundenheit. Auch Wakana gehört zu diesem Trio einsamer Herzen, das sich von der Gesellschaft als Außenseiter fühlt.

"Im Leben eines Menschen gibt es nie nur eine Farbe. Die Schattierungen können sich jederzeit ändern. Eigentlich ist das ganze Leben ein andauerndes Farbenspiel. Ich weiß das, weil ich bereits am Ende dieses Spiels angelangt bin.“ - Takoe, Seite 171

Hier geht es nicht nur um die richtige Zubereitung von Doriyaki (hungrig sollte man aber trotzdem weder das Buch lesen, noch den Film anschauen!), sondern hier geht es um die leisen Zwischentöne, um unerfüllte Träume und Hoffnungen. Der Kirschbaum vor dem Imbiss ist eine Art Metapher und zeigt den Leser die Vergänglichkeit und den Zyklus des Lebens.
Sehr mitgenommen hat mich Tokues Schicksal, die mehr als 40 Jahre ihres Lebens unter Zwangsquarantäne verbringen musste.

Schreibstil:
Leise und unaufdringlich schlich sich Durian Sukegawa mit seiner Geschichte in mein Herz. Die Sätze sind eher kurz gehalten, die Sprache ist klar und trotzdem verbirgt sich hinter den Zeilen sehr viel mehr.
Der Autor gewährt uns Europäern einen Einblick in die japanische Kultur, die uns doch sehr oft fremd ist. Auch wenn manche Stellen oder Dinge uns etwas eigentümlich vorkommen, so sind wir alle Menschen mit Träumen, Hoffnungen und den Wunsch Glücklich zu sein - egal, ob in Asien, in Europa oder in Afrika.

Fazit:
Poetisch, tragisch, wunderschön - ein eher dünnes Buch mit sehr viel mehr Inhalt! Japanische Lebensweisheiten, aber auch Gesellschaftskritik, sowie die Macht der Freundschaft, sind nur einige der Themen, die hier aufgegriffen werden. Meine Leseempfehlung!

********************************************************
BUCH VERSUS FILM

Vorgestern habe ich mir auch den Film zum Buch von Durian Sukegawa angesehen. Vorweg kann ich sagen, dass ich das Buch - wie eigentlich zu 95% - besser fand, als die Verfilmung.
Regisseurin Naomi Kawasa ist trotzdem ein eindrucksvoller Film gelungen, der jedoch für das eher dünne Büchlein zu viel an Länge hat. Sicherlich lebt die Geschichte von der Stimmung und den Weisheiten Takoes, doch für Nichleser gibt es hier doch einige Längen.
Die Schauspieler spielten wirklich sehr gut und auch die japanische Kultur und Küche kam nicht zu kurz.

Trotz der Zeit, die der Film hat, sind manche Hintergründe (Warum ist Wakane immer im Imbiss?) zu wenig ausgeleuchtet, vorallem auch Takoes Krankheit und deren Konsequenzen.
Trotzdem kann ich aber auch den Streifen für Menschen, die leise Filme mögen, empfehlen

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Deutschenmädchen

Das Haus der verlorenen Kinder
0

Marie, Vollwaise, und nach Aufenthalten bei verschiedensten Pflegefamilien orientierungslos, versucht im Berufsleben Fuß zu fassen. Nach einigen missglückten Versuchen verpflichtet sie sich für ein soziales ...

Marie, Vollwaise, und nach Aufenthalten bei verschiedensten Pflegefamilien orientierungslos, versucht im Berufsleben Fuß zu fassen. Nach einigen missglückten Versuchen verpflichtet sie sich für ein soziales Jahr in einem Pflegeheim in Wiesbaden. Nachdem Marie mit 18 Jahren vom Jugendamt in Berlin Einsicht in ihre Akten bekommen hat, fand sie in den eher dürftigen Unterlagen ein Foto einer jungen Frau mit einem Baby und einer Notiz auf der Rückseite. Mit diesem Hinweis entscheidet sie sich bewusst für ein ganz bestimmtes Haus, das während des zweiten Weltkrieges ein Kinderheim der Lebensborn-Einrichtung war. In diesen Heimen wurden damals "arisch reine" Kinder zur Adoption - bevorzugt an Familien von SS-Angehörigen - freigegeben. Diese waren oft die "verbotenen Früchte" einer Liebe zwischen einem deutschen Soldaten und einem jungen Mädchen in den deutsch besetzten Gebieten. In diesen, nun als Seniorenheim benutzten Haus, versucht Marie die Spur zur Vergangenheit ihrer Familie zu finden...

Danch wechselt die Geschichte in den zweiten Erzählstrang ins Norwegen 1941. Wir lernen die beiden Freundinnen Lisbet und Oda kennen, die im kleinen Dörfchen Loshavn im Süden Norwegens leben. Als deutsche Soldaten das Gebiet besetzen und die jungen Männer bei Familien untergebracht werden, verliebt sich Lisbet in den besonnenen Erich und Oda in den gutaussehenden Günter. Sie werden damit zu geächteten "Deutschenmädchen" und in der Folge von der eigenen Familie verstoßen. Als Erich und Günter zuerst nach Kristiansand und später an die Ostfront geschickt werden, haben die beiden Freundinnen nur noch einander. Doch dann ist Oda plözlich verschwunden und Lisbet schwanger. Letztere erhält Hilfe im Haus Lebensborn in Hurda Yerk, der Zuchtanstalt der Deutschen, wo sie auch Oda wieder trifft....

Die Autorin, die hier unter Pseudonym schreibt und hinter der sich die Schriftstellerin Nicole Steyer verbirgt (allen Leserinnen von historischen Romanen sicherlich keine Unbekannte), war vor Ort in Hurda Yerk, einen der Lebensborneinrichtungen in Norwegen. Unzählige ähnliche Schicksale norwegischer Mädchen hat sie zum Anlass für diese Geschichte genommen, in deren ihre fiktiven Charaktere Lisbet und Oda für eine große Anzahl von Frauen stehen. Hier wurde genauestens recherchiert.
Mich hat wieder besonders der Erzählstrang in der Vergangenheit gefesselt, der zuerst die Unbekümmertheit der beiden Mädchen, die erste große Liebe und dann die tiefe Verzweiflung wunderbar widergespiegelt hat. Die Emotionen und Gefühle waren durch die Zeilen hindurch spürbar und das Schicksal von Lisbet und ihre tiefe Freundschaft zueinander äußerst lebendig beschrieben.

Aber auch der Erzählstrang aus dem Jahr 2005 rund um Marie und ihrer verzweifelten Suche nach ihrer Identität hat mir gut gefallen, auch wenn er im Vergleich zum Teil aus der Vergangenheit etwas blasser bleibt. Hier konnte ich manche Verhaltensweisen nicht ganz nachvollziehen.
Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten und viele Geheimnisse werden erst zum Ende hin gelüftet. Einige davon kann man erraten, andere ließen mich wiederum erschrocken nach Luft schnappen. Die beiden Zeitstränge führen am Ende perfekt zusammen und runden die Geschichte harmonisch ab.
Im Nachwort geht die Autorin noch genauer auf die Lebensborn-Einrichtungen ein und auf die Schatten, die bis in die Gegenwart reichen.

Ein paar Fragen blieben für mich allerdings unbeantwortet, weshalb ich hier keine volle 5 Sterne vergebe, obwohl mich der Roman sonst wirklich überzeugt und noch lange nachgehallt hat.

Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr flüssig und konnte mich mit ihrer emotionalen Erzählweise an die Seiten fesseln. Neben den Charaktereigenschaften wurde auch die wunderbare Schärenlandschaft von Norwegen und das karge Leben während des Krieges bildhaft beschrieben.
Die Gefühlswelt und das Schicksal der Frauen von damals, wurde ebenso lebendig und emotional geschildert, wie Maries verzweifelte Suche nach ihrer Identität und einer eigenen Familie.

Fazit:
Eine sehr emotionale Geschichte, die noch lange nachhallt. Obwohl ein paar Fragen für mich unbeantwortet blieben, fasziniert dieser dramatische Roman rund um zwei Freundinnen, die eine dunkle Vergangenheit der deutschen Geschichte miterleben müssen, sehr.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Spannender Abschluss

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
0

Der dritte und letzte Band der Reihe um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius hat mir wieder sehr gut gefallen, nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer fand.
Nach dem frostigen Winter in Nordschweden ...

Der dritte und letzte Band der Reihe um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius hat mir wieder sehr gut gefallen, nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer fand.
Nach dem frostigen Winter in Nordschweden und dem Mittsommerfest auf einer der vielen schwedischen Schäreninseln, sind wir diesmal im Herbst auf Öland. Maya hat sich ein paar freie Tage genommen, um ihre Eltern zu besuchen. Sie möchte ihnen ihren Freund Christoffer vorstellen, der noch am Wochenende anreisen soll. Außerdem will Maya endlich wieder mit ihrer Freundin Clara plaudern, die neben Emily und Sanna zum Freundinnen-Kleeblatt gehört. In einem letzten Telefonat hat Clara Maya erzählt, dass sie die lang verschollene Schulkameradin Ingrid gesehen hat. Maya kann das nicht glauben und will mehr darüber wissen.
Sehr lange währt die Ruhe nicht, denn Johann, ein Sonderling und Einzelgänger, findet in der Schlossruine von Borgholm eine Leiche. Das Opfer, eine Journalistin, wurde professionell hingerichtet und das Muster der Hinrichtung ist ident mit einem weiteren Toten. Maya und ihr Stockholmer Kollege Pär sollen die Ermittlungen in Kalmar übernehmen, was manchen ansässigen Polizisten nicht wirklich schmeckt. Die Spuren führen zu einem rechtsradikalen Netzwerk.....

Standen neben Maya in den letzten beiden Bänden Sanne und Emily im Mittelpunkt, ist es diesmal Clara, die dritte Freundin des Kleeblattes. Sie macht sich Sorgen um ihren Sohn, der sich sehr verändert hat. Seit er einen neuen Sporttrainer hat, zieht er sich zurück und zeigt sich Clara gegenüber feindselig.
Geschickt verbindet Sandra Åslund den aktuellen Mordfall um die Journalistin mit der Handlung rund um das Verschwinden der Klassenkameradin von Clara und Maya vor achtzehn Jahren. Dadurch werden die Ermittlungen für Maya diesmal sehr persönlich. Bis sie bemerkt, dass der Mord an der Journalistin und ihre Nachforschungen zu Ingrid zusammenhängen, ist es fast zu spät.

Der Schreibstil der deutschen Autorin, die in Schweden lebt, ist sehr fesselnd. Wechselnde Perspektiven und Einblicke in die Vergangenheit halten den Spannungsbogen aufrecht.
Schon im ersten Band war ich begeistert vom bildhaften Erzählstil der Autorin, der mich an die Seiten gefesselt hat. Nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer empfand, konnte mich "Dann ruhest auch du" wieder überzeugen und ich habe den Krimi in einem Rutsch durchgelesen.
Neben den privaten Einblicken, die sich perfekt mit den Ermittlungen ergänzen, beschreibt Sandra Åslund ein brisantes und sensibles Thema mit viel Feingefühl. Sie zeigt die Gefahr auf, wie rechtsextreme Gruppierungen Kindern gegenüber vorgehen und sie beeinflussen. Das hat mir beim Lesen oftmals Gänsehaut bereitet.
Alle Figuren sind sehr lebendig und authentisch gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten. Das schwedische Setting habe ich ebenfalls wieder sehr genossen.

Fazit:
Für mich ist der dritte Band ein toller Abschluss der Trilogie, der mir spannende Lesestunden beschert hat. Schade, dass es keine weiteren Bände geben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2026

Romantisch, spritzig und mit Tiefgang

Fake Dates and Fireworks
0

on Kyra Groh habe ich bereits "Break Ups and Butterflies" als Hörbuch von der Autorin gehört und da alle von "Fake Dates and Fireworks" geschwärmt haben, habe ich mir das Buch gebraucht gekauft und für ...

on Kyra Groh habe ich bereits "Break Ups and Butterflies" als Hörbuch von der Autorin gehört und da alle von "Fake Dates and Fireworks" geschwärmt haben, habe ich mir das Buch gebraucht gekauft und für den Jahreswechsel aufgehoben.
Und ich kann all denen, die davon geschwärmt haben, nur zustimmen. Mir hat diese RomCom sehr gut gefallen.

Becca lernt Nils kurz nach ihrer Trennung von Steffen bei der Silvesterparty ihrer besten Freundin Lena kennen. Er hat ebenfalls Probleme mit dem letzten Tag des Jahres und so stehen sie sich gegenseitig bei, was schlussendlich in einem One-Night-Stand endet. Sie schließen einen Pakt, dass sie sich von nun an jedes Silvester treffen - die einzige Ausnahme ist, wenn einer von ihnen eine Beziehung hätte.
Nach zehn Jahren sind beide noch immer jedes Jahr an Silvester ein Pärchen, doch zu einer festen Beziehung ist es nie gekommen. Nils wohnt in London und hat auch nicht wirklich Ambitionen mehr mit Becca zu teilen, als ihren Silvester One-Night-Stand. Doch Becca bleibt ihm treu, was weder ihr Zwillingsbruder David, noch ihre beste Freundin Lena verstehen können. Dadurch kommt es zum Bruch mit Lena.
Zum 10. Jubiläum hat sich Becca nun ein Herz gefasst und will ihm ihre Liebe gestehen. Sie bucht in einem romantischen Luxus Chalet in den Alpen ein Doppelzimmer für sich und Nils. Doch bevor Nils mit einer ganz besonderen Überraschung ankommt, läuft ihr Raphael über den Weg, der unausstehliche Onkel eines ihrer Kinder im Kindergarten. Obwohl sie ihn nicht leiden kann, ist er es, der ihr aus einer peinlichen Situation hilft und Becca ihr Gesicht wahren lässt, als Nils sie mit einer Nachricht überrascht, die ihr den Boden unter den Füßen entzieht.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Becca in der Ich-Form und im Präsens erzählt. Sie ist eine junge Frau, die nicht anecken will und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellt. Für die Kinder im Kindergarten gibt sie alles und ist Erzieherin mit Leib und Seele. Es hat gedauert bis Becca erkennt, was wirkliche Liebe ist. Ihre bemerkenswerte Entwicklung hat mir sehr gut gefallen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet, allen voran Beccas Bruder Daniel und dessen Partner Gio.
Nils hat mich oftmals Nerven gekostet. Was für ein Narzisst und Kotzbrocken! Er manipuliert und erpresst Becca emotional, dass ich sie am liebsten geschüttelt hätte.
Raphael sehen wir zu Beginn aus Beccas Augen: arrogant, unzuverlässig und oberflächlich. Doch hinter seiner überheblichen Art steckt ein einfühlsamer, gefühlvoller und äußerst geduldiger Mann, der Beccas Probleme erkennt. Aus ihrem Fake Date wird bald mehr....
Es ist schön zu lesen, wie sich beide langsam annähern und man spürt auch die Funken, die zwischen Becca und Raphael sprühen.

Der Schreibstil ist locker und humorvoll. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit sehr wohl gefühlt und mochte einfach das Setting und die Figuren.
Kyra Groh verleiht mit den Themen der Verlustangst, toxischen Beziehungen und Selbstzweifel der Geschichte Tiefe. Außerdem vermittelt sie uns Frauen, dass die wahre Liebe uns genauso nimmt, wie wir sind!

Fazit:
Die perfekte Lektüre zum Jahresende, spritzig und romantisch, aber mit Tiefgang. Ich kann "Fake Dates and Fireworks eigentlich nur weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere